Die Störche Oberschwabens


Denkingen


2011: In Denkingen gab es dieses Frühjahr ganz anders als sonst ein gehöriges Durcheinander. Zu einem ersten Storchenkampf kam es schon am 17. Februar, als zwei ankommende Störche sich um den Horst und das bereits einen Tag zuvor angekommene Schweizer Weibchen stritten. Danach war auf einmal ein fremdes Storchenmännchen auf dem Denkinger Horst, ein Storchenmännchen, das uns allerdings nicht unbekannt ist: es handelte sich um einen überwinternden Storch, der bis dato in Königseggwald brütete. Er hielt sich eine ganze Weile auf dem Denkinger Horst, bis ca. am 6. März der Horstinhaber, der zwölfjährige Ertinger, erschien und ihn vom Denkinger Nest vertrieb. Jetzt ist wieder alles im Lot, die ersten Eier wurden Ende März gelegt und werden nun von den vertrauten Ehepartner abwechselnd bebrütet.
Bilder über die Denkinger Störche gibt es auf der homepage von Hermann Hofmann.

Juni: Die ersten Storchenküken pellten sich Ende April aus den Eiern, und Anfang Mai waren schließlich vier kleine Störche im Denkinger Nest zu sehen. Um den 20. Mai starb dann allerdings das Nesthäkchen, das wohl nicht genug Futter abbekommen hatte. Noch bei der Beringung der übrigen drei lag es tot im Nest. Die beringten drei erwiesen sich jedoch als gut genährt, die beiden Ältesten wogen über 3 Kilogramm, und auch das jüngere brachte immerhin noch 2,85 kg auf die Waage.

Anfang August: Am 3. Juli war es dann soweit. Die Nesthocker entschlossen sich zu ihrem ersten Flug über die Dächer von Denkingen. Selbst Futter finden, war dann die Devise, denn die Eltern brachten nicht mehr genug. Jetzt dürften sie bereit sein für die große Reise, bald geht's los.

2010: Die Störche kamen wie immer schon im Februar in Denkingen an. Der erste wurde bereits Mitte Februar auf dem Horst gesichtet. Es ist wieder unser altbekanntes Paar, die schwizer-oberschwäbische Allianz.
Seit ca. 31. März/ 1. April sitzen sie auf ihrem Gelege. Bilder über die Denkinger Störche gibt es auf der homepage von Hermann Hofmann.

Juni: Man geht es dieses Jahr etwas gemächlich an im Denkinger Horst. Es ist nur ein Junges zu versorgen. Es hat zwar keine Gesellschaft durch Geschwister, dafür schnappt ihm aber auch niemand das Futter vor dem Schnabel weg und es bekommt den ganzen Schutz der Eltern. Es schlüpfte ca. am 28. April, das heißt, die Brut begann schon etwas früher als angenommen (ca. am 27. März).
Am 1. Juni fuhr man mit der Feuerwehr etwas bange hoch zum Denkinger Horst. Denn Anwohner meinten, dass der Jungstorch gestorben sei, sie hätten schon seit einiger Zeit kein Lebenszeichen mehr im Horst wahrgenommen. Erfreulicherweise lebte jedoch der Kleine noch. Allerdings sah er deutlich unterentwickelt aus, hatte also, obwohl er ein Einzelkind ist, bei dieser Kälte (die natürlich einen erhöhten Umsatz fordert) eindeutig zu wenig zu futtern bekommen. Obwohl fünf Wochen alt, zeigte er die Gefiederentwicklung eines etwa dreiwöchigen Storchs und wog auch nur 2,2 kg. Hoffentlich kann er in den nächsten Tagen etwas aufholen – es soll ja nun wärmer werden.
Auch wurde berichtet, dass einige Tage zuvor drei Fremdstörche den Horst angegriffen hatten. Es war zwar nur ein kurzer Angriff, aber doch ziemlich massiv, und auch kurze Angriffe halten die Eltern, die dann erstmal zu zweit den Horst bewachen, für eine Weile von der Nahrungssuche ab.
Aktuellste Horstkontrolle am 4. Juni: Dem Jungstorch geht es gut, er hat den Regen am 3. Juni überstanden. Ein Altstorch bewacht ihn. Auf dem Nachbardach treiben sich allerdings zwei Fremdstörche herum, die sich nach Identifizierung als die Illmenseer herausstellen (diese hatten zwei Wochen zuvor ihre Jungen verloren). Der Altstorch auf dem Nest ist sichtlich beunruhigt und klappert aufgeregt. Hoffentlich greifen die Illmenseer nicht das Nest an, denn der Kleine muss unbedingt in der Entwicklung aufholen. Wenn die Denkinger Störche gezwungen wären, zu zweit ihren Horst über längere Zeit zu verteidigen, könnte es für den unterernährten Jungstorch fatale Folgen haben.

Juli: Das Einzelkind im Denkinger Horst hat zwar lange gebraucht, schließlich hat er es aber doch noch gepackt. Er war schon über 12 Wochen alt, als er sich endlich vom sicheren Nest wagte. Die Eltern ließen ihn zum Schluss etwas zappeln, sie bauten sich eine Zweitwohnung auf einem benachbarten Niederspannungsmasten, wo sie sich die meiste Zeit über aufhielten, während ihr Nachwuchs einsam auf dem Nest herumstand. Jetzt ist er aber wieder mit seinen Eltern auf der Wiese vereint, fliegt mit ihnen gemeinsam durch die Lüfte und lernt, zunehmend selbständig zu sein. Es wird auch höchste Zeit, denn bald werden die ersten Jungstorch-Trupps vorbeikommen, und dann heißt es Abschied nehmen und los geht's auf die große Reise.

2009: Nicht ganz so früh wie im letzten Jahr kehrten im Frühjahr 2009 die Denkinger Störche zurück. Ende Februar war das Nest jedoch besetzt. Die Schweizerin und der Oberschwabe aus Ertingen brüten seit Ende März wieder in ihrem altangestammten Horst.
Über die Denkinger Störche mit Bildern berichtet auch die homepage von Hermann Hofmann.

In den allerersten Maitagen schlüpften die Denkinger Storchenjungen. Es wurden insgesamt drei. Putzmunter machen sie bereits ihrem Namen alle Ehre und klappern mit ihren Schnäbeln (was allerdings nicht so spektakulär klingt wir bei den Eltern, denn die Schnäbel sind noch weich und liefern noch nicht den richtigen "Klapperstorch-Sound").

Juli: Auch von den Denkinger Jungstörchen überlebten nicht alle das Unwetter am 26. Mai. Das Nesthäkchen starb. Die beiden Älteren konnten aber am 3. Juni beringt werden und wurden dabei als gut im Futter befunden (der Größere wog mit seinen knapp fünf Lebenswochen immerhin fast 3 kg). Trotzdem brauchten sie nochmals nahezu sechs Wochen, bis sie sich erstmals vom Nest wagten. Wünschen wir ihnen Glück bei ihren ersten Flügen und auf ihrem ersten, nicht ungefährlichen Zug in den Süden, der ja schon in ein paar Wochen beginnen wird.

2008: Auch wenn es in Denkingen wie in vielen oberschwäbischen Horsten mit der Jungenaufzucht im letzten Jahr nicht geklappt hat, sind die nun schon alteingesessenen Denkinger Störche ihrem Horst treu geblieben. Die Schweizer Störchin erschien wieder vor ihrem Partner am 8. Februar, er kam zwei Wochen später an. Seit Ende März wird gebrütet.

Juni: Die ersten Jungen pellten sich Ende April aus den Eiern. Und schließlich war ein Trio kleiner Jungstörche im Nest zu beobachten. Alle drei kamen gut über ihre ersten Lebenswochen und konnten am 30. Mai beringt werden. Sie stellten sich als gut genährt heraus, ihre Eltern scheinen sie demnach bestens zu versorgen. Auch ein unbefruchtetes Ei konnte noch aus dem Horst geborgen werden, das allerdings sofort nach der Entnahme (glücklicherweise schon in einer geruchsdichte Tüte verpackt...) zerplatzte.

Juli: Die Jungstörche haben sich in der Zwischenzeit gut entwickelt, und auch das Wetter hat mitgespielt, so dass dieses Jahr wieder einmal drei junge Adebare aus Denkingen den Zug in den Süden antreten werden. Ihre Flugkünste haben sie bereits vervollständigt und sich auch einen ordentlichen Wanst angefressen, denn schon seit 1. Juli sind sie auf den Wiesen unterwegs. Sind die Jungen abgezogen, wird es auch die Altstörche nicht mehr lange in Denkingen halten, denn, so sagen sie sich, "der nächste Winter kommt bestimmt".

2007: Nicht überall gab es Umbesetzungen. Zumindest in Denkingen bleibt alles beim Alten. Die Schweizer Störchin erschien vor ihrem Partner schon gegen Mitte Februar, er – ein gebürtiger Oberschwabe aus Ertingen – gesellte sich Anfang März zu ihr. Das Paar brütet nun seit ca. 25. März. Die ersten Jungen sind Ende April geschlüpft.

Juni: Zwei Junge teilten sich den Horst in Denkingen. Sie wurden nahezu fünf Wochen alt und die Beringung stand gerade ins Haus, da machten auch hier Kälte, Regen und Wind am Pfingstmontag und dem nachfolgenden Dienstag dem Familienleben ein trauriges Ende. Wie fast alle Küken in Nähe des Pfrunger-Burgweiler Rieds überlebten die beiden Denkinger Jungstörche nicht.

2006: Die Denkinger Störche konnten es einfach nicht glauben, dass der Winter kein Ende nehmen wollte. Seit Mitte/Ende Februar kamen sie immer wieder zum Denkinger Horst um nach ein paar Tagen Aufenthalt wieder in schneefreie Regionen abzuziehen. Am 14. März – die Denkinger Wiesen und Äcker waren immer noch weitgehend unter einer Schneedecke verborgen – erschienen sie zum viertenmal (!) und beschlossen diesmal zu bleiben, denn schließlich gibt es ja vor der Brut noch einiges zu erledigen: das Nest muss hergerichtet werden; anderen Artgenossen muss man zeigen, dass das Denkinger Revier besetzt ist; und paaren muss man sich schließlich auch noch.
Jedenfalls, seit Anfang April sitzt man abwechselnd im Denkinger Horst auf den Eiern.

Juni: Die Denkinger Störche zeigen uns mal wieder, dass bei der Aufzucht der Jungen das Wetter nicht unbedingt entscheidend sein muss (eine Ausnahme bildet hierbei allerdings die Grenzregion Isny oder auch Wangen, wo eine noch wesentlich extremere Kälte herrschte – hier lag Ende Mai Schnee, auch gab es Gewitter und Hagel -  als im übrigen Oberschwaben): Fünf Junge schlüpften in Denkingen Anfang Mai, vier brachten die Eltern bisher durch. Das Quartett wurde am 9. Juni beringt und gewogen, der größte Jungstorch brachte über 3 kg auf die Waage, der kleinste Jungstorch ist mit knapp unter 2 kg noch etwas schmächtig. Die Schnäbel aller Jungen waren durch die vermehrte Regenwurm-Kost bei der nassen Witterung sehr stark mit Lehm verkrustet und teilweise fast so breit wie lang. Ein Lehm-Gras-Gemisch im Inneren der Schnäbel war außerdem fest verbacken mit der äußeren Lehmkruste. Nach dem Säubern der Schnäbel bei der Beringung dürfte den kleinen Störchen das Fressen nun wesentlich leichter fallen.

Die Denkinger Jungstörche trainierten fleißig ihre Flugmuskulatur, Anfang Juli konnte man schon den einen oder anderen bei über ein Meter hohen Luftsprüngen beobachten. Schließlich, am 17. Juli, war es soweit: Der erste traute sich den Sprung über den Nestrand und flog. Mittlerweile ist das gesamte Quartett flügge und tagsüber kaum noch auf dem Nest zu sehen. Ob sie schon Reisefieber haben?

2005: Ein Einzelstorch erschien in Denkingen schon Ende Februar. Es war ihm aber zu ungemütlich dort, und er zog bald wieder in wärmere und schneefreie Regionen ab. Am 11. März schließlich kam das angestammte deutsch-schweizer Storchenpaar, das nun schon im vierten Jahr den Horst besetzt hält und im übrigen das erste Storchenpaar Denkingens war. Anfang April begannen sie mit dem Brutgeschäft.

Juni: Aus den Eiern schlüpften Anfang Mai vier Küken, von denen jedoch eines um den 20. Mai starb. Die Beringung der übrigen drei, die einen recht guten Eindruck machen (nur leichtes Untergewicht), fand am 7. Juni statt.

August: Die Denkinger Storchenjungen machten am 12. Juli ihren ersten Ausflug vom heimischen Horst, das Nesthäkchen ließ sich damit noch zwei Tage länger Zeit. Da sie das Fliegen jetzt gut beherrschen und auch wissen, wie man sich selbst Leckereien auf der Wiese erbeutet, werden sie sich bald für immer von ihren Eltern trennen und ihre erste Reise in den Süden antreten.

2004: Auf dem Denkinger Horst im Sägewerk hat sich das selbe Paar wie im letzten Jahr zusammengefunden (das Männchen – links unten beringt und der Ring daher schwer abzulesen – ist noch nicht ganz eindeutig identifiziert).
Am 25. Februar erschien zum erstenmal ein Storch in Denkingen, verzog sich aber wie letztes Jahr nochmals für eine Woche in wärmere Gefilde (vermutlich an den Bodensee). Anfang März erschienen dann beide, besserten zügig ihr Nest aus und gehören mit zu den ersten oberschwäbischen Störchen, die schon seit Ende März auf ihren Eiern saßen.
Schon Ende April umsorgten die Denkinger Storcheneltern ihr erstes geschlüpftes Küken und kurze Zeit später waren drei Junge im Denkinger Horst zu bestaunen.

Juli: Der kleinste der Nestlinge hat allerdings leider nicht überlebt. Er starb im Alter von ca. 3 Wochen. Die beiden älteren Geschwister – in Größe und Gewicht recht unterschiedlich – wurden am 1. Juni beringt. Noch scheinen sie keine Lust zu verspüren, den sicheren Horst zu verlassen, doch die Eltern werden sicher bald die Futtermenge reduzieren, um ihnen den ersten Ausflug schmackhafter und auch im wahrsten Sinne des Wortes „leichter“ zu machen.


2003: Zum zweiten Mal sind in Denkingen Störche auf dem Horst im Sägewerk. Schon Ende Februar waren sie da, verzogen sich jedoch, da Wiesen und Felder noch mit Schnee bedeckt waren, zunächst noch einmal für eine Woche in wärmere Gefilde.
Das Weibchen ist dasselbe wie im letzten Jahr – eine im Jahr 2000 geborene Schweizer Störchin, die Identität des Männchens konnte noch nicht einwandfrei festgestellt werden.
Seit Ende März saß immer abwechselnd einer der Störche auf den Eiern. Die Denkinger Jungen – in diesem Jahr drei an der Zahl – sind Ende April geschlüpft. Am 28. Mai wurden sie zusammen mit den Waldbeurener und Illmenseer Nestlingen als erste diesjährige Jungstörche Oberschwabens beringt und sind seit Anfang Juli tagsüber schon auf den Wiesen um Denkingen zu sehen.
Einer von Ihnen machte allerdings schon, bevor er fliegen konnte, einen ersten unfreiwilligen Ausflug – oder besser gesagt "Ausfall" – vom Nest: Am 20. Juni wagte er sich beim Rückwärtsgehen einen Schritt zu weit und fiel vom Nest auf das Dach des Silos. Glücklicherweise hatte er sich dabei nicht verletzt und konnte binnen kurzer Frist wieder zu seinen Geschwistern zurück gebracht werden, was freundlicherweise von den Besitzern des gegenüberliegenden Autohauses unter zu Hilfenahme von Leitern bewerkstelligt wurde.



2002: Der im Jahr 2000 errichtete Horst wurde 2002 erstmals mit einem Brutpaar besetzt:
aus Deutschland, aus der Schweiz.
2 Junge gegen Mitte Mai geschlüpft. Eins der beiden kam um den 20. Juni bei Wolkenbrüchen um.

weitere Bilder hier:
Ankunft im März 2002
Der Nestbau beginnt
Bei der Fütterung
Flügeltest von Jungstorch Emil
Gemeinsam auf dem Nest
Jungstorch Emil
Jungstorch Emil fast abgestürzt

 


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