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Die Störche Oberschwabens |
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Esenhausen
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Foto: Pia Wilhelm 2011 Juni: Bisher scheint die Jungenaufzucht im Esenhausener Horst tatsächlich zu gelingen. Zwar ist von den drei anfang Mai geschlüpften Jungstörchen eines gestorben, aber die beiden anderen halten gut durch und sollen am Abend des 14. Juni beringt werden. Anfang August: Das schöne Wetter mit den oft guten Aufwinden ist der Versorgung des Esenhausener Nachwuchses sehr förderlich gewesen. Die Eltern konnten Futter auch aus weiter entfernten Nahrungsgründen holen, und die Jungen gediehen prächtig. Bei der Beringung zeigten sie ein für ihr Alter optimales Gewicht. Im Juli wurden die beiden flügge, und jetzt wird es nicht mehr lange dauern bis sie dem Rotachtal den Rücken kehren und sich auf ihren ersten Zug begeben. 2010: Fast 10 Tage früher als 2009 erschien dieses Jahr der Horstinhaber
von Esenhausen, nämlich schon am 18. Februar. Er musste dann allerdings
doch sehr lange auf Gesellschaft warten, nämlich bis zum 24. März – und
dann spielte sich Ähnliches ab wie im vorigen Jahr: Juni: Um den 10. Mai schlüpften die ersten Storchenjungen in Esenhausen, insgesamt wurden es vier. Regen und Kälte bis zum 19. Mai überstanden sie zwar, aber ein bis zwei Tage später waren alle Jungen tot. Was war passiert? Es wird vermutet, dass alle Jungen an einer Schimmelpilz-Infektion umgekommen sind, die vor allem geschwächte Junge im Alter von ein bis zwei Wochen befällt und meistens den Tod aller Jungen eines Horstes zur Folge hat. Befallen wird die Lunge der Vögel. Zwei tote Junge wurden von Frau Ott (die Zimmerei Ott ist unmittelbar benachbart) aufgesammelt und konnten so in die Tierärztliche Untersuchungsanstalt nach Aulendorf gebracht werden. Der Untersuchungsbefund steht noch aus. Dasselbe ist übrigens fast zeitgleich in Riedhausen und in Illmensee geschehen. Auch diese toten Jungstörche werden derzeit untersucht. Das nasskalte Wetter ist mit ziemlicher Sicherheit nicht für den Tod der Störche verantwortlich (obwohl es durch Schwächung der Küken und Förderung der Pilze durch Feuchtigkeit natürlich zum Befall beigetragen hat), denn in benachbarten Horsten (z.B. Hasenweiler, Zußdorf, Fleischwangen) überstanden sämtliche Jungen die üble Witterung. Außerdem sterben die Jungen bei Schwächung durch Nässe und Nahrungsmangel nach und nach (zuerst das Kleinste) und nicht so plötzlich wie es jetzt in Esenhausen und Riedhausen der Fall war. Juli: Die Untersuchung hat keinen Hinweis auf eine Infektion mit Schimmelpilzen ergeben. Vielmehr spricht der Befund für Unterernährung und eine chronische Unterkühlung als Todesursache. Der Magen war prall mit Pflanzenfasern gefüllt, weshalb eine Futteraufnahme auch nach der Kälteperiode trotz besseren Nahrungsangebots schwierig blieb. Konsequenz kann nur das Verbessern der Nahrungsgebiete in unmittelbarer Horstnähe sein, damit die Eltern auch bei Schlechtwetter ihre Jungen mit Futter versorgen können. 2009: Dieses Frühjahr war die Sache für den Storchenmann A4500
von Anfang an klar. Er würde wieder auf dem Pfahlhorst in Esenhausen
brüten, wo er letztes Jahr immerhin erfolgreich drei Junge großgezogen
hatte. Am 27. Februar erschien er in Esenhausen zusammen mit einer Storchendame,
die jedoch offensichtich nicht seine Gattin vom letzten Jahr war, denn
sie trug keinen Ring. Zwischen Mitte und Ende März (das genaue Datum
ist nicht bekannt, denn von den Anwohnern wurde kein Kampf beobachtet)
kam die letztjährige Angetraute, eine in Zußdorf gebürtige
Störchin, jedoch aus dem Süden zurück und vertrieb kurzerhand
die Unberingte. Jetzt tut man so, als ob nix gewesen wäre, und brütet
seit Anfang April. Juli: Am 9. Juni erhielt der Esenhausener Jungstorch seinen Personalausweis ans linke Bein, den schwarzen ELSA-Ring mit der weißen Nummer. Im Zuge dieser Aktion, bei der die Feuerwehr wieder tatkräftig mithalf, wurde im Horst dann auch noch ein weiteres Ei entdeckt, das vermutlich nicht befruchtet war. Dem Einzelstorch geht es prima, gut genährt ist er schon so groß wie seine Eltern und kaum noch von diesen zu unterscheiden. Am 15. Juli war es dann soweit. Erstmals schwang er sich in die Lüfte, verließ den sicheren Horst und gesellte sich zu seinen Eltern auf die Wiese, um dort selbst nach Würmern, Heuschrecken und Mäusen zu suchen. Denn Futter zu finden muss erstmal gelernt sein. Bis zum Wegzug im August hat er ja noch etwas Zeit, so dass er auch seinen Flugkünste noch den letzten Schliff geben kann. 2008: Man ist sie ja
langsam schon gewöhnt, die Turbulenzen bei
den Störchen rund ums Pfrunger-Burgweiler Ried. Wobei es in diesem
Frühjahr in Esenhausen besonders hoch herging. Juli: Alle drei Esenhausener Jungen haben ihre kritische Zeit gut überstanden. Mit ihrem ersten Ausflug vom Nest ließen sie sich aber reichlich Zeit. Das war auch gut so, denn eine seit diesem Jahr vor ihrem Horst vorbeiführende Leitung konnte leider nicht rechtzeitig vor ihrem Ausflug in die Erde verlegt werden und stellt eine erhebliche Gefahr für die Jungstörche dar, insbesondere, wenn diese noch recht unsicher fliegend den Horst Richtung Nahrungsgebiet verlassen. Seit 20. Juli sind die Jungen flügge und bisher ist zum Glück alles gut gegangen. Hoffen wir, dass sich auch in den nächsten Tagen keiner der Jungstörche am Leitungsseil verletzt, denn der Zeitpunkt ihres Abzugs gen Süden ist ja nicht mehr fern.
2007: In Esenhausen gab es wie dieses Jahr in vielen
anderen oberschwäbischen
Nestern einen Wechsel des Weibchens. Die Zußdorfer Störchin,
die letztes Jahr ihr Männchen und ihre Jungen verlor, entschloss
sich, den Ort ihrer schlechten Erfahrungen zu verlassen und nach dem
benachbarten Esenhausen umzuziehen. Juni: Die Esenhausener Jungstörche – drei an der Zahl – schlüpften
in den ersten Maitagen. Das Nesthäkchen überlebte gerade mal
zwei Wochen und wurde dann tot aus dem Nest geworfen, ein Zeichen, dass
die Nahrungsgebiete für die Weißstörche in Esenhausen
sehr zu wünschen übrig lassen. Auch die übrigen beiden
kamen nicht durch. Sie fielen dem nasskalten, stürmischen Pfingstwetter
zum Opfer. 2006: Die Gegend um Wilhelmsdorf südlich des Pfrunger-Burgweiler Rieds scheint Störche in letzter Zeit magisch anzuziehen. Nach den Neubesiedlungen von zuerst Zußdorf und dann im letzten Jahr Hasenweiler erwählten sich dieses Jahr Störche einen Niederspannungsmast in Esenhausen zu ihrem Domizil. Das Männchen ist ein Schweizer, das Weibchen ist unberingt. Die Beiden scheinen oft recht nervös, zischen, klappern und pumpen mit den Flügeln, wenn Artgenossen selbst in großer Höhe über ihren Horst Richtung Pfrunger-Burgweiler Ried dahinziehen; ob sie daher mit ihrer Wahl glücklich werden? Für eine Aufbesserung der Nahrungsgebiete bei Esenhausen soll jedenfalls gesorgt werden. Ende April schritten die Esenhausener Störche zur Tat und fingen an zu brüten. Ende Mai schlüpften die ersten Jungen, es sind jetzt insgesamt drei an der Zahl. Sehr gut beobachten kann man die Esenhausener Storchenfamilie von Haus und Garten der Landmetzgerei Strobel, weshalb die kleinen Störche Anfang Juni auch schon zu Fernsehstars wurden. Das Nesthäkchen im Esenhausener Horst hat seine Nestlingszeit leider nicht überlebt. Es starb im Alter von ca. 3 Wochen vermutlich an Nahrungsmangel und wurde aus dem Nest geworfen. Den beiden anderen geht es jedoch gut. Sie konnten als letzte der diesjährigen oberschwäbischen Jungstörche am 5. Juli beringt werden; das freudige Ereignis wurde mit einem Imbiss und Umtrunk, spendiert von der Metzgerei Strobel im Garten der Strobels gefeiert. Am Sonntag, den 6. August wagten sich die Beiden dann erstmals vom Nest und erkundeten die Umgebung. Noch werden sie von den Eltern gefüttert, doch sollten sie jetzt schnell lernen, sich selbst zu versorgen, denn bis zum Wegzug in den Süden bleibt ihnen nicht mehr viel Zeit. |