Die Störche Oberschwabens



Unterweiler

2024: Alles wie gehabt auf der Scheune. Die Brutstörche sind hier dieselben wie im letzten Jahr. Mit der Brut begonnen wurde Ende März, Ende April schlüpften drei Küken, von denen das Nesthäkchen allerdings Mitte Mai starb.
Auch auf dem 20KV-Mast fand wieder eine Brut statt. Hier sind die Horstinhaber ein dreijähriger Storch aus Frickingen und ein Unberingter, auch hier schlüpften Ende April drei Jungvögel, von denen um den 20. Mai noch einer lebte.
Obwohl vom Netzbetreiber im Winter noch zusätzliche Sicherungen am 20KV-Mast angebracht worden waren – man hatte in der Verlängerung der Langstabisolatoren, auf die das Nest hinausgebaut worden war (womit sich der Abstand zu den Leiterseilen verkürzte) Hauben auf den stromführenden Leiterseilen befestigt – gab es Stromüberschläge, weshalb das Nest noch während der Jungenaufzucht am 27. Mai beseitigt werden musste. Der Jungvogel wurde ins Nachbarnest auf der Scheune zu den beiden dortigen Jungvögeln gesetzt, eine Adoption war aufgrund des ähnlichen Alters der Jungstörche kein Problem. Eine Kontrolle zwei Tage später zeigte, dass die Adoption geklappt hatte, die Jungvögel vertrugen sich, sie wurden von den "Scheunen"-Eltern versorgt.
Ja, und dann kam das üble Wetter mit Regen, teils Starkregen, der tagelang nicht aufhören wollte. Die Unterweiler Jungstörche waren in einem kritischen Alter, das Gefieder noch nicht ganz ausreichend entwickelt, außerdem sind die Nahrungsgebiete in Unterweiler zu weit entfernt, die Störche müssen bis ins Ried fliegen, da die intensiv bewirtschafteten landwirtschaftliche Flächen ums Nest kaum etwas bieten, ein Flug ins Ried war bei den Niederschlägen für die Altstörche aber kaum möglich. Nachdem der Regen abgezogen war, bewegte sich im Nest auf der Scheune nichts mehr, die Jungstörche hatten nicht überlebt.

2023: Der Beizkofener und die Oggelshausenerin sind wieder die Horstinhaber auf der Scheune in Unterweiler. Ende März begannen sie mit dem Brutgeschäft, die ersten kleinen Störche werden demnächst schlüpfen.
Dieses Frühjahr haben die Störche auf der Scheune allerdings Konkurrenz bekommen. Ganz in der Nähe wurde ein Nest auf einem – leider nicht ungefährlichen – 20 KV-Mast erstellt. Die Baumeister sind ein unberingter Adebar und ein Storch mit einem ELSA-Ring am linken Bein, der derzeit jedoch stark verkotet ist und deshalb bisher nicht abgelesen werden konnte. Sicher ist allerdings dass es sich um einen Ring der Vogelwarte Radolfzell handelt, denn die Nummer beginnt mit einem "A". Auch dieses Storchenpaar hat mit einer Brut begonnen. Hoffen wir, dass alles gutgeht. Der Mast hat zwar Langstabisolatoren, die, falls sich ein Vogel auf die Traverse stellt, für ausreichenden Sicherheitsabstand zwischen der Traverse und den stromführenden Kabeln sorgen, dieser Abstand wird aber nun durch das Nest stark verkürzt, denn es liegt teilweise auf diesen Isolatoren. Im Herbst sollte der Horst daher unbedingt beseitigt und ein nochmaliger Neubau mit entsprechenden Vorrichtungen verhindert werden. Allerdings muss man den Störchen dann auch eine Alternative anbieten, da sie es erfahrungsgemäß sonst trotz Abweisevorrichtungen wieder an diesem gefährlichen Platz versuchen werden. Gebäude in der Nähe, auf denen man Ersatz schaffen könnte, wären vorhanden.

Juli: Ein Einzelkind wuchs in Unterweiler auf. Auf der Scheune schlüpfte ein einziger Jungvogel, auf dem Mittelspannungsmast wurde es nichts. Das Mastnest war Ende Mai verlassen, angesichts der Stromschlag-Gefahr vielleicht ganz gut so. Der Jungstorch auf der Scheune wuchs jedenfalls problemlos heran und ist mittlerweile auch ausgeflogen. Bald wird er Nest und Eltern endgültig verlassen und sich Artgenossen anschließen, um mit ihnen nach Spanien zu ziehen. Vielleicht lockt es ihn auch noch etwas weiter bis Marokko oder gar Mali?

2022: Na, dieses Jahr dürfte es in Unterweiler wieder klappen, denn Petrus meint es gut mit den Störchen. Unser altbekanntes Paar saß seit Ende März auf einem Gelege, geschlüpft sind einen Monat später zwei kleine Adebare; zumindest wurden am 11. Mai nicht mehr Köpfchen gesehen, aber das scheint ja auch für die Unterweiler Störche die bevorzugte Familiengröße zu sein. Die beiden haben gute Überlebenschancen, denn ihre Eltern können bei dem derzeit herrschenden, meist freundlichen Wetter bis ins benachbarte, vernässte Ried fliegen.

Juli: Es waren tatsächlich drei kleine Störche, die in Unterweiler anfangs das Nest bevölkerten. Ende Mai war die Familie noch komplett. Mitte Juni aber wurden nur noch zwei Jungstörche im Nest gesehen, welche aber im Alter von sieben Wochen nun definitiv ihre kritische Nestlingszeit überstanden hatten. Bald werden die Beiden den Zug in den Süden antreten, ihre erste große Reise. Die ersten Jungstörche sammeln sich in Oberschwaben nämlich schon, die Alten werden einige Wochen später folgen.

2021: Es brüten wieder unsere Altbekannten. Am 10. Mai wurde ein einziger Jungvogel im Nest gesehen, ob es anfangs mehr waren, wissen wir nicht. Das Wetter hatte zur Schlupfzeit und auch in den ersten Wochen danach nicht gut mitgespielt, was in Unterweiler stets zu Problemen führt, denn gute Nahrungsgebiete fehlen in Horstnähe, und weiter entfernte Wiesen können nur bei gutem Wetter angeflogen werden. So starb dann auch dieser einzelne Jungvogel, Ende Mai war das Nest leer.

2020: Die Horstinhaber sind dieselben wie im Jahr zuvor: der Storch aus Beizkofen, dort 2009 geboren, und seine drei Jahre jüngere Gattin aus Oggelshausen aus dem dortigen Pfahlnest. Von drei geschlüpften Jungen kamen zwei durch und sind erfolgreich, jedoch diesmal ohne Ringe, ausgeflogen.

08.07.2019: Der Beizkofener und seine Oggelshausener Gattin sind nach ihrem letztjährigen Bruterfolg wieder nach Unterweiler zurückgekehrt. Auf dem Gelege saßen sie ab Ende März, ungefähr einen Monat später schlüpften mindestens drei Junge, von denen zwei durchkamen und am 4. Juni beringt werden konnten. Sie erwiesen sich als etwas unterentwickelt, in Anbetracht des üblen Wetters um Mitte Mai, bei dem die Storcheneltern kaum ins Ried fliegen konnten und sich der Nachwuchs mit dem spärlichen Futterangebot in der Nähe begnügen musste, war ihr Zustand aber doch noch erstaunlich gut. Das Ereignis wurde von den Hofbesitzern zusammen mit den Nachbarn mit Eis und Limonade gefeiert. Dem Ausflug und der nachfolgenden Reise in den Süden steht nun nichts mehr im Wege, wünschen wir ihnen Glück.

2018: Das Unterweiler Paar, von seinem letztjährigen Bruterfolg ermutigt, hat auch 2018 wieder den Unterweiler Horst auf der Scheune besetzt. Der Beizkofener und die Oggelshausenerin bebrüteten abwechselnd ein Gelege, aus dem im Mai mindestens zwei Junge schlüpften. Die Beiden kamen dank des guten Wetters, welches auch weitere Flüge bis ins vernässte Pfrunger-Burgweiler Ried ermöglichte, problemlos durch, und so konnte am 21. Juni die Beringung mit einem Umtrunk und Gebäck von den Unterweiler Bürgern gebührend gefeiert werden. Bei einem der beiden Jungstörche wurde allerdings ein leichter Scherenschnabel festgestellt, die Deformation ist jedoch wirklich nur sehr gering, und der Vogel dürfte damit gut zurecht kommen. Die beiden haben inzwischen Nest und  Eltern endgültig verlassen und sich anderen Jugendlichen angeschlossen, mit denen sie zusammen in den Südwesten nach Spanien, evtl. sogar über Gibraltar bis Westafrika ziehen. Sehr wahrscheinlich sind sie schon unterwegs.

2017: Trotz ihres Brutverlustes im Jahr zuvor sind der Beizkofener und die Oggelshausenerin dem Unterweiler Horst treu geblieben. Der erste Storch erschien in Unterweiler dieses Frühjahr schon Ende Februar, auch sein Partner kam schon am ersten Märzwochenende an. Entsprechend war man auch mit der Brut dieses Jahr etwas früher dran: in den letzten Märztagen lagen die ersten Eier im Nest.
Um den ersten Mai schlüpften die Jungen, und nach ein paar Tagen waren es schließlich vier. Das Nesthäkchen starb im Alter von etwa zweieinhalb Wochen, und auch der nächstältere Jungstorch erlebte nicht sein Ausflugsalter. Letzterer starb im Alter von 40 Tagen eindeutig an Unterernährung, er hatte sich einige Tage zuvor bei der Beringung als unterentwickelt und mit knapp 1,7 Kilogramm als stark untergewichtig gezeigt. Die beiden ältesten zählten zwar auch nicht gerade zu den Schwergewichten (soll heißen: deutlich untergewichtig waren auch sie), doch überstanden sie dank des ziemlich stabilen Wetters ihre kritische Nestlingszeit.

Die Saison 2017 war für die Störche in Oberschwaben eine gute Saison. Es kamen teilweise erstaunlich viele Jungstörche zum Ausflug, und bei der Beringung erwiesen sich die meisten Nestlinge als ziemlich gut genährt. Der Zustand der Jungstörche in Unterweiler bei der Beringung spiegelt deutlich die dortige Nahrungssituation wider. In der näheren Umgebung gibt es fast ausschließlich Ackerland, außer einer kleinen Weide, welche von den Störchen regelmäßig genutzt wird, ist kaum Grünland vorhanden. Bei gutem Wetter können die Störche ins Ried fliegen; ist das Wetter jedoch nicht optimal, haben die Jungen kaum eine Überlebenschance. Es besteht hier also dringender Handlungsbedarf!

Unterweiler

Unterweiler

Fotos: Katrin Greiner 2013

2016: Nach zwei Jahren Pause wurde dieses Frühjahr auch wieder der neue Horst auf einer Scheune in Unterweiler von einem Storchenpaar belegt. Ein siebenjähriger, in Beizkofen gebürtiger Storch, der in den Jahren 2012 und 2013 schon in Denkingen gebrütet hatte – allerdings nur mit sehr mäßigem Erfolg (und wo war er in den beiden darauffolgenden Jahren?) – tat sich in Unterweiler mit einer vierjährigen Storchendame aus Oggelshausen zusammen und bebrütete mit ihr ungefähr ab dem 8. April ein Gelege.

Es schlüpften mindestens zwei Junge aus den Eiern, die zwar aufgrund des elterlichen Schutzes einigermaßen schadlos über die Eisheiligen kamen, von denen einer jedoch die nachfolgende Kälteperiode um den 23./24. Mai nicht überstand. Der verbliebene kleine Storch, nun ein Einzelkind, wuchs heran und war schon über fünf Wochen alt, da kam der Dauerregen am 16. Juni und darauffolgend eine nasse, kalte und windige Nacht. Der kleine Storch, vermutlich auch aufgrund von Futtermangel in den vorangegangenen Wochen geschwächt (die Nahrungsgebiete des Pfrunger-Burgweiler Rieds liegen leider einige Kilometer weit entfernt und können nur bei gutem Wetter angeflogen werden, die landwirtschaftlichen Flächen um Unterweiler geben für eine Jungenaufzucht nur wenig her), starb in dieser Nacht oder am darauffolgenden Tag. Ob die Altstörche nächstes Jahr zu diesem Horst zurückkehren werden? Fest steht auf jeden Fall, dass für die Störche in Unterweiler etwas getan werden muss. Sie sollten möglichst auch in der näheren Umgebung des Horstes Nahrung für ihre Jungen finden, denn sonst wird sich der Misserfolg hier immer wieder wiederholen und die Störche werden das Nest meiden.

2014: Der Horst ist bisher nicht besetzt.

Juni: Nichts Neues aus Unterweiler.

2013: Vor einigen Jahren versuchte ein Storchenpaar, auf einem 20kV-Masten in Unterweiler bei Ostrach ein Nest zu bauen. Für die Störche war das sehr gefährlich, denn die meisten unserer Störche, die durch Stromschlag umkommen, verunglücken an solchen Masten. Man entfernte deshalb umgehend die Äste vom Mast und bot den Störchen eine Nistunterlage auf einem Hausdach an. Die Störche fühlten sich durch die Aktion jedoch gestört und verschwanden. Jetzt ist das angebotene Nest in Unterweiler von einem anderen Storchenpaar angenommen worden.
Beide Störche sind noch sehr jung, erst zwei Jahre alt. Der Ring des Männchens weist ihn als Oberschwaben aus Hohentengen-Beizkofen aus, seine Angetraute stammt vom Bodensee, sie wurde in Frickingen geboren.
Sie waren am 11. April in Unterweiler angekommen, bauten das Nest aus und vergnügten sich einige Zeit darauf, um schließlich das Resultat davon – einige Eier – ins Nest zu legen. Nach etwa einem Monat geduldiger Brut schlüpften dann In den letzten Maitagen die ersten kleinen Unterweiler Störche. Wieviel es genau waren, konnte man wegen der schlechten Einsehbarkeit des Horstes nicht feststellen. Es waren aber mindestens zwei, eventuell drei Junge. Die kalte und nasse Witterung zu ihrer Schlupfzeit überstanden sie noch leidlich, denn die Eltern konnten die kleinen Körper ausreichend schützen. Es kam in dieser Region jedoch am 9., 10. und 11. Juni nochmals zu heftigen Regenfällen (insgesamt 45 Liter pro Quadratmeter), und das war dann zuviel für die kleinen Störche. Am 12. Juni war keine Bewegung mehr im Nest zu sehen. Alle Jungen waren tot.
Ob es das Paar nächstes Jahr nochmals in Unterweiler mit einer Brut versuchen wird? Es wäre auch sicher eine gute Idee, ein Nahrungsgebiet für die Störche in unmittelbarer  Nestnähe zu schaffen, welches die Störche auch bei schlechtem Wetter anfliegen könnten. Die unmittelbare Umgebung von Unterweiler wird nämlich derzeit fast ausschließlich intensiv als Ackerland genutzt.



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