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Die Störche Oberschwabens |
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Fleischwangen
Fotos 2008 von Georg Steinhauser:
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| 2011: Schon seit Anfang Februar war immer wieder ein mit einem Alu-Ring am linken Bein gekennzeichneter Storch am Fleischwangener Nest gesichtet worden. Makellos sauberes Gefieder deutete auf einen Überwinterer hin. Vermutlich handelte es sich um den Riedhausener "Hansi", dem sein eigenes Nest nicht mehr ganz geheuer war (es war aufgrund des plötzlichen Tods der Jungen zum wiederholten Male abgetragen und die Nestunterlage gründlich desinfiziert worden). Schon Tage vor der Ankunft der Horstinhaber ließ sich dieser Storch jedoch nicht mehr blicken. Juni: Vier kleine Störche erblickten Ende April im Fleischwangener Horst das Licht der Welt. Der kleinste bekam nicht genug Nahrung und starb im Alter von 1-2 Wochen. Die übrigen drei erwiesen sich bei der Beringung im Alter von sechs Wochen jedoch als gut im Futter, sie wogen zwischen 3,2 und 3,5 kg. Nässe und Kälte können ihnen nichts mehr anhaben. Wie immer organisierten die Wohlwenders zum Anlass der Beringung ein kleines Fest, das bei der Bevölkerung stets großen Anklang findet. Es wurden Reden geschwungen, es wurde gegessen und getrunken, und die Bürger erfuhren manch Interessantes über das Storchenleben in Oberschwaben. Anfang August: Genau neun Wochen waren die Fleischwangener Jungstörche alt, als sie sich das erste Mal vom Nest wagten und sich den Lüften anvertrauten. Man schrieb den 23. Juni. Genug Zeit also, das Fliegen zu perfektionieren und sich noch etwas Fett auf die Knochen zu futtern, bevor das große Abenteuer beginnt. Schon Ende Juli verließ der Nachwuchs endgültig den elterlichen Horst und ward in Fleischwangen nicht mehr gesehen. Derzeit vermutlich noch auf Erkundungstour in der Umgebung, werden sie wohl demnächst mit den anderen Jungstörchen Süddeutschland den Rücken kehren und sich die weite Welt anschauen. 2010: Am 21. Februar erschien die unberingte Fleischwangener
Brutstörchin
an ihrem Horst auf dem Pferdestall der Wohlwenders. Fast pünktlich
am 26. Februar (2009 am 27. Februar) kam dann auch ihr Gatte in Fleischwangen
an. Juni: Recht früh, nämlich ca. am 26. April, schlüpften die ersten beiden kleinen Störche in Fleischwangen. Wenige Tage später gesellte sich ihnen noch ein drittes hinzu. Damit war die Familie diesmal komplett. Die Eltern versorgten ihre Jungen während der kalten Tage mit "Capri-Sonne" und Werbeprospekten (zahlreich bei der Beringung im Horst gefunden; Afrika-Reiseprospekte waren allerdings keine dabei, fanden sie wohl etwas verfrüht), so dass es ihnen an nichts mangelte. Tatsächlich sahen sie am 31. Mai, als sie mit Hilfe der Altshauser Feuerwehr ihren Personalausweis erhielten, recht gut aus und brachten zwischen 2,4 und 2,8 kg auf die Waage. Zahlreiche Storchenfreunde trafen sich wieder unterhalb des Horstes und freuten sich über die gute Nachricht. Während über das Fleischwangener Storchenleben und andere Begebenheiten in der Storchenwelt Oberschwabens erzählt wurde, verschwanden Würstchen, Kuchen und Frau Wohlwenders berühmte "Storcheneier" in den Mägen. Ein Altstorch stand oben bei seinen Jungen und wunderte sich etwas, vor allem wo war sein ganzes Lesematerial hingekommen? Juli: Putzmunter ist sie, die Fleischwangener Familie. Am 2. Juli schon erhob sich der erste Jungstorch in die Lüfte, und eine Woche später war das Nest erstmals leer. Fehlentwicklungen am Gefieder sind dieses Jahr nicht festzustellen, alle fliegen tadellos. Manchmal kann man die komplette Familie auf dem Kirchturm versammelt sehen, die beiden Altstörche auf den Kreuzen rechts und links, die drei Jungstörche in einer Reihe dazwischen auf dem First, ein wunderschönes Bild. Lange wird es die Jungen aber nicht mehr in Fleischwangen halten. Bald kommen die ersten Jungstorchtrupps vorbei und werden sie mit auf die Reise nehmen. 2009: Wieder recht
früh, am 14. Februar, besetzte das unberingte
Fleischwangener Weibchen (ziemlich sicher dasselbe wie im letzten Jahr,
denn es handelt sich bei dieser um eine in Süddeutschland überwinternde
Störchin) den Horst bei Wohlwenders. Während sie sich allerdings
Anfang des letzten Frühjahrs ohne Scheu zum Riedhausener Überwinterer
"Hans" zur Fütterung gesellte, tat sie sich Anfang diesen
Frühjahrs regelmäßig
am Napf einer Fleischwangener Katze gütlich. Juli: Bei der Beringung, zu der wieder viele Besucher erschienen
waren, gab es dann noch eine kleine Überraschung. Vom Gerüst
der benachbarten Kirche aus hatte Herr Trautmann im Mai ins Storchennest
fotografiert, und auf diesen Fotos, ausgestellt beim Beringungsfest,
waren eindeutig fünf Jungstörche zu erkennen! Es ist erstaunlich,
wieviele Fünfer-Bruten es dieses Jahr in Oberschwaben gibt (bzw.
muss man leider sagen: "gab", denn mit Ausnahme der Beizkofener
Brut sind in all diesen Horsten ein Teil der Jungen, teilweise auch alle
Jungen umgekommen). 2008: Sehr früh,
schon am 5. Februar, kam die unberingte Fleischwangener Brutstörchin
in diesem Frühjahr an ihrem Horst an. Allein war
es ihr auf dem Nest wohl zu langweilig, und so nutzte sie die Zeit bis
zur Ankunft ihres Gatten, um sich mal an anderen Orten umzuschauen. So
erschien eine unberingte Störchin noch am selben Tag in Riedhausen und
ließ sich hier sogleich bereitwillig mit "Hansi" (dem
in Süddeutschland überwinternden Brutstorch) durchfüttern,
was darauf schließen lässt, dass sie solches gewohnt war.
Wahrscheinlich handelt es sich also um eine ebenfalls bei uns überwinternde
Störchin, worauf auch das frühe Ankunftsdatum hinweist. Gegen
Ende Februar erschien dann eine unberingte Störchin in Hasenweiler (etwa zum selben Zeitpunkt kam die Riedhausener Brutstörchin zurück)
und zettelte mit der gleichzeitig ankommenden Hasenweiler Brutstörchin
einen Kampf an, bei der die Zugstörchin unterlag (siehe Hasenweiler).
Vermutlich handelte es sich ebenfalls um die Fleischwangenerin, denn
zum selben Zeitpunkt als diese Unberingte wiederum von einer anderen
Störchin aus Hasenweiler vertrieben wurde (Kampf Mitte März),
erschien die Fleischwangener Brutstörchin wieder in Fleischwangen,
um nun endlich auf ihrem eigenen Horst zu bleiben. Noch im Februar schaute
die Störchin übrigens immer mal wieder bei ihrem eigenen Nest
in Fleischwangen vorbei und blieb auch gelegentlich über Nacht,
erst in Hasenweiler hegte sie wohl ernsthafte Absichten, da sie in dieser
Zeit nicht mehr in Fleischwangen auftauchte (wohl aber noch die Fütterung
in Riedhausen nutzte, na ja wenn man was umsonst bekommen kann....). Juli: Tatsächlich haben es alle vier Fleischwangener Jungstörche bis zu ihrem Ausflug geschafft. Am 10. Juli trauten sich gleich drei vom Nest, von denen einer ein paar Tage später auch gar nicht mehr zum Horst zurückkam, sondern von da an auf einer Antenne in der Nähe übernachtete (anscheinend war es ihm im Nest zu eng). Der Jüngste ließ sich mit seinem Jungferfernflug eine Woche länger Zeit. Drei Tage später war allerdings einer der vier – vermutlich der Jüngste - spurlos verschwunden. Da er noch recht unsicher flog, wird befürchtet, dass er in einem der zahlreichen Maisfelder der Umgegend landete, von dort aus nicht mehr starten konnte und schließlich einem Fuchs zum Opfer gefallen ist. Auch seine Geschwister verließen in den darauf folgenden Tagen einer nach dem anderen Fleischwangen und schlossen sich anscheinend anderen Jungstörchen an. Nachdem am 29. Juli trotz intensiver Suche überall im Ried keiner der Fleischwangener Jungstörche mehr gesichtet wurde, und auch die Waldbeurener, die Riedhausener und Königseggwalder Altstörche bereits nur noch allein auf der Wiese bzw. im Horst angetroffen wurden, ist anzunehmen, dass die ersten Jungen ihre Elternhorste und auch das Ried bereits endgültig verlassen haben. Wer von ihnen wohl in zwei oder drei Jahren hier wieder auftauchen wird? 2007: Schon Ende Februar kam der Fleischwangener Brutstorch zurück an seinen Horst. Ca. eine Woche später gesellte sich eine Storchendame zu ihm, von der wir nur wissen, dass es nicht die letztjährige ist, denn sie trägt keinen Erkennungsring. Die letztjährige Fleischwangener Störchin kam wie letztes Jahr erst gegen Ende März aus ihrem Winterquartier zurück und machte anscheinend keine Anstalten, um ihren Horst zu kämpfen. Sie war im Jahr 2006 hier abwechselnd mit ihrem Partner vergeblich auf ihren Eiern gesessen und zog vielleicht auch deshalb ohne viel Federlesens nach Altshausen um, wo sie jetzt brütet. Der nun sechsjährige Fleischwangener Storchenmann, ein gebürtiger Salemer, brütet nun zusammen mit der Unberingten seit ca. 25. März. Hoffen wir, dass diesmal Junge aus den Eiern schlüpfen, denn am 25. März war es zwar noch recht kalt, wurde dann aber bald freudlicher. Somit sind die Vorausetzungen diesmal günstiger als im letzten Jahr, als zu Beginn der Brutzeit klirrende Kälte herrschte. Tatsächlich gibt es dieses Jahr Nachwuchs in Fleischwangen. Die ersten Jungen pellten sich Ende April aus den Eiern. Juni: Um drei Junge hatten sich die Fleischwangener Storcheneltern dieses Jahr zu kümmern. Alles verlief gut, der Beringungstermin war schon festgesetzt und man freute sich auf das Ereignis bei den gastfreundlichen Wohlwenders, da machte auch hier das Wetter um Pfingsten einen Strich durch die Rechnung. Keines der Jungen – das größte schon recht gut entwickelt und ca. fünf Wochen alt – überlebte. 2006: Am 15. März besetzten dieses Jahr erstmals zwei Störche das Fleischwangener Nest. Es wird jangenommen, dass es sich nicht um das angestammte Paar handelte, denn sie verhielten sich anders als die letztjährigen Störche (die Ringe konnten leider nicht abgelesen werden). Am 26. März erschienen zwei weitere Adebare und kämpften um den Fleischwangener Horst. Den Sieg davon trugen die letztjährigen Fleischwangener Brutstörche, die beiden Störche vom Salem-Affenberg. Seit ca. 8. April brüten sie. Juni: Mit Storchennachwuchs wird es dieses Jahr in Fleischwangen wohl allerdings nichts. Denn trotz geduldiger Bemühungen der Altstörche wollen aus dem Gelege keine Jungen schlüpfen. Ob ihnen die Eier zu Beginn der Brutzeit erfroren sind? Aus Fleischwangen gibt es zwar von diesem Jahr nichts Neues zu berichten, doch gibt es leider schlechte Nachrichten über einen der letztjährigen Fleischwangener Jungstörche: Der einzige völlig gesunde letztjährige Fleischwangener Jungstorch – wir erinnern uns, dass das Gefieder der beiden anderen deformiert war - ist an einer Hochspannungsleitung in der Queichniederung in der Pfalz verunglückt. Er kollidierte mit einem Draht, beide Beine wurden ihm abgeschlagen. Wir berichten auf dieser Internet-Seite ja "nur" über die Weißstörche, aber schon beim Lesen der Vorkommnisse in der Welt der oberschwäbischen Weißstörche wird deutlich, was wir Menschen eigentlich unserer belebten Umwelt zumuten. Unfälle durch Freileitungen – außer den Störchen trifft es auch unzählige andere Vogel - wären weitgehend vermeidbar, es erfordert nur ein ernsthaftes Bemühen unsrerseits, Leitungen und die zugehörigen Maste vogelsicher zu machen. Es gibt hier noch sehr viel zu tun und jede Verzögerung kostet zahlreiche Störche und andere Vogelarten das Leben. 2005: Das im letzten
Jahr mit einer zweijährigen Störchin in Fleischwangen brütende
Männchen ist am 21. März zurückgekommen. Das letztjährige
Weibchen ließ sich allerdings bisher nicht blicken. Stattdessen
erschien am 1. April eine Störchin, die 2004 den Sommer mit dem verwitweten
Wangener Männchen in Wangen verbrachte.
Auch dieses Weibchen stammt wie das Fleischwangener Männchen und
seine letztjährige Gattin aus Salem-Affenberg
und ist noch recht jung, nämlich 3 Jahre alt. Seit ungefähr
12. April brüteten die Fleischwangener Adebare. 2004: Wie vermutet,
erfreuen sich die Fleischwangener Bürger dieses Jahr tatsächlich
eines brütenden Storchenpaars. Am 19. März erschien das vor
drei Jahren in der Storchenstation Salem-Affenberg geborene Männchen,
das sich schon im Sommer letzten Jahres regelmäßig in Fleischwangen
aufhielt, am Horst auf dem Pferdestall der Wohlwenders. Am nächsten
Tag verschwand der Storchenmann allerdings wieder – vermutlich auf
Brautschau -, denn zwei Tage später tauchte er zusammen mit einem
Weibchen wieder auf. Die eroberte Storchendame ist blutjung, erst zwei
Jahre alt und stammt aus dem gleichen Ort wie er. 2003: Immer wieder im
April und Mai besuchten Störche kurzzeitig den im Frühjahr 2002
auf einer Gewerbehalle neben der Kirche errichteten Horst in Fleischwangen.
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