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Die Störche Oberschwabens |
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Königseggwald
Fotograf: Georg Steinhauser, Aulendorf |
| 2011: Königseggwald, was die Weißstörche anbelangt, bisher eher ein ruhiger Ort, war im Frühjahr 2011 Schauplatz heftiger Kämpfe und eines unglaublichen Durcheinanders. Der nun siebenjährige gebürtige Zwiefaltendorfer, der in Süddeutschland überwintert, war schon Ende Januar für kurze Zeit an seinem Horst. Dann erschien er wieder am 10. Februar, blieb aber auch diesmal nur eine Woche und verkrümelte sich nach Denkingen, wo er an einem Kampf beteiligt war und nachfolgend zusammen mit dem Denkinger Weibchen den ihm eigentlich nicht zustehenden Horst besetzte. Juni: Am Maifeiertag und den folgenden Tagen schlüpften die kleinen Störche im Königseggwalder Nest. Anfangs wurden vier Köpfchen gezählt, doch wurden sie nach und nach weniger, bis schließlich nur noch ein Jungstorch übrig geblieben war. Er konnte am 7. Juni im Alter von gut fünf Wochen beringt werden und brachte dabei zweidreiviertel Kilogramm auf die Waage. Wir machen uns Gedanken, warum drei der vier Jungen gestorben sind. Denn gute Nahrungsgebiete gibt es im Pfrunger-Burgweiler Ried nicht allzuweit weg vom Horst, und Bodi ist eigentlich ein guter Brutstorch, der allerdings in letzter Zeit ziemlich unstet geworden ist. Dem nun allein im Horst stehenden Jungstorch können nun aber auch Wind und Wetter (mit Ausnahme eines heftigen Hagelschlags) nichts mehr anhaben. In wenigen Wochen wird er mit den Flugübungen beginnen. Anfang August: Ungefähr einen Monat nach seiner Beringung wagte der Königseggwalder Einzelstorch den Sprung vom Nest. Und dann hielt ihn auch bald nichts mehr dort, vielleicht war ihm seine Nestlingszeit doch zu einsam gewesen. Er flog schnurstracks nach Ebenweiler und suchte sich die Gesellschaft der Ebenweiler Jungstörche, die von seinem Besuch an ihrem Nest nicht gerade erbaut waren. Er ließ sich aber nicht abwimmeln, kam sogar in den Genuss des Futters, das die Ebenweiler Eltern brachten, und hält sich seitdem fast andauernd auf den Ebenweiler Wiesen am See oder in Nähe des dortigen Horstes auf. Es ist gut möglich, dass die Belästigung durch den Königseggwalder dazu beigetragen hat, dass sich der Ebenweiler Nachwuchs anstrengte, so schnell wie möglich selbst vom Nest loszukommen. Denn schon ein paar Tage nach dem ersten Besuch wurden die Ebenweiler flügge. 2010: Sie sind ihrem Horst treu geblieben, die Königseggwalder. Sie hatten hier letztes Jahr ja auch drei Junge großziehen können. Schon im Februar kehrten sie diesmal nach Königseggwald zurück, er am 10. Februar (er verbrachte den Winter am Bodensee), sie am 27. Februar. Ende März war es dann auch schon soweit, man begann mit der Brut. Wieviele Junge diesmal aus den Eiern schlüpfen werden (im vorigen Jahr waren es fünf)? Juni: Dieses Jahr ließ man es etwas ruhiger angehen und begann gleich nur mit Aufzucht von drei Jungen. Bei den unwirtlichen Witterungsverhältnissen war das ja auch mehr als genug. Zwar überlebten alle drei die kalten Maitage, meist unter dem Gefieder eines der Altstörche versteckt, das Kleinste war allerdings gegen Ende Mai doch stark in der Entwicklung zurückgeblieben. Am 25. Mai wurden noch alle im Horst gesehen, am 31. Mai bei der Beringung wurde das Nesthäkchen tot auf dem Dach unterhalb des Nestes entdeckt. Die beiden noch lebenden Königseggwalder Jungstörche brauchen wohl noch mindestens zwei Wochen bis sie über den Berg sind. Vor allem der Kleinere war mit 2 kg etwas schmächtig. Juli: Anfang Juni war es ja noch einmal richtig kalt, trotzdem überlebten beide. Und als dann die Schafskälte Mitte Juni einsetzte, waren beide schon "über den Berg". Ihr Gefieder war zu dieser Zeit schon so gut ausgebildet, dass ihnen nichts mehr passieren konnte. Mit dem Fliegen hatten sie es allerdings nicht besonders eilig. Sie waren schon an die elf Wochen alt, als es endlich der erste wagte. Am 9. Juli startete er zu seinem Jungfernflug, landete auch wieder problemlos auf dem Horst, und zwei bis drei Tage später hielt auch den zweiten nichts mehr auf dem elterlichen Nest. Jetzt wird sich ordentlich Reiseproviant angefuttert, denn lange wird es nicht mehr dauern bis es sie in den Süden zieht. Vom derzeitigen sonnigen Wetter bei uns werden sie sich nicht täuschen lassen, denn der nächste Winter kommt bestimmt.
Foto: Paul Holeczek 2010 2009: In den ersten Märztagen kehrten die Königseggwalder
Störche auf ihren Horst zurück. Es war wieder das Pärchen
vom letzten Jahr: die unberingte Storchendame (wobei man bei einer Unberingten
natürlich nicht sicher sein kann, dass es tatsächlich dieselbe
ist) und ihr nun fünfjähriger Gatte aus Zwiefaltendorf. Nach
vier Wochen, die das Paar mit Nest richten, Futtern, Gefiederpflege,
Paarung und Geturtel verbrachte, begann die Störchin Eier zu legen,
die sie jetzt abwechselnd mit dem Zwiefaltendorfer bebrütet. Mit
den ersten geschlüpften Jungen ist Anfang Mai zu rechnen. Juli: Mangelnde Widerstandskraft und das nasskalte Wetter Anfang Juni
hat dann ein weiteres Junges das Leben gekostet. Im Alter von fast sechs
Wochen wurden die drei Überlebenden beringt und gewogen und generell
als zu leichtgewichtig befunden (1 Pfund bis 1 kg Untergewicht). Trotzdem überstanden
sie ihre kritische Nestlingszeit bis zur Vollentwicklung des Gefieders
gut, und der erste des Trios wagte sich am 9. Juli vom Nest. Seine Flugkünste
waren aber wohl nicht soweit gediehen, dass er es auch wieder auf den
Horst zurückschaffte. Über Nacht fand er jedoch einen sicheren
Platz, so dass er schließlich nach wenigen Tagen und etwas mehr Übung
wohlbehalten wieder auf dem Horst landete. Die beiden Kleineren haben
den Sprung vom Nest noch nicht gewagt. 2008: Der Königseggwalder Brutstorch, der sich den Winter über
in Süddeutschland, zeitweise in Hoßkirch aufhielt, besetzte
Anfang März wieder seinen Horst. Kurzzeitig gesellte sich ihm eine
beringte Storchendame zu, die jedoch nicht identifiziert werden konnte.
Bei einer Nestkontrolle am 22. März war er jedoch wieder mit seiner
unberingten (vermutlichen) Angetrauten vom letzten Jahr zusammen und
seit Anfang April brüten sie. Juli: Die Untersuchung am Institut für Tierpathologie der Freien
Universität Berlin brachte folgendes Ergebnis: Eine Infektion durch
Schimmelpilze (Aspergillose) wird definitiv ausgeschlossen; eine Virusinfektion
kommt allerdings als Todesursache des Jungstorchs in Betracht. Der Drüsenmagen
war auffällig aufgebläht, die Verdauung daher stark eingeschränkt. Ähnliche
Symptome zeigte übrigens auch ein ebenfalls eingeschickter verendeter
Jungstorch aus Beizkofen. 2007: Schon 2006 hatte sich das Frühjahr und den gesamten Sommer über immer wieder ein Storchenpaar in Königseggwald aufgehalten. Dieses Jahr scheint es hier nun tatsächlich mit einer Storchenbrut zu klappen. Das Männchen ist ein Oberschwabe aus Zwiefaltendorf und nun drei Jahre alt. Es ist das selbe, dass schon im letzten Jahr als "Halbstarker" den Horst besetzte. Seine Angetraute ist unberingt. Seit Mitte April sitzen sie abwechselnd auf ihren Eiern. Juni: Der Schlupf des (oder der) Jungen in Königseggwald
begann um den 18. Mai. Es waren wohl ein oder zwei Küken (Nest selbst
vom Hügel aus schlecht einsehbar). Obwohl diese noch recht klein
waren und daher noch besser vor dem miesen Pfingstwetter geschützt
werden konnten, überlebten sie dieses nicht. Die Eltern sind auch
noch etwas unerfahren.
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