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Die Störche Oberschwabens |
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Blochingen
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| 2011: Die Blochinger Störche sind dieses Jahr deutlich früher aus ihrem Winterquartier zurückgekehrt. Das Männchen war sogar schon am 23. Februar da, seine Angetraute erschien am 9. März. Die Zeit bis zur Ankunft seiner Gattin ließ der gebürtige, erst dreijährige Obermarchtaler jedoch nicht tatenlos verstreichen. Nicht nur, dass er solange an seinem Heim bastelte, er vergnügte sich zwischendurch auch mal mit der Französin, die seit Jahren in Beizkofen brütete und auch jetzt wieder dort ist. Juni: Am vorletzten Apriltag gab es auf einmal Bewegung im Blochinger Nest. Die ersten kleinen Störche schlüpften, und am 5. Mai waren es tatsächlich fünf Storchenküken, die von Herrn Ott vom Kirchturm aus fotografiert werden konnten. Es war allerdings abzusehen, dass fünf kleine Storchenschnäbel in Blochingen kaum gefüttert werden konnten, zumal erst kürzlich wieder eine kleine, durch eine verstopfte Drainage entstandene Feuchtfläche, die von den Störchen gerne genutzt wurde, trockengelegt wurde. Eine Woche später waren dann auch nur noch vier Junge im Nest zu sehen und wiederum nach einer Woche waren es nur noch drei. Diese kamen aber erfreulicherweise durch und konnten am 6. Juni mit Hilfe der Mengener Feuerwehr beringt werden. Allerdings erwiesen sich alle drei als leicht untergewichtig, die erforderlichen 3 (Weibchen im Alter von 5 Wochen) bzw. 3,5 kg (Männchen im Alter von fünf Wochen) brachte keiner auf die Waage. Der Kleinste wog 2,45, der Größte 2,85 kg. Da es jedoch keine länger anhaltende nasskalte Perioden nachfolgte, überstanden sie ihre letzte kritische Woche, und so wird es in Blochingen dieses Jahr wieder ausfliegende Jungstörche geben. Anfang August: Am 6. Juli hielt es die Blochinger Dreierbande auf ihrem Nest nicht mehr aus. Zusammen mit ihren Eltern flogen sie auf die Blochinger Wiesen. Sie beherrschen ihr neues Element schon recht gut, doch verflog sich einer der Jungstörche drei Wochen später in einen Blochinger Garten, von dem aus er nicht mehr starten konnte. Herr Ott brachte ihn auf eine Freifläche, von der er sich dann problemlos in die Lüfte erhob. 2010: Man könnte fast den Kalender nach der Schweizer Storchendame
stellen: letztes Jahr erschien sie in Blochingen am 16. März, diesmal
am 17. März. Ihr letztjähriger Gatte ist allerdings bisher
nirgends aufgetaucht. Deswegen braucht die Störchin allerdings nicht
Trübsal zu blasen, denn schon von zwei Männchen wurde sie dieses
Jahr umworben. Juni: Ca. am 12. Mai schlüpften die ersten beiden Küken im Blochinger Horst. Zwei weitere folgten in den nächsten Tagen. Viel bekam man in der ersten Zeit nicht von ihnen zu sehen, da – von den kurzen Fütterungszeiten abgesehen – entweder der Storchenpapa oder die Storchenmama auf ihnen saßen und sie wärmten. Die erste Kälteperiode bis 20. Mai überstanden alle vier. Die Eltern hatten alle Schnäbel voll zu tun, um das Quartett satt zu kriegen. Als es Ende Mai jedoch nochmals kalt und nass wurde, starb das Jüngste. Die Beringung der Blochinger Störche mit Hilfe der Mengener Feuerwehr ist Mitte Juni geplant. Und wenn die Elternstörche genug Futter finden und das Wetter endlich einigermaßen mitspielt (die schon großen Junge können von den Altstörchen nicht mehr abgedeckt werden), werden wir immerhin drei kleine Störche im Horst antreffen. Juli: Auch das Zweitjüngste überstand die zweite Kälteperiode Ende Mai/Anfang Juni nicht und starb in den ersten Junitagen. So wurden am 15. Juni noch zwei Junge im Alter von 5 Wochen im Blochinger Nest auf dem Kirchenschiff beringt. Nur wenige Tage hätten ihnen noch gefehlt, und ihr Gefieder wäre ausreichend entwickelt gewesen, um jegliche Nässe und Kälte zu überstehen. Diese Tage waren ihnen jedoch leider nicht gegönnt, denn schon am Tag darauf setzte die ziemlich heftige Schafskälte mit Dauerregen und nächtlichen Temperaturen um 5°C ein. Am 18. Juni waren die beiden letzten Blochinger Jungstörche tot. Von Herrn Ott wurden sie mit Hilfe der Feuerwehr aus dem Horst geholt. Hoffentlich ist den Blochinger Störchen im nächsten Jahr mehr Glück beschert. 2009: Am 16. März kehrte die letztjährig
in Blochingen brütende Storchendame, die Schweizerin, an ihren angestammten Brutort
in Blochingen zurück. Einen Tag später erschien ein Männchen.
Dieses stellte sich durch Ablesung des Ringes jedoch nicht als ihr letztjähriger
Gatte, sondern als ein 2006 in Ostrach geborener Storch heraus. Kämpfe
um den Horst blieben jedoch bisher aus, der letztjährige Storchenmann
aus Ehingen ist bisher nirgends aufgetaucht. Übrigens nistet ein
Bruder von ihm ganz in der Nähe: Dieser begann im letzten Jahr eine
Brut in Meßkirch, machte dort jedoch schlechte Erfahrungen und
versucht nun sein Glück in Ölkofen. Juli: Am Morgen des 5. Juni wurden noch alle drei
Jungstörche von
Herrn Ott vom Kirchturm aus beobachtet, am frühen Nachmittag lag
der kleinste plötzlich tot am Fuße der Kirchenmauer. Was war
geschehen? War er beim Abkoten aus dem Nest gefallen? Man brachte ihn
nach Aulendorf zur Tierärztlichen Untersuchungsanstalt, wo man allerdings
keine durch einen Sturz verursachten traumatischen Verletzungen feststellte;
er muss tot aus dem Nest geworfen worden sein. Todesursache war
sehr wahrscheinlich Nahrungsmangel, denn man stellte im Magen einen großen
Futterwickel aus Pflanzenfasern fest. 2008: Im Donautal gegenüber Mengen und Scheer gibt es seit
diesem Jahr eine neue Weißstorch-Ansiedlung. Der Horst auf dem
Kirchenschiff in Blochingen, erst vor kurzem errichtet, wurde sogleich
von einem Storchenpaar angenommen. Einer der Beiden wurde vor zwei Jahren
in Ehingen, also ebenfalls an der Donau, geboren, der andere stammt aus
der Schweiz. Auch geht man gleich voll zur Sache, denn seit ungefähr
Mitte April wird in Blochingen gebrütet. Juli: Bei einer Nestkontrolle am 29. Juli war der
Horst erstmals leer, der Blochinger Jungstorch war ein paar Tage zuvor
flügge geworden.
Jetzt kann man ihn zusammen mit seinen Eltern auf den Wiesen um Blochingen
beobachten. |