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Die Störche Oberschwabens |
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Ostrach
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| 2011: In Ostrach ist das Nest wieder von unserem altbekannten, in Ostrach überwinternden Ehepaar besetzt. Seit Anfang April geht man nur noch abwechselnd zum Futtern, während der jeweils Andere sich dem Bebrüten des Geleges widmet. Juni: Es ist doch immer wieder dasselbe mit den Ostracher Störchen. Sie bekommen viele Junge, dann sterben diese nach und nach, und es bleiben – wenn überhaupt – höchstens ein oder zwei Junge übrig, völlig unabhängig davon, ob das Wetter gut oder schlecht ist. So auch wieder dieses Jahr. Fünf Junge schlüpften Anfang Mai im Ostracher Horst. Die beiden kleineren blieben ziemlich schnell in ihrer Entwicklung zurück, und Mitte Mai waren es nur noch drei. Anfang Juni schließlich waren alle Jungstörche tot. Am Wetter lag es ganz gewiss nicht; Meinungen, die Trockenheit hätte den Störchen zu schaffen gemacht, haben sich angesichts guten Bruterfolgs in anderen Nestern nicht bestätigt. Nur die Störche, die vorzugsweise gemähte Wiesen nutzen und auf Regenwurmfang spezialisiert sind (meist ihres Zeichens Überwinterer) hatten Schwierigkeiten, Futter zu finden. 2010: Noch sind sie im besten Brutalter, unsere Ostracher Störche auf der Gaststätte "Hirsch" (sie zählen jetzt beide 13 Lenze). Und da sie in Ostrach überwintern und keinen anstrengenden Zug unternehmen, können sie auch durchaus nochmal so lang oder noch länger (siehe Riedlingen) in Ostrach Junge großziehen. Seit Anfang April sitzen sie auf ihren Eiern. Hoffentlich haben sie etwas dazugelernt und füttern und schützen ihre Jungen diesmal besser als im vergangenen Jahr. Juni: Am 11. Mai wurde vom benachbarten Kirchturm aus ins
Nest gesehen und vier Junge entdeckt. Drei Tage später wurde nochmals
von dort aus ins Nest geblickt, da ja vielleicht noch ein fünftes
geschlüpft
sein konnte. Da hatte sich die Familie aber schon reduziert: Nur noch
drei Küken tummelten sich im Horst. In den nächsten Tagen wiederholte
sich dann, was wir schon aus den letzten Jahren kennen: die Jungen starben
nach und nach, immerhin blieb dieses Jahr eines übrig. Zwar herrschte
kein gutes Wetter, aber in den benachbarten Horsten kamen trotz der Nässe
und Kälte fast alle Jungen im selben Alter durch (siehe z.B. Altshausen,
Beizkofen, Einhart, Moosheim, Ölkofen).
Denn sie können in
diesem Alter noch gut von den Eltern geschützt werden. Im Gegensatz
zum ebenfalls bei uns überwinternden "Hansi" von Riedhausen scheinen
die überwinternden Ostracher nichts dazuzulernen. Bezeichnenderweise
kamen auch die Jungen der überwinternden Biberacher Störche
sowie drei der fünf Jungen der überwinternden Saulgauer Störche
bei dem schlechten Wetter um. Es zeigte sich mal wieder, dass die Fähigkeiten
dieser Überwinterer, auch bei nicht optimalen Bedingungen Junge
großzuziehen, gegenüber denjenigen der Zieher deutlich geringer
sind. Juli: Er hat es geschafft. Obwohl bei der Beringung am 8. Juni als ziemlich klein und schmächtig befunden (der Kleine, fast fünf Wochen alt, wog nicht einmal zwei Kilogramm), kam der Ostracher Jungstorch doch noch über die Runden und fliegt mittlerweile über Dächer und Wiesen. Zwar brauchte er bis zu seinem Jungernflug über 12 Wochen, doch bleibt ihm bis zum Abflug in den Süden gerade noch etwas Zeit, um seine Flugkünste zu vervollständigen und sich etwas Reiseproviant anzufuttern. Seine Eltern werden dagegen wie immer den Winter in Ostrach verbringen. 2009: Im Ostracher
Horst auf der Gaststätte "Hirsch" sind
wieder die alten Bekannten, das in Ostrach überwinternde Storchenpaar
aus der Schweiz und aus Baden. Wie letztes Jahr brüteten sie seit
Ende März. 2008: Im Ostracher Horst ist alles beim Alten.
Seit Ende März
brüten wieder der Schweizer aus Altreu und die Badenerin aus Goldscheuer,
nun beide elf Jahre alt. Der Geburtsort des Männchens – eine
ehemalige Weißstorch-Zuchtstation - erlangt dieses Jahr Berühmtheit,
denn am 26. April wird Altreu zum europäischen Storchendorf gekürt.
Dies aufgrund der Tatsache, dass sämtliche Fütterungen zur
Brutzeit seit einigen Jahren eingestellt wurden und alle Jungstörche
hier nun natürlich und ohne Eingriffe aufwachsen. Juli: Kurz bevor sie flügge wurden sorgten die Ostracher
Jungstörche
doch noch für einige Aufregung: Der Kleinere der beiden wurde am
8. Juli bei Flugübungen durch eine Bö vom Nest abgedriftet
und landete auf der Straße vor der Gaststätte "Hirsch".
Die Wirtsleute fingen ihn ein und brachten ihn zum ansässigen Tierarzt,
wo er erstmal zwei Nächte im Stall verbrachte, um sich zu erholen.
Auf den Horst zurück konnte man ihn nicht bringen, da der zweite,
der ebenfalls noch nicht fliegen konnte, bei Annäherung an den Horst
womöglich vor lauter Panik vom Nest geflattert wäre. Da der
Bruchgelandete im Stall schließlich äußerst unruhig
wurde und auch versuchte, seine Flügel zu gebrauchen, entschloss
man sich, ihn auf der Wiese bei seinen Eltern freizulassen. Gesagt, getan.
Die Eltern hielten sich gerade auf den Wiesen bei der Laubbachmühle
auf, was nun leider ziemlich weit vom Horst entfernt ist. Zusammen mit
dem Jungen gingen sie auf Futtersuche, das Männchen flog irgendwann
zum Horst zurück, um den anderen Jungstorch zu füttern. Die
Störchin blieb bei ihrem Zögling auf der Wiese, flog zusammen
mit diesem eine Runde und landete auf dem Dach der Laubbachmühle.
Der Jungstorch versuchte, ihr zu folgen, schaffte es aber nicht auf den
Dachfirst, sondern rutschte auf dem Dach ab bis er dann an einem seitlichen
Dachfalz notdürftig einigermaßen Halt fand. Die Mutter flog
schließlich wieder zurück auf die Wiese, der Jungstorch blieb
auf dem Dach stehen, vermutlich aus Angst vor einem Hund, der sich unmittelbar
unterhalb des Dachs in einem Hundezwinger lautstark über den Besuch
beschwerte. Als es schließlich dunkel wurde, verließ die
Altstörchin das Gelände Richtung Horst, der Junge blieb auf
dem Dach zurück. Immerhin sicher vor Füchsen verbrachte er
hier die Nacht. Am nächsten Morgen holten auf Bitten von Frau Wilhelm,
der Leiterin des Naturschutzzentrums, die Hofbesitzer für kurze
Zeit ihren Hund ins Haus, was sofort Erfolg zeigte. Der Jungstorch flatterte
auf die Wiesen und fing sofort an, Nahrung zu suchen. Die Eltern ließen
sich an diesem Tag nicht in Nähe der Laubbachmühle blicken,
stattdessen erschien ein anderer, unberingter Altstorch – vermutlich
das Weibchen aus Königseggwald.
Diesem schloss sich der Jungstorch an bis es Abend wurde und die Störchin
Richtung Königseggwald
abzog. Er versuchte, ihr zu folgen, schaffte es aber nicht, sondern landete
in einem Getreidefeld, wo wir ihn wenigstens wieder problemlos einfangen
konnten, denn hier konnte ihm kein Start gelingen. Am selben Abend erfuhren
wir, dass der zweite Jungstorch inzwischen seinen ersten Rundflug um
den Horst gewagt hatte, was bedeutete, dass man nun unser "Sorgenkind"
am folgenden Morgen wieder auf den Horst zurückbringen konnte. 2007: Im Ostracher Horst, der von zwei überwinternden Störchen besetzt ist, hat sich nichts verändert. Seit Ende März sitzten die Beiden abwechselnd auf einem Gelege. Juni: Anfang Mai pellten sich die ersten Jungen im Ostracher Nest aus den Eiern und am 5. Mai wurden vom nahen Kirchturm aus schließlich insgesamt vier Junge gezählt. Die beiden Kleinsten überlebten ihre ersten Lebenswochen allerdings nicht, sie starben zwischen dem 10. und 20. Mai. Wenig später – verursacht durch die nasskalten Pfingsttage – teilten die beiden Älteren ihr Schicksal. Das fröhliche "Storchenbrunch" des Gasthofs Hirsch wird dieses Jahr wohl ausfallen. 2006: In Ostrach bleibt alles beim Alten. Die in Ostrach überwinternden Störche brüten ähnlich wie im letzten Jahr seit Anfang April auf dem Horst des Gasthof-Daches. Juni: Fünf Küken konnten dieses Jahr in Ostrach vom Kirchturm aus gezählt werden. Zuviel für die Ostracher Eltern: Nach und nach starben insgesamt drei der kleinen Störche. Zwei haben jedoch ihre kritische Zeit überstanden und bekamen am 9. Juni ihren individuellen Ring ans rechte Bein, der sie in Spanien oder wo immer man sie einmal entdecken wird als echte Ostracher ausweist. Die beiden Ostracher Nestlinge ließen sich ganz schön Zeit, ihr Nestlingsdasein zu beenden. Mitte Juli, also im Alter von fast 11 Wochen, wagten sie endlich den ersten Ausflug vom Horst und erkunden seitdem die Wiesen im Pfrunger-Burgweiler Ried. Ihre Eltern werden wieder den Winter in Ostrach verbringen. Für den Nachwuchs heißt es aber bald, Abschied zu nehmen und auf große Reise zu gehen. 2005: Die Ostracher
Störche haben wie immer den Winter gut in Ostrach überstanden,
wo sie in dieser Jahreszeit gefüttert werden. Seit Anfang April brüteten
sie. 2004: Nach den heftigen
überstandenen Horstkämpfen im letzten Spätsommer behaupten
die angestammten Ostracher Störche dieses Frühjahr wieder ihr
Nest auf dem Gasthaus Hirsch. Das fiel ihnen auch nicht schwer, da sie
ja wie in den Jahren zuvor den ganzen Winter über in Ostrach blieben
und so als erste vor Ort waren. 2003: Die Ostracher
Störche verzichteten wie letzten Winter auf die anstrengende Reise
in den Süden und ließen sich stattdessen in Ostrach durchfüttern.
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