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Die Störche Oberschwabens |
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Ummendorf
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| 2011: Die Horstinhaber vom Ummendorfer Schloss – der Wahlwieser und die Schweizerin –, die sich am 1. Advent an den Bodensee verzogen und im Januar eine kleine Stippvisite in Ummendorf machten, sind seit 2. Februar wieder auf ihrem Nest. Trotz ihrer frühen Ankunft hatten sie es jedoch nicht besonders eilig. Denn Ende März verließen sie noch gemeinsam das Nest, machten also keine Anstalten zu brüten. Nach Ablauf der ersten Aprilwoche war es dann aber soweit. Jetzt sitzen sie abwechselnd auf einem Gelege. Juni: Anfang Mai schlüpften die Jungstörche auf dem Ummendorfer Schloss. Drei Köpfchen waren schließlich vom nahen Kirchturm aus zu sehen. Alle drei wuchsen heran und konnten mit Hilfe der Biberacher Feuerwehr Mitte Juni beringt werden. Anfang August: Am 15. Juli wagten die drei Geschwister vom Ummendorfer Schloss ihren Jungfernflug und sind seitdem viel unterwegs. Bald werden sie ihrer Geburtsheimat, Riß- und Umlachtal, den Rücken kehren und in den sonnigen Süden ziehen. Ihre Eltern bleiben jedoch hier; wird es ihnen in Ummendorf zu unwirtlich, ziehen sie an den Bodensee. 2010: Vermutlich pendelten unsere Ummendorfer Störche – beide überwintern in Süddeutschland – im Frühjahr ein paarmal zwischen Ummendorf und Bodensee hin und her (für die genialen Flieger ist diese Entfernung bei entsprechenden Aufwinden kein Thema), denn es waren immer mal wieder für kurze Zeit zwei Störche auf dem Horst. Schließlich blieben sie, bereiteten sich auf ihre Elternpflichten vor und setzten sich um den 5. April erstmals auf ihr Gelege. Juni: Am 8. Mai kam Bewegung ins Nest. Es schlüpften die ersten Jungen auf dem Schloss. Insgesamt mussten es wohl drei gewesen sein, die dort das Licht der Welt erblickten, doch sah man – auch vom nahen Kirchturm aus – immer nur ein Köpfchen. Wie lange die beiden anderen überlebten, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Entweder waren sie von Anfang an sehr inaktiv und deshalb nicht zu sehen, oder sie starben gleich zu Beginn (Infektion?). Jedenfalls wurden um den 25. Mai auf einmal zwei kleine tote Küken am Nestrand entdeckt, die dort zuvor ziemlich sicher nicht gelegen hatten. Mal sehen, wie es dem verbliebenen Einzelkind geht, und ob er wenigstens gut im Futter ist. Die Wägung und Begutachtung der Gefiederentwicklung bei der Beringung am 16. Juni werden es zeigen. Juli: Er war im Alter von nahezu sechs Wochen und einem Gewicht von ca. zweieinhalb Kilogramm nicht gerade ein Schwergewicht, der Einzelstorch im Ummendorfer Horst. Trotzdem hat er die am Tag der Beringung einsetzende Schafskälte gut überstanden. Am 25. Juli – er war schon etwas über 11 Wochen alt – nahm er seinen ganzen Mut zusammen und wagte den Sprung vom hohen Schlossdach. Seine Flügel trugen ihn durch die Lüfte, anfängliche Unsicherheiten legten sich bald. Welch herrliches Gefühl muss es sein, die Gebundenheit ans Nest hinter sich zu lassen und über die Lande schweben zu können. Vielleicht lassen sich wie im letzten Jahr bald wieder größere Weißstorch-Trupps zur Futtersuche im Fischbachtal nieder, der Ummendorfer wird sich ihnen anschließen und mit ihnen schließlich nach Frankreich und nach Spanien, wer weiß, vielleicht sogar bis nach Westafrika ziehen. 2009: Am 4. März
erhielt Ummendorf erstmals Besuch von Störchen,
die jedoch wieder abzogen. Nach ca. einer Woche kehrten dann aber die
Ummendorfer Brutstörche in ihren Horst zurück, die Schweizerin
und der Storchenmann aus Wahlwies. Beide hatten den Winter wieder am
Bodensee verbracht. Die Schweizerin kehrte allerdings nicht direkt nach
Ummendorf zurück, sondern versuchte ihr Glück zuerst in Mochenwangen,
von wo sie jedoch bei der Rückkehr von "Laura" in einem
kurzen Prozess verjagt wurde. Juli: Am 12. Juni fuhr man mit der Drehleiter der Feuerwehr zum Horst auf dem Ummendorfer Schloss hoch und beringte die beiden Jungstörche, wog sie und säuberte ihnen die Schnäbel. In der Zwischenzeit üben sie schon recht eifrig ihre Flugmuskulatur und am 17. Juli wurde einer der Beiden plötzlich auf dem Schlossdach neben dem Horst gesichtet. War er etwa schon losgeflogen? Auf jeden Fall kann es sich nur noch um wenige Tage oder sogar Stunden handeln, und die Beiden haben ihre Nestgebundenheit überstanden. Auf geht´s! Bald ist Reisezeit! 2008: Kaum war die
Ummendorfer Horstinhaberin letzten Spätsommer
ins Winterquartier abgezogen, erschien wieder die von ihr vertriebene
Schweizerin (ehemalige Ingoldinger Brutstörchin)
auf dem Schlossnest, um erneut mit dem Ummendorfer Männchen anzubandeln.
Bis in den Spätherbst
hinein waren sie regelmäßig auf dem Horst zu beobachten und
waren auch recht früh dieses Jahr wieder da, denn beide verbrachten
den Winter am Bodensee. Er besetzte den Horst schon Mitte Januar, sie
kam am 7. Februar in Ummendorf an. Seit ca. Mitte April brüten sie
zusammen. Ein erneuter heftiger Kampf bei Rückkehr der angestammten
Brutstörchin ist abzusehen, doch bisher ist diese nicht aufgetaucht. 2007: Zoff in Ummendorf! Das Ummendorfer Männchen aus Wahlwies (Landkreis Konstanz) kam schon am 19. Februar zu seinem Horst. Am 24. Februar kam es zu einem ersten Storchenkampf, als zwei weitere Störche erschienen. Einer der Störche blieb und stellte sich als die Ingoldinger Störchin heraus. Die Ingoldingerin hatte wohl kein Interesse mehr am Horst auf der Schiggenmühle bei Indoldingen, hatte sie doch dort letztes Jahr ihr einziges Junges verloren. Das Paar blieb einträchtig zusammen und begann in den ersten Apriltagen mit der Brut – und dann tauchte die angestammte Ummendorfer Brutstörchin auf. Aus dem Winterquartier zurückgekehrt, musste sie feststellen, dass ihr Platz bereits besetzt war. Das konnte sie sich nicht gefallen lassen. Eine Woche lang kämpfte sie erbittert um ihren Horst, vor allem nachts – so zwischen 22 und 23 Uhr – flogen die Fetzen! Es ist ganz erstaunlich, dass es die Ummendorferin in ihrer Hartnäckigkeit schließlich schaffte, sich gegen zwei Störche, die anfangs sicher gemeinsam kämpften (sie hatten schließlich ein Gelege zu verteidigen), durchzusetzen und ihren Horst zurückzuerobern. Zwar wurde keiner der Störche ernsthaft verletzt – die Ummendorferin trug einige kleinere Blessuren davon –, doch das Gelege wurde zerstört, die Ingoldingerin vertrieben. Alte Liebe, neues Glück: Seit ca. 20. April wird wieder gebrütet im Ummendorfer Horst. 20. Juni: Um den 23. Mai schließlich erblickt das erste Storchküken im Ummendorfer Horst die Welt außerhalb der Eierschale, und Ende Mai wurden vom benachbarten Kirchturm aus drei fidele Junge im Nest entdeckt. Offensichtlich war man noch klein genug, um gut unter Mutter oder Vater zu passen, als das Wetter an Pfingsten verrückt spielte. Als Trio haben sie dieses Jahr unter den Störchen Oberschwabens wahrhaftig Seltenheitswert, und so freuen sich die Weißstorchbeauftragte und mit ihr die Ummendorfer ganz besonders auf das Beringungsereignis am 25. Juni. Wie schon des öfteren erwiesen sich die Ummendorfer Jungen bei der Beringung als Leichtgewichte. Nur einer der Drei brachte etwas mehr als 2 kg auf die Waage, die beiden anderen wogen unter 2 kg, das Kleinste sogar nur 1400 g. Seine Überlebenschancen standen damit nicht sehr gut, zumal das Wetter nicht mitspielte, und es starb einige Tage später. Die beiden älteren Nestgeschwister schafften es jedoch bis zum Ausflug. Das erste verließ am 5. August den Horst, drei Tage später flog auch das zweite. Jetzt heißt es fleißig üben und futtern was das Zeug hält, denn bald geht´s auf die große Reise. 2006: Es war mal wieder nichts mit der sprichwörtlichen Treue der Störche. Die Brutstörchin von Ummendorf, vor zwei Jahren mit einem unberingten Männchen zusammen und letztes Jahr mit einem blutjungen Storch aus Salem brütend, hat nun schon wieder "einen Anderen". Am 19. März kam sie als erste zum Ummendorfer Horst, 6 Tage später erschienen dann zwei Störche (möglicherweise war der letztjährige dabei) und es gab einen kurzen Kampf. Einer der beiden gab recht schnell auf und zog wieder ab, der andere, ein links oben beringter Storch, vermutlich aus Baden (A 2492), blieb bei der Störchin und ward fortan ihr Gatte. Seit ca. 7. April sitzen die Beiden abwechselnd auf ihrem Gelege. Juni: Auch aus Ummendorf gibt es erstaunlich gute Nachrichten. Sage und schreibe fünf Junge schlüpften bis Mitte Mai auf dem Schloss – sie wurden vom Kirchturm aus gezählt, vier überlebten ihre ersten 4-5 Lebenswochen tadellos. Es sind zwar keine Schwergewichte (sie brachten zwischen zwei und zweienhalb Kilo auf die Waage, die Gewichtsunterschiede waren also gering, weshalb auch der Kleinste gute Überlebenschancen hat), aber die Futtersuche war bei der nasskalten Witterung auch nicht gerade ein Kinderspiel. Die vier Jungstörche aus Ummendorf sind immer noch alle putzmunter. Am 14. Juli, also im Alter von 10 Wochen, wagte der vermutlich Älterste seinen ersten Ausflug, und eine Woche später flog das ganze Quartett. Demnächst geht´s los in den sonnigen Süden; ob wir sie vielleicht in zwei oder drei Jahren irgendwo in Oberschwaben wiedersehen? 2005: Nachdem am
19. März zwei unberingte Störche einen zweitägigen Aufenthalt
in Ummendorf einlegten und wieder abzogen, erschien am Karfreitag der
erste brutwillige Storch in Ummendorf. Der noch jugendliche Storchenmann
– er ist gerade mal 2 Jahre alt – wurde in einem Horst des
Salemer Affenberg großgezogen. Am
31. März erhielt er Besuch von einer Störchin aus Frankreich.
Am selben Tag erschienen zwei weitere Störche, darunter das letztes
Jahr in Ummendorf brütende Weibchen aus St. Georgen. Die Französin
überließ ihr kampflos das Feld und zog weiter nach Achstetten,
um sich im dortigen Horst niederzulassen. Die Ummendorfer Störche
brüteten seit Mitte April. 2004: Seit Anfang April
ist auch in Ummendorf wieder ein Storchenpaar. Allerdings ist es nicht
das selbe wie letztes Jahr. Das Männchen war zuvor eine Zeitlang
in Ingoldingen und brütete letztes
Jahr auch dort, das unberingte Weibchen ist möglicherweise seine
letztjährige Gattin, da sie sich offensichtlich gut kennen und sehr
schnell zur Brut schritten. Wenn die letztjährigen Ummendorfer Störche
– deren Jungen im letzten Jahr übrigens, obwohl es recht spät
war, noch erfolgreich ausgeflogen sind - aus ihrem Winterquartier in Afrika
zurückkommen, könnte es hier womöglich noch Ärger
geben. 2003: Die Ummendorfer
Störche, ein unberingtes Paar, das wie die benachbarten Ingoldinger
Störche vermutlich zu den Ostziehern gehört, sind wie die Achstettener
ziemlich spät dran. Erst im Mai erreichten sie den Horst und begannen
als absolute Nachzügler um den 25. Mai mit der Brut (normalerweise
fangen Störche in unseren Breiten nach Mitte Mai nicht mehr mit dem
Brutgeschäft an).
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