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Die Störche Oberschwabens |
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Hasenweiler
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| 2011: Obwohl im letzten Jahr erstmalig ein guter Bruterfolg in Hasenweiler zu verzeichnen war – es wurden drei Junge groß – , ist das unberingte Weibchen dieses Frühjahr nicht in Hasenweiler erschienen. Ist ihr etwas zugestoßen? Das Männchen vom Affenberg ist jedenfalls seit Anfang März wieder da, konnte sich anfangs jedoch wieder nicht zwischen den verschiedenen mittlerweile in Hasenweiler von ihm selbst gebauten Wohnungen entscheiden. Schließlich wurde von ihm wieder der letztjährige Horst auf dem Mast im Ortskern unterhalb der Kirche bezogen. Drei Wochen blieb er allein, dann endlich interessierte sich eine Storchendame für ihn (oder seinen Horst?). Es handelt sich um ein blutjunges Mädel aus dem Kurort Bad Buchau, gerade mal zwei Jahre alt. Die Störchin hat eine leicht scherenförmig verbogene Schnabelspitze, die Deformierung des Schnabels wurde schon bei der Beringung festgestellt. Sie kann ganz gut mit diesem Handicap umgehen, das Fangen von Kleinnahrung dürfte ihr aber schwerfallen, was möglicherweise für die Jungenaufzucht von Nachteil ist. Juni: Anfang Mai schlüpften drei Junge., von denen zwei durchkamen Mit Hilfe der Wilhelmsdorfer Feuerwehr konnten sie Mitte Juni beringt werden, beide erwiesen sich dabei als leicht untergewichtig. Anfang August: Mitte Juli entschlossen sich die Hasenweiler Jungstörche zu ihrem ersten Flug. Am 2. August wurden sie zusammen mit ihren Eltern, den Esenhausener Jungstörchen und noch einigen anderen "Grünschnäbeln" (darunter auch der Altshauser und die Ebenweiler Jungstörche) beim Futtern auf den Auhöfer Wiesen gesehen. Man sammelt sich also bereits zu kleinen Trupps. Die Jungen unterscheiden sich jetzt von den Altstörchen übrigens kaum noch. Beine und Schnabel färben sich bereits rot, allerdings hat das Rot der Beine noch einen leichten Graustich und der Schnabel meist noch eine schwärzliche Spitze. 2010: Nach dem letztjährigen Desaster (die Hasenweiler Jungen
waren bei einem Sturm aus dem Nest gekippt worden), war nicht sicher,
ob die Störche ihren Horst wieder beziehen würden. Sie taten
es auch nicht, obwohl sie kurzzeitig mal darauf gesichtet wurden. Trotzdem
hat Hasenweiler seine Störche wieder, die Horstbelegung ging aber
ziemlich chaotisch von sich. Aber von vorn: Juni: Seit ca. 10. Mai tummeln sich drei Junge im Hasenweiler Horst. Und da der Mast sehr stabil ist und auch durch die umliegenden Häuser gut geschützt, wird ihnen mit Sicherheit nicht dasselbe Schicksal beschert sein wie den Letztjährigen. Den "grünangestrichenen Mai-Winter" haben sie jedenfalls schon mal gut überstanden, und wenn die Eltern genug Futter finden – was um Hasenweiler allerdings nicht ganz so einfach ist – und das Wetter einigermaßen mitspielt, können sie in der zweiten Juniwoche beringt werden. Die Anwohner müssen sich zu diesem Ereignis allerdings auf eine kurzzeitige Stromabschaltung einstellen, denn der Mast wurde von der EnBW bisher nicht gesichert. Auch die Anfahrt mit der Drehleiter wird im engen Dorfkern alles andere als einfach werden. Juli: Dank der Kooperationsbereitschaft der EnBW und der
Anwohner, die einen Zufahrtsweg etwas freischneiden mussten und auch
einen einstündigen Stromausfall in Kauf nahmen, konnte der Hasenweiler
Horst am Morgen des 15. Juni ohne Probleme angefahren werden, und das
Storchentrio erhielt seine Personalausweise in Form der schwarzen ELSA-Ringe
mit der weiß eingravierten persönlichen Nummer. Obwohl die
Drei ihre kritische Zeit zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz überstanden
hatten (der Größte wog allerdings schon stattliche 3,2 kg), überlebten
sie alle die bereits einen Tag darauf einsetzende Schafskälte mit
Dauergüssen und sehr niedrigen nächtlichen Temperaturen. Der
Horst bietet an seinem Standort eigentlich keinen idealen Überblick
für die Storcheneltern, doch den Jungen kam der Schutz durch Bäume
und Höfe bei diesem ziemlich scheußlichen Wetter vermutlich
zugute. 2009: Im Vegleich zum letzten Jahr geht es dieses
Frühjahr
in Hasenweiler wirklich ruhig zu. Am 1. März kam das angestammte
Männchen (gebürtig 2003 auf dem Salemer
Affenberg) aus dem
Winterquartier zurück. Lange Zeit geschah erstmal gar nichts. Bei
jeder Nestkontrolle stand der Storch einsam auf seinem Horst. Wo blieb
seine Französin vom letzten Jahr? Dann endlich am 1. April gesellte
sich ein Weibchen zu ihm, allerdings war es nicht die Französin,
sondern eine recht große Störchin, die keinen Ring trägt.
Trotz der späten Ankunft der Störchin sieht es im Hasenweiler
Horst mittlerweile verdächtig nach einer Brut aus. Juli: Anscheinend trauen die Störche ihrem Horst nicht mehr, was ja auch bei dem erlebten Desaster kein Wunder ist. Sie bauen sich ein Nest auf einem Niederspannungsmast in unmittelbarer Nachbarschaft. 2008: Turbulenzen und Kämpfe in Hasenweiler! Juli: Zwar waren die beiden Jungstörche bei der Beringung ähnlich entwickelt, doch während der Erste sich bereits am 15. Juli vom Nest wagte, versprachen die am 17. Juli beobachteten, noch recht unsicheren Flugübungen des Zweiten nicht gerade seinen baldigen Start. Mittlerweile sollten die Flugkünste der Beiden jedoch perfekt sein, denn bald geht es auf große Reise. 2007: In Hasenweiler brütet seit Anfang April dasselbe Paar wie im letzten Jahr: das Männchen vom Salemer Affenberg zusammen mit der Schweizer Störchin, beide nun vier Jahre alt. Aber auch hier gab es zuvor einen Kampf ums Nest. Ein nun zweijähriges Storchen-Männchen mit der Ringnummer A 4500 aus Salem, das sich schon im letzten Jahr im August auf den Fleischwangener Wiesen verköstigte, machte seine Runde in den Horsten südlich des Pfrunger-Burgweiler Rieds. Zuerst ließ er sich im Wilhelmsdorfer Horst nieder, wurde aber dort wohl vom angestammten Wilhelmsdorfer Storch vertrieben und versuchte es daraufhin Anfang März in Hasenweiler. Mitte März kam jedoch auch hier der Horstinhaber zurück und forderte seinen Horst ein. Jetzt ist A 4500 in Zogenweiler, wo er endlich Glück hatte und nun mit einer unberingten Storchendame, möglicherweise der letztjährigen Zogenweiler Brutstörchin eine Familie gründet. Juni: In Hasenweiler schlüpften doch tatsächlich Anfang Mai sage und schreibe fünf Junge; bei den sehr begrenzten Nahrungsverhältnissen in der Gegend kein einfaches Los für die Eltern. Es war ihnen dann wohl auch nicht möglich, genügend Futter für die vielen Schnäbel heranzuschaffen. Unterernährt überlebten die meisten der Küken schon die einzelnen regnerischen Tage Mitte Mai nicht, und so wurde schon am 20. Mai nur noch ein einziges überlebendes Junges im Nest gesichtet. Dass dieses nun allein die Fürsorge und den Schutz seiner Eltern in Anspruch nehmen konnte, war sicherlich sein Glück. Als einer der wenigen Jungstörche überhaupt überlebte er das Katastrophenwetter um Pfingsten. Störche in Oberschwaben, die etwa in seinem Alter waren, überlebten dieses Wetter fast nur als Einzelkinder, die gut von ihren Eltern gewärmt werden konnten und sämtliche Nahrung für sich beanspruchen konnten. Der Jungstorch in Hasenweiler erhielt am 6. Juni seine Kennzeichnung, den schwarzen ELSA-Ring mit weißer Schrift, an dem wir ihn in Zukunft jederzeit identifizieren können. Mitte Juli traute er sich das erste Mal vom Nest und ist seitdem zusammen mit seinen Eltern auf den Wiesen bei Hasenweiler bei der Futtersuche zu sehen. Denn jetzt heißt es: Kräfte sammeln und Flugkünste vervollständigen für den baldigen Flug in den Süden. 2006: In Hasenweiler wird tatsächlich dieses Jahr zum erstenmal gebrütet. Das Salemer Männchen, das sich schon das gesamte letzte Frühjahr und auch im Sommer in Hasenweiler aufhielt, kehrte am 19. März aus seinem Winterquartier nach Hasenweiler zurück. Seine letztjährige, unberingte Gattin ließ sich jedoch nicht blicken. Stattdessen erschien am 26. März eine Schweizer Störchin und vermählte sich mit ihm. Nach Beobachtungen einer Anwohnerin sind die Beiden sehr verliebt, sie waren vor Beginn des Brutgeschäfts unzertrennlich und verbrachten nahezu jede Minute gemeinsam auf den Wiesen oder im Nest. Seit Anfang April brüten sie. Juni: Die Hasenweiler Störche lassen es bei ihrer ersten Brut erstmal langsam angehen: Ein einziger Jungstorch wird aufgezogen, was angesichts des ziemlich begrenzten Nahrungsangebots um Hasenweiler sicher kein Fehler ist. Das Küken schlüpfte Mitte Mai und hat die verfrühte und ziemlich heftige diesjährige Schafskälte gut überstanden. Als das Hasenweiler Einzelkind ein Alter von ca. 5 Wochen erreicht hatte, erhielt es seinen Personalausweis. Es erwies sich bei der Beringung als kräftiger Jungvogel von nahezu 3 kg. Gerade nochmal so lang dauerte es, bis der Jungstorch - nun fast so groß wie seine Eltern und nur noch an der grauen Schnabelspitze und den teilweise noch gräulichen Beinen zu erkennen – sich zu seinem Jungfernflug in die Lüfte erhebte. Hoffen wir, dass er sein erstes Lebensjahr gut übersteht (die noch unerfahrenen Störche sind auf dem Zug und leider auch bei uns immer noch vor allem durch Freileitungen stark gefährdet und viele überleben ihr erstes Jahr nicht) und er in ein paar Jahren selbst in einem Nest Oberschwabens oder auch anderswo brüten wird. 2005: Hasenweiler,
nahe bei Zußdorf gelegen, erhielt in
diesem Jahr erstmals Besuch von Störchen mit festen Absichten. Ein
Paar, ein Unberingter und ein zweijähriger in Salem-Affenberg
geborener Storch – der sich übrigens schon im letzten Spätsommer
zusammen mit einem ganzen Trupp im Pfrunger-Burgweiler Ried bei Riedhausen
herumgetrieben hatte – beschloss, auf einem Elektromasten beim Pfarrhaus
inmitten des Orts ein Nest zu bauen. Da der Mast nur schwierig zu sichern
war, stellte der Bauhof kurzerhand einen geschälten Baumstamm nahe
beim erwählten Masten auf und befestigte darauf eine Nistunterlage.
Vermutlich aufgrund der doch schon recht fortgeschrittenen Zeit, wurde
jedoch nicht mehr gebrütet. Die Störche halten sich noch in
der Gegend auf. Ob es nächstes Jahr Storchenjunge in Hasenweiler
geben wird? |