Die Störche Oberschwabens



Obermarchtal

 


2011: Seit Ende März sitzt das letztjährige Storchenmännchen mit einer wieder unberingten Partnerin in Obermarchtal auf dem Gelege mit der Absicht, neue Obermarchtaler auszubrüten.

Juni: Und dies gelang ihnen auch dieses Jahr wieder: Wenn man am 26. April die 278 Stufen im Südturm der Basilika hinaufgestiegen ist, konnte man vom Innern der Kirchturmzwiebel mit dem Fernrohr im nahen Nest ein frisch geschlüpftes Storchenküken und zwei Eier erkennen. Ende April hatten sich zwei weitere Küken aus ihren Eiern gepellt. Von dem ursprünglichen Trio waren ab Mitte Mai nur noch zwei Nestlinge zu sehen. Die beiden wurden Ende Mai beringt.

Das Duo verließ schwarz-weiß gewandet das Klosterareal zum ersten Mal in den ersten Julitagen.

2010: Anfang März stellte sich das letztjährige Männchen und eine unberingte Störchin auf dem Obermarchtaler Nest ein. Pünktlich zu Ostern wurden die ersten Eier Anfang April ins Nest gelegt.

Juni: Anfang Mai begannen die ersten Küken ihre Eischalen zu verlassen. Das ging so fort bis am 11. Mai endlich eine fünfköpfige Kükenschar das Nest bevölkerte.

August: Am 18. Mai waren es immer noch fünf Nestlinge. Zwei Tage später waren nur noch drei Jungstörche zu sehen. Die konnten allesamt am 8. Juni beringt werden. Am 18. Juli hob das Trio das erste Mal vom Nest ab um ein paar Runden über den berühmten Obermarchtaler Zwiebeltürmen zu drehen.

2009: Das Obermarchtaler Männchen, seines Zeichens ein echter Oberschwabe aus Achstetten, hat sich für die anstehende Brutsaison eine durchziehende Störchin aus Norddeutschland aus der Luft gegriffen. Woher die Brutpartnerin genau kommt, ist noch nicht bekannt, sie trägt aber einen Ring der Vogelwarte Helgoland. Das junge Paar begann um den 10. April mit dem Brutgeschäft.
Die letztjährige Obermarchtaler Brutstörchin rutschte im Dezember 2008 in die Öffnung eines ca. 20 Meter hohen Schlotes in Altheim bei Riedlingen. Von dort konnte sie zwar ziemlich schwarz aber unverletzt geborgen werden – seitdem fehlt jedoch jede Spur von ihr.
Bei der Erstellung dieses Textes (Stand: 31.5.) war noch nicht ganz klar was sich eigentlich im Obermarchtaler Nest tut. Tatsache ist, dass die Störche noch immer am Bebrüten von drei Eiern sind. Der Brutbeginn liegt allerdings schon fast sieben Wochen zurück, normalerweise schlüpfen die Küken nach viereinhalb Brutwochen. Haben die Störche ein Nachgelege gezeitigt oder animieren die Eier im Nest zur andauernden, weiteren Bebrütung?

Juli: ... ein paar Wochen später saßen die Störche immer noch auf dem Gelege, nachwuchsmäßig passierte jedoch nichts mehr.

2008: Die Prämonstratenser hätten ihre helle Freude an der Wiederkunft der Störche Anfang März 2008 auf dem Klostertorbogen gehabt. Das Paar setzt sich dieses Jahr zusammen aus dem vorjährigen Weibchen. Ihr neuer Partner erblickte 2005 in Achstetten das Licht der Welt. Seit Anfang April wird gebrütet.

Juni: Anfang Mai schlüpften 4 Küken auf dem Kaminnest, die allesamt 4 Wochen später beringt werden konnten. Wenige Tage nach der Beringungsaktion musste die Ehinger Feuerwehr nochmals zum Kaminnest ausrücken – diesmal allerdings mit Blaulicht. Aus bisher unerfindlichen Gründen war ein Schwelbrand im Kamin unter dem Nest ausgebrochen, der den Storchennachwuchs in dicken Rauch hüllte. Kommandant Linsenbolz und seine Leute hatten die Situation aber schnell im Griff, so dass weder Mensch noch Tier noch Gebäude zu Schaden kam.

Juli: Der gesamte 4-köpfige diesjährige Obermarchtaler Storchensegen erkundete ab Mitte Juli die nähere Umgebung rund um das Heimatnest.

2007: Man sehe und staune – in Obermarchtal ist dieselbe Störchin, die 2006 gegen Ende der Brutzeit mit einer starken Beinverletzung über die Wiesen hinkte, wieder auf dem Nest und brütet dort mit einem unberingten Partner. Staksigen Storchenschrittes, aber ohne Gehumpel, scheint die Storchendame wieder komplett über ihre Stelzen verfügen zu können.

Juni: Nicht ahnend welches Schicksal sie ereilen würde, hatten sich am 10. Mai 5 wackere Storchenküken aus ihren Eiern geschält. Nach 11 Tagen lebten noch 4, nach 13 Tagen noch 3 Nestlinge. In der Nacht zum 28. Mai setzte verheerendes Regenwetter mit kühlem und starkem Wind ein und hielt fast den ganzen 29. Mai über an. Mehr als 70% aller oberschwäbischen Storchennestlinge kamen dabei um, in vielen Nestern war Anfang Juni kein Leben mehr – so auch im Obermarchtaler Nest.

2006: Riskantes aber gelungenes Timing in Obermarchtal, wo erst in der zweiten Märzhälfte die Nestsanierung auf dem Torbogen am Eingang zum Klosterhof stattfand. Im Schutze des Klosters ließ sich ein paar Tage später ein Storchenpaar nieder, das vorher in Bad Buchau einen harten Storchenkampf siegreich ausgefochten hatte.

Juni: Nachdem das Paar in Bad Buchau fortpflanzungstechnisch schon kräftig Vorarbeit geleistet hatte, schritt es bereits zehn Tage nach der Ankunft in Obermarchtal zur Brut. Dort schlüpften um den 20. Mai drei Küken. Am 21. Juni schwankte die völlig ausgefahrene Leiter der kurzfristig eingesprungenen Riedlinger Feuerwehr bereits im aufkommenden Wind - die 3 Nestlinge konnten dennoch Bruchteile vor Beginn eines länger andauernden Platzregens beringt werden.

Ende Juni konnten allerdings nur noch zwei Jungstörche beobachtet werden, der dritte Nestling lag tot am Nestboden. Gleichzeitig wurde beobachtet, dass die Störchin eine beträchtliche Verletzung am Gelenk des rechten Beines hatte und stark hinkte. Möglicherweise konnte sie sich deshalb nicht mehr im nötigen Maße an der Fütterung des Gehecks beteiligen mit der Folge, daß der dritte Nestling unterversorgt blieb und einging. Nach mehreren Stunden Beobachtung vor Ort zum weiteren Aufzuchtgeschehen war zu sehen, dass die Störchin ihren Gatten bei der Jungenversorgung wenigstens teilweise unterstützen konnte und die zwei verbliebenen Jungstörche nicht dasselbe Schicksal ihres Geschwisters ereilen würde.

Kurz vor Ende Juli war das Geschwisterpaar soweit gediehen, dass es sich aus eigener Kraft zur Futtersuche  aufmachen konnte.

2005: Das Obermarchtaler Nest ist dieses Jahr heftig umkämpft. Bis zu 6 Störche stritten sich um den Brutplatz oberhalb des Klostertorbogens. Nach den letzten Beobachtungen scheinen sich zwei ringtragende Störche durchgesetzt zu haben. Vom letztjährigen Brutpaar war nichts zu sehen.
Es zeigte sich aber bald, dass die beiden Ringträger ebenfalls nur eine sehr kurzfristige Lebensabschnittspartnerschaft eingehen konnten, denn die Kämpfe hielten in Obermarchtal dieses Jahr auch über den 60. Jahrestag der Beendigung des 2. Weltkrieges hinaus an und endete damit, dass das Nest jetzt schon mehrere Wochen völlig verwaist ist.

2004: Nach bislang unbestätigten Berichten brütete in Obermarchtal vor mehr als 20 Jahren das letzte Mal ein Storchenpaar. Auch dieses Jahr schien wieder storchenlos zu vergehen als plötzlich am 25. April ein Storchenpaar die schon reichlich verwitterte Nestunterlage auf einem Gebäude der ehemaligen Klosteranlage besetzte. Ohne lange zu fackeln wurde mit dem Nestbau begonnen und Hochzeit gehalten. Knapp 2 Wochen später wurde mit der Brut begonnen. Ein Storch ist unberingt. Die Nummer des Ringstorchs ist bekannt, seine Herkunft wird gegenwärtig bei der zuständigen Vogelwarte ermittelt.

Am 11.6. war es soweit: Die Obermarchtaler Störche konnten das erste Mal beim Füttern beobachtet werden. Ein paar Tage später lag ein teilweise geöffnetes, angebrütetes Ei auf dem Nestrand. Ende Juni waren zeitweise 2 Nestlinge hinter dem Nestrand zu erkennen. Am Tage der Beringung war das Nest leer. Die Nestlinge waren spurlos verschwunden. Möglicherweise hatten sich Kolkraben, die z. B. am 12.7. zu viert das Storchennest ziemlich eng umkreisten die (toten?) Nestlinge geholt.


Startseite