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Die Störche Oberschwabens |
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Aulendorf |
| 2011: Wie in vielen anderen Horsten Oberschwabens kam auch in Aulendorf die Störchin zuerst aus dem sonnigen Süden zurück. Sie erschien am Abend des 9. März. Schon am nächsten Morgen bekam sie Gesellschaft, doch es war nicht ihr Angetrauter, denn er wurde zunächst abgewehrt. Das Zieren der Dame dauerte jedoch nicht lange, denn bereits am Mittag ließ sich die Störchin von dem neuen Storchenmann besteigen. Es handelte sich übrigens um einen dreijährigen Affenberger aus Salem, der letztes Jahr im Föhrenried brütete, dort jedoch seine Jungen verloren hatte. Nicht ganz zwei Wochen währte es, dann war es mit dem neuen Glück allerdings vorbei. Der angestammte (unberingte) Horstinhaber kehrte zurück und machte seine Rechte geltend. Er gewann den Kampf gegen den jungen Eindringling und stellte wieder die alten geordneten Verhältnisse her. Juni: Am 3. Mai schlüpften die ersten Jungen in Aulendorf, und am 9. Mai waren es schließlich fünf. Vermutlich ist ein Mangel an Nahrungsgebieten dafür verantwortlich, dass alle Jungstörche nach und nach starben. An nasskaltem Wetter lag es jedenfalls dieses Jahr nicht und auch eine Infektion mit Schimmelpilzen ist bei der herrschenden Trockenheit und der zeitlichen Abfolge des Kükensterbens ziemlich unwahrscheinlich. Unzureichende Fähigkeiten der Altstörche könnten auch eine Rolle spielen, denn es spricht einiges dafür, dass das unberingte Männchen ein im Elsass gebürtiger Storch ist, von denen viele in Mitteleuropa überwintern. Es wurde nämlich festgestellt, dass überwinternde Störche , vor allem überwinternde Männchen, in der Aufzucht von Jungen nicht so erfolgreich wie Wildstörche sind. Auch nutzen überwinternde Störche im Gegensatz zu Zugstörchen bevorzugt gemähte Wiesen, um dort Regenwürmer zu suchen, die sie dieses Jahr bei der herrschenden Trockenheit natürlich kaum finden. 2010: Nachdem das Brutjahr 2009 in Aulendorf ohne
Störungen
verlaufen war, ist das letztjährige Brutpaar im Frühjahr 2010
zum Horst auf dem Schloss zurückgekehrt. Die Störchin kam schon
am 27. Februar in Aulendorf an, ihr Partner erschien am 3. März. Juni: Aus allen Eiern schlüpften Junge, und so war das Aulendorfer
Nest bis 11. Mai schließlich mit einer fünfköpfigen Jungenschar
besetzt. Ob es am Wetter lag – was allerdings eher unwahrscheinlich
ist, denn in den meisten anderen Horsten überstanden die Kleinen
den kalten Mai gut – oder eine Infektion im Nest grassierte, die
kleinen Störche hatten leider nur ein sehr kurzes Leben: am 16.
Mai waren alle tot. Auch in drei anderen Horsten (Riedhausen, Esenhausen und Illmensee) starben die Jungen alle in sehr geringem Alter ganz plötzlich,
auch hier besteht der Verdacht einer Infektion, möglicherweise mit
Schimmelpilzen. Die toten Jungen von Riedhausen, Esenhausen und Illmensee
wurden in die Tierärztliche Untersuchungsanstalt nach Aulendorf
gebracht. Das Ergebnis der Untersuchung steht noch aus. Die herausgeworfenen
Jungen von Aulendorf hat man nicht gefunden. Eines liegt wohl noch im
Nest an einer ziemlich unzugänglichen Stelle und hätte nur
unter Gefahr herausgeholt werden können. 2009: Diesmal waren die Störche in Aulendorf wesentlich
früher
da als im letzten Jahr. Sie erschienen schon Mitte März. Einer der
Beiden ist unberingt - es könnte das Männchen vom letzten Jahr
sein -, seine Partnerin ist jedoch eine andere. Die Storchendame trägt
nämlich einen Ring, der sie eindeutig als die 2006 in Denkingen (bei Pfullendorf) geborene Störchin ausweist, die letztes Jahr in
Bad Buchau brütete. Ihr Männchen in Bad Buchau kam dort allerdings
im letzten Jahr um, die Jungen mussten ausgehorstet werden, weshalb es
ihr dort wohl nicht mehr gefallen hat. Wünschen wir ihr mehr Glück
in Aulendorf. 17. Juli: Auch der kleinere der beiden verbliebenen Jungstörche scheint nicht sehr widerstandsfähig gewesen zu sein, denn er überstand das nasskalte Wetter am 6. Juni nicht. So blieb schließlich im Aulendorfer Nest nur noch ein Jungstorch am Leben, dieser ließ es sich aber gutgehen, und am 16. Juni konnte er beringt werden. Der ca. fünfeinhalb Wochen alte "Andi" (so wurde er – oder sie? – von der Klasse 1c der Grundschule Aulendorf getauft) wog 2,7 kg, was angesichts seines Alters gerade noch im Rahmen ist. Er übt zwar schon fleißig seine Flugmuskulatur, fliegen kann er aber noch nicht, er hat ja auch noch etwas Zeit (die meisten Jungstörche fliegen im Alter von 9 bis 11 Wochen erstmals vom Horst). Am 27. Juni erlaubte sich ein Besucher von www.stoerche-aulendorf.de mit einer Fotomontage, die einen verlassenen Aulendorfer Horst zeigte, einen kleinen Scherz. Die "Ente" (diesmal kein Storch) stiftete bei anderen website-Besuchern einige Verwirrung: Man munkelte, "Andi" sei ein ganz Flotter, der mit seiner Entwicklungsgeschwindigkeit alle Rekorde bricht: Flügge mit sieben Wochen. Denkste! Man wird sehen. 2008: Recht spät
erschienen dieses Frühjahr die Störche
in Aulendorf. Der in Isny geborene Storch "Felix"
war jedoch nicht dabei. Ein unberingtes Storchenmännchen kam Ende
März
an, ließ sich zunächst auf dem Schlossnest nieder und begann
wenige Tage später auf einmal mit einem Nestbau auf einem Niederspannungsmast
in der Eckstraße. Die Anfang April ankommende Storchendame – ebenfalls
unberingt und möglicherweise die Brutstörchin vom letzten Jahr – überzeugte
ihn dann aber wohl von den Vorzügen des hoch oben über dem
Schussental thronenden Schlosshorstes, und so zog er mit ihr zusammen
wieder dorthin um. Seit Mitte April sitzt man abwechselnd auf einem Gelege.
"Antonia",
die Aulendorfer Brutstörchin des Jahres 2006, ist übrigens
wieder wie schon im letzten Jahr in Bad Waldsee, wo sie sich regelmäßig
für die Bad Waldseer Internetseite www.stoerche-bw.de ablichten
lässt. Juli: Der Aulendorfer Jungstorch hat sich gut entwickelt, auch sein Schnabel ist wieder völlig in Ordnung, von der Verformung kurz vor der Beringung ist nichts zurückgeblieben. Am Mittwoch, den 23. Juli verließ er zum ersten Mal – allerdings eher unfreiwillig – das Nest: Während seiner Flugübungen driftete er etwas vom Horst ab und rutschte bei der Landung vom Nestrand. Noch ziemlich unbeholfen steuerte er den nächsten Schlossgiebel an, wo er erstmal längere Zeit stehen blieb und sich von dem Schrecken erholte. Schließlich wagte er den Rückflug aufs Nest; beim ersten Anflug verfehlte er den Horst, der zweite Anflug gelang ihm jedoch. Das war doch immerhin ein Erfolgserlebnis, und es ermutigte ihn in den folgenden Tagen zu weiteren Ausflügen. Jetzt heißt es erstmal, sich auf den Aulendorfer Wiesen ein Polster anzufressen, denn bald steht der kräftezehrende Zug in den Süden bevor. 2007: Bisher sieht
es nicht gut aus für eine Brut in Aulendorf.
Die letztjährige Brutstörchin, die keine Anstalten machte,
in den Süden zu ziehen und sich den ganzen Winter über in Aulendorf
aufhielt, kehrte Mitte Februar Aulendorf plötzlich den Rücken
und zog ab nach Bad Waldsee. "Antonia",
wie die gebürtige
Französin von den Aulendorfern genannt wird, machte in Aulendorf
schlechte Erfahrungen mit Fremdstörchen und angreifenden Krähen,
im Jahr 2006 wurde dadurch das Gelege zerstört. In Bad
Waldsee hofft
sie, bessere Chancen zu haben. Allerdings musste sie sich hier erst einmal
gegen die dortige Brutstörchin durchsetzen, die Ende Februar zurückkam.
Es kam dort zu einem heftigen Kampf, bei dem die Bad Waldseer Störchin
(inzwischen "Laura" genannt) schließlich das
Feld räumen
musste. Juni: Am 13. April erschien nun tatsächlich doch noch eine Storchendame
in Aulendorf, einen Ring trug sie nicht. Sie vermählte sich mit
dem gebürtigen Isnyer und begann zusammen mit ihm Ende April eine
Brut. Doch dem Paar war ebenfalls kein Glück beschert. Verantwortlich
für das Desaster waren wiederum die Krähen, die die brütenden
Störche nicht in Ruhe ließen und immer wieder angriffen. Am
1. Mai schließlich gaben die Störche zu aller Leidwesen die
Brut auf. 2006: Letztes Jahr schon herrschte große Aufregung in Aulendorf als sich nach
langer Zeit erstmals wieder Störche auf der auf dem Schlossgiebel angebrachten
Nistunterlage niederließen. Man war dann sehr enttäuscht, als die
Störche wieder abzogen, vermutlich waren es diejenigen, die sich endgültig
für den Horst in Altshausen entschieden. Juni: Leider wurden das Aulendorfer Brutpaar in mehrerer
Hinsicht stark geplagt. Zum einen besuchten immer wieder Fremdstörche das Nest,
wobei es zu zum Teil heftigen Kämpfen kam – einige Kämpfe
(so am 18. April und am 15. Mai) wurden von Herrn Steinhauser fotografisch
festgehalten und in der lokalen Presse veröffentlicht -, zum anderen
wurden die Adebare immer wieder heftig von Krähen attackiert, die
die Störche als Eindringlinge in ihr Brutgebiet betrachten. Welche
Angriffe letztlich zur Zerstörung des Geleges und damit zum Brutabbruch
um den 10. Mai geführt haben, kann nicht mit Sicherheit festgestellt
werden. Krähenattacken werden auch an anderen Horsten beobachtet,
das Brutgeschäft wird jedoch üblicherweise dadurch nicht beeinträchtigt.
Die Aulendorfer Krähen waren allerdings besonders hartnäckig
und dreist, und die Störche ließen sich von ihnen augenscheinlich
stark irritieren, was vermutlich auch mit ihrer Unerfahrenheit zusammenhängt
(Erstbrüter, das Männchen ist erst zwei Jahre alt). |