Die Störche Oberschwabens


Igelswies



Igelswies

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2018: Was stört die Störche an der bereitgestellten Nistunterlage auf dem Schlot? Der Schlot ist höher als das bisherige Nest auf dem Gärtnereikamin, der Anflug ist nicht behindert, warum also sind sie absolut nicht zu bewegen, dorthin umzuziehen?  Sind es vielleicht die bessere Aufwinde über den Gewächshäusern, oder ist es einfach nur Sturheit? Na ja, wieder mal so ein Rätsel.
Jedenfalls bauen sie wieder am gleichen Platz wie letztes Jahr, nur dieses Frühjahr haben sie über den Stahlkämmen eine Plattform zur Verfügung, welche dort sicherheitshalber in gewissem Abstand über dem Abzug angebracht wurde. Die seitlich dort angebrachten Abweiserspieße stören sie augenscheinlich wenig. Hoffen wir, dass das Wasser einigermaßen gut vom Nest abfließt – dabei kommt es nicht zuletzt auch auf die Baukünste der Adebare an – und die Störche auch künftig dort bleiben können. Anfang April lagen die ersten Eier im Nest und werden seitdem sorgfältig von der Menningerin und ihrem unberingten Gatten bebrütet.

2017: In Igelswies stellten die Adebare mal wieder ihre mittlerweile berühmt-berüchtigte Hartnäckigkeit unter Beweis. Im Sommer 2016 begannen zwei Störche auf dem Kamin der dortigen Gärtnerei mit einem Nestbau. Der Kamin wurde allerdings noch genutzt, weshalb die Äste entfernt werden mussten und eine massive Abweiser-Vorrichtung (in Form zweier ineinandergreifender Stahlkämme, siehe Foto) angebracht wurde. Als Ersatz für die Störche im folgenden Jahr wurde eine Nistunterlage auf dem benachbarten Schlot installiert. Tja, und obwohl dieser Schlot um einiges höher ist als der von den Störchen auserwählte Kamin, also einen guten Überblick bietet, nahmen die Störche dieses Angebot nicht an. Nein, sie versuchten auf Teufel komm raus, Äste zwischen die Metallstäbe der Kämme zu legen und auch den neben dem Abweiser noch verbliebenen Platz für eine Nestkonstruktion zu nutzen, was ihnen im Endeffekt dann auch gelang. Damit die Jungen genügend Platz hatten, wurde das Nestes außerdem über den Kamin hinaus erweitert, womit der Schwerpunkt des Nestes allerdings gefährlich nahe am Abgrund zu liegen kommt.
Die Storcheneltern, übrigens ein Unberingter und eine junge, erst zweijährige Störchin aus dem Nachbarort Menningen, brachten auf ihrem „Chaotennest“ jedenfalls tatsächlich vier Junge zur Welt. Drei der Jungschar überlebten und kamen mit den beengten Platzverhältnissen ganz gut zurecht. Als wir mit der Feuerwehr zur Beringung oben waren und die drei Jungstörche Hals und Kopf in die einzelnen Fächer des Kammes streckten, drängte sich mir allerdings der Vergleich mit der Anordnung von Kühen in einem herkömmlichen Kuhstall auf...
Das Nest wird im Herbst leider wieder entfernt werden müssen, denn der Kamin muss wieder in Betrieb gehen. Es wird eine wirksamere Abweiser-Konstruktion installiert werden, und wenn wir die Nistunterlage auf dem Schlot etwas wohnlicher herrichten, hoffen wir, dass die Störche trotz dieser Maßnahme Igelswies treu bleiben und auf den Schlot umziehen werden. Denn immerhin haben sie in Igelswies erfolgreich drei kleine Störche aufgezogen.


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