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Die Störche Oberschwabens |
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Biberach
2009
2009
2008
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| 2011: Unsere beiden in Süddeutschland überwinternden Biberacher Störche sind wieder auf ihrem Horst und widmen sich seit den letzten Märztagen dem Brutgeschäft. Sie sitzen auf fünf Eiern (oder sind es sogar sechs?), zu sehen mit der webcam, die dieses Jahr sogar bewegte Bilder liefert. Juni: Am 3. Mai bewegte sich erstmals etwas im Biberacher Nest, die ersten beiden kleinen Störche pellten sich aus den Eiern. Nach und nach schlüpften noch weitere drei Küken, so dass sich schließlich fünf kleine Störche im Horst auf dem Museum tummelten. Die beiden Kleinsten überlebten allerdings kaum eine Woche, es war wohl doch etwas zuviel Kindersegen für die beiden fütternden Altstörche. Den übrigen drei geht es allerdings gut. Am 7. Juni bekamen sie Besuch von der Biberacher Feuerwehr und der Beringerin. Sie erhielten ihren Personalausweis, den schwarzen Ring mit weißer Nummer, wurden gewogen und bekamen ihre Schnäbel geputzt. Letzteres war dieses Mal jedoch kaum notwendig, denn wegen des trockenen Wetters war die Schnäbel verschmutzende Regenwurmkost dieses Jahr Mangelware. Der Nährzustand der kleinen Störche wurde durch den Regenwurmmangel jedoch augenscheinlich nicht beeinträchtigt: die beiden Ältesten wogen nämlich jeweils 3 kg, der Kleinere brachte immerhin auch noch 2,65 kg auf die Waage. Auch waren sie recht aufmüpfig und griffen vehement das ins Nest gestellte Körbchen mit den Beringungsutensilien an. Vermutlich lag es am schwülen Wetter, denn die an diesem Tag in anderen Horsten zu beringenden Jungstörche verhielten sich ebenfalls auffallend aggressiv. Anfang August: Unsere Biberacher Jungstörche zeigten sich auch weiterhin putzmunter. Nachdem sie durch fleißiges Üben ihre Flugmuskulatur entwickelt hatten, wurde es ihnen Mitte Juli auf ihrem Horst schließlich zu langweilig und sie wagten den Sprung ins Ungewisse. Bald werden sie sich anderen Jungstörchen aus der Gegend anschließen, und ab geht’s nach Frankreich und nach Spanien, vielleicht sogar bis nach Westafrika. Ob wir sie in zwei oder drei Jahren in Oberschwaben wiedersehen werden? 2010: Auch diesen Winter verbrachten die Biberacher
Störche
nicht in Spanien oder Afrika, sondern in Oberschwaben. So waren sie auch
zugegen, als am 5. März ihr Zuhause mit Hilfe der Biberacher Feuerwehr
frisch gerichtet wurde. Abdichtendes lehmiges Material und eingetragener
gefährlicher Unrat wie z.B. Schnüre (in oberschwäbischen
Nestern bisher eigentlich selten) wurden entfernt und durch lockeres
Astwerk ersetzt. Während der Sanierung suchten die Störche
natürlich das Weite (wer hat schon gern die Feuerwehr in nächster
Nähe). Juni: Anfang Mai waren dann auch drei Junge im Biberacher Horst zu sehen,
das dritte schlüpfte am 8. Mai. Aber wie schon des Öfteren
ließen es die Biberacher Störche bei dem zu dieser Zeit nasskalten
Wetter an der notwendigen Fürsorge fehlen. Das Kleinste lebte nur
zwei Tage, die beiden anderen lebten auch nur eine Woche länger.
Am 17. Mai bewegte sich nichts mehr im Biberacher Nest. Zugegeben, das
Wetter war wirklich scheußlich in diesen Tagen, aber die Jungen
waren noch klein und hätten gut geschützt werden können,
vielleicht wurde ihnen auch zuwenig Futter gebracht. In zahlreichen anderen
Horsten Oberschwabens mit drei oder sogar vier Jungen, die zum gleichen
Zeitpunkt geschlüpft waren, haben jedenfalls alle Jungen die drei
kalten Maiwochen überstanden. Es gab zwar auch in einigen anderen
Nestern Totalausfälle, doch deuten diese in ihrem Verlauf ziemlich
eindeutig auf eine Infektion als Ursache hin (der Untersuchungsbefund
steht noch aus). Bezeichnenderweise kamen auch im Saulgauer Nest und
im Ostracher Nest – wie der Biberacher Horst mit Überwinterer-Storchenpaaren
besetzt – von fünf Jungen beziehungsweise vier Jungen jeweils
drei um. Am 15. Mai, einem sehr kalten Tag, wurde in Bad Saulgau beobachtet,
wie der Altstorch stundenlang neben seinen beiden übriggebliebenen
frierenden Jungen stand, ohne überhaupt den Versuch zu machen, sie
durch seine Körperwärme zu schützen. 2009: Wie schon in den Jahren zuvor verbrachte das unberingte Biberacher
Storchenpaar den Winter wieder bei uns. 2008: Sie sind Biberach
treu geblieben, die beiden unberingten, ehemals in Schemmerhofen brütenden
Adebare. Da sie den ganzen Winter über
immer wieder um Biberach herum gesichtet wurden, hat sich die Vermutung
bestätigt, dass es sich tatsächlich um das ehemalige, überwinternde
Schemmerhofener Paar handelt. Trotz des Brutverlustes im letzten Jahr
haben sie sich wieder für den Horst in der Biberacher Altstadt entschieden.
Ca. am 1. April wurde das erste Ei ins Nest gelegt, insgesamt wurden
es dann vier, und gegen Ende der ersten Maidekade dürfen wir das
erste schlüpfende Küken erwarten. Juli: Die Biberacher Jungstörche sind nun nahezu ausgewachsen
und seit 11. Juli flügge.
Die Verformung des Schnabels des einen der drei hat sich zwar nicht zurückgebildet,
doch immerhin auch nicht verschlimmert: Der Unterschnabel ist etwas länger
als der Oberschnabel, die Spitze des Oberschnabels ist leicht verbogen,
trifft jedoch noch auf den Unterschnabel, so dass der Jungstorch bei
der Nahrungsaufnahme bisher ganz gut damit zurechtkommt. Wer die Familie
noch vereint auf den Wiesen antreffen will, muss sich beeilen, denn bald
werden die Jungen, von vorbeiziehenden Jungstorch-Trupps animiert, die
Biberacher Gegend verlassen und in den sonnigen Süden ziehen. Ihre
Eltern halten allerdings nichts vom Urlaub in Spanien oder Afrika, wie
schon in den letzten Wintern werden sie auf den anstrengenden Flug verzichten
und sich bei Eis und Schnee bei uns durchfüttern lassen. 2007: Storchenpaar in der Kreisstadt! Am 3.
März sanierte
der NABU den Horst auf dem Dach des Spitals in der Biberacher Altstadt,
und schon 5 Tage später war der erste Storch da. Am nächsten
Tag erschien sein Partner und seit diesen Tagen sind die beiden beschäftigt
mit Nestbau und Brut. Die letzte Brut fand in Biberach übrigens im Jahr 1957, also vor genau 50 Jahren, statt. Das Storchenpaar zog damals zwei Junge groß. In den 1940er Jahren war der Horst ebenfalls einige Male besetzt. Juni: Aus den Eiern schlüpften Anfang Mai drei Junge. Die Beringung war schon auf den 11. Juni festgesetzt, da kam das Pfingstwetter und alle Hoffnung auf den ersten Storchennachwuchs in Biberach seit 50 Jahren war dahin. Die drei Jungstörche teilten das traurige Schicksal vieler Artgenossen in diesen beiden Tagen. So bleibt uns nur, auf das nächste Jahr zu hoffen.
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