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Die Störche Oberschwabens |
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Riedlingen
Das im Jahr 2007 neue Nest in Riedlingen:
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| 2011: Rathaus: "Nicht immer Emerkingen, jetzt auch mal Riedlingen", scheint 2011 das Motto der seit mehreren Jahren in Emerkingen brütenden Storchendame zu sein, die im Frühjahr über den Bussen segelte und sich auf dem Rathausdach niederließ, um hier mit dem ortsansässigen Männchen vom letzten Jahr eine neue Bindung einzugehen. Das Weibchen stammt ursprünglich aus Gundelfingen bei Freiburg und wir dieses Jahr 11 Jahre alt. Seit dem 10. April wird gebrütet. Juni: Am 18. Mai saßen drei frische Storchenküken im Nest. Viel zu früh, am 25. Mai, verließ einer der Nestlinge freiwillig oder unfreiwillig sein Kinderzimmer und wurde am Boden unterhalb des Storchenhorstes aufgefunden. Nach tierärztlicher Untersuchung in der Praxis Berger trat das Küken seine erste Himmelfahrt an, wobei es mit Hilfe der Riedlinger Feuerwehrleiter in seine Kinderstube zurückgesetzt wurde. Von seiner zweiten Himmelfahrt kam der Nestling allerdings nicht mehr zurück. Ob er am 30. Mai tot am Nestrand lag oder sein Geschwister war nicht mehr zu klären. Jedenfalls war Angang Juni nur noch ein Jungstorch im Nest, der zwei Wochen später beringt werden konnte. Der Einzelstorch verließ mit durchtrainierter Flugmuskulatur das erste Mal Ende Juli seine "Muckibude" auf dem Rathausdach. Dornerhaus: Auf dem Dornerhaus Mitte April sind die Dinge noch nicht eingespielt. Das letztjährige Brutmännchen steht meist alleine auf dem Nest und wehrt energisch alle andere Storchengesellschaft ab, die versucht bei ihm zu landen. Man könnte meinen er warte immer noch auf die Rükkehr seiner im letzten Jahr vermutlich durch einen Verkehrsunfall bei Altheim ums Leben gekommenen Partnerin. Dann gab es aber auch wieder kurze Abschnitte wo zwei Störche auf dem Nest zu sehen waren ...? wie gesagt, die Dinge sind auf dem Dornerhausdach Mitte April noch nicht geregelt. Juni: Der bislang standhafte Storchenmann erlag dann doch dem tagelangen Werben eines zweijährigen Weibchens vom Salemer Affenberg, die häufig neben dem Nest stehend Einlaß begehrte. So tat man sich also um den 20. April zusammen und begann als eines der letzten oberschwäbischen Storchenpaare mit der Brut der zu Ostern gelegten Eier. 2010: Rathaus: Amour
fou. Das vielleicht älteste Storchenpaar
weltweit ist Vergangenheit. Nicht dass einer der beiden Methusalems
für immer
in den Storchenhimmel eingeflogen wäre. Nein. Ganz im Gegenteil!
Das jetzt 31-jährige Männchen brach, warum auch immer, aus
dem engen Rund auf dem Riedlinger Rathausdach aus und probierte auf seine
alten Tage nochmal etwas Neues. Der Storchenopa tat sich im benachbarten Ertingen mit
der um 24 Jahre jüngeren,
badischen Storchendame zusammen, die dort seit 2006 heimisch ist. Seine
36 Jahre alte Partnerin blieb alleine auf dem Rathausdach zurück
und harrte der Dinge, die da kommen würden. Und tatsächlich:
Nach drei Wochen Singledasein war sie wieder liiert mit einem properen
Storchenjüngling, der vor
zwei Jahren das Licht der Welt im nahen Oggelshausen erblickte. Juni: Auf dem Riedlinger Rathaus ging es weiterhin hoch her. Der junge
Wilde aus Oggelshausen nahm in den ersten Apriltagen ein Weibchen mit
einem von der Vogelwarte Helgoland ausgegebenen Ring in seinem Nest auf
(die Ringnummer wurde abgelesen. Die Herkunft des Weibchens wird derzeit
an der zuständigen Vogelwarte recherchiert). August: Am 10. Juni wurde die Bebrütung des Dreiergeleges, ohne dass vorher Küken geschlüpft wären, von den Beiden beendet. Dornerhaus: Gleicher Ort, gleiches Nest, gleiche Besetzung. Das letztjährige Storchenpaar stellte sich auf dem Dornerhaus in der letzten Februarwoche ein, und kaum dass vier Wochen vorbei waren, machte man sich an die Brut. Juni: Die Vorgänge im Nachbarnest auf dem Rathaus ließen die Dornervögel ziemlich kalt. Die Brut wurde ohne größere Zwischenfälle durchgezogen und Ende April lugten vier Storchenküken über den Nestrand hinunter in die Riedlinger Innenstadt. Zwei der Nestlinge überlebten die ersten paar Wochen jedoch nicht, so dass Ende Mai nur noch zwei Jungstörche beringt werden konnten. August: Möglicherweise hatte der bei der Beringung nur 1700 Gramm auf die Waage bringende Jungstorch den Wetterunbilden um Fronleichnam nichts entgegenzusetzen. Jedenfalls war Anfang Juni nur noch ein Jungstorch im Dornernest. Um den 14. Juli verließ der verbliebene Jungstorch das erste Mal seine Kinderstube. 2009: Wieder runde Geburtstage auf dem Riedlinger
Rathausdach: Das Männchen des möglicherweise ältesten Storchenpaares der
Welt wird dieses 30 Jahre alt. Die Storchenfrau zählt gar 35 Lenze und
schenkte ihrem Angetrauten für jedes Jahrzehnt seines Lebens ein
Ei. Das Dreiergelege wird nun schon anstatt der regulären viereinhalb
Wochen in der siebten Woche bebrütet (Stand 31. Mai). Wie so oft
in den vergangen Jahren werden die Bemühungen der Beiden auch dieses
Jahr wieder fruchtlos bleiben.
Riedlingen ist eine der ganz wenigen Gemeinden in Baden-Württemberg
selber
und auch weit darüber hinaus, wo das Storchennest seit vielen Jahrzehnten
ohne Unterbrechung Jahr für Jahr besetzt ist. Die Postkarte datiert
vom 31.
Mai 1919 und zeigt unter anderem die Lage des Storchennestes auf genau
dem 2008: Rathausnest (Altpaar): Um den 10. April schritten sie zur Brut, die "Oldies, but goodies" auf dem Rathausdach, das sie jetzt schon seit 18 Jahren Sommer wie Winter zieren. Dieses Jahr schaffte(n) sie jedoch nur ein einziges Ei, dem, zu aller Verdruss, kein Störchlein entschlüpfte. 2007: "Komm wir geh'n nach Riedlingen und werden Fernsehstörche!". Vielleicht war das der Grund, weshalb ein zweites Brutpaar die unglaubliche Frechheit besaß, sich nicht weit vom eigentlich unantastbaren, uralten und mit Riedlingen bis in die Flügelspitzen verwurzelten Storchenpaar, einzurichten. Seit diesem Frühjahr wird man nämlich, wenn man Storch ist, unablässig auf seinem Nest gefilmt und die Bilder werden auf einen in der Riedlinger Volksbank stehenden Monitor übertragen. Nun gibt es aber nur Platz für ein Storchenpaar auf der Mattscheibe. Wer letztendlich das telegenere Paar ist bzw. die schöneren Küken zur Welt bringt, muß sich noch zeigen. Das neue Männchen trägt über dem oberen Beingelenk einen nummerierten Ring, der ihn als "2005 in Illmensee geschlüpft" ausweist. In den Aluminium-Ring des Weibchens ist unterhalb der Nummer "Alsace" eingestanzt - woher die Elsässerin genau kommt, muß noch recherchiert werden. Juni: Beide Paare haben inzwischen jeweils ein Junges in ihren Nestern. Das Altpaar war mit einem Gelege aus 5 Eiern gestartet, das Neupaar brachte es auf 3 Eier. Das Junge des Rathauspaares (Altpaar) ist gut 2 Wochen älter als das Junge des Dornerhauspaares (Neupaar). Aktuell ergibt sich folgende multinationale Konstellation über den Dächern Riedlingens: 2 uralte Schweizer, eine Französin und 3 Oberschwaben (ein halbstarker und 2 in den Windeln). Juli: Während das Altpaar absolut routiniert
sein Einzelkind durch das launische Frühjahrs- und Frühsommerwetter
brachte, kam der Nachwuchs beim Nachbarpaar auf dem Dornerhaus nach
ca. 2,5 Wochen aus nicht eindeutig ersichtlichen Gründen ums Leben.
Das einzige in der Riedlinger Altstadt verbliebene Storchenküken
verließ das
Rathausdach Richtung Himmel zum ersten Mal um den 22. Juli. 2006: In Riedlingen stehen weiterhin sage und schreibe insgesamt 59 Storchenjahre im Nest auf dem Rathausdach. Das 32-jährige Weibchen und das 27-jährige Männchen denken nicht daran ihr Dasein als Pensionäre zu fristen und machten sich um den 10. April an das Brutgeschäft. Juni: Im Jahr der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland muß noch darauf verwiesen werden, dass das Weibchen 1974, als die deutsche Fußballnationalmannschaft Weltmeister wurde, in Möhlin in der Schweiz geboren wurde. Es trug schon damals die Farben des Trikots der bundesdeutschen Kicker, nämlich schwarz-weiß. Die Dame kann heute wegen ihrem fast biblischen Storchenalter als das Wunder von Riedlingen bezeichnet werden. Die Brutgeschichte für dieses Jahr ist jedoch schnell erzählt: Die Oldies saßen vor ein paar Tagen (Mitte Juni) noch immer auf ihren drei Eiern und überzogen damit die eigentliche Brutzeit um mehr als 4 Wochen – am Donauufer wird es wohl dieses Jahr mal wieder keinen Nachwuchs geben.2005: Mit der sprichwörtlichen
Präzision und Zuverlässigkeit eines schweizer Uhrwerks schritt
das in dieser Besetzung seit grauer Vorzeit (exakt seit 1989) Jahr für
Jahr in Riedlingen brütende schweizer Storchenpaar auch dieses Jahr
wieder im April zur Brut. Vielleicht schaffen es die Ururururururururur...großeltern
von zig Nachkommen in aller Welt 2005 nochmals selber direkte Söhne
und Töchter zur Welt zu bringen. 2004: Nicht kleinzukriegen ist das alteingesessene Riedlinger Storchenpaar. Das nunmehr 25 Lenze zählende Männchen und die 30-jährige Jubilarin begannen um den 10.4.04 mit dem Brutgeschäft, das nach sage und schreibe mehr als 7-wöchiger Brutdauer abgebrochen wurde, so dass die Stadt Riedlingen auch dieses Jahr wieder ohne Jungstörche blieb. Bei dem am 21.5. in der Südwestumschau (Südwestpresse)
erschienenen Foto vom Riedlinger Storchennest handelte es sich um einen
äußerst sonderbaren, hochmerkwürdigen Schnappschuß.
Auf dem Foto waren ein sitzender und zwei stehende Störche zu sehen.
Der sitzende Storch wurde zur Zeitungsente, da er von den Autoren als
Nachwuchsstorch des Riedlinger Paares angesehen wurde. Allerdings ist
an der Schnabellänge zu erkennen, dass es sich um einen Altstorch
handelte, so dass also ein dritter Altstorch im Nest war, der vom Riedlinger
Paar merkwürdigerweise geduldet wurde. Vom nahegelegenen Kirchturm
aus wurde das Innenleben des Nestes wenige Stunden nach der Aufnahme des
Fotos kontrolliert – außer der brütenden Riedlinger Störchin
und mindestens einem (sichtbaren) Ei konnten dabei keine weiteren Besonderheiten
festgestellt werden.
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