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Die Störche Oberschwabens |
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Mochenwangen-Preußenhäusle
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Ganz schön was los am Preussenhäusle! Anmerkung: Das Preußenhäusle liegt zwar am Ortsrand von Mochenwangen (Gemeinde Wolpertswende), gehört jedoch, was die Verwaltung anbelangt, noch zur Gemeinde Fronreute. Das Versehen bitten wir zu entschuldigen. Damit jedoch künftig keine Verwirrung entsteht, werden wir den Horst weiterhin unter Mochenwangen-Preußenhäusle führen. 2011: Die Störchin "Laura" ist sich der derzeitig herrschenden Konkurrenz wohl bewusst – letztes Jahr brüteten Störche im Föhrenried und im benachbarten Staig, auch Störche aus Aulendorf und Bad Waldsee sowie noch Heimatlose ließen sich immer mal wieder in der Nähe des Horstes blicken. Da heißt es möglichst früh da sein und sich seinen Horst sichern! Entsprechend kam sie dieses Mal noch früher aus ihrem Winterquartier im sonnigen Süden zurück und erreichte ihren Horst am Preußenhäusle schon am 19. Februar. Wie immer bei der Ankunft machte sie sich erstmal am benachbarten Teich etwas fein, dann machte sie sich an den Frühjahrsputz ihres Nestes (die schwäbische Hausfrau würde diese Reihenfolge vermutlich nicht bevorzugen). Juni: Vier kleine Störche schlüpften auch dieses Jahr wieder aus dem Gelege der Preußenhäusler, und das Quartett blieb bis Anfang Juni komplett. Kurz vor der Beringung am 8. Juni starb jedoch der jüngste, der von Anfang an etwas schmächtig war. Die drei übrigen erwiesen sich in einem Alter von sechs Wochen mit einem Gewicht von 3 bis 3,5 kg jedoch als optimal entwickelt und haben damit einen guten Start ins Leben. Anfang August: Die Preußenhäusler Jungstörche waren noch keine zehn Wochen alt, als sie zum erstenmal den Sprung vom Nest wagten. Es war am 4. Juli. Seitdem vervollständigen sie ihre Flugkünste und machen sich zunehmend von den Eltern unabhängig. Es wird nicht mehr lange dauern, dann verabschieden sie sich erstmal für eine Weile von Süddeutschland bis sie als Brutvögel – sofern alles gutgeht – in vermutlich zwei Jahren wiederkehren werden. 2010: Der in Salem gebürtige
Mochenwangener erschien am Preußenhäusle
wieder gegen Ende Februar und musste seinen Horst noch am selben Tag
gegen zwei andere Störche verteidigen. Auf seine Partnerin musste
er dieses Frühjahr nicht lange warten, denn "Laura" – von
den letztjährigen Geschehnissen vorgewarnt (sie musste damals "Antonia"
aus ihrem Horst verjagen) – kam diesmal wesentlich früher
an, nämlich schon am 2. März. Mit der Brut haben die beiden
Anfang April begonnen. Juni: Wie im letzten Jahr schlüpften am Preußenhäusle vier kleine Störche. Trotz des grausligen "grünangestrichenen Mai-Winters" und trotz der konkurrierender Nachbarn geht es den Kleinen gut, und besonders die beiden Ältesten sind schon prächtig herangewachsen. Ihre Ringe sollen sie am 11. Juni erhalten, und dann wird man auch sehen, ob sie wieder ähnlich schwergewichtig wie letztes Jahr sind. Juli: Mit Ausnahme des Nesthäkchens zeigten sich die Mochenwangener Jungstörche tatsächlich recht gut im Futter: sie wogen zwischen 2,8 und 3 kg (Nesthäkchen: 2,3 kg). Als Mitte Juni die Schafskälte einsetzte, war der Kleinste aber erst knapp über fünf Wochen alt und noch nicht ausreichend durch sein Gefieder geschützt. Die Nacht vom 17. auf den 18. Juni, als es am Preußenhäusle 53 Liter regnete, überstand er nicht. Den anderen drei geht es aber gut. Am Morgen des 8. Juli wagte der erste seinen Jungfernflug und landete zwar etwas unelegant, jedoch wohlbehalten wieder auf dem elterlichen Horst. Bald werden die drei Geschwister ihrer Geburtsheimat, dem Schussental, den Rücken kehren und in den sonnigen Süden ziehen (zwar ist es bei uns auch gerade ziemlich sonnig, aber wer weiß, wie lange noch?). 2009: Auch dieses
Frühjahr war "Laura" wieder nicht die erste Störchin
auf dem Mochenwangener Horst. Wahrend sie noch auf dem Rückflug
aus dem Winterquartier war, machte sich in ihrem Horst eine in Süddeutschland überwinternde
Schweizer Störchin breit, die letztes Jahr in Ummendorf erfolglos
gebrütet hatte. Das Mochenwangener Männchen war schon am
28. Februar gekommen, die Schweizerin erschien am Mochenwangener Horst
am 4. März. Was würde passieren, wenn "Laura" zurückkam?
Würde sie ihren Horst zurückgewinnen? Juli: Sie können´s natürlich nicht lassen,
die Föhrenrieder. Langeweile oder
Elternneid, man schaut immer mal wieder am Preußenhäusler
Horst vorbei und schaut, ob man die glückliche Familie nicht etwas
nerven kann. Ernsthaft ist jedoch nichts passiert, und die Preußenhäusler
Eltern ließen sich nicht so sehr ablenken, dass sie ihre Jungen
vernachlässigt hätten. Die Storchenküken hatten aber auch
im Übrigen beste Voraussetzungen um groß und dick zu werden,
denn um Mochenwangen gab es ein Maikäferjahr. Oft bis zum Abwinken
abgefüllt mit den saftigen, nahrhaften Tierchen wuchsen die Sprösslinge
schnell heran und die beiden Ältesten brachten bei ihrer Beringung
am 9. Juni in einem Alter von fünfeinhalb Wochen trotz der vielen
Geschwister 3 und 3,4 kg auf die Waage. Auch die beiden Kleineren waren
relativ gut genährt. So stand dann auch ihrer weiteren Entwicklung
zu flugfähigen Störchen nichts mehr im Wege und am 11. Juli
war dann plötzlich das Nest leer. Man war ausgeflogen.
2008: Die Störchin
"Laura" hat´s nicht leicht.
Letztes Jahr wurde sie von "Antonia", der Aulendorfer Störchin
von ihrem Horst in Bad Waldsee vertrieben,
und auch dieses Frühjahr
musste sie wieder um ihren neuen Horst in Mochenwangen kämpfen.
Am 25. Februar kam der Mochenwangener Brutstorch aus seinem Winterquartier
zurück und einen Tag später erschien ein noch ziemlich kleines
unberingtes Weibchen. Treue hin oder her, man verstand sich recht schnell
und kopulierte bereits am darauffolgenden Tag (27. Februar). Schon am
26. Februar wurde jedoch ein weiterer Storch am Nest gesichtet, und dieser
umflog auch am 27. immer wieder das Nest, um am Abend einen Kampf anzuzetteln.
Mit großer Sicherheit war dieser Storch "Laura", denn
von da an nahm sie wieder die Gattinnen-Rolle auf dem Mochenwangener
Horst ein. Wieder traut vereint, brütet das Paar nun seit Ende März
im Nest beim Preußenhäusle ein Gelege aus. Juli: Am Morgen des 9. Juli verließen die beiden ältesten Jungstörche erstmalig das Nest. Der Dritte fühlte sich etwas vereinsamt, setzte schließlich abends gegen 18.00 zu einem Sprung an und flog ebenfalls davon. Hoffen wir, dass diesmal alles gut geht, und alle drei demnächst den Zug in den Süden antreten werden. 2007: Am 6. März kam das letztjährige Mochenwangener Brutmännchen – er stammt aus Salem Affenberg und ist nun drei Jahre alt – aus dem Winterquartier zurück. Und dann herrschte erstmal ziemliche Unruhe am Horst: Am 9. März umkreisten vier Störche das Nest und einer versuchte, dort zu landen; am 10. März gab es einen veritablen Kampf. Ob darin schon die ehemalige Bad Waldseer Störchin (siehe hierzu Aulendorf und Bad Waldsee) und eventuell auch die Pfälzerin - das letztjährige Mochenwangener Brutweibchen - verwickelt waren, kann nicht gesagt werden. Jedenfalls besuchte "Laura", die Bad Waldseer Störchin, schon ab 11. März mit ziemlicher Sicherheit gelegentlich den Mochenwangener Horst und ab dem 20. März war sie regelmäßig nachts in Mochenwangen anzutreffen. Die Tage verbrachte die nunmehr sieben Jahre alte Störchin, die wie das Mochenwangener Männchen vom Affenberg stammt, allerdings in Aulendorf, wo sie sich auf dem Horst mit dem dortigen Männchen verpaarte. Anfang April schließlich entschied sich "Laura, der heiße Feger vom Affenberg" endgültig für den Mochenwangener Horst, und seit 12. April brütet sie hier. Ob der Affenberger der Vater der schlüpfenden Jungen ist, bleibt ungewiss. Juni: Am 11. Mai wurde zum erstenmal beobachtet, dass der Altstorch Futter auswürgte. Die ersten Jungen waren also geschlüpft. Da das Nest dieses Jahr recht tief ist, konnte man sie erst ziemlich spät sehen, und man war sich auch nicht sicher ob es zwei oder anfangs sogar drei Küken waren. Tatsache ist jedoch, dass zwei Junge bis heute überlebt haben und auch wohl bis zum Ausflug durchkommen werden. Mochenwangen im Schussental ist von Starkregen weniger betroffen als das übrige Allgäu, und so regnete es hier am Pfingstmontag und am Dienstag insgesamt 55 l, während im übrigen Oberschwaben meist an die 80 l Niederschläge in diesen beiden Tagen fielen. Sicherlich war das mit ein Grund, warum die Mochenwangener Jungstörche zu den wenigen gehören, die diese Tage überstanden. Am 11. Juni wurden sie beringt und wogen mit ihren viereinhalb Wochen beide immerhin jeweils zweieinhalb Kilogramm. Am 16. Juli um 14.45 Uhr wagte der erste Jungstorch am Preußenhäusle den Jungfernflug. Bald darauf folgte der zweite. Doch war das Fliegen für einen der Beiden nur eine kurze Freude: Schon wenige Tage nach seinem ersten Ausflug wurde ihm ein mangelhaft gesicherter Strommast zum Verhängnis. Leider nur ein Jungstorch wird daher im August die Reise in den Süden antreten. 2006: Ein neuer Horst im Schussental! Schlechte Nachrichten aus Mochenwangen: Schon bei der Beringung wurde festgestellt, dass auch das einzig verbliebene, ältere Junge stark untergewichtig war (einen apathischen Eindruck machte es allerdings noch nicht). Vermutlich brachten ihm seine noch unerfahrenen Eltern während der heißen Zeit zu wenig Wasser. Auch lagen die Fütterungszeiten weit auseinander, manchmal erschienen die Altstörche drei Stunden lang nicht am Horst. Am 23.6. starb das Junge. Hoffen wir, dass die beiden Alten im nächsten Jahr sorgfältiger bei der Aufzucht ihres Nachwuchses sind. |