Die Störche Oberschwabens



Ostrach-Wangen


Ostrach Wangen
Foto: Georg Steinhauser 2008

Ostrach Wangen

2011: Chaos und Verwirrung scheinen am Horst von Ostrach-Wangen zum Frühjahr zu gehören. Zuerst war wieder einmal "Bodi" da (dieser hat sich dieses Jahr allerdings zu einer Brut in Königseggwald entschieden). Dann kamen am 18. März zwei am linken Bein beringte Störche, die am 23./24. März in einen heftigen Kampf verwickelt wurden. Danach war ein links beringtes Weibchen, gebürtig 2009 in Ersingen, und ein unberingter Storchenmann auf dem Nest. Als am 1. April der Horst wieder beobachtet wurde, war das Weibchen aus Ersingen verschwunden, stattdessen leistete eine ebenfalls erst zweijährige Storchendame aus Ummendorf dem Unberingten Gesellschaft; in der Luft kreisten derweil drei weitere Störche.
Dann war aber Schluss mit den Wechseln, das Paar hat sich etabliert, die drei Fremdstörche wurden in der ersten Aprilwoche aber immer wieder im Luftraum über Ostrach-Wangen gesehen.
Mit der Brut hat man noch nicht begonnen, bald wird es aber soweit sein. Hoffentlich finden dann die Storcheneltern für ihren Nachwuchs genug zu fressen, denn Nahrungsgebiete sind in Horstnähe Mangelware.

Juni: Mitte April war es soweit, die Störche in Ostrach-Wangen hatten mit der Brut begonnen. Und 32 Tage später schlüpften die ersten Jungen, es wurden drei. Nicht einmal zehn Tage hielt das Elternglück an, dann waren alle kleinen Störche tot. Nach Beobachtungen von Anwohnern hatten die noch unerfahrenen Altstörche angeblich zu wenig Wasser gebracht und die Jungen waren wahrscheinlich verdurstet.
Ob die Störche nächtes Jahr wiederkommen?

2010: Seit er einmal hier gebrütet hat, scheint "Bodi" eine gewisse Schwäche für Ostrach-Wangen zu haben. So ganz gefällt es ihm aber doch nicht hier. Von Ende Februar bis Ende März waren immer wieder Störche am Horst zu beobachten, gelegentlich gab es heftige Kämpfe. Jedoch keiner der Störche blieb. Auch "Bodi" war unter den Besuchern und flog eine Weile zwischen Illmensee und Ostrach-Wangen hin und her. Jetzt hat er sich endgültig für Illmensee entschieden, hat dort auch eine Partnerin und brütet. Der Horst in Ostrach-Wangen wird wohl wie letztes Jahr verwaist bleiben. Vielleicht würden die Störche bleiben, wenn man das Nahrungsangebot um Ostrach-Wangen verbessern würde. Derzeit ist allerdings das Gegenteil der Fall, und es gibt mittlerweile kaum noch Grünland um den Horst.

Juni: Nichts neues aus Wangen. Zwar lassen sich gelegentlich Störche auf dem Horst und den wenigen noch vorhandenen Wiesen nieder, doch geblieben ist keiner.

2009: Obwohl, was das Nahrungsangebot angbelangt, nicht gerade ein Traumort für Adebare, war das Nest in Ostrach-Wangen Anfang des Jahres heiß begehrt. Anfang März kam "Bodi" in Ostrach-Wangen an, zog aber bald nach Waldbeuren ab, wo er sich seitdem mit dem Waldbeurener Männchen paart (!). Dann erschien ein Storch, der im Jahr 2005 in Mengen geboren wurde, zusammen mit einer Unberingten. Diese Beiden mussten jedoch ständig um den Horst kämpfen, immer wieder griffen andere Störche das Nest an, "Bodi" war aber nicht darunter. Vielleicht waren die aufregenden Streitereien dem Weibchen irgendwann zuviel, jedenfalls scheint die Dame abgezogen zu sein, denn man sieht seit einiger Zeit nur noch den Mengener allein auf dem Horst.
Das letztjährige Ostrach-Wangener Brutweibchen ist übrigens Anfang April im benachbarten Einhart aufgetaucht, wo es nun zusammen mit einem Männchen aus Tüfingen auf einem Niederspannungsmast ein Nest baut.

Juni: Nichts Neues aus Ostrach-Wangen. Das Nest scheint seit einiger Zeit verlassen.

2008: Das vor vier Jahren in Denkingen geborene Männchen, das durch seine Abneigung gegen die Sicherungen der von ihm zum Horststandort ausgewählten Niederspannungsmaste von sich reden machte, ist dieses Frühjahr nicht nach Ostrach-Wangen zurückgekehrt, sondern hat sich für eine Brut auf einem Kirchturm entschieden. Er ersetzt das letztes Jahr an einem Mittelspannungsmast umgekommene Herbertinger Männchen.
Statt seiner brütet nun "Bodi" in Ostrach-Wangen. "Bodi" ist ein Schweizer Senderstorch, dessen Sender jedoch keine Signale mehr abgibt. Ein Halteseil des Senders hat sich schon vor Jahren gelöst und ist vorn an seiner Brust zu erkennen. Eine Behinderung des Storchs durch das Seil ist nicht festzustellen, so dass man damals auf ein Einfangen des Vogels verzichtete. "Bodi" war von 2003 bis 2007 der Horstinhaber von Illmensee und zog hier auch einmal fünf Junge groß. Warum er von dort weggezogen ist, weiß nur er selbst. Vermutlich hat es mit dem letztjährigen Brutverlust zu tun, es kann ihm ja keiner sagen, dass auch die Jungen in Ostrach-Wangen letzte Pfingsten allesamt umgekommen sind.
Jedenfalls versteht er sich gut mit dem Pfälzer Weibchen, der Horstinhaberin vom letzten Jahr, denn seit Anfang April brüten sie zusammen in Ostrach-Wangen.


Juni: Um den 5. Mai tat sich etwas im Wangener Horst, das erste Junge schlüpfte und ein paar Tage später schließlich tummelten sich vier kleine Jungstörche im Nest auf dem Mast. Kurz nach Fronleichnam fand man jedoch einen der vier tot unterhalb des Nestes, und bei der Beringung am 9. Juni fand man einen zweiten tot im Horst. Die Chancen der beiden noch Lebenden, als gesunde und kräftige Vögel auszufliegen, sind dadurch allerdings gestiegen, denn nur noch zwei Schnäbel müssen sich das von den Eltern gebrachte Futter teilen.

Juli: Die beiden Ostrach-Wangener Jungstörche haben ihren ersten Start vom Horst gemeistert. Am 15. Juli wagte der erste seinen Jungfernflug. Noch sind sie gelegentlich auf dem Nest zu sehen, doch bald werden sie sich vom Ostrachtal verabschieden und gen Süden ziehen.

2007: Letztes Jahr im Mai erschien erstmalig ein Weißstorch in Ostrach-Wangen und versuchte, auf einem Niederspannungsmast in der Ortsmitte ein Nest zu bauen. Die umgehende Mastsicherung durch die EnBW passte ihm jedoch nicht, und so zog er wieder ab. Vermutlich war es dieser Storch, der dann kurz darauf - Anfang Juni - in Spöck auf dem selben Masttyp mit dem Nestbau begann; auch hier sicherte die EnBW den Mast, auch hier verschwand der Storch unmittelbar nach der Mastsicherung.
Anfang März 2007 nun erschien wiederum ein Storchenpaar auf dem – nun wieder entsicherten – Mast in der Wangener Ortsmitte. Diesmal sagte die Bevölkerung der EnBW nicht bescheid, und das Nest war sehr schnell gebaut. Die Störche sind durch die Niederspannung nicht gefährdet, Kurzschlüsse wurden bisher glücklicherweise auch nicht ausgelöst, denn für eine Mastsicherung ist es jetzt zu spät: Das Paar brütet bereits.
Das Männchen stammt übrigens aus Denkingen, es wurde dort im Jahr 2004 geboren und beringt. Auch das Weibchen trägt einen Ring, sie ist vermutlich zwei Jahre alt und aus Baden (die Herkunftsdaten werden noch abgefragt).

Übrigens machte das Männchen Mitte März einen zweitägigen Ausflug nach Spöck und saß neben dem dortigen, nun mit einem Abweiser versehenen Mast auf einer Lampe. Er wurde durch seinen Ring hier eindeutig identifiziert. Es wird deshalb angenommen, dass es sich letztes Jahr um denselben Storch handelte, der zwischen Ostrach-Wangen und Spöck wechselte und hier eine Vorliebe für die Niederspannungsmaste zeigte.

Juni: Um den 10. Mai schlüpften drei Junge im neuen Horst. Das Pfingstwetter – ums Pfrunger-Burgweiler Ried besonders garstig, nass, kalt und stürmisch - verschonte jedoch auch diese Jungen nicht. Die arbeitslosen Eltern haben sich nun wieder auf den Nestbau verlegt, diesmal auf einem Niederspannungsmast im benachbarten Einhart.



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