Die Störche Oberschwabens



Ölkofen

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Fotos aus 2007, Fotograf: Ludwig Weiss, Hohentengen:

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2011: Schon Mitte Februar kam ein Storch nach Ölkofen, der jedoch wieder abzog. Ob es einer der Ölkofener Störche war, ist nicht bekannt. Ende Februar erschien dann wieder ein Storch, und diesmal war es mit Sicherheit einer der Brutstörche, denn er blieb. Am 5. März schließlich kam der zweite Brutstorch in Ölkofen an, das Paar – es ist wieder dasselbe wie im letzten Jahr (er aus Ehingen, sie unberingt) – war komplett.
Mit dem Frühjahrsputz hatten sie nicht viel Arbeit, denn das Nest war frisch hergerichtet. Allerdings war ja doch noch hier und da ein neuer Ast anzubringen und etwas weiches Polstermaterial zwecks der Gemütlichkeit einzufügen. Und so dauerte es bis zum Brutbeginn doch noch ein paar Wochen. Mit dem Schlupf der ersten Jungen ist Anfang Mai zu rechnen.

Juni: Zuerst sah alles ganz gut aus in Ölkofen. Anfang Mai schlüpften die Storchenküken, es wurden insgesamt vier. Am 16. Mai lebten noch alle, das Nesthäkchen war aber in der Entwicklung deutlich zurückgeblieben. Und dann geschah ein Unglück: Am 23. Mai kam das Brutmännchen nicht mehr zum Horst zurück und blieb von da an verschollen. Die Suche nach ihm blieb erfolglos. Ziemlich sicher war ihm etwas zugestoßen, möglicherweise war er in unübersichtlichem Gelände abgestürzt. Wir versuchten zunächst, der Störchin Futter anzubieten. Das Futter wurde auf einer Wiese in Nähe des Horstes bereitgestellt, die von den Störchen vormals immer wieder genutzt wurde. Es war aber gerade Mahdzeit, und die Störchin flog daher vorzugsweise das großflächige Wiesengebiet nordwestlich Ölkofen an. Sie war untermüdlich unterwegs, um allein genügend Futter für ihren Nachwuchs heranzuschaffen. Die täglich bereitgestellten zerteilten Futterküken wurden nicht angenommen. Am 26. Mai fuhren wir mit Hilfe der Mengener Feuerwehr den Horst an und entnahmen aus dem Nest zwei der Jungstörche, der kleinste war inzwischen gestorben. Den größten der noch lebenden drei ließen wir der Störchin und hofften, dass sie diesen allein aufziehen konnte, was bisher auch einigermaßen geklappt hat. Er wurde inzwischen beringt und erwies sich als deutlich untergewichtig, hat seine kritische Zeit aber bald überstanden. Bis zum Ausflug wird er allerdings länger als andere Jungstörche brauchen, und sein Start ins Leben wird nicht der beste sein. Vermutlich wäre es für den damals erst dreiwöchigen Storch besser gewesen, man hätte ihn ebenfalls in ein anderes Nest gesetzt, doch waren alle Horste mit Jungstörchen ähnlichen Alters schon recht gut belegt, und wir wollten der Störchin, die sich so eifrig allein um ihren Nachwuchs bemühte, nicht alle Jungen wegnehmen.
Die beiden ausgehorsteten Jungstörche wurden einen Tag lang von Herrn Müller in Herbertingen aufgepäppelt – sie fraßen wie die Scheunendrescher – und am nächsten Tag zu dem etwa gleichaltrigen Einzeljungstorch in das Eimühler Nest gesetzt. Die Eimühler Eltern nahmen die Adoptivkinder problemlos an und füttern sie kräftig.

Schlechte Neuigkeiten aus Ölkofen:
Nach Aussagen von Ölkofer Bürgern waren am 16. Juni auf einmal wieder zwei Störche auf dem Ölkofer Horst, klapperten, und fütterten miteinander den Jungstorch. Ein dritter Storch hielt sich immer wieder in der Nähe auf. Zunächst wurde angenommen, das verschollene Ölkofer Männchen sei zurückgekehrt, und es sei wieder alles in schönster Ordnung. Der Jungstorch hatte in den letzten Wochen gut aufgeholt und hatte sich prächtig entwickelt. Am Morgen des 20. Juni wurde der Zögling noch lebend gesehen, mittags war er auf einmal tot. Zwei Altstörche standen auf dem Nest, die nach ihren Ringen als die beiden Ingoldinger Männchen identifiziert werden konnten. Was war geschehen?
Siggi und Roy, die beiden Ingoldinger Männchen waren in Ingoldingen bei der Bebrütung des ihnen untergeschobenen Geleges von anderen Störchen gestört worden und hatten am 11. Juni dieses Gelege verlassen. Am 16. Juni flogen sie nach Ölkofen, vertrieben die Störchin von ihrem Horst und beanspruchten ihren Nachwuchs als ihren eigenen (sozusagen Kindsraub). Die Störchin versuchte am Vormittag des 20. Juni ihr Nest und ihren Zögling zurückzuerobern (es wurde ein Kampf beobachtet), der Jungstorch geriet vermutlich zwischen die Fronten. Er erlitt mehrere Stichverletzungen am Hals und brach schließlich mit ausgebreiteten Flügeln zusammen (so von mir zwei Tage später im Nest vorgefunden).

In Anbetracht der Mühe, die die Störchin aufbrachte, um ihren Nachwuchs alleine durchzubringen und auch des Erfolgs, den sie dank ihrer unglaublichen Anstrengungen tatsächlich hatte, geht dieses Drama besonders zu Herzen. Letztendlich gibt es jedoch keine Möglichkeit, solche Tragödien zu verhindern.
Elternneid kommt übrigens nicht nur bei diesem Männchenpaar vor. Ähnliche Vorkommnisse, bei denen kinderlos gewordene zweigeschlechtliche Paare benachbarte Storchenpaare mit Nachwuchs angriffen und für den Tod der Jungen sorgten, sind zur Genüge bekannt.

2010: Pünktlich wie im letzten Jahr klapperte es am 1. März auf dem Ölkofer Kapellen-Horst; das Männchen war angekommen. Schon einen Tag später wurde er von drei Störchen bedrängt, von denen einer (wohl eine Sie) sich nicht abwimmeln ließ und tatsächlich tags darauf aufs Nest gelassen wurde. Wenige Tage später wurde es jedoch kalt und ungemütlich, das Wetter passte so überhaupt nicht zu einem richtigen honeymoon. Die Dame suchte wieder das Weite, und auch unser Ölkofer Männchen machte sich schließlich auf und davon.
Als es dann aber doch endlich Frühling wurde kam der Ölkofer wieder und auf ihn wartete schon seine Störchin. Diesmal war es die Richtige, denn man verstand sich auf Anhieb. Seit Karfreitag wird gebrütet.

Juni: In den ersten Maitagen wurden die beiden zuerst gelegten Eier angepickt und im Verlauf einer knappen Woche drängten sich nacheinander fünf Junge ans Licht der Welt. Da war was los im Ölkofer Horst. Mitte Mai lebten noch alle und machten trotz des anhaltend schlechten Wetters einen fidelen Eindruck, obwohl das Jüngste in der Entwicklung deutlich hinter den anderen zurückgeblieben war. Eine Woche später wurden dann auch nur noch vier Junge im Horst gezählt, aber es ist auch alles andere als leicht, bei einer solchen Witterung fünf Schnäbel zu füttern. Es ist daher schon ganz erstaunlich, dass vier Junge von fünf bei der einschließlich bis zum 19. Mai anhaltenden Kälteperiode durchgekommen sind (Beobachtung von vier Jungen am 21. Mai). Bei der nächsten Kälteperiode starb dann aber doch noch ein Weiteres, so dass sich jetzt noch drei Junge im Ölkofer Nest tummeln, denen es aber recht gut zu gehen scheint.
Bald werden sie Bekanntschaft mit der Feuerwehr und der Storchenbeauftragten machen und mit einem schwarzen Ring mit persönlicher Kennnummer geschmückt sein.

Juli: Drei Junge haben in Ölkofen tatsächlich alle Widrigkeiten dieses Frühjahrs, die Petrus auf Lager hatte, überstanden. Bei einer Horstkontrolle am 14. Juli wurden allerdings bei einem der Drei Unregelmäßigkeiten im Fluggefieder festgestellt. Einige Handschwingen im rechten und im linken Flügel waren nicht richtig ausgewachsen, und es war fraglich, ob der Jungstorch würde fliegen können. Die Anwohner wurden gebeten, ein Augenmerk auf die Störche zu haben, und prompt wurde am darauffolgenden Sonntag dann ein Jungstorch auf der Straße beobachtet, der nach seinem Jungfernflug offensichtlich nicht mehr auf den Horst zurückfliegen konnte. Er wurde eingefangen, kam kurzzeitig in Pflege zu Herrn Müller nach Herbertingen und wurde am Dienstag nach Salem zum Affenberg gebracht, wo er nun der alten Riedlingerin für eine Weile Gesellschaft leistet. Vermutlich wird er diesen Herbst den Wegzug nicht antreten können, es ist jedoch zu erwarten, dass das Fluggefieder nach dem ersten Gefiederwechsel vollständig auswächst, und der Storch dann wie seine Artgenossen fliegen kann. Seine beiden Geschwister haben ihren Jungfernflug gut hinter sich gebracht. Die Landung auf dem Horst ist zwar noch etwas unelegant (sind sie im Anflug, verziehen sich die Altstörche hastig auf das angrenzende Kapellendach), doch Übung macht den Meister, und bis zur Reise in den Süden bleibt ja noch etwas Zeit.

August: Neueste, sehr erfreuliche Nachricht aus Salem: Der Ölkofer Jungstorch kann mittlerweile fliegen und wird mit seinen Artgenossen den Zug antreten!

2009: In Ölkofen hat das Storchenpaar gewechselt. Das heißt, anfangs wurde der Horst vom letztjährigen Brutweibchen zusammen mit einem Storchenmann besetzt, der 2008 in Meßkirch gebrütet hatte und dem dort von der menschlichen Spezies übel mitgespielt wurde. Dann aber Ende März wurde dieses Weibchen von einer Unberingten vertrieben und zum Umzug gezwungen. Und wer sagt's denn? Sie hat sich daraufhin wieder mit ihrem früheren Männchen zusammengefunden. Beide sind nun auf dem neuen Horst in Rulfingen!
Auf dem Horst in Ölkofen ist nun erstmal Ruhe eingekehrt. Allerdings mussten sich der ehemalige Meßkircher Brutstorch (ein Oberschwabe, geboren 2006 in Ehingen) und die Unberingte erstmal noch etwas kennenlernen. Mitte April war es dann jedoch soweit, man begann mit dem Brutgeschäft.


Juni: Bisher läuft bei den Ölkofer Störchen alles nach Plan. Insgesamt drei Junge sind um Mitte Mai geschlüpft. Bei der letzten Horstkontrolle am Abend des 26. Mai (nach dem heftigen Unwetter) waren alle noch wohlauf.

Juli: Im Alter von ca. vier/viereinhalb Wochen, am 12. Juni, wurde das Ölkofer Trio beringt. Dabei brachte der Größte 2,4 kg, der kleinste gerade mal 1,8 kg auf die Waage, sie waren für ihr Alter demnach leicht untergewichtig. Sie überstanden ihre übrige kritische Nestlingszeit bis zur Vollentwicklung des Gefieders trotzdem recht gut und werden bald den ersten Flug vom Nest wagen. Spaziergänge aufs Dach der Kapelle unternehmen sie bereits. Irgendwann im August werden sie dann das elterliche Nest auf immer verlassen und sich anderen Jungstörchen zum Zug anschließen, denn Afrika ruft.

2008: Seit Anfang März gab es immer wieder Storchenbesuch in Ölkofen, dauerhaft geblieben ist jedoch keiner. Am 22. März war es dann jedoch soweit: Der Horstinhaber, ein 2004 in Waldbeuren geborener Storch, erschien zusammen mit einem Weibchen. Diese Störchin war jedoch nicht seine Dame vom letzten Jahr (die ja keinen Ring trug), sondern stellte sich nach ihrem Personalausweis, einem Ring am rechten Bein, als eine vor zwei Jahren in Munderkingen geborene Störchin heraus. Wieviele Junge es wohl diesmal in Ölkofen geben wird? Denn seit Mitte April sind die Beiden mit der Brut beschäftigt.

Juni: Die Storcheneltern haben dieses Jahr eins (bzw. zwei) draufgelegt und drei Junge aufgezogen. Mitte Mai erblickten sie erstmals das Licht der Welt. Die Freude in Ölkofen war groß, dass auch alle drei ihre ersten Wochen gut überlebten und am 20. Juni mit Hilfe der Drehleiter der Mengener Feuerwehr beringt werden konnten. Auf die Waage brachten sie jeweils zwischen 2,3 und 3 kg. Hoffen wir, dass auch der kleinste die nächsten beiden Wochen noch gut übersteht, die Voraussetzungen dazu sind – zumindest was das Wetter anbelangt – derzeit nicht schlecht.

Juli: Alle drei Ölkofener Junge haben es bis zum Ausflug geschafft. Am 21. Juli verließ einer von ihnen das Nest und stakste auf dem angrenzenden Dach der Kapelle herum, und einen Tag später schließlich vertrauten er und seine Geschwister sich den Lüften an. Jetzt heißt es, fleißig üben und futtern was das Zeug hält, denn viel Zeit bleibt ihnen nicht mehr, die Reisevorbereitungen bei den Jungstörchen sind schon in vollem Gange.

2007: In Hohentengen-Ölkofen beim Ölkofer Ried hielt sich letztes Jahr Ende März zeitweise ein Weißstorch auf. Man reagierte sofort und bot ihm eine Nistunterlage auf einer Kapelle in der Ortsmitte an. Der Storch zeigte aber nur geringe Ambitionen, ein Nest zu bauen und verschwand alsbald wieder.

Dieses Jahr nun – es war um die Osterfeiertage - hat sich ein Paar mit ernsten Absichten auf dem Horst in Ölkofen niedergelassen. Über die Storchendame wissen wir nicht viel, denn sie trägt keinen Ring; ihr Gatte jedenfalls ist noch recht jung, er wurde vor drei Jahren nicht weit von hier, nämlich in Waldbeuren, geboren. Seit Ende April brütet das Paar.  Hoffentlich geht alles gut, denn auch das Beizkofener Paar nutzt das Ölkofer Ried als Nahrungsgebiet. Ob es noch zu Revierstreitigkeiten kommen wird?

Juni: Streitigkeiten gab es zwar, doch halten sie sich bisher in Grenzen. Das Ölkofener Junge – es wurde gerade um Pfingsten geboren – hat jedenfalls dadurch noch keinen Schaden genommen. Bei der letzten Kontrolle am 12. Juni war es ganz munter, und als Einzelkind hat es auch gute Chancen, erwachsen zu werden. Die Ölkofener Bevölkerung freut sich jedenfalls sehr über den Storchennachwuchs, man munkelt bereits über ein geplantes Storchenfest. Beim Betreten der Treppe zur Kapelle ist derzeit allerdings etwas Vorsicht geboten, denn nicht nur alles Gute kommt von oben...

Im Alter von viereinhalb Wochen, am 27. Juni, wurde der kleine Storch mit Hilfe der Saulgauer Feuerwehr beringt, für Ölkofen ein freudiges Ereignis, das mit einem kleinen Umtrunk gebührend gefeiert wurde. Mit eindreiviertel Kilo zählte der Jungstorch allerdings zu den Leichtgewichten der Störche seines Alters. Er wuchs auch weiterhin nur langsam heran und brauchte dementsprechend lange bis er fliegen konnte. Anfang August – an die 11 Wochen nach seinem Schlupf aus dem Ei – war es dann aber endlich soweit: Er wagte seinen ersten Ausflug vom Dach der Kapelle. Bis zum Abzug in den Süden bleibt ihm nun nicht mehr viel Zeit, denn die ersten Jungstörche machen sich bereits auf den Weg.



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