Die Störche Oberschwabens



Ebenweiler


2021: Alle Horste in Ebenweiler, auch die letztjährig neu erbauten (mit Ausnahme zweier Mastnester – Kornstraße 18 und Kirchstraße 3 – welche entfernt werden mussten), wurden wieder besetzt. Und es kamen – teils auch als Ersatz für die entfernten Nester – zwei weitere hinzu.
Auf den beiden nun schon langjährig belegten Nestern auf den Masten im Ortszentrum und am Ortsausgang Richtung Fronhofen gibt es keine "personellen" Veränderungen. Im Ortszentrum residieren wieder der Frickinger und die Schweizerin, am Ortsausgang der Mögginger mit seiner Storchendame aus Zwiefaltendorf.
Auch auf der Rathaussirene nisten wieder dieselben Störche wie letztes Jahr: ebenfalls ein Frickinger mit einer Gattin aus der Schweiz, welche sich aber dieses Frühjahr zuvor erstmal noch anderweitig, nämlich in Fleischwangen, umsah und sich einige Tage mit dem dortigen Männchen vergnügte, na sowas!
Auf dem Mast bei der Scheune Kirchstraße 1 (Mast Kornstraße/Ecke Kirchstraße) hat sich wieder der Schweizer Storch aus Murimoos eingefunden, allerdings nicht ohne zuvor dem Nest in Altshausen in der Senderstraße 35 einen Besuch abzustatten (dort gesehen am 3. März, tz, tz, diese Eskapaden der Schweizer...). Seine diesjährige Partnerin konnte noch nicht identifiziert werden, weil sie sich bisher bei allen Nestbeobachtungen rar machte.
In der Kirchstraße 10 sah es dieses Frühjahr zwar vier Wochen lang nach einer Brut aus, doch ist das Verhalten der beiden Störche etwas merkwürdig: die Paarung sieht nicht erfolgreich aus und wurde auch während der "Brut" ständig fortgesetzt. Es weist tatsächlich einiges darauf hin, dass es sich um ein gleichgeschlechtliches Paar handelt; möglicherweise sind sowohl der Oggelshausener als auch der Moosheimer Storch, welche hier letztes Jahr das Nest bauten und sich dieses Frühjahr hier wieder trafen, beides Männchen.
Der Mimmenhausener, welcher wie letztes Jahr auf dem Mast in der Fleischwanger Straße nistet, hat eine Neue. Seine letztjährige Gattin, eine ziemlich unstete Storchendame aus Bayern, welche es augenscheinlich faustdick hinter den Ohren hat (sie hat in den Vorjahren schon einmal in Pfrungen und in Wilhelmsdorf bei der Gärtnerei gebrütet – wurde dort Josefine genannt – und schien nun auch in Ebenweiler nicht so richtig zufrieden zu sein) ist wieder nach Wilhelmsdorf gezogen, ließ sich dort kurz auf einer angebotenen Nistunterlage auf dem Naturschutzzentrum nieder und brütet jetzt in Wilhelmsdorf auf einem Mast in der Riedhausener Straße. Der Mimmenhausener in Ebenweiler ist dafür jetzt mit der Störchin zusammen, welche sich im Vorjahr mit einem Nestbau in der Kornstraße 18 versuchte (Nest entfernt s.o.), sie stammt aus Mindersdorf, also aus der Bodenseeregion.
Alles beim Alten ist dagegen in der Oberhofstraße. Sowohl auf dem Holzmast als auch auf dem Gittermast sind dieselben Paare wie im Jahr zuvor.
Auch auf dem Mast bei der Zehntscheuer haben sich trotz letztjährigem Misserfolg dieselben Störche wie letztes Jahr eingefunden (na ja, bei der Storchendame weiß man das nicht so genau, denn sie trägt keinen Kennzeichnungsring). Der Storchenmann ist aus Bichtlingen bei Meßkirch, dort 2017 aus dem Ei geschlüpft.
Auf dem Stromdachständer der Kornstraße 31 wurde eigentlich das Nest entfernt, da der Stromdachständer auf Dauer mehrerer Jahre solch ein Gewicht nicht trägt. Damit die Störche dort nicht wieder bauen, wurde eine Abweisevorrichtung angebracht, die die Störche aber absolut nicht interessierte. Die Adebare hängten trotzdem, von der Konstruktion leidlich unbeeindruckt, ihre Äste dort ein und bauten wieder ein veritables Nest. Die Baumeister sind übrigens wieder dieselben wie letztes Jahr: Auch hier ein Frickinger/Schweizer Paar.
Dies ist jedoch nicht der einzige Horst in der Kornstraße. Ein weiteres Nest auf einem Stromdachständer entstand auf dem Dach des Hauses Kornstraße 23.  Die Horsteigentümer sind ein zweijähriger Storch aus Esenhausen, seine Partnerin macht mal wieder ein Geheimnis um sich, sie trägt keinen Ring.
Weiterhin wurde auf einem Holzmast vor einer großen Fichte gebaut, gegenüber dem ehemaligen Mastnest in der Kornstraße 18. Einer der Störche stammt aus Altheim und wurde dort 2018 beringt, der andere trägt wiederum keinen Kennzeichnungsring. Dort kann das Nest hoffentlich bleiben.
Und dann gibt es ja noch den Horst in der Gupfengasse 1. Bei insgesamt bisher viermaliger Anfahrt und Beobachtung dieses Frühjahr und trotz fast dreistündigen Wartens (!) auf Ablösung bei der letzten Nestkontrolle entzog sich auch hier einer der Partner hartnäckig seiner Identifizierung. Immer war derselbe Storch auf dem Nest, der Mühlhausener vom letzten Jahr. Na, irgendwann werden wir schon noch herausfinden, wer mit ihm zusammen ist.

In allen Nestern wird gebrütet (Ausnahme: Sonderfall in der Kirchstraße 10 s.o.), im Horst am Ortsausgang Richtung Fronhofen sind schon die ersten kleinen Küken geschlüpft. 

Juni: 

Trotz des teils grausligen Wetters sieht es in den Ebenweiler Nestern noch verhältnismäßig gut aus (Stand Ende Juni):
Mast Ortszentrum: Ende April Schlupf von mindestens 2 Jungvögeln, die beide erfolgreich ausfliegen werden;
Mast Ortsausgang Richtung Fronhofen: Schlupf von 2 Küken ca. am 20. April, beiden geht es gut;
Rathaussirene: Ende April Schlupf von 2 Jungvögeln, die ebenfalls beide erfolgreich ausfliegen werden;
Mast Scheune Kirchgasse 1 (Ecke Kornstraße/Kirchgasse): Es schlüpften mindestens 3 (evtl. auch 4) Jungvögel, 3 Jungstörche sind jedenfalls Ende Juni wohlauf und werden wohl auch erfolgreich ausfliegen; die Partnerin des Schweizers konnten nun endlich auch identifiziert werden, es ist die Störchin aus Frickingen, welche schon letztes Jahr zusammen mit dem Schweizer diesen Horst gebaut und besetzt hatte;
Mast Kirchstraße 10: Keine Brut;
Mast Fleischwanger Straße: Ende April vermutlich nur 1 Jungstorch aus dem Ei geschlüpft, diesem geht es aber gut;
Oberhofstraße 6 Gittermast: 2 Jungvögel geschlüpft, von diesen überlebte einer, bald wird er ausfliegen;
Oberhofstraße 10 Holzmast: Ende April Schlupf von 2 Jungen, die schon bald einen deutlichen Größenunterschied aufwiesen; es überlebte nur der Größere;
Mast Zehntscheuer: 3 Jungvögel geschlüpft, einen davon am 25. Mai tot aufgefunden, 2 Jungvögel jedoch gesund und munter, die kritische Nestlingszeit der ersten sechs Wochen haben sie gut überstanden;
Ebenweiler Stromdachständer Kornstraße 31: Ende April 3 Jungvögel geschlüpft, das Nesthäkchen starb jedoch Ende Mai (vermutlich infolge der Kältewelle), 2 Jungvögel werden jedoch bald ausfliegen;
Stromdachständer Kornstraße 23: Gegen Ende Mai 2 Junge geschlüpft, am 21. Juni noch gesund und munter;
Mast Gupfengasse 1: Die Brutstörchin wurde inzwischen identifiziert: die Partnerin des Mühlhofeners ist dieselbe wie im letzten Jahr, eine nun dreijährige Störchin vom Affenberg. Anfang Mai schlüpften 3 Junge, eines davon war Anfang Juni nicht mehr am Leben. Von den beiden Überlebenden fiel einer am 20. Juni aus dem Nest und blieb glücklicherweise unverletzt. Der Jungvogel konnte aus verschiedenen Gründen nicht mehr zu seinem Geschwister ins Nest zurückgesetzt werden und wurde nach Salem gebracht, wo er nun in einem Horst bei Adoptiveltern und -geschwistern seine noch verbleibende Nestlingszeit verbringt. Bis zum Ausflug dauert es nicht mehr lang.
Mast große Fichte: Um Mitte Mai sind mindestens 2 Jungvögel geschlüpft, denen es bei der letzten Nestbeobachtung am 21. Juni gut ging.

Eine Beringung der Jungvögel fand in Ebenweiler dieses Jahr nicht statt. Es ist – auch mit Rücksicht auf die Altshauser Feuerwehr – ein jährlicher Wechsel der Beringung in Altshausen und Ebenweiler vorgesehen. In Ebenweiler gibt es überdies derzeit eine den Verkehr stark behindernde Großbaustelle, welche die Anfahrt der Feuerwehr ziemlich erschwert hätte.

2020: Ebenweiler ist einer der Orte, welcher dieses Frühjahr bei den Störchen Oberschwabens ganz besonders beliebt ist: Zu den drei letztjährigen Horsten (den beiden altbekannten im Ortszentrum und am Ortsausgang Richtung Fronhofen sowie dem im letzten Jahr neu errichteten Horst auf der Rathaussirene) kamen dieses Jahr sieben weitere dazu, (ein achter ist noch im "Rohbauzustand", evtl. auch nicht mehr besetzt).

Die beiden "traditionellen" Nester auf den Masten im Ortszentrum und am Ortsausgang Richtung Fronhofen sind von denselben Störchen besetzt wie im letzten Jahr und im Jahr zuvor, also von mittlerweile gut eingespielten Ehepaaren. Entsprechend früh wurde hier auch mit der Brut begonnen, bereits um den 20./21. April waren in beiden Nestern die ersten Jungvögel geschlüpft.
Auf der Rathaussirene hat der junge Frickinger allerdings eine neue Gattin, eine schon etwas erfahrenere Schweizerin aus Güttingen im Thurgau, knappe acht Jahre alt, die bereits mehrere Jahre in Fronhofen gebrütet hat. Da sich die beiden noch etwas kennenlernen mussten, hat es hier mit dem Brutbeginn etwas länger gedauert, um die Monatswende März/April saß man aber auch hier auf den Eiern.

Auf dem schon länger etablierten Nest auf dem Mast im Ortszentrum schlüpften drei Junge, von denen zwei am 2. Juni beringt werden konnten. Der Dritte überstand den Regen am 23. Mai leider nicht. Auf dem Mast Ortsausgang Richtung Fronhofen schlüpften die ersten Küken um den 19. April. Von ursprünglich vier wurden drei Jungvögel groß. Auch hier starb das Nesthäkchen vermutlich um den 23. Mai. Ähnlich erging es dem Nesthäkchen auf der Rathaussirene, aber auch hier überlebten zwei Jungvögel welche – da erst um den 1. Mai geschlüpft – etwas später, nämlich am 10. Juni, Bekanntschaft mit der Feuerwehr machten.

Die beiden Schweizerinnen auf dem Nest Ortsmitte und auf der Rathaussirene sind aber dieses Frühjahr nicht die einzigen aus der südlich benachbarten Alpenrepublik. Ja, die Schweizer scheinen Ebenweiler geradezu für sich erobern zu wollen: Auf zwei von drei neuen Mastnestern in der Kichstraße ist jeweils einer der Brutpartner (vermutlich die Männchen) ebenfalls ein Schweizer, beide blutjung – wohl knappe zwei Jahre alt –, ein weiterer junger Schweizer nistet außerdem auf einem Stromdachständer in der Kornstraße.
Aber der Reihe nach:
Wie gesagt, gibt es drei neue Nester auf Masten der Kirchstraße. Vorn bei der Scheune Kirchstraße 1 Ecke Kornstraße nistet ein Schweizer zusammen mit einer Störchin, die wie der Storch auf der Rathaussirene aus Frickingen nahe des Bodensees stammt, aber ein Jahr jünger ist als dieser. Sie ist wie ihr Schweizer Partner knapp zwei Jahre alt.
In der Kirchstraße 3 ließ sich Mitte März ein Paar nieder, welches ich Anfang März in Fronhofen auf dem Horst gesehen hatte und welches später auch wieder dorthin zurückkehrte: der Fronhofer Horstinhaber mit einer neuen Gattin. Wahrscheinlich wollte er sich mit seiner neuen Gattin (eine Störchin aus Hausen im Landkreis Konstanz, welche im Jahr zuvor übrigens in Pfrungen gebrütet hatte) bei seiner früheren Partnerin zeigen, welche jetzt nach Ebenweiler auf die Rathaussirene gezogen war (s.o.). Das Paar wurde aber bald von einem anderen abgelöst, welches auch die Hauparbeit beim Nestbau geleistet hat: ein junger Schweizer und eine unberingte Storchendame. Bei ihnen wird es gerade ernst, man hat – ca. am 23. April – mit dem Brutgeschäft begonnen.
Gegenüber hinter dem Haus der Kirchstraße 10 ließen sich zwei oberschwäbische Störche nieder: aus Moosheim und aus Oggelshausen, beide drei Jahre alt. Kurz bevor sie mit der Brut begannen, vielleicht lag schon das erste Ei im Nest, wurden sie allerdings durch eine Drohne gestört. Drohnen stören nicht nur die Privatsphäre der Menschen (weshalb ihr Flug im Siedlungsgebiet verboten ist), sondern werden von Störchen als massive Bedrohung empfunden. Zahlreiche Brutaufgaben und Jungvogelverluste gehen mittlerweile auf diesen hirnlosen Zeitvertreib zurück. Die Störche verließen in Panik ihr Nest und ließen sich einen ganzen Tag lang nicht mehr blicken. Dann ist zwar einer der beiden zurückgekommen, doch verhält er sich völlig anders als zuvor, ist offensichtlich stark beunruhigt und verunsichert. Das Weibchen hat sicherlich Legenot, doch ist ungewiss, ob hier noch eine Brut zustandekommt.
Ein weiteres neues Nest entstand auf einem Mast direkt unterhalb des alten Mastnests Ortsausgang Fronhofen, also in Nähe der Fleischwanger Straße. Hier wird bereits gebrütet, die Störchin stammt aus Raisting in Oberbayern und ist in den letzten Jahren schon zweimal umgezogen: 2018 brütete sie in Pfrungen, 2019 in Wilhelmsdorf bei der Gärtnerei, wo sie dieses Frühjahr dem Esenhausener Paar weichen musste; nun ist sie in Ebenweiler. Vielleicht hat sie hier ja endlich ihren Platz gefunden.
Zwei weitere Masten wurden oberhalb der Oberhofstraße besiedelt. Der östliche der beiden benachbarten Masten, ein Holzmast, wird von einem Storch besetzt, welcher 2019 in Ummendorf bereits sein Glück versuchte, auf dem dortigen Schlosskamin jedoch nicht bleiben konnte, er ist vor knapp drei Jahren in Michelwinnaden aus dem Ei geschlüpft. Seine Partnerin ist die Störchin, welche letztes Jahr schon in Ebenweiler auf der Rathaussirene gebrütet hatte, ihren Platz jedoch dieses Frühjahr einer Schweizerin überlassen musste (s.o.).
Auf dem westlichen Mast der Oberhofstraße, ein Gittermast, nistet ein Frickinger (der dritte Frickinger in Ebenweiler... hat sich wohl in Frickingen herumgesprochen?). Sowohl auf dem Gittermast als auch auf dem Holzmast hat man mit der Brut begonnen.
Und last but not least entstand ein neues Nest auf einem Stromdachständer der Kornhausstraße 31. Auch hier ist einer der Partner ein blutjunger Schweizer und der andere ein junger - na was wohl - Frickinger (der vierte! Frickinger).

Noch wird bei den Ebenweiler Störchen die Abstandsregel eingehalten, aber wenn das so weitergeht... Und wenn die Schweizer Grenze aufgemacht wird...

Wie ging´s weiter auf den neuen Nestern:
Auf dem Mast bei der Scheune Kirchstraße 1 kam keine Brut zustande. Vermutlich waren Störungen die Ursache.
In der Kirchstraße 3 schlüpften drei kleine Storchenküken. Die Eltern waren aber wohl doch noch zu unerfahren. Sie brachten ihren Nachwuchs nicht durch.
Auf dem Mast der Kirchstraße 10 gab es keine Brut mehr.
In der Fleischwangener Straße wurde von zwei Jungvögeln einer groß. Der Papa ist übrigens inzwischen identifiziert. Er stammt aus Mimmenhausen und ist drei Jahre alt.
Einen Jungvogel brachten auch die Storcheneltern (ein Frickinger zusammen mit einem zweijährigen Storch vom Affenberg) auf dem Gittermast der Oberhofstraße durch. Auch hier waren anfangs zwei Junge im Nest.
Auf dem Holzmast in der Oberhofstraße gibt es ebenfalls Nachwuchs. Drei Junge schlüpften hier aus den Eiern, zwei überlebten ihre kritische Nestlingszeit.
Dann gibt es ja noch das Nest auf dem Stromdachständer in der Kornhausstraße 31. Zwei Jungvögel hatten die Eltern zu versorgen und sie brachten beide durch.
Und dann.... hatte man anfangs doch tatsächlich zwei weitere Neuansiedlungen übersehen (!): Auf einem Mast bei der Gupfengasse 1 brütete ein Mühlhofener zusammen mit einem Affenberger, beide noch blutjung, nämlich zwei Jahre alt. Die Liaison brachte zwei Junge hervor, von denen sie immerhin einen durchbrachten.
Nichts mit Nachwuchs wurde es dagegen auf dem Mast bei der Zehntscheuer. Zwar wurde gewissenhaft auf dem Gelege gesessen und angeblich waren auch Jungvögel geschlüpft, doch war am 20. Juni das Nest plötzlich leer. Was war geschehen?

So wurden dieses Jahr also insgesamt vierzehn junge Störche in Ebenweiler groß. Fast in jedem der zehn Nester, in denen ein Gelege bebrütet wurde, starb einer der Jungvögel, entweder im Starkregen des 23. Mai oder in der Schafskälte Anfang Juni. Die meisten der zehn Brutpaare waren aber immerhin mit der Aufzucht mindestens eines Jungvogels erfolgreich.

2019: In Ebenweiler werden die beiden Horste von denselben Störchen besetzt wie in den Jahren zuvor. Im Ortskern nisten der mittlerweile achtjährige Frickinger mit seiner ein Jahre jüngeren Schweizerin aus Basel, der Mast Richtung Fronhofen ist besetzt vom siebenjährigen Mögginger und seiner elfjährigen Gattin aus Zwiefaltendorf. Beide Paare waren dieses Jahr mit der Eiablage recht früh dran und begannen etwa um den 20. März mit der Brut.

Juni: Nach ca. einem Monat wurde es lebendig in den Ebenweiler Nestern, der Schlupf begann. In beiden Horsten pellten sich aus den Eierschalen jeweils drei Jungvögel, die bei Beginn der Schlechtwetterperiode Mitte Mai bereits ein Alter von drei bis vier Wochen erreicht hatten. Von den Eltern können sie in diesem Alter infolge ihrer Größe oft nicht mehr vor Regen und Kälte geschützt werden, trotzdem kamen erfreulicherweise in beiden Familien Jungstörche durch. Im Nest im Ortskern überlebten zwei, welche bei der Beringung am 3. Juni immerhin knapp drei Kilogramm auf die Waage brachten, außerdem lag ein unbefruchtetes Ei im Nest; auf dem Mast Richtung Fronhofen überstand ein Jungvogel den Dauerregen.
Es gibt aber auch noch etwas völlig Neues aus Ebenweiler zu berichten: Ein drittes Storchenpaar hat sich in Ebenweiler einen Horst gebaut, und zwar eigentlich an unmöglichster Stelle, nämlich auf der Rathaussirene, also einer Rundkuppel, auf der normalerweise kein Ästchen Halt finden kann. Aber – hartnäckig wie sie sind, unsere Adebare schaffen alles! Zwei Wochen lang probierten sie, und alles rutschte das Dach abwärts, dann verfing sich, o Wunder, plötzlich irgendwie ein Ästchen, blieb vielleicht auch auf den Exkrementen kleben, und dann ging es ratzfatz, in zwei Tagen war das dollste Nest fix und fertig. Nest fertig, also hopplahopp, die jugendlichen Heißsporne (beide sind knapp zwei Jahre alt und erblickten in Frickingen und Steißlingen, also in Nähe des Bodensees das Licht der Welt) hatten es eilig. Sofort nacheinander ein paar Eier ins Nest gelegt, um die Befruchtung hatte man sich schon gegen Ende des Nestbaus gekümmert... und in der zweiten Maihälfte hatte das junge Paar tatsächlich drei kleine Küken unter ihren Flügeln. Sollte es klappen, und die drei Kleinen ihr Beringungsalter erreichen, wovon wir mal ausgehen wollen, wird das Ebenweiler Storchenfest mit Bewirtung durch die Ebelweiler Feuerwehr diesmal ihnen zu Ehren stattfinden.

2018: In Ebenweiler bleibt alles wie gehabt. Beide Nester sind belegt, die Paare sind dieselben wie im Jahr zuvor. Die Störche im Ortszentrum überwintern bekanntermaßen in Süddeutschland, aber auch die Störche des oberen Masts kehrten dieses Jahr verdächtig früh auf ihren Horst zurück, es war noch im Januar. Beide Paare kümmern sich seit Ende März um ihre Gelege.

Nahezu synchron um die Monatswende April/Mai wurden in den beiden Ebenweiler Storchennestern die ersten Eierschalen geknackt, und in beiden Nestern schlüpften jeweils insgesamt vier. Im oberen Horst nahe des Ortsausgangs Richtung Fronreute starb allerdings noch vor Mitte Mai das Nesthäkchen, während im Horst in der Ortsmitte diesmal alle Jungvögel durchkamen. Besonders spannend wurde es dieses Jahr bei der Beringung. Die Getränke fürs Storchenfest unterhalb des Horstes im Ortszentrum waren bereit gestellt, die Würstchen im siedenden Wasser, Kinder und Erwachsene in freudiger Erwartung und die Altshauser Feuerwehr gerade angekommen, da ließ Petrus ein Gewitter niedergehen, welches eine ganze Weile um Ebenweiler kreiste. Als Blitz und Donner zwischendurch etwas weiter entfernt schienen, wagte man sich dann doch noch auf die Drehleiter, zog aber nur ein  schnelles Minimalprogramm durch: Viermal Ring ans Bein und nix wie weg. Die Blitze kamen nämlich schon wieder deutlich näher, und wer will schließlich als Blitzableiter fungieren? Die Beringung auf dem oberen Horst fiel dann ganz aus, da hier schon die Anfahrt problematisch geworden wäre.

Aber Ring hin oder her: Immerhin flogen diesmal in Ebenweiler sieben putzmuntere Jungstörche erfolgreich aus. Bald sind sie unterwegs in den Süden.

2017: Auch im Jahr 2017 gab es in Ebenweiler bei den Adebaren keinen „Personalwechsel“. Dieselben Paare wie in den beiden Jahren zuvor belegten ihre Nester: auf dem unteren Mast im Ortszentrum der nun sechsjährige Frickinger mit seiner ein Jahr jüngeren Dame aus Basel, auf dem oberen Mast Richtung Fronhofen der fünfjährige Mögginger mit seiner vier Jahre älteren Angetrauten aus dem oberschwäbischen Zwiefaltendorf. Das Paar der Ortsmitte überwintert in Süddeutschland, die anderen beiden erschienen Mitte Februar.
Wie schon in den Jahren zuvor wurde wieder zuerst im oberen Nest mit der Brut begonnen, und zwar dieses Frühjahr schon um den 17. März.  Gut eine Woche später war man im Unterdorf dran, was für die Brut dieses Paars  dieses Jahr von Vorteil sein dürfte, denn zumindest ein Teil ihrer Jungen ist während des Wintereinbruchs Ende April noch von der Eischale geschützt und kommt erst knapp nach Ende dieser üblen Schlechtwetter-Periode zur Welt. Wieviele der kleinen Jungen im oberen Nest die Schneetage überstehen werden, wissen wir noch nicht.

Juli: Leider hat keiner der kleinen Störche im oberen Nest die nasskalten Tage Ende April überstanden. Zwei der Jungen lagen am 29. April tot unter dem Nest, den größten der Drei ereilte am nächsten Tag das selbe Schicksal. Da es allerdings noch zeitig in der Brutsaison passierte, versuchten es die Storcheneltern ein zweites Mal, und diese Küken – es waren zwei – schlüpften kurz vor Fronleichnam, jetzt in der größten Hitze. Sie überlebten nur wenige Tage, schon am Sonntag, der auf Fronleichnam folgte, war das Nest wieder leer.
Dafür ging es den Jungstörchen im unteren Nest dieses Jahr ziemlich gut. Von vier Jungstörchen überlebten drei (das zurückgebliebene Nesthäkchen starb im Alter von ca. zweieinhalb Wochen), und diese erwiesen sich bei der Beringung als einigermaßen gut genährt. Die Beringung mit Hilfe der Altshausener Feuerwehr gab wieder Anlass zu einem kleinen Fest mit Würstchen, Limonade und Bier, die Ebenweiler Bürger freuten sich über die gute Nachricht und die dieses Mal wirklich guten Aussichten für alle drei Jungstörche, das Ausflugsalter zu erreichen.

2016: Dieses Frühjahr gab es keinen Wechsel in Ebenweiler. Beide Paare sind sich treu geblieben, es sind dieselben wie letztes Jahr.
Im Nest am Ortsausgang Richtung Fronhofen wurde wieder etwas früher mit der Brut begonnen als im tiefer liegenden Ortszentrum, wo man Ende April erstmals auf den Eiern saß. Anfang Mai wurde es in beiden Horsten dann ziemlich lebendig. Im oberen Nest wurden am 4. Mai mindestens 4 Junge gesehen, im Ortszentrum entdeckten Anwohner am 6. Mai drei Köpfchen im Horst.

Juli: Nach den Eisheiligen wurde es in den beiden Ebenweiler Horsten leider wesentlich ruhiger. In beiden Nestern war jeweils nur ein einziges Junges übrig geblieben. Und auch diese erwiesen sich bei der Beringung als unterernährt: zuviel Regenwurmkost – worauf auch die verdreckten und verklebten Schnäbel hinwiesen (und dies nicht nur in Ebenweiler, sondern bei vielen Jungvögeln dieses Jahr) – , zuwenig Mäuse, die in den nassen Wiesen großteils ersoffen waren.
Die Ebenweiler Bürger waren dennoch froh, dass wenigstens zwei Jungstörche das miese Wetter überlebt hatten und feierten den Storchennachwuchs wieder mit Würstchen, Saft und Bier. Beide Jungvögel kamen dann auch durch ihre letzten kritischen Tage.
Der Jungfernflug ist nun nicht mehr fern und dann geht es bald ab in den sonnigen Süden.

2015: Nahezu den gesamten Winter über hielten sich der gebürtige Frickinger und die Schweizer Störchin, das Brutpaar des Masts in der Ortsmitte, in Ebenweiler auf. Die Überwinterung des Frickingers hat möglicherweise etwas mit seiner Abstammung zu tun, seine Eltern sind nicht ziehende Elsässer Zuchtstörche aus Hunawihr. Seine Angetraute blieb aus Sympathie?
Die Störche des anderen Brutpaars am Ortsausgang Richtung Fronreute erschienen aber auch schon recht früh, der erste kam Mitte Februar, der zweite neun Tage später. Allerdings hat die Storchendame schon wieder einen neuen Gatten, der sich durch seinen Ring als ein dreijähriger Storch aus Möggingen bei Radolfzell am Bodensee identifizieren lässt. Jetzt wird in Ebenweiler eifrig gebrütet, seit Ende März sitzt man in beiden Horsten auf den Gelegen.

Juni: Als erstes schlüpften die Jungen im Nest am Ortsausgang Richtung Fronreute. Ende April war hier die Jungschar mit vier Köpfchen komplett. Eine Woche später pellten sich die Küken im Nest der Ortsmitte aus den Eierschalen. Es waren zwei, vielleicht auch drei. In beiden Horsten überlebte jedoch nur jeweils ein einziger Jungstorch und auch diese erwiesen sich bei der Beringung als etwas untergewichtig. Vor allem der etwas jüngere "Pedi" war ein Leichtgewicht. "Pedi" hat aber genauso wie sein Nachbar "Egon" seine kritische Nestlingszeit erfolgreich überstanden, und so werden beide – sofern ihnen hoffentlich nicht noch nach ihrem Ausflug etwas zustößt – im August ihren ersten Zug in den Süden antreten.

2014: Am 20. Februar erschienen die ersten beiden Störche in Ebenweiler und bezogen das letztjährige Brutnest im oberen Teil des Ortes in Nähe der Straße Richtung Fronreute. Es war das letztjährige Brutweibchen und ein unberingtes Storchenmännchen. Der letztjährige Gatte blieb aus und wurde bisher auch nirgendwo gesehen. Ungefähr zwei Wochen später ließ sich ein weiterer männlicher Storch auf dem alten Nest auf dem Mast im Ortszentrum nieder. Das Paar wollte diese Inbesitznahme zunächst nicht dulden und griff ihn immer wieder an, er blieb jedoch hartnäckig und ließ sich nicht vertreiben. Am 16. März schließlich flogen insgesamt sieben Störche Angriffe auf das Nest im Zentrum, ein Weibchen dieses Trupps, eine gebürtige Schweizerin, freundete sich mit dem Horstinhaber an und blieb fortan bei ihm. Er stammt übrigens aus Frickingen, wo er im Jahr 2011 geboren wurde; sein Bruder brütet in Menningen bei Meßkirch.
In beiden Nestern sitzt man seit einiger Zeit auf Gelegen, im oberen Nest seit ca. 27. März, im Horst im Ortszentrum begann die Brut etwas später ca. am 5. April.

Ende Juni: Insgesamt fünf Jungstörche gibt es diese Saison in Ebenweiler. Im oberen Nest schlüpften vier, im Ortszentrum pellten sich drei Junge aus den Eiern. In beiden Nestern starb jedoch der kleinste, woran Fremdstörche, die häufig Kämpfe anzettelten, vielleicht nicht ganz unschuldig waren, denn solche Kämpfe lenken die Eltern von der Futtersuche ab und nötigen sie dazu, häufig beim Nest zu verweilen und ihre Jungen länger als sonst üblich zu bewachen. Ihren Personalausweis erhielten die Jungstörche am 10. Juni, und diesmal gelang auch die Beringung im oberen Nest dank des trockenen Wetters mit der Altshausener Feuerwehr problemlos.

Ob allerdings alle Ebenweiler Jungstörche die Reise in den Süden antreten konnten, ist fraglich. Denn Mitte August landete einer der Jungstörche des oberen Nestes in einer mangelhaft abgedeckten Sickergrube in Esenhausen, aus der er sich nicht selbst befreien konnte und wo er vermutlich erst nach geraumer Zeit entdeckt wurde. Die Leiterin des Naturschutzzentrums in Wilhelmsdorf fing ihn in der Grube ein, duschte ihn gründlich ab und fütterte und pflegte ihn zwei Tage lang, bevor er im Rotachtal flugfähig und augenscheinlich munter bei einem Trupp freigelassen werden konnte und auch mit diesem Trupp davonflog. Über eine Woche später erfuhr die Leiterin von einem toten Storch, der dem Datum nach zwei Tage nach dem Freilass im Rotachtal gesichtet, jedoch unglücklicherweise nicht gemeldet wurde. Sie suchte den Storch, es waren allerdings nur noch Reste des Kadavers vorhanden, das Bein mit dem Ring fehlte. Ob es sich bei dem Toten um den Ebenweiler Jungstorch gehandelt hat, kann daher nicht festgestellt werden. Vielleicht hatte er sich im Schmutzwasser eine Infektion zugezogen oder hatte sich dort vergiftet, und die Vergiftung hatte sich erst verzögert ausgewirkt. Wir werden es leider nicht mehr herausfinden können.

Ebenweiler
Ablösung im Ebenweiler Nest Ortsmitte. Foto: Georg Steinhauser 31.05.2014.

Ebenweiler
Altstorch und die beiden Jungstörche im Nest im Ortszentrum Ebenweiler am 27.06.2014. Foto: Georg Steinhauser

Ebenweiler
Oberes Nest am 19.05.2014. Foto: Georg Steinhauser.

Ebenweiler
Oberes Nest am 31.05.2014. Foto: Georg Steinhauser.

Ebenweiler
Die 3 Jungstoerche in Ebenweiler im oberen Nest am 27.06.2014. Foto: Georg Steinhauser

2013: Schlechte Erfahrungen führen oft dazu, dass Storchenweibchen ihren Horst verlassen, um sich ein anderes Domizil zu suchen, wo es mit der Brut vielleicht besser klappt. So geschah es auch dieses Frühjahr in Ebenweiler. Die letztjährige Ebenweiler Brutstörchin aus Waldbeuren versuchte ihr Glück im Nachbarort Altshausen und konnte auch, da die dortige angestammte Brutstörchin nicht erschien, den Horst behalten.
Der Ebenweiler Brutstorch blieb in seinem Ort, allerdings zog er auf das im letzten Jahr nach dem Brutverlust neu gebaute Nest um. Er fand auch wieder eine Partnerin, und zwar ist es die ehemalige Föhrenrieder Störchin, die gleich alt ist wie seine ehemalige Gattin (5 Jahre), aber aus Zwiefaltendorf im Donautal stammt.
Man verstand sich gleich recht gut, und keine drei Wochen nach Ankunft der Neuen lagen die ersten Eier im Nest. Wenn alles gutgeht, werden die ersten Jungen um den Maifeiertag schlüpfen.

Juni: Die neue Storchendame ließ es erstmal langsam angehen, und das war in diesem Jahr, das für die Störche nicht sehr viel Gutes bereithielt, wahrscheinlich ihr Glück. Denn hätten mehr kleine Störche als die beiden Geschlüpften versorgt und geschützt werden müssen, wer weiß, dann wären vielleicht alle umgekommen. So hat wenigstens einer der beiden das katastrophale Wetter überlebt. Und diese Freude wird anlässlich seiner Beringung am 12. Juni in Ebenweiler gefeiert.

Ebenweiler
Foto: G. Steinhauser 2013

August: Es war zwar eine Beringungsaktion mit Hindernissen – die Feuerwehr blieb in der zu dieser Zeit leider ziemlich nassen Wiese stecken, konnte den Horst also nicht anfahren und musste mit der größten Zugmaschine, die die Ebenweiler Landwirte aufzubieten hatten, wieder aus dem Sumpf gezogen werden – aber mit Hilfe eines kleinen Baukrans und eines Bürgers mit langen Armen kam der kleine Storch schließlich doch zu seinem Personalausweis und die Ebenweiler Bevölkerung zu ihrem Beringungsfest.
Es dauerte dann noch ca. einen Monat, da erhob sich der Jungstorch erstmals in die Lüfte und wagte den Sprung vom Nest. Bald wird er mit seinen Artgenossen über Frankreich nach Spanien segeln, und wer weiß, vielleicht geht die Reise auch bis Mali oder Ghana im westlichen Afrika.

2012: Den Störchen hat es im letzten Jahr in Ebenweiler gefallen. Sie hatten Nahrung zur Verfügung und brachten ihren Nachwuchs gut durch. Deshalb sind sie Ebenweiler treu gebleiben und in diesem Frühjahr zurückgekommen. Schon in den ersten Märztagen erschienen die Frühlingsboten zur Freude der Ebenweiler Bürger und belegten ihren Horst. In der Eierproduktion hatten sie jetzt Übung, und so sah man sie schon Ende März, also zwei Wochen früher als im letzten Jahr, auf ihrem Gelege sitzen.

Anfang Juni: Leider gibt es vom Ebenweiler Horst nichts Erfreuliches zu berichten. Es schlüpften drei Junge, die aber etwa 10 Tage nach ihrer Geburt – wahrscheinlich bei einem am 8. Mai beobachteten Kampf – ums Leben kamen. Eines der drei konnte noch gefunden und zur Tierärztlichen Untersuchungsanstalt nach Aulendorf gebracht werden. Aufgrund der bereits eingetretenen Verwesung konnte man die Todesursache jedoch nicht mehr eindeutig festgestellen. Sicher ist allerdings, dass die kleinen Störche nicht durch eine Schimmelpilz-Infektion umgekommen sind. Allerdings fanden sich auch keine Verletzungen, die auf Tod durch einen Storchenkampf hindeuten könnten.
Hoffen wir, dass die Altstörche trotz dieser schlechten Erfahrungen in Ebenweiler bleiben und im nächsten Jahr wieder hier brüten werden. Es kann jedoch sein, dass sie innerhalb des Ortes umziehen, denn derzeit bauen sie sich – wohl auch aus Langeweile – eine Zweitwohnung auf einem Mast am gegenüberliegenden Ortsrand.

Ebenweiler

Foto: Gertrud Hermann 2011

 

2011: Ungewohntes Geklapper in Ebenweiler!
Im letzten Jahr überlegten wir, wie wir Ebenweiler, das mit dem Feuchtgebiet um den Ebenweiler See gute Nahrungsgebiete vorzuweisen hat, mit dem Angebot einer Nistunterlage für Störche noch attraktiver machen könnten.
Die Störche sind uns zuvor gekommen. Kurz vor Errichtung der Nistunterlage durch die Zimmerei Strobel (geplant auf dem Kirchturm) suchten sich die Störche selbst einen Platz und bauten auf einem Niederspannungsmast im Ortszentrum ein Nest.
Es handelt sich um echte Oberschwaben aus der näheren Umgebung, beide sind drei Jahre alt. Er stammt aus dem Nachbarort Fleischwangen, seine Gattin ist aus Waldbeuren. Die beiden haben ernste Absichten, denn seit ca. 10. April wird gebrütet.

Juni: Seit ca. 13. Mai gibt es Storchennachwuchs in Ebenweiler. Zwei Junge sind geschlüpft. Die beiden putzmunteren Störchlein haben ihre ersten Wochen gut überstanden, und wenn sie die Eltern weiterhin gut versorgen, und in den nächsten Tagen kein Unwetter oder anhaltend nasskaltes Wetter kommt, können sie am 20. Juni mit Hilfe der Altshausener Feuerwehr beringt werden.

Anfang August: Obwohl es für die beiden Ebenweiler Eltern das erste Mal war, dass sie Junge zu versorgen hatten, erwies sich ihr Nachwuchs bei der Beringung – zu dieser Zeit etwa fünfeinhalb Wochen alt – als gut genährt. Der größere der beiden Jungstörche wog sogar fast dreieinhalb Kilogramm. Die Ebenweiler Bürger freuten sich sehr, dass es gleich das erste Mal so gut mit der Jungenaufzucht in ihrem Ort geklappt hat, und feierten das Ereignis gebührend mit Würstchen, Saft und Bier.
Um den 11. Juli bekamen die Zwei auf einmal Besuch. Einem Jungstorch aus Königseggwald, seines Zeichens ein Einzelkind und gerade flügge geworden, war es in Königseggwald wohl zu einsam, und so zog er nach Ebenweiler, um von da an den dortigen Störchen Gesellschaft zu leisten. Der Größere der beiden Ebenweiler Jungstörche versuchte ihn zwar zu vertreiben, hatte aber nur wenig Erfolg. Der Königseggwalder gesellte sich zu den beiden auf den Horst und ließ sich sogar von den Ebenweiler Eltern mitfüttern, verköstigte sich aber auch selbst auf den Ebenweiler Wiesen. Am 16. Juli wurde es dem Ebenweiler Nachwuchs schließlich zu dumm. Sie verließen ihre bisherige, wohl ihrer Ansicht nach nun überfüllte Wohnstatt und hoben sich in die Lüfte.
Bei einer Horstbeobachtung am 19. Juli war der Königseggwalder immer noch da. Er futterte auf den Wiesen am See und stand zeitweilig auf dem Dach, das dem Nest benachbart ist. Vielleicht schließen sich die Drei ja zusammen den demnächst vorbeiziehenden Jungstorchtrupps an und begeben sich zusammen auf die Reise in den Süden (unter einem Trupp von 13 Störchen in Nähe der Auhöfe bei Zußdorf wurde am 2. August einer der Ebenweiler Jungstörche identifiziert, von zwei Störchen dieses Trupps gelang allerdings keine Ringablesung, ob der Königseggwalder dabei war?).





Fotos: Gertrud Hermann 2011



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