Die Störche Oberschwabens



Isny

2011


2016: Isny – Stadt der Störche im Allgäu. Ja, das muss man mittlerweile sagen. Denn was sich dieses Jahr in Isny unter den Adebaren abspielte, kann man wirklich kaum glauben: Sage und schreibe insgesamt 13 Storchenpaare nisteten im Frühjahr in Isny oder versuchten ein neues Nest zu bauen. Die Neuankömmlinge waren überwiegend junge Störche, zweijährig und erstmals aus dem Winterquartier zurückgekehrt.
Nicht alle diese Paare blieben jedoch dort, in zwei Fällen auch, weil man ihre Nestbau-Absichten – da an sehr ungünstigem Platz – vereiteln musste. Es soll hier nur eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Brutergebnisse dargestellt werden, denn ein ausführliches Tagebuch der Geschehnisse in Isny, erzählt von Ulrike Maruszczak, unserer dortigen Weißstorch-Beobachterin und dokumentiert mit ihren wunderschönen Fotos, kann auf der webseite nachgelesen werden (links oben auf der angegebenen Internet-Seite anzuklicken; Tipp von Frau Maruszczak: wenn nicht die aktuellen Bilder angezeigt werden, bitte Strg und F5 drücken) . Über die Internetseite hat man über eine webcam auch Einblick in zwei der Isnyer Storchenhorste.

Gebrütet haben in Isny sieben Storchenpaare:
Urs und Ursula auf dem Rathausnest. Ob hier bei der Paarung etwas schiefgelaufen ist oder die Eier nicht sorgfältig bebrütet wurden? Aus dem Gelege scheint nichts zu schlüpfen, denn sie sitzen schon seit Anfang April darauf ohne Ergebnis.
Finn und Finja auf dem Kastaniennest. Hier schlüpften vier Junge, die jedoch am 13. Mai alle vier im Alter von ein bis zwei Wochen verstorben sind. Schimmelpilz-Infektion?
Paul und Julia (unsere alteingesessene Brutstörchin, die früher mit Romeo auf dem Rathaus brütete) auf der Eiche bei den Sporthallen haben zwei Jungstörche im Nest.
Toni und Antonia auf der Linde bei den Sporthallen haben ebenfalls zwei kleine Störchlein zu versorgen. Diese sind aber ca. eineinhalb bis zwei Wochen jünger als der Nachwuchs von Julia und Paul.

Isny Toni Antonia
Nachwuchs von Ton und Antonia. Ute Reinhard 2016.

Diese vier Paare haben in Isny bereits Bruterfahrung, sind sozusagen unsere "alten Hasen". "Frischlinge" in Isny sind dagegen die drei folgenden Paare:
Peppi (zweijähriger Storch aus Neukirch-Wildpoltsweiler, also ein jüngerer Bruder von Toni) und Peppina (unberingte Storchendame) auf einer zweiten Eiche über dem Neidhammelbrunnen (ebenfalls in Nähe der Sporthallen): bisher zwei Junge gesehen.
Henri und Henriette, beide unberingt, auf einer Linde zwischen der Linde mit Toni und Antonia und der Eiche mit Julia und Paul. Frischer Schlupf.
Sam und Samira, ebenfalls beide unberingt, auf einem Sendemast hinter der Post. Hier wurden am 21. Mai drei noch ganz kleine Junge im Nest entdeckt.

Juli: In Isny lief es dieses Jahr nicht gut. Denn wenn schlechtes Wetter herrscht, ist es in Isny am Rand der Adelegg besonders schlimm: Es regnet sehr heftig und die Temperaturen sinken stärker ab als im übrigen württembergischen Allgäu und in den oberschwäbischen Flusstälern.
Sechs der sieben Isnyer Brutpaare brachten keine Jungvögel durch:
Urs und Ursula auf dem Rathaus: keine Jungevögel geschlüpft.
Finn und Finja auf dem Kastaniennest bei der Post: alle vier Junge bei den Eisheiligen umgekommen (tot am 13. Mai).
Paul und Julia auf der Eiche bei den Sporthallen: beide Jungstörche tot am 25. Mai (sehr kalt und nass am 23./24. Mai, am Morgen des 25. Mai in Isny 1,8 °C).
Peppi ind Peppina auf der zweiten Eiche über dem Neidhammelbrunnen: der erste der beiden Jungstörche liegt am 22. Mai tot unterm Nest, der zweite verendet in der regnerischen kalten und windigen Nacht vom 16. auf den 17. Juni.
Henri und Henriette auf der zweiten Linde bei den Sporthallen: der Nachwuchs stirbt ebenfalls in der Nacht vom 16. auf den 17. Juni.
Sam und Samira auf dem Sendemast in der Innenstadt: einer der drei Jungen liegt am 5. Juni tot am Nestrand, Mitte Juni sind alle tot, die Altstörche verlassen das Nest.

Immerhin haben es die beiden Jungvögel von Toni und Antonia auf der anderen Linde bei den Sporthallen geschafft. Am Abend des 24. Juni, kurz vor einem heftigen Gewitter, konnten sie mit Hilfe der Isnyer Feuerwehr (die an diesem Abend noch reichlich zu tun bekam) beringt werden. Ihnen kann auf dem Nest nun nichts mehr passieren und wir hoffen, dass sie problemlos ihren ersten Ausflug meistern und auch ihre erste Reise in den Süden ohne Zwischenfälle überstehen.

Ausführliche Informationen und zahlreiche wunderschöne Bilder von den Isnyer Störchen gibt es von Ulrike Maruszczak, unserer dortigen Weißstorch-Beobachterin auf der webseite.

2015: Den Winter über waren trotz der zeitweise kalten und schneereichen Witterung immer wieder bis zu fünf Störche in Isny. Bis Mitte Dezember waren die beiden Störche des Kastaniennestes da: Finn und Finja - Finja wurde Ende Dezember auch in Böhringen bei Radolfzell am Bodensee an einer Futterstelle beobachtet. Auch noch später im Winter bis in den Februar hinein waren die beiden neuen Rathausstörche Urs und Ursula sowie Julia, unsere alte Störchin des Rathausnestes in Isny bei der Futtersuche in der Ach zu beobachten.

Nun ist es Frühjahr, und schon geht es in Isny wieder drunter und drüber.
Julia bezog Mitte Februar das Kastaniennest, aus welchem sie aber am 24. Februar von der Horstinhaberin Finja verjagt wurde. Finn ließ auf sich warten, Finja vertrieb sich solange die Zeit mit einem vierjährigen Storch, gebürtig in Neukirch-Wildpoltsweiler, der acht Tage zuvor in Isny angekommen war und sich zunächst im Nest von Fritz und Agathe auf der Linde bei den Sporthallen niederließ. Er wird im folgenden Antonio genannt. Am 10. März, als auch Finn zurückkommt, greift ein neuer Storch – es ist das letztjährige Brutmännchen von Mailand – den Kastanienhorst an und wird gemeinsam von Finja und Antonio vertrieben. Dann, am selben Abend, kommt Finn, und Antonio muss seinerseits nun das Feld räumen. Jetzt ist allerdings im Kastanienhorst Ruhe eingekehrt, Finn und Finja brüten sein ungefähr 29. März.

Das Nest auf dem Rathaus (bis vor wenigen Jahren das einzige Nest in Isny und langjährig von Romeo und Julia besetzt), wird wie schon Ende der Brutzeit 2014 wieder von Urs und Ursula belegt. Am 3. Februar zogen die beiden aus Isny ab und erschienen wieder am 26. Februar – sehr schmutzig, wie berichtet wird, und von den Isnyern von da an als Braunstörche bezeichnet. Julia versucht am 9. März, ihren ehemaligen Horst zurück zu erobern, vertreibt Ursula und verpaart sich mit Urs, kann sich aber nicht lange auf ihrem Nest halten, sondern muss am nächsten Tag wieder Ursula weichen. Urs und Ursula beginnen etwa zum selben Zeitpunkt mit der Brut wie die Störche auf dem Kastaniennest. Allerdings sieht das Brutnest nicht sehr wohnlich aus, denn Urs und Ursula stellen sich nicht gerade als Baumeister heraus. Graureiher, Dohlen und die anderen Störche klauen ihnen außerdem immer wieder Ästchen aus ihrem Nest, so dass die Polsterung des Geleges doch sehr zu Wünschen übrig lässt.

Am 1. März wurde wieder das Nest auf der Eiche bei den Sporthallen bezogen. Es ist ein unberingter Storch mit einem schwarzen Punkt auf dem linken Flügel, von der Isnyer Storchenbeobachterin eindeutig als Horstinhaber Paul identifiziert. Julia freundet sich gleich mit Paul an und verpaart sich mit ihm, was sie allerdings nicht davon abhält, am 9. März eine Rückeroberung ihres alten Rathausnests zu versuchen und sich mit dem dortigen Urs zu vergnügen(siehe oben). Nachdem sie damit allerdings nur einen Tag lang Erfolg hat und dieser Versuch kläglich scheitert, kehrt sie zu Paul auf die Eiche zurück. (Um die Verwirrung noch komplett zu machen: Einen Tag nach ihrer Rückkehr aufs Eichennest werden Paul und Julia kurzzeitig auf dem Rathausnest bei der Paarung beobachtet!). Hoffen wir mal, dass Julia sich jetzt mit ihrer neuen Situation in Isny endgültig abfinden kann, denn seit Ende März liegen Eier im Eichennest. Immerhin hat sie wieder einen Horst und einen Partner, sie musste den Brutort nicht wechseln und kennt sich in den Nahrungsgebieten um Isny bestens aus.
  
Bleibt noch das zweite Nest bei den Sporthallen, das Nest auf der Linde. Hier kommt Fritz, der letztjährige Brutstorch der Linde am 11. März an, wird aber einen Tag später wohl von Antonio vertrieben, der kurz zuvor vom Kastaniennest weichen musste (siehe oben). Fritz verschwindet, und wenige Tage später gesellt sich zu Antonio eine unberingte Storchendame. Es könnte Agathe oder vielleicht auch Pauline vom letzten Jahr sein. Oder ist es eine neue Störchin? Auch hier wurde mittlerweile mit der Brut begonnen.

Alle hier beschriebenen Ereignisse wurden wieder von Frau Maruszczak beobachtet, dieses Jahr unterstützt von einem Bewohner des Postgebäudes mit gutem Blick auf das Kastaniennest. Ohne Engagement und viel Geduld sind solche akribischen Beobachtungen nicht möglich, herzlichen Dank dafür. Wir sind gespannt, wie es in Isny weitergeht.

Juni: Anfang Mai werden in Isny die ersten lebenden Storchenküken gesichtet. Allerdings geschah unmittelbar zuvor ein Unglück bei den Sporthallen: Das Lindennest kippte am 30. April und rutschte ab, drei tote Storchenküken und ein Ei liegen auf dem Boden. Die unberingte Störchin verschwindet daraufhin,  während sich Antonio auf einer benachbarten Eiche wieder auf den Nestbau verlegt. Ein Nachgelege wird es aber wohl nicht mehr geben (zumal sich ja auch die Störchin aus dem Staub gemacht hat).

Im Rathausnest von Urs und Ursula schlüpften vier kleine Störche, im Kastaniennest waren es vermutlich drei, und im Nest auf der Eiche bei den Sporthallen, wo die alte Störchin Julia mit ihrem neuen Gatten Paul residiert, erblickten ebenfalls drei kleine Störche das Licht der Welt.

Die Jungstörche auf der Eiche überlebten erfreulicherweise alle. Im Kastaniennest von Finn und Finja konnten zwei Jungstörche beringt werden. Vom Quartett auf dem Rathaus kamen zwei Junge durch, die beiden anderen wurden Mitte Mai und Ende Mai unterhalb des Rathauses tot aufgefunden.

Insgesamt werden also dieses Jahr in Isny sieben Jungstörche groß, und da alle etwa im selben Alter sind, konnten sie auch am gleichen Tag, nämlich am 11. Juni begutachtet und beringt werden. Hoffen wir, dass alle ihren ersten Absprung vom Nest, der sicher nicht mehr allzulange auf sich warten lässt, gut meistern und dass sie ohne Zwischenfall ihren ersten Zug antreten können.

2014: Der hübsche Kurort am Alpenrand mit seinen großflächigen Feuchtgebieten hat's den Störchen angetan, auch wenn das Klima für die Jungenaufzucht nicht gerade ideal ist. Man könnte es schon fast als Invasion bezeichnen, was dieses Frühjahr in Isny passiert.
Zunächst ist da das alteingesessene Paar auf dem Kamin des Rathauses: der arthrosegeplagte Franzose, der nach entsprechenden Hormonschüben zur Paarungszeit immer wieder topfit erscheint, sowie die Schweizerin.
Dann gibt es seit letztem Jahr ein Paar in der Ortsmitte auf einer Kastanie: das Männchen ein gebürtiger Isnyer, letztes Jahr durch seine Rosafärbung (die mittlerweile verschwunden ist) berühmt geworden, und die Störchin aus Bad Saulgau. Beide sind wieder da und belegen ihr Nest auf der Kastanie. Allerdings gab es zunächst Komplikationen, denn vor der Saulgauerin erschien die letztjährige Kißlegger Brutstörchin (eine Störchin aus Bayern) und ließ sich bis zur Ankunft der Saulgauerin auf deren Nest nieder. Als die Saulgauerin aber dann am 13. März ankam, ließ sie sich das natürlich nicht gefallen. Die Bayerin zog zunächst ab, erschien dann aber am 18. März wieder, diesmal mit einem unberingten Männchen, verpaarte sich mit diesem auf dem Rathaus auf der Sirene und attackierte mit ihm zusammen das Rathausnest. Sie blieb aber nicht in Isny, denn zwei Tage später wurde sie in Mailand auf dem Horst gesehen, wo sie jetzt auch brütet.
Die Besiedlung in Isny war damit dieses Frühjahr jedoch noch lange nicht zu Ende. Am 24. März kam wiederum ein unberingter Storch nach Isny, griff jedoch kein Nest an, sondern baute sich ein neues auf einem hohen Baum bei den Isnyer Sporthallen. Eine Woche später bekam er dann auch Gesellschaft von einer ebenfalls nicht beringten Störchin. Die beiden vermählten sich, und seit 11. April wird auch auf diesem Nest gebrütet.
Einen Tag zuvor, am 10. April, beginnt ein viertes Paar mit einem weiteren Nestbau bei den Sporthallen. Es sind ein blutjunges, erst zweijähriges Männchen aus Kanzach und eine ringlose Störchin. Ob sie noch rechtzeitig fertig werden?
Etwa um dieselbe Zeit (am 12. April) erscheint ein fünftes Paar (!!), ein unberingter Storch und eine zweijährige Storchendame aus Ostrach, kopuliert auf dem Rathaus und belästigt das alte Paar auf dem Rathauskamin und auch das Brutpaar auf der Kastanie. Wie das wohl weitergeht?

Juni: Eine Isnyer Anwohnerin, Frau Ulrike Maruszczak, die die Störche Isnys ganz genau beobachtet und Protokoll führt – fast alle nachfolgenden Infos stammen von ihr – , hat auch den neu angesiedelten Störchen Namen gegeben, die wir nun hier zum besseren Überblick übernehmen wollen:
Romeo und Julia: das alte Paar auf dem Rathaus (der Franzose und die Schweizerin);
Finn und Finja: das Paar auf der Kastanie bei der Post (er aus Isny, sie aus Bad Saulgau);
Paul und Pauline: das unberingte Brutpaar auf dem Baumnest bei den Sporthallen;
Fritz und Agathe: zweites Brutpaar auf einem Baum bei den Sporthallen (er aus Kanzach, sie unberingt);
Gino und Gina: neues Paar auf dem Rathausdach, das sich hier ein neues Nest baut (er unberingt, sie aus Ostrach).

Mit Nachwuchs von Romeo und Julia wurde es wieder nichts. Zwar schlüpften auf dem Rathaus drei kleine Störche, doch da sich Romeo aufgrund seiner arthritischen Beschwerden wie schon im letzten Jahr bei Regen nicht mehr an der Fütterung beteiligte, kamen die Jungen nicht durch.
Finn und Finja auf der Kastanie bekamen drei Junge, denen es gutgeht. Sie konnten am 16. Juni beringt werden, erwiesen sich zwar als etwas untergewichtig, werden es aber bis zum Ausflug schaffen.
Auch der Nachwuchs von Paul und Pauline – zwei Junge – wurde am 16. Juni begutachtet und beringt. Obwohl mehr als eine Woche jünger als die  Jungstörche auf der Kastanie, brachten sie ein ähnliches Gewicht auf die Waage, waren also verhältnismäßig gut genährt.
Fritz und Agathe hatten Anfang Juni schließlich auch drei kleine Storchenküken im Nest, von denen das kleinste jedoch nur wenige Tage überlebte. Den beiden anderen wurde vermutlich ein relativ heftiger Regen Ende Juni zum Verhängnis, möglicherweise waren aber auch Nestangriffe (durch Julia? siehe unten) die Ursache, jedenfalls lebten sie am 29. Juni nicht mehr.

Das Rathausnest von Romeo und Julia wurde am 19. Mai von einem weiteren, neu angekommenen Paar erobert: das Männchen mit Namen Urs stammt aus der Schweiz und war im letzten Jahr schon mal in Isny gesehen worden, seine Gattin ist unberingt. Julia versucht immer wieder, ihr Nest zurück zu erobern, es gelingt ihr bisher jedoch nicht und sie übernachtet seitdem auf einem Baum in Nähe der Sporthallen, also in Nachbarschaft der beiden anderen dort nistenden Paare. Durchaus möglich, dass sie Ende Juni das Nest von Fritz und Agathe aus Frust angegriffen hat und die Jungen dabei umgekommen sind. Romeo wurde am 20. Juni  tot auf den Wiesen aufgefunden. Augenscheinlich war der in seiner Flugfähigkeit behinderte Storch von einem Fuchs oder einem Hund angefallen worden.
Gino und Gina haben übrigens zwischenzeitlich Isny verlassen. Seit Anfang Juni wurden sie nicht mehr auf dem Rathaus beobachtet.

2013: Es ist schon erstaunlich, was Hormone doch bewirken können. Im Winter machte der Isnyer Storchenmann einen ziemlich desolaten Eindruck. Arthritische Beschwerden machten ihm sehr zu schaffen, er wurde kaum noch auf seinem Horst gesehen. Als dann aber die Paarungszeit herannahte, wurde er auf einmal wieder quicklebendig, beglückte regelmäßig seine Gattin, und so wird tatsächlich auf dem Rathaus wieder gebrütet. 
Am 23. März bekam Isny übrigens Besuch von zwei weiteren Störchen, von denen der eine aus Saulgau stammt, der andere aber ein gebürtiger Isnyer ist. Ob der Isnyer angesichts seines Geburtsorts vor Freude rosa anlief oder ob er in seinem Winterquartier in ein Farbbad gefallen ist, kann er uns leider nicht sagen. Jedenfalls ist er rosa wie ein Flamingo. Noch Anfang April wurden die beiden Zweijährigen in Isny beobachtet und auch fotografiert. Am 13. April wurde der Rosafarbene allerdings in Ingoldingen gesichtet, zettelte einen Kampf an und besetzte eine eine Stunde lang den dortigen Horst. Mal sehen, wie das weitergeht.

Juni: Ende April schlüpften die ersten kleinen Störche auf dem Rathaus. Es wurden drei an der Zahl. Dann kamen die Eisheiligen, dieses Jahr etwas früher als sonst, mit Dauerregen und Temperaturen unter fünf Grad. Das Männchen flog kaum noch den Horst zur Fütterung an, die Jungen waren am 11. Mai tot. Jetzt ist der Altstorch merkwürdigerweise trotz schlechten Wetters wieder quietschfidel und paart sich wieder mit seiner Störchin. Der Paarungstrieb scheint bei ihm größer als der Bruttrieb zu sein (und das in seinem Alter....).
Auf dem Kastanien-Nest ist hingegen überhaupt nichts aus der Brut geworden. Am 6. Mai wurde zwar eindeutig Brutverhalten festgestellt, doch verließen die Störche wohl immer wieder das Nest, aus den Eiern – falls es welche gab – schlüpfte nichts. Ein rosafarbener Storch wurde auch immer wieder zusammen mit einem Herumtreiber-Trupp gesehen, mal in Mochenwangen, mal in Munderkingen und auch anderswo. Möglicherweise gibt es noch einen zweiten rosafarbenen Storch, denn es wurde auf dem Ring des Herumtreibers teilweise eine andere Buchstaben- und Zahlenkombination als die des Isnyers abgelesen. Der Ring war allerdings stark verschmutzt, es könnte sich also um eine Fehlablesung handeln.

2012: Die Isnyer Störche haben dem bitterkalten Winter in Süddeutschland erfolgreich getrotzt. Wahrscheinlich haben sie sich wieder wie schon manchmal in den Jahren zuvor an beheizten Isnyern Kaminen gewärmt.
Obwohl im alpennahen Isny ein etwas späterer Bruttermin für die Ernährung der Jungen sicherlich von Vorteil wäre, gehörten der Franzose und die Schweizerin wie in den vergangenen Jahren wieder zu den ersten Störchen, die auf ihren Eiern sitzen.

Anfang Juni: Ende April wurde es ziemlich lebendig im Isnyer Nest, denn nach und nach schlüpften fünf Junge auf dem Rathaus. Die ersten beiden Wochen ging alles gut. Dann, am 14. Mai, starb das Nesthäkchen. Zwei Tage später hagelte es, und darauf folgte die Nacht der verspäteten "Kalten Sophie", die das zweitjüngste Störchlein nicht überstand.
Drei fast sechs Wochen alte Jungstörche konnten jedoch am 1. Juni beringt werden und brachten zwischen drei und dreieinhalb Kilogramm auf die Waage.

August: Am 30. Juni gab es unter einige Anwohnern große Aufregung in Isny. Ein Jungstorch war zu seinem ersten Ausflug vom Nest gestartet und landete auf der Stadtmauer. Dort verließ ihn der Mut, und er bewegte sich ein paar Stunden nicht mehr vom Fleck. Es war aber nur eine Verschnaufpause, denn schließlich startete er erneut und schaffte es auch nach Hause. Inzwischen sind alle Jungstörche auf den Wiesen unterwegs und schon routinierte Flieger. Demnächst ist es soweit, dann wird sich zeigen, was sie gelernt haben. Ob sie dieses Jahr freiwillig die Reise antreten? (Im letzten Herbst musste nämlich die Mama die Jungstörche, die partout nicht abziehen wollten und ihre Eltern schon gehörig nervten, vom Nest fortlocken und ein Stück des Weges geleiten. Sie kam dann ohne Jungstörche nach Isny zurück, und endlich waren sie die Bande los!)

2011: Die beiden in Süddeutschland überwinternden Isnyer Störche, der Franzose und die Schweizerin, haben es wieder mal ganz eilig. Schon seit Wochen sitzen sie wieder auf einem Gelege, die ersten Jungen werden zwischen Mitte und Ende April schlüpfen.

Juni: Die Isnyer Jungstörche schlüpften schon um den 20. April. Es wurden insgesamt drei. Die Einschränkung und geänderte Art und Weise der Fütterung der Altstörche hat den Jungen gutgetan. Sie entwickelten sich prächtig und kamen alle drei durch. Bei der Beringung brachten sie jeweils deutlich über drei Kilogramm auf die Waage und hatten somit das für ihr Alter optimale Gewicht. Wenn sie eifrig üben, wird es nicht mehr lange dauern bis sie zu ihrem ersten Jungfernflug starten und über Isny kreisen werden.

Anfang August: Es war der 23. Juni, also noch recht früh im Sommer, als die Isnyer Jungstörche erstmals vom Rathausdach starteten. Der kleinste wollte gleich mit den Geschwistern mit, obwohl es mit seinen Flugkünsten eigentlich noch nicht so weit her war. Da stand er nun unten in den Straßen von Isny, von wo aus schlecht zu starten war, schaffte es aber auch von den Wiesen der Bodenmöser, auf die ihn Herr Bolender verfrachtete, nicht zurück auf den Horst. Über Nacht wurde er deshalb zum Schutz vor dem Fuchs in eine Garage gebracht. Zwei Tage später setzte ihn Herr Bolender mit der Hebebühne aus Memmingen, die mit Hilfe von Spenden finanziert werden konnte, zurück ins heimische Nest, wo er sich erstmal von seinem gewagten Ausflug erholte. Mittlerweile fliegt er aber so gut wie seine älteren Geschwister, so dass der Reise in den Süden nichts mehr im Wege steht.

2010: In Isny sind wieder unsere Altbekannten, der Franzose aus Munster – mittlerweile auch schon 20 Jahre alt - und die zwölfjährige Schweizerin aus Altreu. Sie haben in Isny überwintert.
Man kann fast den Kalender nach ihnen stellen, denn unbeeindruckt vom Kälteeinbruch Anfang und Mitte März begannen sie wieder um den 23. März mit der Brut. Schon Ende April werden deshalb in Isny die Jungen schlüpfen. Mal sehen, ob es wieder so gut klappt wie im letzten Jahr.

Juni: Schon um den 24. April pellte sich in Isny das erste Junge aus dem Ei. Wahrscheinlich hatten die Isnyer Störche schon gleich nach Ablage des ersten Eis mit der Brut begonnen, denn die beiden ältesten Jungen schlüpften nicht gleichzeitig, sondern im Abstand von 2 Tagen. Kurze Zeit später schlüpfte noch ein weiteres, so dass Ende April ein kleines Trio im Nest versammelt war. Schon wenige Tage später jedoch starb bereits das Kleinste der drei. Beobachtungen am 6. Mai vom Kirchturm aus zeigten extremes Freizeitverhalten der beiden Altstörche: zu Beginn der Beobachtung saß er auf den Jungen, sie stand daneben. Schließlich wechselten sie sich mit dem Hudern ab (so nennt man das Schützen der Jungen durch Abdecken), es wurde jedoch nicht gefüttert. Das Männchen flog davon, erschien aber nach einigen Minuten wieder und stand dann ca. zwei Stunden neben dem Weibchen. Schließlich stand sie auf, und beide Altstörche würgten Futter aus, das jedoch zum allergrößten Teil aus Hühnerküken bestand, die die Jungen nicht fressen konnten. Die Küken fraßen die Altstörche wieder selbst, die beiden Jungen bekamen fast nichts. Das Wetter war zu dieser Zeit wesentlich besser als im übrigen Oberschwaben, es regnete nicht und es herrschte nur mäßiger Wind.

Bei der Beringung am 28. Mai wurde erhebliche Unterentwicklung der beiden Jungstörche festgestellt. Sie waren zu diesem Zeitpunkt bereits fünf Wochen alt. Der größere der beiden zeigte eine Gefiederentwicklung eines ca. vierwöchigen Jungstorchs, der kleinere – sehr stark zurückgeblieben – war in der Entwicklung etwa einem zweieinhalbwöchigen Störchlein vergleichbar. Sie wogen 2450 und 1650 g, waren also deutlich untergewichtig. Als eine zweite Kälteperiode Ende Mai einsetzte und es vor allem am 2. Juni sehr stark regnete, überstanden es die beiden Jungstörche nicht. Sie starben am Morgen des 3. Juni.
Die Entwicklung der beiden Jungsstörche und die Beobachtung am 6. Mai weist darauf hin, dass die Zufütterung der Altstörche während der Brutzeit nicht förderlich, sondern kontraproduktiv ist. Die Altstörche sind satt, sehen keine Veranlassung, selbst Futter zu suchen. Sie würgen z.T. völlig ungeeignetes und einseitiges Futter für die Jungen aus. Anfangs war die Fütterung der Störche in Isny kontrolliert in einer Hand, mittlerweile füttern jedoch auch andere Personen die Störche, eine Tatsache, die unter anderem dazu geführt hat, dass auf einmal auch das zuvor ziehende Weibchen in Isny blieb. Es hat sich schon des Öfteren gezeigt, dass überwinternde Störche geringere Fähigkeiten besitzen, ihre Jungen großzuziehen. So sind auch im kalten Mai fast nur Jungstörche an Kälte und Unterernährung gestorben, die von Überwinterer-Paaren versorgt wurden.
Mit der kontrolliert zufütternden Person wurde bereits die Problematik besprochen. Die Fütterung wird allmählich heruntergefahren, soll während der Brutzeit nur auf extrem schlechtes Wetter und im Winter auf Tage mit Schnee oder gefrorenem Boden beschränkt werden. Das erheblich reduzierte Futter während der Brutzeit muss stärker an die Bedürfnisse der Jungen angepasst sein.
An all die anderen, die meinen, mit ihrer Fütterung den Störchen etwas Gutes zu tun, sei hier der Appell gerichtet, dies im Interesse der Störche bitte künftig zu unterlassen. Auch eine Fütterung im Herbst, wenn die Störche genug Futter für sich selbst finden, muss unbedingt unterbleiben. Die Störche müssen wieder lernen, selbst für sich und ihre Jungen zu sorgen. Nur so haben auch die kleinen Störche wieder eine Chance.

2009: In Isny nichts Neues: Völlig unbeeindruckt vom lang anhaltenden Winter – und Isny ist nicht gerade der klimatisch günstigste Ort Oberschwabens - brüten schon seit dem 25. März die angestammten Störche, der Franzose und die Schweizerin, auf dem Rathausdach. Sie gehören damit wieder zu den ersten, die mit dem Brutgeschäft beginnen. Warum sie es immer so eilig haben?

Juni: In Isny ist der Regen ja meistens besonders heftig. Diesmal scheint es jedoch hier nicht schlimmer als sonstwo im subtropischen Oberschwaben gewesen zu sein, und die drei Jungen, die Ende April geschlüpft sind, erfreuen sich bester Gesundheit. Bei ihrer Beringung am 29. Mai war ganz schön viel los. Zahlreiche interessierte Bürger fanden sich ein und wollten alles über die drei Nesthocker wissen und waren ganz zufrieden, als sie hörten, dass die drei ganz gut beieinander sind und alle um die drei Kilo oder mehr auf die Waage brachten. Auch die Befiederung ist so weit fortgeschritten, dass sie in ca. einer Woche ihre gefährlichste Nestlingszeit überstanden haben dürften.

Juli: In Isny läuft dieses Jahr alles bestens, die drei Jungen wurden ohne Probleme groß. Am ersten Juli wurde ihnen die Welt ihres Nestes zu klein und sie erkundeten zum erstenmal den Luftraum. Wollen doch mal sehen, wo die Eltern immer die leckeren Mäuse und Heuschrecken herbekommen und wie man dieser Regenwürmer habhaft wird!
Bald ist es dann soweit, und die Drei sind selbständig, machen sich auf, zusammen mit anderen Jungstörchen das (dieses Jahr doch recht regnerische) Oberschwaben zu verlassen und in den sonnigen Süden zu ziehen.

2008: In Isny brütet wieder das angestammte Paar, der Franzose und die Schweizerin. Sie hatten es mal wieder besonders eilig, und so werden noch im April die ersten Jungen schlüpfen.

Juni: Dieses Jahr scheint es endlich mal wieder mit der Jungenaufzucht in Isny zu klappen: Drei Küken schlüpften Ende April auf dem Rathaus, und alle drei kamen gut durch ihre ersten kritischen Lebenswochen. Am 2. Juni wurden sie beringt und machten einen so kräftigen und gesunden Eindruck, dass auch schlechtes Wetter ihnen kaum noch etwas anhaben kann.

Juli: Im Alter von etwas über neun Wochen als eine der Frühesten unter den oberschwäbischen Jungstörchen, nämlich schon am 29. Juni, verließ die Isnyer Jungvogelschar erstmals ihren Horst. Jetzt sind es nur noch wenige Tage, und die jungen Adebare werden vom allgemeinen Reisefieber gepackt werden. Erst geht´s über Frankreich nach Spanien, und wer weiß, vielleicht sogar bis nach Westafrika?

2007: Der Isnyer Storchenmann hat den Winter in Isny wieder gut überstanden. Seine Dame hat den Winter diesmal jedoch nicht in dort verbracht. Der Winter zuvor war ja schon ziemlich hart gewesen, und vermutlich wollte sie das nicht nochmals erleben.

Jedenfalls sind die beiden wieder zusammen und wollen es wieder mit einer Brut versuchen. Recht früh waren sie wieder dran, und derzeit schlüpfen gerade die ersten Jungen.

Juni: Diesmal sah es in Isny wirklich gut aus. Die drei Jungstörche gediehen prächtig und überlebten auch einzelne Schlechtwettertage recht gut. Nahezu fünf Wochen alt – ähnlich wie ihre Leidensgenossen in Denkingen und Fleischwangen – und gerade kurz vor der Beringung, ereilte sie jedoch das gleiche Schicksal wie diese: Das üble Pfingstwetter, in Isny eher noch etwas schlimmer als anderswo in Oberschwaben, tötete alle drei Jungen.

2006: Wie schon im letzten Jahr vermutet, überwintert nun auch das Isnyer Weibchen bei uns, im letzten Winter blieb die Störchin wie ihr Gatte in Isny. Die Beiden hatten es im schneereichen Frühjahr auf ihrem hohen windigen Horst nicht gerade leicht. Sie hatten schon mit der Brut begonnen, da schneite es nochmals heftig, so dass der brütende Storch zu dieser Zeit in seinem verschneiten Nest kaum auszumachen war. Hoffen wir, dass sie ihre Eier sorgfältig vor Kälte geschützt haben. Mit dem Brutgeschäft begannen sie in den ersten Apriltagen.
Am 25. März bekamen die Isnyer Eltern übrigens Besuch von einem ihrer 2004 geschlüpften Jungen. Der "Halbstarke" versuchte eine Stunde zuvor, auf dem Horst in Wangen Fuß zu fassen, wurde aber vom dortigen Horstinhaber in die Schranken verwiesen. Nachdem er auch das Isnyer Nest von seinen Eltern besetzt fand, und diese auch nicht geneigt waren, ihm Platz zu machen, zog er schließlich nach Aulendorf, wo er jetzt tatsächlich brütet (Brut inzwischen abgebrochen, siehe Aulendorf).
Anfang Mai schlüpften in Isny vier Junge. Alle entwickelten sich zunächst gut, auch das etwas zurückgebliebene Nesthäkchen, von dem es zwischenzeitlich fälschlicherweise hieß, es sei aus dem Nest geworfen worden, holte mit der Zeit auf. Deshalb war es ein ziemlicher Schock, als in der frostigen Nacht zum 30. Mai mit Schnee, Hagel und Gewitter  die abends noch sämtlich munteren Jungstörche alle erfroren. Seit dieser Zeit gibt es teilweise heftige Vorwürfe, dass man die Jungen nicht zuvor vom Horst geholt hat. Vielleicht sollte man kurz hierzu Stellung nehmen:
Hätte man sämtliche Jungstörche vom Nest geholt, hätten die Altstörche den Brutplatz verlassen, hätten also auch später die Jungstörche nicht mehr angenommen. Das Nest in Isny muss außerdem mit einem Spezialkran angefahren werden, den man nicht so schnell organisieren kann. Forderungen, das Nest an einen zugänglicheren Platz zu verlegen, sind ziemlich absurd, da sich die Störche ziemlich sicher wieder auf dem Rathaus niederlassen würden oder (bei Entfernung des Nestes dort) Isny möglicherweise völlig verlassen würden. Außerdem wollen wir unsere wunderschönen wilden Weißstörche nicht zu Haustieren degradieren. Bei jedem Regen hätte man debattiert, ob man nun die Jungstörche nicht aushorsten müsse. Vor zwei Jahren gab es schon einmal einen Schneeeinbruch in Isny (er war allerdings nicht so heftig wie dieses Jahr), alle Jungstörche hatten ihn schadlos überstanden.

Isny ist nunmal für Störche ein "Grenzstandort", da es hier oft heftige Niederschläge gibt. Eine Sanierung des Nestes diesen Winter – in Isny deshalb wesentlich häufiger durchgeführt als an den anderen Brutorten – konnte wegen des langen Frostes diesmal leider nicht durchgeführt werden, soll aber im nächsten Herbst erfolgen. Da das Anfahren des Nestes sehr teuer ist und eine Sanierung für die Brutaison 2007 desto wirkungsvoller ist, je knapper sie vor der nächsten Brutsaison stattfindet, möge man verstehen, dass  man sie jetzt nicht vorverlegt, um die toten Störche vom Horst zu holen. Diese stören die Altstörche, deren Geruchssinn nicht besonders ausgeprägt ist, nicht besonders. Im Gegenteil, eine Veränderung des Nestes zur jetzigen Zeit könnte die Störche eher abschrecken.

2005: Durch Fütterung verführt, zog es das Isnyer Männchen ausgerechnet in diesem bitterkalten Winter vor, in Isny zu bleiben, anstatt den kurzen Flug zum Bodensee zu unternehmen. Allzu ungemütliche Stunden verbrachte der Weißstorch aus Frankreich im Schutz eines wärmenden Kamins; es gelang ihm trotzdem, nicht zum Schwarzstorch zu werden.
Seine Schweizer Gattin erschien diesmal schon Ende Januar, so dass auch an ihrem Zugverhalten mittlerweile berechtigte Zweifel bestehen. Das Paar brütete seit Ende März.

Juni: Vier Storchenjunge pellten sich Ende April/Anfang Mai in Isny aus den Eiern. Im Gegensatz zum letzten Jahr, als die drei Jungen (damals etwa im selben Alter) die nasskalte Witterung – es fiel sogar Schnee - gut überstanden, überlebte dieses Jahr jedoch leider kein einziges der Vier die heftige Kälteperiode Anfang Mai.
Da die Isnyer Eltern ihre Jungen schon verhältnismäßig früh verloren, bestand Hoffnung auf ein Nachgelege, zumal das Paar auch nach dem Verlust regelmäßig auf dem Horst beobachtet werden konnte und auch wieder häufig kopulierte. Mit einem zweiten Gelege wurde es aber dann doch nichts und so wird man in Isny auf Storchennachwuchs nun leider doch bis zum nächsten Jahr warten müssen.

2004: Das Storchenpaar der letzten beiden Jahre hat sich wieder in Isny eingefunden. Schon am 8. Februar erschien das am Bodensee überwinternde Männchen, ca. 10 Tage später gesellte sich das Weibchen zu ihm. Sie hatten es mit dem Brutgeschäft jedoch nicht so eilig und ließen sich nochmals ungefähr 6 Wochen damit Zeit. Seit ungefähr 28. März saßen sie abwechselnd auf ihrem Gelege.
Die Isnyer Störche, ermutigt durch ihren erstmaligen Erfolg im letzten Jahr, versuchen ihr Elternglück dieses Jahr mit drei Jungen (letztes Jahr waren es zwei). Sie schlüpften Anfang Mai unmittelbar vor der mehrtägigen Kälteperiode, die in Isny einem Wintereinbruch glich: es schneite. Die Eltern haben sie jedoch gut gewärmt, so dass alle drei die üblen Wetterkapriolen gut überstanden.

Juli: Bei der Beringung am 4. Juni nach einer Schlechtwetter-Periode wurde das Nesthäkchen für ziemlich schwach befunden. Seine Überlebenschancen, sollte es weitere Regengüsse geben, wurden als nicht sehr hoch eingestuft. Es gab Überlegungen, es in einen anderen Horst zu bringen. Da in Oberschwaben zu dieser Zeit jedoch keine Möglichkeit bestand, das Junge unterzubringen – die oberschwäbischen Storchenfamilien mit Jungen in ähnlichem Alter waren alle groß genug und konnten keine weiteren Jungen versorgen - wurde entschieden, dem kleinen Storch aus Isny den Stress einer weiteren Verfrachtung zu ersparen, die er vermutlich nicht lebend überstanden hätte. Er lebte nach der Beringung noch drei Tage und starb dann.
Den beiden anderen Isnyer Jungstörchen geht es aber gut, sie kräftigen gerade fleißig ihre Flugmuskeln und werden wohl demnächst zu ihrem ersten Ausflug starten.

2003: Die Isnyer Störche haben noch nicht aufgegeben. Trotz des herben Verlusts ihrer Jungen im letzten Jahr bei Starkregen sind sie wieder Mitte März im Alpenvorland eingetroffen und wollen es noch einmal versuchen. Das Nest wurde in der Zwischenzeit etwas höher gesetzt, so dass das Wasser besser ablaufen kann. Die Isnyer Störche haben am 29. März mit der Brut begonnen.
Das letztjährige Isnyer Weibchen wurde Ende Februar/Anfang März in Markdorf gesehen, wo es sich mit dem Franzosen des Hepbacher-Leimbacher-Rieds zusammentat, es wurde dort jedoch bald von einem anderen Weibchen vertrieben.
Die Isnyer Störche konnten mittlerweile identifiziert werden: es handelt sich um dieselben wie letztes Jahr. Ende März begannen sie mit der Brut und seit Anfang Mai füttern sie 2 Junge, die sich noch bester Gesundheit erfreuen und auf einem Monitor in der Apotheke neben dem Rathaus oder auch im Internet zu bestaunen sind.
Am 3. Juni wurden die Jungstörche, beide wohlgenährt, beringt. Ende der ersten Juniwoche verließen sie das Nest und sind jetzt tagsüber bei der Futtersuche in den angrenzenden Wiesen zu beobachten.




Foto oben: E. Bolender

  2003
2002: Storchpaar aus Frankreich ( dasselbe wie im Vorjahr) und der Schweiz ().

Es waren 3 Junge geschlüpft, die beim Unwetter am 19. Mai 2002 (über 100 l/qm Regen) umkamen.
Die Aufzucht wurde bis dahin mit einer Webkamera gefilmt und konnte sowohl im Internet als auch auf einem in der Stadt-Apotheke aufgestellten Bildschirm beobachtet werden.

 

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