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Die Störche Oberschwabens |
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Rulfingen
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| 2011: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." Juni: Die Rulfinger Storchenküken schlüpften Anfang Mai. Es wurden vier. Wie in vielen anderen Nestern Oberschwabens starb auch in Rulfingen das Nesthäkchen, es wurde knapp zwei Wochen alt. Drei Jungstörche konnten auf dem Rulfinger Kirchturm im Alter von knapp fünf Wochen beringt werden, ihre Entwicklung war zu diesem Zeitpunkt einigermaßen zufriedenstellend. Anfang August: Die drei jungen Rulfinger Störche haben ihre kritische Nestlingszeit gut überstanden. Im Alter von 10 Wochen hatten sie auch das Fliegen gelernt. Die beiden Ältesten wagten sich am 14. Juli vom Kirchturm, der Kleinste brauchte noch etwas Mut und startete ein paar Tage später. Noch ist die Familie vereint, aber bald werden sich die jungen Störche von ihren Eltern verabschieden, sich anderen Jungstörchen anschließen und sich mit ihnen auf die große Reise begeben. Die Eltern werden noch etwas warten, aber Ende August oder im September werden auch sie sich auf den Zug begeben. Dann wird es still auf dem Rulfinger Kirchturm bis es im nächsten Frühjahr wieder heißt: "Unsere Störche sind gekommen!" 2010: Trotz des winterlichen Wetters besetzte
die letztjährige
Rulfinger Brutstörchin – die Oberschwäbin aus Munderkingen – am 10. März ihren Horst, denn man weiß ja nie, ob einem
sonst womöglich der Horst von einer Anderen weggeschnappt wird (wie
es ihr 2009 in Ölkofen passiert ist). Auf männliche Gesellschaft
musste sie aber lange warten. Und als dann am 23. März endlich ein
Storchenmann erschien, war es nicht ihr Angetrauter, sondern ein blutjunger
Zweijähriger aus Salem. Auch andere Störche flogen um diese
Zeit den Horst an und versuchten zu landen, hatten aber weniger Glück.
Die Munderkingerin und der Salemer freundeten sich an. Juni: Die Brut muss sogar schon drei bis vier Tage nach dem Kampf begonnen worden sein, denn um den 10. Mai schlüpften die ersten Jungen in Rulfingen. Das Nest ist schlecht einsehbar, aber schließlich wurden insgesamt vier kleine Störche entdeckt. Wider Erwarten überstanden sie ihre ersten beiden Lebenswochen gut, und am 25. Mai waren alle vier noch am Leben. Wieder einsetzende Kälte und Regen waren für das durch Nahrungsmangel geschwächte Nesthäkchen aber dann doch wohl zuviel, denn am 1. Juni wurden nur noch drei Köpfchen im Horst entdeckt. Es soll ja nun wärmer und trockener werden. Hoffentlich finden die Eltern für die drei verbliebenen Jungstörche nun genügend Futter, sodass sie sich von den Strapazen der letzten Wochen erholen können. Mitte Juni bekommen sie ihren Ring, an dem wir sie auch später, wenn sie vielleicht einmal selbst in Oberschwaben brüten, wieder erkennen können. Juli: Ganz im Gegensatz zum letzten Jahr scheinen die Rulfinger Jungstörche diesmal von ihren Eltern sehr gut versorgt worden zu sein. Sie zeigten sich bei der Beringung als gut im Futter, die beiden Ältesten brachten zwischen drei und dreieinhalb Kilogramm auf die Waage. Es wurde dieses Mal auch keine auffällige Aggressivität oder extremes Bettelverhalten beobachtet. Sehr wahrscheinlich lag es daran, dass die Altstörche dieses Jahr ihre Jungen schon im Alter von wenigen Wochen, also sehr früh, alleine ließen und beide fast ununterbrochen auf Futtersuche gingen. Zwar blieb das Nest so ungeschützt, aber es hat sich offensichtlich gelohnt, denn die Drei kamen nicht nur problemlos durch die nachfolgende Schafskälte, sondern flogen auch ziemlich früh aus: Während sich die Jungstörche in anderen Horsten diesmal ziemlich viel Zeit ließen (Ausflug oft erst nach elf Wochen), wurde der erste Rulfinger bereits mit neun Wochen flügge. Bald wünschen wir ihnen eine Gute Reise, und wer weiß, vielleicht werden wir ja den Einen oder Anderen in ein paar Jahren auf einem Horst irgendwo in Oberschwaben als Brutvogel wiedersehen. 2009: In Rulfingen
scheint es dieses Jahr tatsächlich mit einer
Storchenbrut zu klappen. Die letztjährigen Ölkofener Brutstörche
haben sich diesmal in Rulfingen niedergelassen. Es sind beide waschechte
Oberschwaben: Er stammt aus Waldbeuren und
ist jetzt fünf Jahre
alt, sie ist mit ihren drei Jahren noch blutjung und wurde in Munderkingen geboren.
Seit Mitte April brütete man auf dem Kirchturm. Juli: Leider hat sich die Jungenzahl in Rulfingen (wie nach dem Nahrungsangebot
und den beobachteten langen Fütterungsintervallen zu erwarten) nach
und nach reduziert: Am 2. Juni waren nur noch drei kleine Störche
im Nest zu entdecken, sie verhielten sich gegeneinander auffällig
aggressiv; am 5. Juni waren es nur noch zwei. Am 16. Juni wurde bei der
Beobachtung wieder ungewöhnlich aggressives Verhalten der beiden
Jungstörche festgestellt, und als der Altstorch kam, wurde er nach
der äußerst spärlichen Fütterung heftigst angebettelt.
Doch hielten die beiden Küken durch und konnten am 19. Juni beringt
werden. 2008: Rulfingen muss wohl noch etwas
auf eine Storchenbrut warten.
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