Die Störche Oberschwabens



Zell

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2011: Nachdem in den letzten Märztagen immer wieder mal die Federfetzen beim Kampf um das Zeller Nest geflogen sind, hat sich dort die Lage inzwischen beruhigt. Seit Anfang April brütet dort das letztjährige Storchenweibchen, das 2008 in Bad Schussenried geschlüpft war. Als Partner gesellte sich zu ihr wie letztes Jahr wieder ein unberingtes Männchen.

Juni: Und jetzt scheint es diesmal nach all den erfolglosen Jahren am Zeller Ortseingang mit einer erfolgreichen Aufzucht zu klappen. Am 7. Juni konnten drei Nestlinge im Alter von knapp fünf Wochen beringt werden. Wenn auch insgesamt etwas untergewichtig müsste das Trio es eigentlich vollends schaffen in ein paar Wochen auf eigenen Füßen durchs Donautal zu staksen.

Um den 12. Juli war es dann soweit: Die drei Zellgenossen hatten sich Ausgang verordnet und begannen von da an die ersten Runden über ihrem Nest zu drehen.

2010: Vielleicht klappt es dieses Jahr tatsächlich wieder mal in Zell mit einer erfolgreichen Storchenbrut nach 21 Jahren. Seit der ersten Aprilwoche stehen im Nest ein unberingter Storch mit einem Ringstorch auf dem Pfarrhausdach am Ortseingang Zells. Der Ringstorch scheint eingefleischter Oberschwabe zu sein. Nachdem er 2008 an der Schussen in Bad Schussenried das Licht der Welt erblickte, ist er jetzt an die schöne blaue Donau übergesiedelt. Alle Zeichen standen kurz vor Beginn der letzten Aprilwoche auf Brut.

Juni: Um den 20. April wurde dann auch mit dem Brutgeschäft begonnen. Am 21. Mai wurde das erste geschlüpfte Küken beobachtet. Weitere Beobachtungen ließen jedoch keinen weiteren Nachwuchs erkennen und selbst das bereits beobachtete Küken war später nicht mehr zu sehen. Die Störche zeigten Ende Mai aber immer noch Brutverhalten. Am 10. Juni war das Zeller Nest schließlich verwaist.

2009: So wie es jetzt aussieht, bekommen die Zeller dieses Jahr doch noch ihr Storchenpaar aufs Pfarrhausdachnest, das immerhin 19 Jahre lang verwaist war.
Ausgangs Winter wurde von Herrn Wolfgang Schröppel und Helfern in Zell das bisherige Nest auf dem Pfarrhausdach versetzt und erneuert. Es dauerte nicht lange und schon wurde die neue Behausung von einem Storchenmann aus dem oberschwäbischen Grasbeuren und einer Störchin aus dem nordbadischen Rußheim bezogen. Die beiden ließen es sich dort erst mal recht gut gehen und es wurde fleißig Hochzeit gefeiert. Das junge Glück passte aber manchen Artgenossen überhaupt nicht. Sie griffen das Nest in Zell mitsamt dem Paar mehrmals an, die Störenfriede konnten jedoch jeweils unerkannt entkommen. Die Folge der Angriffe war, dass das Zeller Paar Reißaus nahm und sich im benachbarten Daugendorfer Nest niederließ.
Nach mehreren Tagen storchenloser Zeit tauchten auf den Zeller Wiesen plötzlich acht fremde Störche auf. Vermutlich stammten aus dieser Gruppe die beiden unberingten Störche, die man jetzt ab und zu auf dem Zeller Nest beobachten konnte. Nachdem es anfänglich so aussah, als hätte das Paar feste Absichten sich für längere Zeit auf dem Nest einzurichten, war der Storchenhorst am Zeller Ortseingang nach ein paar Tagen doch wieder auf Dauer verwaist.


2008: Seit Jahren thront das Nest am Ortseingang von Zell storchenlos über dem Donauknie. Dieses Jahr war dieses Nest wenigstens zeitweise von einem Einzelstorch besetzt. Ein Anzeichen, dass 2009 der Zeller Storchenhorst möglicherweise dauerbesetzt wird?




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