| 2012: Den Störchen hat es im letzten Jahr in Ebenweiler gefallen. Sie hatten Nahrung zur Verfügung und brachten ihren Nachwuchs gut durch. Deshalb sind sie Ebenweiler treu gebleiben und in diesem Frühjahr zurückgekommen. Schon in den ersten Märztagen erschienen die Frühlingsboten zur Freude der Ebenweiler Bürger und belegten ihren Horst. In der Eierproduktion hatten sie jetzt Übung, und so sah man sie schon Ende März, also zwei Wochen früher als im letzten Jahr, auf ihrem Gelege sitzen.
2011: Ungewohntes Geklapper in Ebenweiler!
Im letzten Jahr überlegten wir, wie wir Ebenweiler, das mit dem Feuchtgebiet um den Ebenweiler See gute Nahrungsgebiete vorzuweisen hat, mit dem Angebot einer Nistunterlage für Störche noch attraktiver machen könnten.
Die Störche sind uns zuvor gekommen. Kurz vor Errichtung der Nistunterlage durch die Zimmerei Strobel (geplant auf dem Kirchturm) suchten sich die Störche selbst einen Platz und bauten auf einem Niederspannungsmast im Ortszentrum ein Nest.
Es handelt sich um echte Oberschwaben aus der näheren Umgebung, beide sind drei Jahre alt. Er stammt aus dem Nachbarort Fleischwangen, seine Gattin ist aus Waldbeuren. Die beiden haben ernste Absichten, denn seit ca. 10. April wird gebrütet.
Juni: Seit ca. 13. Mai gibt es Storchennachwuchs in Ebenweiler. Zwei Junge sind geschlüpft. Die beiden putzmunteren Störchlein haben ihre ersten Wochen gut überstanden, und wenn sie die Eltern weiterhin gut versorgen, und in den nächsten Tagen kein Unwetter oder anhaltend nasskaltes Wetter kommt, können sie am 20. Juni mit Hilfe der Altshausener Feuerwehr beringt werden.
Anfang August: Obwohl es für die beiden Ebenweiler Eltern das erste Mal war, dass sie Junge zu versorgen hatten, erwies sich ihr Nachwuchs bei der Beringung – zu dieser Zeit etwa fünfeinhalb Wochen alt – als gut genährt. Der größere der beiden Jungstörche wog sogar fast dreieinhalb Kilogramm. Die Ebenweiler Bürger freuten sich sehr, dass es gleich das erste Mal so gut mit der Jungenaufzucht in ihrem Ort geklappt hat, und feierten das Ereignis gebührend mit Würstchen, Saft und Bier.
Um den 11. Juli bekamen die Zwei auf einmal Besuch. Einem Jungstorch aus Königseggwald, seines Zeichens ein Einzelkind und gerade flügge geworden, war es in Königseggwald wohl zu einsam, und so zog er nach Ebenweiler, um von da an den dortigen Störchen Gesellschaft zu leisten. Der Größere der beiden Ebenweiler Jungstörche versuchte ihn zwar zu vertreiben, hatte aber nur wenig Erfolg. Der Königseggwalder gesellte sich zu den beiden auf den Horst und ließ sich sogar von den Ebenweiler Eltern mitfüttern, verköstigte sich aber auch selbst auf den Ebenweiler Wiesen. Am 16. Juli wurde es dem Ebenweiler Nachwuchs schließlich zu dumm. Sie verließen ihre bisherige, wohl ihrer Ansicht nach nun überfüllte Wohnstatt und hoben sich in die Lüfte.
Bei einer Horstbeobachtung am 19. Juli war der Königseggwalder immer noch da. Er futterte auf den Wiesen am See und stand zeitweilig auf dem Dach, das dem Nest benachbart ist. Vielleicht schließen sich die Drei ja zusammen den demnächst vorbeiziehenden Jungstorchtrupps an und begeben sich zusammen auf die Reise in den Süden (unter einem Trupp von 13 Störchen in Nähe der Auhöfe bei Zußdorf wurde am 2. August einer der Ebenweiler Jungstörche identifiziert, von zwei Störchen dieses Trupps gelang allerdings keine Ringablesung, ob der Königseggwalder dabei war?).


Fotos: Gertrud Hermann 2011
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