Die Störche Oberschwabens



Daugendorf


Daugendorf

Daugendorf


2011: Um den 08. März kam das letztjährige Daugendorfer Storchenpaar aus den Winterferien zurück und begann sofort und ernsthaft mit den Ausbesserungsarbeiten am Sommerquartier auf der Zehntscheuer. Darauf folgten die hoffentlich fruchtbaren Verichtungen die am Beginn jeder Fortpflanzungsperiode stehen und seit den ersten Apriltagen wird gewissenhaft das Brutgeschäft betrieben.

Juni: Der Mai war gekommen und kurz darauf schlüpften im Nest auf der Zehntscheuer mindestens zwei Storchenküken, die einmal mehr unter Mithilfe der Mannen Markus und Thomas Steinhardt sowie Stefan Lorencic von der Riedlinger Feuerwehr Anfang Juni beringt wurden.

Anfang Juli verließ das Jungstorchpaar zu 100 Prozent das Dachnest der Zehntscheuer zum ersten Mal für kurze Rundflüge.

2010: Etwas unentschlossen wirkte im Hinblick auf die Nestwahl das letztjährige Daugendorfer Brutpaar nach der Rückkehr ins heimische Donautal in der letzten Märzwoche. In die engere Wahl der neuen Heimstatt fielen anfangs die Nester in Zwiefaltendorf, Zell und Daugendorf, die nacheinander und mehrfach von den Störchen ausprobiert wurden. Schließlich entschied man sich für das Daugendorfer Nest, das erst im Februar auf Initiative von Herrn Dr. Kieferle (NABU Riedlingen) runderneuert bzw. ganz neu auf der Zehntscheuer montiert wurde. Das Paar brütet im neuen Nest seit Anfang April.

Juni: Nach 61 Jahren verbringen wieder Storchenküken ihre ersten Lebenstage in einem Daugendorfer Nest. Seit den ersten Maitagen sitzt der dreiköpfige stramme Nachwuchs auf dem Dach der Zehntscheuer und scheint sich pudelwohl zu fühlen.

August: Die drei konnten am 10. Juni planmäßig beringt werden und waren auch noch eine Woche später zu Dritt im Nest. Ab Anfang Juli war allerdings nur noch ein Jungstorch zu sehen, seine Geschwister waren spurlos verschwunden. Flügelschlagend bereitete sich der junge Einzelstorch gegen Ende Juli noch im Nest stehend auf den ersten Rundflug vor.

2009: "Alljährlich von 1934 bis 1949 je ein besetzter Horst in Daugendorf", so steht´s zu lesen in den Aufzeichnungen zur historischen Verbreitung des Weißstorchs in Württemberg. Die Aufzeichnungen können ergänzt werden um das Jahr 2009: Nach 60 Jahren wieder ein besetzter Horst in Daugendorf. Und das kam so: Ausgangs Winter wurde von Herrn Wolfgang Schröppel und Helfern in Zell das bisherige Nest auf dem Pfarrhausdach versetzt und erneuert. Es dauerte nicht lange und schon wurde die neue Behausung von einem Storchenmann aus dem oberschwäbischen Grasbeuren und einer Störchin aus dem nordbadischen Rußheim bezogen. Die beiden ließen es sich dort erst mal recht gut gehen und es wurde fleißig Hochzeit gefeiert. Das junge Glück passte aber manchen Artgenossen überhaupt nicht. Sie griffen das Nest in Zell mitsamt dem Paar mehrmals an, die Neider konnten jedoch jeweils unerkannt entkommen. Die Folge war, dass das Zeller Paar Reißaus nahm und sich im benachbarten Daugendorfer Nest niederließ. Dort brüteten sie seit dem 10 April.
Juni: Das Brutgeschäft verlief insgesamt ohne größere Zwischenfälle. Dann schlugen aber die Vorboten der Eisheiligen kurz vor dem Schlupf der Küken am 9. Mai mit ganzer Wucht zu: Über Daugendorf zogen kurzfristig heftige Regenschauer begleitet von gewaltigen Sturmböen hinweg. Das Nest auf der Zehntscheuer wurde regelrecht zerfetzt. Als das Unwetter abgezogen war, lagen zerbrochene Storcheneier am Boden unterhalb des Nestes und die Altstörche hatten das Weite gesucht.



Startseite