| 2011: Die Bad Waldseer und wahrscheinlich auch andere, die regelmäßig im Internet die Waldseer Storchen-webcam besuchen, freuen sich. Das gleichgeschlechtliche Paar ist umgezogen, und zwar an den selben Ort, von dem aus sie vor einigen Jahren nach Bad Waldsee gekommen waren, sie sind wieder in Ingoldingen.
Der Horst auf dem Brauereikamin in Steinach war also im Frühjahr wieder zu haben, und wurde am 5. April auch prompt von einem anderen Storchenpaar angenommen. Und zwar ist es ein ganz besonderes Pärchen, das sich da niedergelassen hat. Das Männchen stammt nämlich aus Tschechien, das Weibchen aus dem oberschwäbischen Herbertingen. Die noch junge Störchin hatte letztes Jahr erstmals in Oberschwaben gebrütet, sie hatte in Waldbeuren vier Junge, diese jedoch – teilweise auch wegen des schlechten Wetters – nicht durchgebracht.
Die Ansiedlung tschechischer Störche in Baden-Württemberg ist selten. 1964 brütete einmal ein Tscheche in Zell am Andelsbach, 1999 und 2000 brütete ein tschechischer Storch in Achstetten und 2004 ebenfalls ein tschechisches Männchen in Zwiefaltendorf. Die tschechischen Storchendamen schienen sich bisher für Oberschwaben nicht zu interessieren, dieses Jahr ist jedoch erstmals in Kirchbierlingen eine tschechische Störchin aufgetaucht, die anscheinend auch vor hat, dort zu brüten.
Aber zurück zum Geschehen in Bad Waldsee:
Am 8. April mussten der Tscheche und die Herbertingerin das Steinacher Nest gegen Angreifer verteidigen (näheres zum Kampf und Bilder aus dem Bad Waldseer Storchennest). Sie waren erfolgreich und konnten sich behaupten. Sicher wird man bald mit der Brut beginnen.
Juni: Mitte April, genau gesagt am 17. April, lag das 2. Ei im Nest, und es wurde mit der Brut begonnen. In den nächsten vier Tagen kamen noch zwei weitere Eier zum Gelege hinzu. Man freute sich, endlich wieder einmal Jungstörche mit der Steinacher webcamera beobachten zu können, doch es hat nicht sollen sein. Am 1. Mai kam auf einmal der männliche Altstorch nicht mehr zum Nest zurück, er blieb von da an verschollen. Die Störchin blieb stoisch auf ihren Eiern sitzen, aber es war klar, dass sie das auf Dauer nicht würde durchhalten können. Wir beschlossen, einen Versuch zur Rettung des Geleges zu unternehmen und fuhren am 3. Mai hoch zum Horst, um die Eier zu entnehmen und sie Siggi und Roy in Ingoldingen (siehe dort) unterzuschieben. Erfahrungen mit anderen Männchenpaaren zeigen, dass solche Paare ihnen untergeschobene Gelege ausbrüten und sich auch liebevoll um die geschlüpften Jungen kümmern. Es war allerdings schon eine Ironie des Schicksals dass das Gelege, das die beiden zum Brüten bekamen, ausgerechnet aus Bad Waldsee stammte, das sich nach jahrelanger Besetzung des Waldseer Nestes durch Siggi und Roy erstmals wieder auf Nachwuchs freute. Mit dieser Vorgehensweise wollten wir sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Erstens das Gelege retten, zweitens die beiden Männchen beschäftigen, damit sie nicht wie letztes Jahr andere Horste angreifen und dort für Brutverlust sorgen.
Es ist jedoch nur der zweite Wunsch in Erfüllung gegangen: Die beiden Männchen brüten seit Wochen äußerst gewissenhaft und lassen andere Paare in Ruhe. Aus dem Gelege wird allerdings mit Sicherheit nichts schlüpfen, denn die beiden Jungs waren – obwohl eine Viertelstunde vor Anfahren des Nestes mit dem Gelege noch an ihrem Horst – wider Erwarten trotz schlechten Wetters plötzlich aus Ingoldingen abgezogen (wahrscheinlich, um wieder mal irgendwo Rabbatz zu machen). Wir versuchten, sie mit Klangatrappen anzulocken - einen Tag zuvor hatten sie nämlich Zoff mit einem Fremdstorch, das Geklapper hätte sie also, wären sie in der Nähe gewesen, sofort zu ihrem Horst zurücklocken müssen - und suchten sie im Ingoldinger Nahrungsgebiet, um sie dort aufzuscheuchen, aber Fehlanzeige. Sie waren weg, die Eier kühlten aus.
Bad Waldsee-Steinach hat aber in der Zwischenzeit wieder ein neues Storchenpaar bekommen. Er ist diesmal ein Oberschwabe und stammt aus Untersulmetingen, wo er vor 3 Jahren geschlüpft ist, seine Parntnerin ist unberingt. Für eine Brut ist es dieses Jahr etwas spät, aber sicher werden sie im nächsten Jahr wiederkommen. Hoffen wir, dass ihnen dann mehr Glück beschert ist wie dem Tschechen und der Herbertingerin.
2010: Die beiden Männchen sind dem Steinacher Horst treu geblieben,
sehr zum Leidwesen einiger Storchenfreunde, die gern einmal wieder Nachwuchs
im Nest auf dem Steinacher Brauerei-Kamin sehen würden. Da die Brutzeit
gerade erst begonnen hat, ist es immer noch möglich, dass in einem
anderen Horst Oberschwabens ein Gelege durch ein unglückliches Ereignis
elternlos wird (was wir aber natürlich nicht hoffen). In diesem
Fall würde man die Eier den beiden Männchen unterjubeln, die – ihrem
Verhalten nach zu urteilen – sogar sicher glücklich darüber
wären. Die Beobachtung der Aufzucht von Jungen durch die beiden
Männchen mit Hilfe der Nestkamera wäre selbstverständlich
spannend.
"Antonia", die Brutstörchin des Jahres 2008, die 2009
im Föhrenried (in der Nähe von Weingarten) brütete, wegen
eines Sturms jedoch ihre gesamte Brut verlor, bleibt 2010 verschollen.
Bisher ist sie noch nirgends gesichtet worden.
Juni: Weder in Salem noch in den Nestern Oberschwabens wurde ein Gelege
elternlos. Die beiden Männchen blieben daher wieder ohne Jungen
und konnten ihre sicherlich vorhandene väterliche Fürsorge
nicht unter Beweis stellen.
Wahrscheinlich ist es großteils auf ihre daraus resultierende Langeweile
zurückzuführen: Am 29. Mai erschienen sie in Messkirch, also
an einem Horst, der zu dem am weitesten von Bad Waldsee entfernten Horsten
gehört, und griffen zusammen mit einem dritten Storch (wahrscheinlich
ein Halbstarker) das Messkircher Storchenpaar an, das zu dieser Zeit
drei Junge hatte. Auch am nächsten Morgen waren die beiden Waldseer
noch da und ließen das Messkircher Paar nicht in Ruhe. Meistens
standen sie auf der benachbarten Sirene und flogen gelegentliche Angriffsflüge
auf das Nest. Damit der Horst verteidigt werden konnte, blieben beide
Messkircher Störche bei ihren Jungen, die Futtersuche fiel damit
aus. Gegen 11 Uhr schließlich machte einer der beiden Altstörche
einen letzten massiven Versuch, die beiden Waldseer zu vertreiben und
flog dann Richtung Nahrungsgebiet. Die beiden Waldseer kamen jedoch auf
die Sirene zurück. Zu dieser Zeit war kaum noch Bewegung im Nest
zu sehen. Zumindest ein sich bewegendes Köpfchen konnte man aber
noch erkennen. Einige Minuten passierte nichts, dann griffen die Waldseer
gemeinsam den bewachenden Altstorch an. Es gab einen kurzen, aber sehr
heftigen Kampf, bei dem das letzte Junge getötet wurde. Ein Altstorch
zog ab, zwei kamen auf das Nest zurück, es waren nicht die Messkircher.
Möglicherweise haben die Bad Waldseer jetzt ihr Schwulenpaar los.
Denn es weist alles darauf hin, dass sie nach Messkirch umgezogen sind.
Übrigens, kurz vor ihrem Umzug wurden sie in Bad Waldsee noch Radio-
und Fernsehstars (sowas kann man sich ja nicht entgehen lassen – oder
ist ihnen der Auftritt zu Kopf gestiegen?).
Aktuellste Nachricht aus Bad Waldsee vom 4. Juni: Die beiden sind zurück
in Bad Waldsee und stehen wieder auf dem Steinacher Horst. Wie geht das
weiter?
Juli: Sie ziehen zwar immer noch manchmal umher, scheinen
sich aber am Steinacher Horst heimisch zu fühlen. Wahrscheinlich
werden sie sich auch im nächsten Jahr wieder hier niederlassen.

Foto: Storch auf der Nestkamera stehend.
Georg Steinhauser, Aulendorf,
08.04.2010

Foto: Georg Steinhauser, Aulendorf

2009: Auf dem Steinacher Kaminhorst haben sich
Mitte März wieder
die beiden Männchen eingefunden, die Mitte Mai 2008 den Horst eroberten
und sich ausgesprochen treu sind. Sollten sie nicht noch vertrieben werden,
wird es demnach dieses Jahr nichts mit Nachwuchs in Bad Waldsee-Steinach.
Sollte in einem anderen Horst Oberschwabens allerdings ein Unglück
passieren und ein Gelege elternlos werden, wird man die Eier diesem gleichgeschlechtlichen
Paar unterschieben. Denn die Chance, dass sie die Eier ausbrüten
und die Jungen großziehen würden, ist ziemlich groß.
Das Horstgeschehen ist wie in den letzten Jahren wieder auf der Seite
www.stoerche-bw.de zu beobachten.
"Antonia", die Brutstörchin
des letzten Jahres ist übrigens
ins Föhrenried im Schussental (zwischen Mochenwangen und Weingarten)
umgezogen, wo sie auf neues Glück hofft.
Juni: Nichts Neues aus Bad Waldsee. Da bisher (man
muss sagen: glücklicherweise)
kein Gelege elternlos wurde, das man dem "Paar" hätte
unterschieben können, werden sich die beiden Männchen dieses
Jahr wohl keiner Aufzucht von Jungen erfreuen können.
2008: Obwohl "Antonia"
ja letztes Frühjahr von Aulendorf nach Bad Waldsee umgezogen ist, hängt ihr Herz anscheinend immer
noch etwas an Aulendorf, denn dort hat sie den größten Teil
des Winters verbracht. Erst zu Heilige Drei König zog die Französin
wieder auf den Steinacher Horst, wo sie noch eineinhalb Monate auf die
Ankunft ihres Gatten warten musste. Seit 24. Februar sind sie wieder
traulich vereint, und wer das Horstgeschehen aufmerksam über die
Webkamera der Internetseite www.stoerche-bw.de verfolgt
hat, konnte am 27. März das erste gelegte Ei im Nest sehen. Insgesamt
wurden es vier, und ungefähr am 30. April ist mit dem ersten schlüpfenden
Küken zu rechnen.
Juni: Ende April / Anfang Mai schlüpften vier
Junge in Bad Waldsee. Ihnen war jedoch keine unbeschwerte Kindheit in
ihrem Horst beschert, denn am 5. Mai verunglückte ihr Vater. Der
zwölfjährige Storchenmann
aus Gundelfingen stürzte, wie man im Tierärztlichen Untersuchungsamt
in Aulendorf feststellte, infolge eines Leberschadens ab, verletzte sich
dabei schwer und starb einen Tag darauf. Da die Jungen noch sehr klein waren
und deshalb nicht von "Antonia" allein versorgt werden konnten,
brachte Herr Daiber sie zum Affenberg in Salem. Dort wurden die Küken
in drei verschiedene Horste gesetzt, wo sie jetzt von ihren Pflegeeltern
gut versorgt werden. "Antonia", nun am Steinacher Horst allein
geblieben, wurde Mitte Mai von zwei Fremdstörchen vertrieben. Die Freude
des Betreuers der Bad Waldseer
Storchen-Webcam war nicht gerade groß,
als er erfuhr, dass es sich bei den beiden Horsteroberern um das seit zwei
Jahren in Ingoldingen ansässige Schwulenpaar handelt. Denn falls das
Paar bleibt, ist kein Nachwuchs zu erwarten.
2007: Schon am 18.
Februar kam der Waldseer Storchen-Mann aus seinem Winterquartier zurück.
Er blieb nicht lange allein, obwohl seine Angetraute noch auf sich
warten ließ. Schon am nächsten Tag
erschien die Aulendorfer Störchin ("Antonia")
und leistete ihm auf dem Horst Gesellschaft. Die Bad Waldseer Störchin,
die Ende Februar ihren Horst ansteuerte, war von dieser Liaison selbstverständlich
nicht begeistert und zettelte einen heftigen Kampf an, bei dem sie jedoch
unterlag und von ihrem Horst vertrieben wurde. Wie es mit ihr weiterging,
können Sie unter Aulendorf nachlesen.
"Antonia", die Französin, die
sich in Bad Waldsee behauptet hatte, brütet nun seit 5. April zusammen
mit dem mittlerweile 11-jährigen
Männchen aus Gundelfingen auf dem Kamin-Horst in Bad Waldsee-Steinach.
Abwechselnd sitzen sie auf mindestens 4 Eiern. Die Brut kann auf der
Seite www.stoerche-bw.de per
Webkamera beobachtet werden.
Juni: Am 7. Mai schlüpfte auf dem Schornstein-Horst
das erste Bad Waldseer Storchenküken. Es wurden insgesamt vier.
Nach ca. 10 Tagen starb jedoch das Kleinste und wurde von seinen Eltern
aus dem Nest geworfen. Allerdings waren auch die übrigen drei nicht
besonders gut im Futter, vermutlich hätten sie ihre Nestlingszeit
auch bei gutem Wetter nicht überstanden. Denn kurz nach ihrem Tod
an Pfingsten holte Herr Daiber sie vom Nest und stellte bei allen ein
erhebliches Untergewicht fest: Die beiden Ältesten wogen nur wenig
mehr als ein Kilo, das dritte Junge brachte ein gutes Pfund auf die Waage.
Sie waren also deutlich unterernährt und möglicherweise auch
mit Krankheitskeimen bzw. Pilzen infiziert.
2006: Obwohl der Winter zu dieser Zeit Oberschwaben noch fest im
Griff hielt, erschien der erste Storch auf dem Kamin-Horst in Bad Waldsee-Steinach
schon am 23. Februar. Auf seinen Partner musste er allerdings noch 2
Wochen warten. Es sind unsere alten Bekannten.
Seit diesem Jahr schaut eine Kamera ins Nest, die zwar etwas witterungsanfällig
ist (es gibt immer wieder Ausfälle bei starkem Wind), ansonsten aber recht
gute Bilder liefert.
Wir wissen deshalb auch, dass die Steinacher Störche dieses Jahr auf 5 Eiern
sitzen, von denen das letzte am 12. April gelegt wurde. Mit dem Schlupf des ersten
Kükens ist somit um den 8. Mai zu rechnen. Wenn Sie das Familienleben der
Steinacher Störche genauer verfolgen wollen, gehen Sie auf die Seite www.stoerche-bw.de:
die Webkamera schießt alle 10 Sekunden ein Bild.
Es gab übrigens zeitweise ein zweites Storchenpaar in Bad Waldsee. Es belegte
den Horst auf dem Gemeindehaus im Stadtzentrum. Das Weibchen stellte sich als
die letztjährige Brutstörchin von Wangen i. Allg. heraus, wo es sie
nach ca. 2 Wochen auch wieder hinzog. Der Horst auf dem Gemeindehaus blieb daraufhin
verwaist. Da die Nahrungsgrundlagen in Bad Waldsee für Störche nicht
sehr gut sind, ist es fraglich, ob hier zwei Paare ihre Jungen hätten durchbringen
können. Solange in dieser Hinsicht um Bad Waldsee nichts geschieht, ist
es für die Steinacher Störche besser, wenn der Horst auf dem Gemeindehaus
leer bleibt.
Juni: Das erste Storchenküken schlüpfte in Bad Waldsee am
8. Mai. Insgesamt wurden es 4 Jungstörche. Das Nesthäkchen überlebte
seine ersten Tage allerdings nicht, es starb zwischen dem 12. und 18.
Mai. Für vier Störche war die Nahrung wohl doch zu knapp, denn
der Dauerregen und die extreme Kälte kamen erst später.
Immerhin
konnten am 12. Juni drei Jungstörche in Bad Waldsee beringt
werden. Der schwerste wog 2,7 kg und auch der kleinste brachte noch knapp über
2 kg auf die Waage. Auch wurde noch ein Ei am Nestrand gefunden, das zur
Vermessung und als Anschauungsmaterial mitgenommen wurde.
Am 15. Juli, also im Alter von ca. 9 Wochen, machte der
erste Jungstorch in Bad Waldsee-Steinach seinen ersten Ausflug vom Nest.
Das Geschwister-Trio ist im Aussehen mittlerweile kaum noch von seinen
Eltern zu unterscheiden. Sie sind putzmunter und machen sich zunehmend
selbständig. Es wird auch Zeit, denn der Abreisetermin – die
Jungen beginnen ihren Zug in den Süden vor den Alten - naht.
2005: Auch in diesem
Jahr bleibt in Bad Waldsee alles beim Alten. Am 10. März trafen sich
die jetzt fünfjährige Storchendame aus Salem
und ihr 1996 in Gundelfingen geborener Gatte am Steinacher Horst. Seit
Anfang April brüteten sie.
Juni: Anfang Mai schlüpften im Horst auf dem Brauerei-Schornstein
vier Junge. Trotz kalter und teils regnerischer Witterung waren sie bei
einer Kontrolle am 11. Mai alle noch am Leben. Bald jedoch starb das jüngste
des Quartetts und ca. am 23. Mai – es regnete an diesem Tag unaufhörlich
– starb auch das zweitjüngste. Die beiden älteren überstanden
ihre ersten Lebenswochen jedoch gut und brachten bei der Beringung am
9. Juni jeweils knappe 3 kg auf die Waage. Das stattliche Gewicht verwundert
nicht, mussten sie ihr Futter ja nicht noch mit zwei jüngeren Geschwistern
teilen. Die kritische Zeit ist für sie überstanden, bis zum
ersten Ausflug dauert es jedoch noch eine Weile.'
August: Die Bad Waldseer Jungstörche haben es geschafft. Am 15. Juli
starteten sie das erste Mal von ihrem Nest auf dem Schornstein und kamen
auch wohlbehalten auf der Wiese an. Ihren Eltern ist es, seitdem sie ihre
Jungen etwas auf Schmalkost gesetzt hatten, um sie vom Horst herunter
zu locken, etwas langweilig, weshalb sie sich die Zeit mit dem Bau eines
Zweitnestes vertrieben, und zwar auf der gegenüberliegenden Gaststätte.
Sie zogen es dann auch vor, ganz ungestört von ihren Kindern dort
zu übernachten.
Die Internetseite über die Störche
Bad Waldsees ist übrigens immer noch online und aktuell!
2004:
Dieses Jahr erschien am 3. März zuerst das Storchenweibchen
am Horst. Es ist die vor vier Jahren in der Aufzuchtstation Salem-Affenberg
geborene Storchendame, die schon letztes Jahr auf dem Steinacher Horst
in Bad Waldsee brütete. 5 Tage später gesellte sich dann das
Männchen zu ihm, das bis jetzt noch nicht eindeutig identifiziert
werden konnte. Vermutlich handelt es sich um das angestammte Steinacher
Männchen, da es den Ring an der selben Stelle trägt, wie der
Storchenmann der letzten Jahre.
Seit Anfang April saß das Paar abwechselnd auf den Eiern.
Das sorgfältige Brüten hat sich für
das Steinacher Paar gelohnt: 5 Junge schälten sich Anfang Mai aus
den Eiern. Gut beschützt von den Eltern – sie waren ja noch
recht klein und passten so noch gut unter das schützende Gefieder
der abwechselnd wachenden Altvögel - überstanden sie alle das
recht ungemütliche kalte Wetter in der ersten Maihälfte. Bei
der letzten Kontrollbeobachtung am 19. Mai waren alle fünf noch am
Leben und machten einen munteren Eindruck. Wünschen wir den Eltern
gute Jagdbeute, denn fünf Schnäbel wollen erstmal gefüttert
sein; und die Nahrungsmenge, die sie benötigen, wird von Tag zu Tag
größer.
Juli: Das Nahrungsangebot um Bad Waldsee war für die fünf Jungstörche
tatsächlich nicht ausreichend. Um den 10. Juni starben die zwei jüngsten;
das Nesthäkchen war schon bei der Beringung seiner Nestgeschwister
am 4. Juni so schwach, dass entschieden wurde, ihm die Aufregung einer
Beringung und Gewichtsbestimmung zu ersparen. Die drei anderen sind jedoch
wohlauf und trainieren schon fleißig ihre Flugmuskulatur, denn im
August soll´s auf die Reise in den Süden gehen.
2003:
Das Storchenmännchen erschien schon Ende Februar,
während sich das Weibchen noch etwas Zeit ließ und fast eine
Woche später in Bad Waldsee ankam.
Dass sich die beiden gut kennen, war zunächst zu vermuten, denn sie
fackelten nicht lange, sondern begatteten sich schon am ersten Tag der
Ankunft des Weibchens.
Bei der Ablesung des Rings hat sich nun aber herausgestellt, dass das
Weibchen auf dem Waldseer Horst ein anderes als letztes Jahr ist. Es ist
erst drei Jahre alt und wurde in der Aufzuchtstation Salem-Affenberg geboren.
Das Paar begann Anfang April mit der Brut, und Anfang Mai schlüpften
3Junge, von denen das Nesthäkchen – offensichtlich unterernährt
- allerdings am 25. Mai tot unterhalb des Nests aufgefunden wurde.
Die beiden überlebenden Nestlinge wurden am 3. Juni beringt, vermessen
und gewogen. Mit jeweils um die 2 kg gehörten sie zu den Leichtgewichten
der diesjährigen Jungstörche, ein Hinweis darauf, dass die Nahrungsgebiete
um Bad Waldsee verbessert werden müssen.
Nach fleißigem Training der Flugmuskulatur gelang den beiden Jungstörchen
am 15. Juli ihr erster Ausflug vom Nest.
Es
gibt noch eine weitere sensationelle Neuigkeit aus Bad Waldsee: In einem
Wald in der näheren Umgebung brütet dieses Jahr ein Schwarzstorch.
Wer Näheres hierzu erfahren möchte, kann dies auf der Internetseite
über die Störche Bad Waldsees unter der Rubrik „Aktuelles“
nachlesen.
2002: Storchpaar:
dasselbe wie letztes
Jahr, 1996 geboren in Gundelfingen (FR)
noch nicht identifiziert
Die erste Brut begann am 25. März 2002. Nach
einem Storchenkampf am 28. März wurde die Brut verlassen. Ca. Mitte
April fing das Männchen dann mit einem anderen Weibchen nochmals
an zu brüten.
Es schlüpften 2 Junge.
Genauere Informationen unter der homepage Störche
in Bad Waldsee.
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