Die Störche Oberschwabens



Waldbeuren

 


2011: Seitdem ihn sein langjähriges Weibchen im Jahr 2009 verlassen hat und nach Meßkirch umgezogen war (seit 2010 ist sie allerdings verschollen), ist die Kontinuität in Waldbeuren flöten gegangen. Zuerst war eine Saison lang das Männchen "Bodi" mit dem Waldbeurener zusammen, dann 2010 war zwar wieder eine Dame mit ihm auf dem Horst, aber sie brachten die Jungenschar nicht durch. Seine frühere Angetraute hielt ihm auch nach vorangegangenem Brutverlust die Stange, die neue Dame war da nicht so geduldig, sondern schaute sich dieses Frühjahr gleich nach einem anderen Brutplatz um, sie zog nämlich nach Bad Waldsee, wo sie sich nun mit einem Tschechen zusammengetan hat.
Der Waldbeurener fand allerdings wieder eine neue Gefährtin, diesmal eine Dame mit ringfreiem Bein, über die man deshalb leider überhaupt nichts weiß. Seit Anfang April wird im Waldbeurener Horst gebrütet, hoffentlich wird die Jungenaufzucht dieses Mal erfolgreich. Das Nahrungsgebiet in Waldbeuren bietet dazu eigentlich gute Voraussetzungen, das Verhalten des in Süddeutschland überwinternden Waldbeurener Storchs bei der Jungenaufzucht lässt allerdings manchmal etwas zu Wünschen übrig.

Juni: Nach längerer Pause wird man in diesem Jahr wohl wieder einmal Jungstörche in Waldbeuren ausfliegen sehen.  Am 7. Mai regte sich erstmals etwas im Waldbeurener Horst, das erste Junge pellte sich aus dem Ei. Vermutlich noch am selben Tag schlüpfte ein zweites, und in den folgenden Tagen gesellten sich diesen beiden nochmals zwei kleine Störche dazu. Dann war die Familie komplett. Das Nesthäkchen fiel in der Entwicklung jedoch immer mehr zurück und starb im Alter von etwa zwei Wochen. Den übrigen geht es aber einigermaßen gut, allerdings zeigten sie bei der Beringung ein etwas löchriges Gefieder (durchsichtige Streifung in den Federfahnen, die auf Mangelernährung während des Gefiederwachstums zurückzuführen ist).

Anfang August: Obwohl sie schon Anfang Juli beeindruckend hohe Sprünge in ihrem Nest vollführten, dauerte es doch noch bis Mitte Juli, bis der erste Waldbeurener Jungstorch fliegen konnte. Mittlerweile lassen sie sich aber schon mit Leichtigkeit durch die Lüfte tragen und sind fast schon Meister ihres neuen Elements. Auch das Anfuttern von Reiseproviant ist im vernässten Ried kein Problem, und so steht dem baldigen ersten Zug ins Winterquartier nichts mehr im Wege.

2010: Für den Waldbeurener ist der Urlaub vom Brüten, den er sich zusammen mit "Bodi", einem anderen Männchen, genommen hatte (nicht allerdings ohne trotzdem dabei Spaß zu haben, siehe 2009), vorbei. Allerdings brauchte es zwei Anläufe, denn die erste Anwärterin, eine Dame mit einem unten am linken Fuß angebrachten Metallring, verließ ihn wieder. Auch von Fremdstörchen, die ihm seinen Horst streitig machen wollten, blieb der Waldbeurener nicht verschont. Möglicherweise half ihm in dieser Situation aber sein vorjähriger Kompagnon, der in diesem Augenblick ebenfalls zugegen war und das Nest verteidigte (über "Bodi" siehe auch Illmensee).
Am 5. April endlich erschien eine Störchin mit wirklich ernsten Absichten. Die Dame ist in Herbertingen geboren und noch blutjung, erst zwei Jahre alt. Wahrscheinlich hat sie eine Schwäche für gereifte, ältere Männer, der Waldbeurener hat nämlich in diesem Jahr die zwanzig überschritten. Hoffen wir mal, dass die beiden was zustande bringen. Immerhin begannen sie ca. Mitte April mit der Brut.

Juni: Es ist in Waldbeuren wieder mal ähnlich wie in den Jahren vor 2008 (2008 kamen erstmals fast alle geschlüpften Jungen in Waldbeuren durch, 2009 fand keine Brut statt): Viele Junge schlüpfen, wenige kommen durch. Und das bei besten Nahrungsgebieten direkt vor der Haustür. Dieses Jahr am 25. Mai wurden vier kleine Störche im Horst gezählt. Wenige Tage später waren es nur noch zwei. Schon in anderen Jahren wurden mangelnde elterliche Fähigkeiten beim überwinternden Waldbeurener Storch festgestellt (mangelnder Schutz der Jungen bei Schlechtwetter, zu schnelles Umstellen auf große Nahrungstiere). Vielleicht sind die beiden Altstörche auch noch nicht gut aufeinander eingespielt, denn das Weibchen ist ja neu in Waldbeuren und mit zwei Jahren noch unerfahren. Hoffen wir, dass sie die beiden kleinen Störche, die noch im Nest sind, durchbekommen.

Juli: Auch die beiden letzten Waldbeurener Jungstörche sind leider umgekommen. Diesmal lag es allerdings nicht an den mangelnden Fähigkeiten der Eltern, maßgebliche Ursache war die Schafskälte. Das Alter zwischen drei und fünf Wochen ist für die kleinen Störche eine gefährliche Zeit. Von den Altstörchen werden sie nicht mehr geschützt, da sie schon zu groß sind, das Gefieder ist jedoch noch nicht ausreichend entwickelt, um Nässe und Kälte abzuhalten. Die Waldbeurener, die diesmal zu den Nachzüglern in Oberschwaben zählten, waren gerade vier Wochen alt, als mehrtägiger Dauerregen einsetzte und die Temperatur nachts auf 5°C oder noch darunter absank. Die Anfahrt mit der Hebebühne am 24. Juni, zu welchem Termin die Jungstörche hätten beringt werden sollen, wurde daher zu einer traurigen Angelegenheit, denn man konnte nur noch die Toten aus dem Nest holen.
Störche, die sich noch nicht an einem Brutort etabliert haben (also schon über mehrere Jahre an einem bestimmten Horst brüten), und bei diesen besonders die Weibchen, wechseln nach Brutverlust oft den Horst. Ob das noch sehr junge Weibchen, das in diesem Jahr erstmals in Waldbeuren brütete, nächstes Jahr wiederkommen wird?

2009: Was ist los in Waldbeuren? Wo bleibt unsere in Deisendorf geborene langjährige Waldbeurener Brutstörchin, die dem verrückten Treiben ein Ende macht?
Der Waldbeurener Brutstorch kehrte am 4. Februar vom Bodensee, wo er überwintert, in seinen Horst zurück. Seine Angetraute ist aber bis heute nicht aus dem Süden zurückgekehrt, und es muss leider angenommen werden, dass sie auf dem Zug oder im Winterquartier umgekommen ist.
Statt ihrer erschien Anfang März der Schweizer Senderstorch "Bodi" in Waldbeuren und versuchte aufs Nest zu kommen. Natürlich ließ in der Waldbeurener Storchenmann heran und jagte ihn in wildem Flug über die Wiesen. Als ich aber das nächste Mal den Horst beobachtete, traute ich meinen Augen kaum: Das langjährige Waldbeurener Brutmännchen und "Bodi", ebenfalls ein langjähriges Brutmännchen (in Illmensee und letztes Jahr in Ostrach-Wangen) einträchtig auf dem Waldbeurener Horst! Und wie man mir mitteilte, paarten sie sich auch eifrig! Na, kurze Abirrung, dachte ich, wird sich schon wieder geben, vor allem wenn das Weibchen zurückkehrt. Diese erschien aber, wie gesagt nicht, und die beiden Männchen stehen immer noch in trauter Zweisamkeit auf dem Nest und paaren sich zuweilen. Was ist bloß in die Beiden gefahren, fragt man sich? Wenn das so bleibt, wird es dieses Jahr nach langer Zeit erstmals keine Brut in Waldbeuren geben.


Juni: Nichts Neues aus Waldbeuren. Es sind immer noch die beiden Männchen auf dem Horst.

Das Neueste (30. April): Als in Meßkirch eine am rechten Fuß unten mit einem Alu-Ring versehene Störchin auftauchte, hatte ich schon einen vagen Verdacht, dass es sich möglicherweise um die Waldbeurenerin handeln könnte. Doch konnte ich mir andererseits einen Umzug dieser Störchin nicht vorstellen. Jetzt endlich gelang mit der (recht schwierigen) Ring-Ablesung die Identifizierung der Meßkircher Störchin und die Bestätigung dieses skurrilen Verdachts: Die Waldbeurener Brutstörchin, Zeit ihres Lebens (seit 1997) in Waldbeuren brütend, ist nach Meßkirch umgezogen! Dass sie von "Bodi" aus Waldbeuren vertrieben wurde, ist nicht nachzuweisen, denn man hat keine heftigen Kämpfe in Waldbeuren beobachtet. Kampflos hätte die Waldbeurenerin als langjährige Brutstörchin jedoch niemals ihren Waldbeurener Horst aufgegeben (ein Beispiel aus Ummendorf: die Ummendorfer Brutstörchin hat vor zwei Jahren hartnäckig eine Woche lang um ihren Horst gekämpft und diesen schließlich auch zurückerobert). Haben auch hier die Kämpfe, wie damals in Ummendorf, nachts stattgefunden, als die Waldbeurener Bevölkerung bereits schlief? Oder hatte sie auf einmal selbst den Wunsch nach Veränderung verspürt? Nach einem für Waldbeurener Verhältnisse sagenhaft guten Bruterfolg von vier Jungen im letzten Jahr ist dies eigentlich recht unwahrscheinlich. Da wir der Klappersprache nicht mächtig sind, wird es wohl ihr Geheimnis bleiben.

2008: In Waldbeuren trafen sich dieses Frühjahr auf dem Horst wieder der am Bodensee überwinternde Brutstorch aus der Schweiz, nun fast schon 20 Jahre alt, und seine ziehende, in Deisendorf gebürtige Gattin. Mit der Brut begannen sie Anfang April.

Juni: Die fruchtbaren Waldbeurener hatten Anfang Mai mal wieder fünf Junge im Nest, von denen immerhin in diesem Jahr vier überlebten. Wahrscheinlich hat ihnen die hervorragende Kost in ihren ersten Lebenstagen, zu der unter anderem diesmal auch Frösche gehörten, einen guten Start ins Leben gegeben. Jedenfalls zeigten sich die Vier bei ihrer Beringung am 4. Juni relativ gut genährt, und so wird – was es in Waldbeuren schon seit Jahren nicht mehr gab – bald eine sechsköpfige Storchenfamilie auf den Wiesen zu sehen sein.

Juli: Nestkontrolle am 9. Juli: Alle Jungstörche stehen recht untätig auf dem Nest, kaum eine Flugübung ist zu sehen. Es erscheint das Weibchen und füttert, fliegt wieder ab, kurz darauf kommt das Männchen und bringt weiteres Futter. Die Jungen schlingen das Mitgebrachte eifrig in sich hinein. Wann gedenken die eigentlich endlich, mit dem Flugtraining zu beginnen, denn schließlich sind sie ja schon über 10 Wochen alt? Plötzlich springt einer in die Höhe, alle vier breiten die Flügel aus und schweben gemeinsam vom Horst! Sie drehen eine tadellose kleine Runde und landen wieder auf dem Nest. So kann man sich täuschen. Die Anwohner hatten bis dahin keinen der Jungstörche fliegen sehen, eine gute Flugtechnik hatten sie demnach sehr schnell gelernt.
Am 29. Juli wurden die Waldbeurener Altstörche nur noch allein im Ried bei Burgweiler angetroffen. Die Jungstörche waren weit und breit nirgends zu sehen. Anscheinend hatten sie sich schon von ihren Eltern und vom Ried verabschiedet und sich anderen Jungstörchen zum baldigen Wegzug angeschlossen.

2007: In Waldbeuren treffen wir wieder auf die alten Bekannten. Wie in den Jahren zuvor begannen sie Anfang April mit der Brut.

Juni: Der Schlupf in Waldbeuren begann am 30. April, und tatsächlich schlüpften wieder einmal fünf Junge. Schon nach wenigen Tagen starb allerdings das Nesthäkchen und wiederum ein paar Tage später folgte ihm das zweite. So waren noch drei lebende Junge im Horst, als das nasskalte Pfingstwetter einsetzte. Regen, Sturm und Kälte am 28. und 29. Mai überlebten diese drei verbliebenen Jungstörche wie viele ihrer Artgenossen ums Pfrunger-Burgweiler Ried nicht.

2006: In Waldbeuren ist wieder das alteingesessene Paar zusammen. Ähnlich wie im letzten Jahr begannen sie Anfang April mit dem Brutgeschäft.
Übrigens erobert gerade einer der Waldbeurener Nachkömmlinge (2003 hier aus dem Ei geschlüpft) neues Terrain, er baut sich einen Horst in Hausen am Andelsbach.

Juni: Die Waldbeurener Eltern, sonst immer recht fruchtbar, hatten dieses Mal nur zwei geschlüpfte Junge zu füttern (Eier erfroren?). Das eine der Beiden wurde erst ziemlich spät entdeckt. Es schlüpfte vermutlich aus einem der späteren Eier und war dann gegenüber dem größeren Jungen bei der Fütterung im Nachteil. Es überstand die nasskalten Tage nicht, und so konnte am 9. Juni nur noch ein Junges in Waldbeuren beringt werden.

Wahrscheinlich war´s dem Waldbeurener Jungstorch so allein auf dem Nest zu langweilig und zu einsam. Er strengte sich bei seinen Flugübungen mächtig an und schaffte das Fliegenlernen in Rekordzeit. Gerade mal 8 Wochen vergingen von seinem Schlupf bis zu seinem Jungfernflug. Jetzt ist er auf jeden Fall fit für die große Reise, für die wir ihm recht viel Glück wünschen.

2005: In Waldbeuren sind wieder die alten Bekannten. Wie einige andere, sonst schon Ende März mit der Brut beginnenden Storchenpaare ließen sich dieses Jahr die Waldbeurener mit dem Beginn des Brutgeschäfts bis Anfang April Zeit.

Juni: Die Waldbeurener Störche – immer recht fruchtbar – hatten dieses Jahr Mitte Mai vier Küken zu füttern. Die zwei Jüngsten blieben in ihrer Entwicklung jedoch bald deutlich zurück und überlebten gerade mal zwei Wochen. Die beiden recht kräftigen älteren Nestgeschwister sind mittlerweile jedoch voll befiedert, Regengüsse oder Kälte können ihnen nichts mehr anhaben.

August: Am 9. Juli wurden die beiden Waldbeurener flügge. Überleben wird jedoch wahrscheinlich nur einer der Jungstörche: Am 8. August fiel einem Waldbeurener Bürger im Ried bei Burgweiler ein Storch mit einem gebrochenen Bein auf. Es stellte sich heraus, dass sich einer der Waldbeurener Jungstörche einen offenen Bruch oberhalb des Intertarsalgelenkes zugezogen hatte, die Sache sieht nicht gut aus. Da der Storch jedoch durch Zufütterung durch seine Eltern noch ziemlich fit ist und seine Flugfähigkeit in keiner Weise beeinträchtigt ist, gelang es trotz wiederholter Versuche leider nicht, ihn einzufangen und zu einem Arzt zu bringen. Am Nachmittag des 10. August hob er sich in die Lüfte und ward seitdem nicht mehr gesehen. Sein Nestgeschwister, der mit ihm davonflog, kam nochmals kurz zu einem Abschied zu seinen Eltern zurück, worauf er sich hoch in die Wolken schraubte, um dann ebenfalls endgütig in den Süden aufzubrechen.

2004: Seit Ende März brüten in Waldbeuren wieder die Störche, die im letzten Jahr vier Junge erfolgreich zum Ausfliegen brachten. Das inzwischen 15-jährige Männchen überwinterte wieder am Affenberg in Salem, seine langjährig Auserwählte, inzwischen 10 Jahre alt, kam am 1. März in Waldbeuren an.
Zusammen mit den Riedhausenern schlüpften die Waldbeurener Jungstörche als erste in Oberschwaben. Im Waldbeurener Horst ist der Schlupferfolg immer recht groß, und so gab es auch dieses Jahr hier wieder 5 Junge. Allerdings ließen es die Eltern in der Schlechtwetter-Phase Anfang Mai an Fürsorge mangeln, denn von den fünfen starben in diesen nasskalten Tagen drei. Die beiden noch lebenden sind jedoch recht kräftig und können wohl demnächst beringt werden.

Juli: Am Sonntag, den 4. Juli hielt es die beiden Waldbeurener, die von ihren Eltern kaum noch zu unterscheiden sind, nicht mehr auf ihrem Nest. Sie wollten die Welt mal aus einer anderen Perspektive sehen und drehten ihre erste Runde.

2003: Im letzten Jahr kamen in Waldbeuren fünf Jungstörche zur Welt, von denen jedoch keiner flügge wurde. Hoffen wir, dass den Storcheneltern diesmal mehr Erfolg beschert ist.
Die beiden haben sich wie im letzten Jahr zusammengefunden: das Männchen überwinterte in Süddeutschland, das in Deisendorf geborene Weibchen gesellte sich Ende Februar zu ihm. Schon um den 20. März begannen sie mit der Brut.
Die Waldbeurener haben in diesem Jahr alle Schnäbel voll zu tun, um ihre Jungen satt zu kriegen, denn es sind vier an der Zahl, die bisher erfolgreich überlebt haben. Am 28. Mai konnten die vier Jungstörche, die allesamt einen gesunden und kräftigen Eindruck machten, beringt, gewogen und vermessen werden. Schon am 27. Juni machte eines der Storchenjungen seinen ersten Ausflug, seine drei Geschwister folgten ein paar Tage später, und so müssen sich jetzt die Mäuse, Heuschrecken und Käfer auf den Riedwiesen um Waldbeuren jetzt vor 6 Storchenschnäbeln in Acht nehmen.


2002: Storchpaar dasselbe wie im letzten Jahr, das Männchen überwintert in Waldbeuren:
geboren 1989 in CH-Ötwil am See (ZH), geboren 1994 in Deisendorf (FN).

Gegen Ende April 2002 schlüpften 5 Junge, von denen die ersten drei während der Schlechtwetterperiode Anfang Mai starben, die übrigen zwei Jungen kamen bei einem Hagelsturm an Pfingsten ums Leben.


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