Die Störche Oberschwabens



Oggelshausen Schullandheim/Pfarrhaus



Schullandheim 2005

Oggelshausen

2011: Wie schon die Jahre zuvor meldete Storchennestnachbar Herr Koch das Eintreffen des altbekannten Männchens und einer unberingten Partnerin in der letzten Februarwoche. Inzwischen wird seit Ende März gebrütet.

Juni: Ende April begann der Schlupf und schon bald waren vom nahen Kirchturm aus drei frische Küken zu sehen. Bei der Beringung Ende Mai wurde festgestellt, dass einer der Jungstörche eine Verletzung am Flügel hatte und er mußte aus dem Nest genommen werden. Nach einer Erstbehandlung in der Tierärztlichen Klinik Dr. Halfmann in Uttenweiler wurde der Rekonvaleszent nach Salem an den Affenberg gebracht, wo er dankenswerterweise weiterversorgt wurde.

Die beiden gesunden Nestlinge verließen ihr Nest als stattliche Jungstörche das erste Mal Anfang Juli.

2010: Wie viele oberschwäbischen Störche besetzte dieses Jahr auch das Schullandheim-Storchenpaar sein Nest bereits in der ersten Februarwoche. Vier Wochen später begann das jetzt siebenjährige, vom Salemer Affenberg stammende Männchen mit der Brut. Wie die Jahre zuvor hat er auch heuer wieder eine unberingte Partnerin an seiner Seite.

Juni: Nach viereinhalb Wochen Brut erblickten drei Neuoggelshausener Storchenküken das Licht der Welt.

August: Wie die vier Jungstörche vom Fimpel-Schmid'schen Nest am Oggelshausener Ortsrand, wurde das innerörtliche Jungstorchtrio ebenfalls am 4. Juni beringt. Gleichzeitig mit ihren Kollegen von nebenan verliessen die Drei um den 10. Juli das erste Mal ihr Nest auf dem Schullandheimdach. Am 19. Juli wurde "Nestnachbar" Herr Koch alarmiert. Ein Jungstorch war gegen eine Hauswand geflogen, stand jetzt in einem Hof bei der Kirche und hatte offensichtlich sämtliche Koordinaten verloren. Herr Koch übernahm die Erstversorgung des benommenen Fliegers. Kurz darauf wurde der Jungstorch in Herrn Müllers Voliere nach Herbertingen verbracht, wo er während eines sechstägigen Aufenthaltes seine Fluginstrumente neu ordnen konnte. Am siebten Tag erfreute sich der Jungstorch wieder bester Gesundheit und konnte an seinem Heimatort ausgesetzt werden.

2009: Wie letztes Jahr kehrte der altbekannte Storchenmann Anfang März aus dem Winterquartier mit einer unberingten Partnerin in sein Nest zurück. Wie letztes Jahr wurde seit Ende März gebrütet.
Nach 32 Tagen begann planmäßig der Schlupf und Anfang Mai saßen vier frische Oggelshausener im Nest auf dem Schullandheim. Im Gegensatz zum nahen Pfahlnest am Oggelshausener Ortsrand trotzten die vier Nestlinge den Attacken von Dervaz, Bonifaz sowie der Kalten Sophie und retteten sich in die mildere zweite Maihälfte. Am 30. Mai wurde das Quartett beringt. Vier Tage nach der Beringung konnten nur noch drei Jungstörche im Nest beobachtet werden, der vierte, der sich bei der Beringung überaus aggressiv gab, fehlte.

Juli: Die drei übriggebliebenen Jungstörche verließen Anfang Juli das erste Mal ihren Horst, wobei sich einer bei einer Bruchlandung an der Schwinge verletzte, eingefangen und kurzzeitig zu Dr. Halfmann nach Uttenweiler in tierärztliche Behandlung gegeben werden mußte. Bald darauf wurde der Rekonvaleszent, nachdem er bei Herrn Egon Müller in Herbertingen aufgepäppelt worden war, nahe seinem Oggelshausener Heimathorst ausgesetzt, worauf er sich postwendend seinen Geschwistern anschloss.

2008: Anfang März kehrte das jetzt fünfjährige Männchen aus dem Winterquartier auf das Nest zurück, dem es jetzt schon seit 2005 die Treue hält. Im Gefolge eine unberingte Partnerin – ob es dieselbe wie aus den vergangenen Jahren ist?

Juni: Die beiden entschieden sich dieses Jahr für insgesamt 3 Eier, aus denen nach Brutende allerdings nur 2 Küken schlüpften. Ein Nestling gab sein Leben schon bald nach dem Schlupf auf und überließ seinem Geschwister komplett die zukünftigen Futterrationen der Elternstörche. Am 31. Mai wurde das Einzelkind mit Hilfe der Bad Schussenrieder Feuerwehr beringt. Bei der gleichzeitigen Wägung wurde ein stattliches Gewicht von 3 kg festgestellt.

Juli: Der Einzelstorch verließ das erste Mal sein Nest am 7. Juli, verbrachte noch zwei Tage auf einer Wiese am Oggelshausener Ortsrand und ward von dort an in der Umgebung des Nestes nicht mehr gesehen. Möglicherweise gesellte er sich schon bald zu seinen nahen Nachbarn von Schmids Pfahlnest oder machte gemeinsame Sache mit anderen herumstreichenden Störchen, denen er sich angeschlossen haben könnte.

2007: Auf dem Schullandheim sitzt wie die Jahre zuvor das aus Salem stammende Männchen mit einer unberingten Partnerin seit gut 4 Wochen auf dem Gelege – durch die hilfreichen Dienste der zuständigen Mesnerfamilie kann der Aufzuchtverlauf vom nahen Kirchturm aus optimal beobachtet werden.

Juni: Aus einem 4er-Gelege entschlüpften Anfang Mai 2 Küken. Doch sieht der Federsee dieses Jahr keine eigenen Nachwuchsstörche, weil die beiden Schullandheim-Nestlinge das gleiche Schicksal ereilt hat, wie ihre Nachbarn auf dem Pfahlnest am Oggelshausener Ortsrand: In der Nacht zum 28. Mai setzte verheerendes Regenwetter mit kühlem und starkem Wind ein und hielt fast den ganzen 29. Mai über an. Mehr als 70% aller oberschwäbischen Storchennestlinge kamen dabei um, in vielen Nestern war Anfang Juni kein Leben mehr – so auch in den beiden Oggelshausener Storchenhorsten.

 

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