Die Störche Oberschwabens



Markdorf



2018: Auch die Weißstorch-Paare in und um Markdorf nehmen langsam, aber stetig von Jahr zu Jahr zu. Die hier ansässigen Paare (Schloss, Eisweiher, Lettenhof, Hepbach-Leimbacher Ried) brüteten bis vor wenigen Jahren im Abstand von jeweils ein bis zwei Kilometern voneinander entfernt. Im Jahr 2016 ließ sich jedoch auf einmal ein zweites Paar im Hepbach-Leimbacher Ried nieder und seitdem vergrößert sich der dortige Bestand jedes Jahr um ein Paar, so dass sich dort mittlerweile fast schon eine Klein-Kolonie gebildet hat.
Im Hepbach-Leimbacher Ried brüteten 2018 also vier Paare: zwei Paare auf den schon 2017 belegten Hochspannungsmasten innerhalb des NSGs und randlich außerhalb (letzterer 2017 neu besetzt), ein Paar auf der Pappel sowie ein neues Paar auf einer alten Nistplattform auf einem Pfahl inmitten des Rieds. Die Nistplattform steht zwar schon lange, war aber nie von einem Brutpaar genutzt worden (Störche, die sich hier ansiedeln wollten, wurden gewöhnlich vom ansässigen Paar bekämpft). Auf der Pappel brüteten 2018 dieselben Störche wie 2017 und 2016 (das ehemalige Schlosspaar), den Hochspannungsmast innerhalb des Rieds nahmen ebenfalls die dortigen altbekannten Störche ein (der Schweizer und die Niederbayerin), auf dem 2017 neu besetzten Hochspannungsmast am Rand des Gebiets gab es allerdings einen Personalwechsel: hier wurde einer der beiden unberingten Störche von einem dreijährigen Storch (oder Störchin) aus Deisendorf abgelöst. Auch ein Vogel des neuen Pfahlhorst-Paares trägt keinen Ring, der andere ist zwei Jahre alt und stammt aus Weildorf bei Salem.
Die Paare am Lettenhof bei Kluftern, am Eisweiher und auf dem Schloss sind dieselben wie im Jahr zuvor.
Drei der alteingesessenen Markdorfer Paare hatten vier Junge, die auch den Ausflug schafften: Hepbach-Leimbacher Ried Pappel, Eisweiher und Lettenhof. Diese zwölf Jungvögel konnten auch beringt werden, und in jedem der drei Horste war auch mindestens ein Jungvogel dabei, der dreieinhalb Kilogramm auf die Waage brachte. Richtige Brummer waren die Jungstörche vom Lettenhof. Hier wog der Kleinste (!) dreieinhalb Kilogramm, der Zweitjüngste 3,8 Kilogramm und die beiden Ältesten 4,2 und 4,6 Kilogramm! In den Schnäbeln fand man Wurstreste von der nahen Mülldeponie. Tja, da heißt es: Brigitte-Diät, sonst wird´s nix mit Fliegen (oder der versuchte Jungfernflug endet mit einem Bauchpflatscher direkt unterhalb des Horstes). Prompt war auch der Dickste derjenige, der am längsten auf dem Nest hockte.
Die Störche auf dem seit 2017 besetzten Hochspannungsmast im Hepbacher-Leimbacher Ried brachten drei Junge zur Welt, die ebenfalls alle den Ausflug schafften. Drei Junge schlüpften auch auf dem neuen Pfahlhorst im Ried und auf dem Schloss. In diesen beiden Horsten wurden jedoch jeweils nur zwei Junge flügge. Auf dem Schloss, wo fünf Eier gelegt worden waren, zerbrach eines am 5. April, aus einem Ei schlüpfte nichts und von den drei geschlüpften Jungen wurde das Jüngste im Alter von einer Woche lebend aus dem Nest geworfen (die Altstörche hatten wohl so gar keine Lust auf große Familie). Man weiß das alles so genau, weil eine Kamera in Schlossnest schaut (siehe Markdorfer Storchenseite und webcam).
Ein Junges schließlich wurde im Nest des Schweizers und der Niederbayerin auf dem Hochspannungsmast im NSG Hepbach-Leimbacher Ried groß. Auch hier war mindestens ein weiteres geschlüpft, er starb jedoch im Alter von ca. drei Wochen.

Auch in Markdorf haben wir engagierte ehrenamtliche Mithilfe bekommen. Die Störche von Markdorf, Efrizweiler und Stetten bei Meersburg werden seit diesem Jahr von Frau Ira Brzoska beobachtet und auch beringt.

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