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Die Störche Oberschwabens |
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Illmensee
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| 2011: Bodi zieht mal wieder herum und weiß nicht so richtig was er will, oder vielleicht doch? Zum Beispiel am liebsten in Illmensee fressen und in Ostrach-Wangen brüten? Wie schon des Öfteren tingelte er anfangs des Frühjahrs wieder zwischen Illmensee und Ostrach-Wangen hin und her, wurde in Illmensee beim Frösche fangen bobachtet und kurz danach auf dem Horst in Wangen. Was würde er tun? Er entschied sich schließlich völlig anders. Nein, nicht wie vor zwei Jahren zu einer Auszeit mit gleichgeschlechtlichem Partner in Waldbeuren, sondern zu einer Brut in Königseggwald. Der Illmenseer Horst war ihm jedenfalls nach dem letztjährigen Desaster nicht mehr geheuer. Auch seine damalige unberingte Gattin ist nicht mehr in Illmensee aufgetaucht. Juni: Um den 11. Mai schlüpften die ersten kleinen Störche im Horst auf dem Rathaus, zwei weitere pellten sich in den folgenden Tagen aus den Eierschalen. Entweder war den Eltern der Kindersegen zuviel oder die Geschwister wollten einen lästigen Futterkonkurrenten loswerden, jedenfalls wurde der kleinste am 25. Mai aus dem Nest geworfen und landete noch lebend im Garten unterhalb. Der Bürgermeister fand ihn dort am Abend und gab ihm Wasser und Futter, welches allerdings nicht angenommen wurde. Am nächsten Tag wurde er zu Herrn Müller nach Herbertingen gebracht, der den kleinen Storch aufzupäppeln versuchte. Die Bemühungen hatten jedoch keinen Erfolg: Das Küken würgte jegliche verabreichte Nahrung wieder aus. Wahrscheinlich hatte es aus Hunger zuvor im Nest bereits Nistmaterial gefressen und einen Faserwickel im Magen, den es nicht mehr auswürgen konnte. Es starb schließlich am 27. Mai. 2010: Er war schon mal hier und hat hier auch
einmal – im Jahr
2005 war es – fünf Junge in einer Brutsaison aufgezogen: der
Schweizer Senderstorch Bodi. Im Jahr 2008 wurde er allerdings Illmensee
untreu und zog nach Ostrach-Wangen um. Hier brütete er ein Jahr
lang, um im Jahr darauf dem von seinem Weibchen verlassenen Waldbeurener Männchen Gesellschaft zu leisten (die Gemeinschaft zweier langjähriger
Brutmännchen, die sich auch eifrig paarten, machte damals Schlagzeilen). Juni: Irgendwie ist in Illmensee seit einigen Jahren der Wurm drin. Leider, denn eigentlich ist es ein Brutort mit recht guten Nahrungsgebieten. "Bodi" zog hier vor einigen Jahren einmal fünf Junge groß. Jedenfalls wird es dieses Jahr wieder nichts mit der Aufzucht von Jungstörchen. Um den 10. Mai schlüpften die ersten Küken, wie viele es insgesamt wurden, wird man niemals erfahren. Denn die Altstörche hatten aufgrund der nasskalten Witterung den Nestrand stark erhöht und verstärkt, so dass man auch von erhöhter Warte aus die noch sehr kleinen Jungen nicht sehen konnte (außerdem war die Sicht oft schlecht, entweder war es neblig oder die Luft flimmerte sehr stark). Ca. 10 Tage später waren alle Hoffnungen dahin. Die Altstörche saßen zwar noch wechselnd im Horst, verhielten sich aber merkwürdig, irgendetwas stimmte nicht, auch wurde nicht gefüttert. Wenige Tage später war das Nest dann leer, beide Altstörche unterwegs, und vor dem Rathaus fand man einen kleinen toten Storch. Wenn die Jungen noch so klein sind, ist ein Anfahren des Horstes mit der Feuer relativ sinnlos, da die toten Jungen entweder aus dem Nest geworfen (und dann oft von Füchsen oder Krähen geholt) oder sobald die Altstörche den Horst verlassen, von Milanen entfernt werden. Der gefundene kleine Storch wurde in die Tierärztliche Untersuchungsanstalt nach Aulendorf gebracht. Der Untersuchungsbefund steht noch aus; es besteht allerdings der Verdacht einer Schimmelpilz-Infektion (siehe auch Riedhausen und Esenhausen). Zwar könnte auch das nasskalte Wetter verantwortlich sein, doch ist "Bodi" eigentlich ein sehr fürsorglicher Altstorch, sonst hätte er die fünf Jungen – die überdies auch recht gut genährt waren – damals in Illmensee niemals durchgebracht. Juli: Zwar wird im Untersuchungsbefund Unterernährung und Unterkühlung als Todesursache festgestellt, doch wurden auch mittelgradig Schimmelpilze in der Lunge gefunden. Es ist anscheinend nicht eindeutig nachgewiesen, dass solche Schimmelpilze durch Eintrag von Nistmaterial aus Kompost- oder alten Grashäufen ins Nest gelangen, doch sollte man in Illmensee nächstes Jahr auf Störche in Nähe solcher Häufen achten und sie vorsorglich von dort vertreiben. Das Nest soll neu hergerichtet werden (was in Riedhausen allerdings nicht viel geholfen hat). 2009: Da er letzten Sommer nicht von Störchen besetzt war, konnte
Gras im Illmenseer Horst aufwachsen und so machte er Anfang diesen Jahres
keinen attraktiven Eindruck auf ankommende Adebare. Sobald die Witterung
es zuließ, säuberte und richtete man daher das Nest, und siehe
da, bereits am nächsten Tag, am 17. März, ließ sich der
erste Storch nieder. Es handelte sich um ein dreijähriges Storchenmännchen
aus Wahlwies im Landkreis Konstanz. Juli: Ziemlich sicher drei Junge waren im Illmenseer Nest geschlüpft.
Doch leider lebten sie nicht lange. Das mehrere Tage anhaltende nasse
und gleichzeitig sehr kalte Wetter um den 20. Juni setzte ihnen so stark
zu, dass alle starben. 2008: Illmensee
ist eigentlich ein recht gutes Brutrevier für
die Weißstörche. Immerhin wurden hier vor einigen Jahren einmal
fünf Junge, alle gut genährt, großgezogen. Umso erstaunlicher,
dass es dieses Frühjahr anfangs so aussah, als würde der Horst
verwaist bleiben. "Bodi", der Schweizer Senderstorch, Mitte
Februar angekommen, zog nämlich Mitte März auf einmal nach
Ostrach-Wangen um. Und seine letztjährige
Gattin, die Storchendame mit dem spanischen Ring, etwa zur gleichen Zeit
in Illmensee angekommen, verkrümelte sich nach Esenhausen (wo
sie sich übrigens ebenfalls
wieder mit einem Schweizer zusammentat, seit einiger Zeit jedoch zusammen
mit diesem spurlos verschwunden ist). Der Illmenseer Horst blieb daraufhin
einige Zeit leer, Anfang April jedoch fanden sich dann doch noch zwei
Interessenten: ein Schweizer Storch mit der Nummer SA889 und eine unberingte
Störchin. Seit Mitte April sitzen sie abwechselnd auf einem Gelege. 2007: Auch in Illmensee
gab es dieses Frühjahr eine Umbesetzung.
Schon früh waren zwei Störche da, vermutlich die Horstinhaber
(zumindest "Bodi", der Schweizer Senderstorch wurde Anfang
März eindeutig identifiziert). Zwischen Mitte und Ende März
wurde jedoch die Wilhelmsdorfer Störchin mit dem spanischen Ring
von der Wangener Störchin endgültig vom Wilhelmsdorfer Horst
vertrieben (siehe Wilhelmsdorf) und sie zog daraufhin nach Illmensee
um. Ob es hier einen Kampf gab, ist nicht bekannt. Die Störchin mit dem spanischen Ring wurde übrigens sehr wahrscheinlich nicht in Spanien geboren; sie war lediglich dort verletzt aufgefunden und als erwachsene Störchin beringt worden. Juni: Um den 6. Mai schlüpften in Illmensee drei Junge. Zu Pfingsten waren sie wie viele Jungstörche in Oberschwaben ca. drei Wochen alt. Zu groß, um noch von ihren Eltern ausreichend vor Auskühlung durch andauernden heftigen Regen, Kälte und Sturm geschützt zu werden. Auch sie starben wie viele Jungstörche in diesen beiden Tagen. 2006: Wie wir uns erinnern, hatten die Illmenseer Storcheneltern im letzten Jahr eine Rekordbrut von fünf gesunden Jungen aufgezogen. Ob sie es dieses Jahr gemächlicher angehen? Man darf gespannt sein. Seit Anfang April sitzen sie jedenfalls wieder auf einem Gelege. Juni: Tatsächlich scheinen die Illmenseer Störche nach dem etwas stressigen Jahr 2005, als sie selbst kaum noch Platz in ihrem Nest fanden und unermüdlich Futter suchen mussten, um alle Schnäbel satt zu kriegen, dieses Jahr eine Art Urlaubssaison einzulegen. Ein einziges Junges wird diesmal aufgezogen, das demnächst das Alter zur Beringung erreicht hat. Mit dem Fernglas kann man sehen, dass es in der nassen Zeit wohl reichlich Regenwurmkost verabreicht bekommen hat, denn sein Schnabel ist sowohl innen als auch außen unglaublich verdreckt und trägt eine dicke Lehmkruste. Die Beringung wird deshalb auch ein paar Tage früher als geplant stattfinden, um dem Kleinen Erleichterung zu verschaffen, denn er kann mit seinem derzeitigen "Entenschnabel" kaum noch richtig fressen. Die Vermutung, dass der Illmenseer Jungstorch durch seinen verkrusteten Schnabel kaum noch Nahrung zu sich nehmen konnte, hat sich bei der Wägung anlässlich der Beringung am 16. Juni bestätigt. Der Storch, obwohl ein Einzelkind, brachte kaum 2 kg auf die Waage. Auch im Alter von 9 Wochen erschien er immer noch kleiner als die Jungstörche benachbarter Horste in diesem Alter. Mit seinem ersten Flug ein paar Tage später hatte er jedoch keine Schwierigkeiten. Hoffen wir, dass er jetzt bei dem feuchteren Wetter genügend Nahrung findet und etwas aufholen kann, denn bald muss er fit sein für den kräftezehrenden Flug in den Süden. 2005: In Illmensee
hat sich "personell" vermutlich nichts verändert. "Bodi"
– Anfang März zurückgekehrt - brütete seit Anfang
April wieder zusammen mit einer unberingten Storchendame (die deshalb
nicht mit Sicherheit als die letztjährige zu identifizieren ist).
Ob es wieder drei Junge geben wird? 2004: Die Illmenseer
Störche sind höchstwahrscheinlich die selben wie im letzten
Jahr: der Storchenmann ist der Schweizer Senderstroch „Bodi“,
das Weibchen ist unberingt und kann daher nicht mit Sicherheit identifiziert
werden (allerdings gingen die beiden seit ihrer Ankunft Mitte März
recht vertraut miteinander um, so dass es sich um das selbe unberingte
Weibchen wie 2003 handeln dürfte). Am 17. März gab es für
das Paar allerdings einige Aufregung: drei weitere Störche umkreisten
das Nest, ließen sich aber schließlich erfolgreich vertreiben. 2003: Bei den Illmenseer
Störchen steht die Treue nicht so hoch im Kurs. Das Weibchen tat
sich in diesem Frühjahr mit einem anderen Männchen zusammen,
das letztjährige Männchen musste sich nach einem anderen Horst
umsehen. Inzwischen hat es sich auf dem Nest in Wilhelmsdorf
niedergelassen und sich mit einem noch recht jungen Weibchen zusammengetan,
das vor zwei Jahren als Junges der ältesten Störche Oberschwabens
in Riedlingen zur Welt kam. Ob das neuvermählte
Paar allerdings dort brüten kann, ist noch nicht ausgemacht, da dort
mittlerweile ein dritter Storch seine Ansprüche geltend macht (siehe
Wilhelmsdorf). Geschlüpft sind 3 Junge, die alle noch leben
und wohl demnächst flügge werden.
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