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Die Störche Oberschwabens |
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Levertsweiler
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| 2011: Auf dem Levertsweiler Horst trafen sich wieder der Pfälzer (aus Mühlbach) und die Singenerin. Der erste Storch erschien schon am 19. Februar auf dem Nest, am 4. März war das Paar komplett. Nach fleißigem Herrichten der Wohnstatt und viel Geturtel wurde in den letzten Märztagen mit der Brut begonnen. Juni: Das eifrige Brüten hat sich diesmal in Levertsweiler richtig gelohnt. Vier kleine Störche schlüpften Ende April/Anfang Mai, und dank des guten Wetters, bei dem die Eltern auch weiter entfernte Nahrungsgebiete anfliegen konnten, kamen alle vier einwandfrei durch. Groß war das Erstaunen, als man sie bei der Beringung zu Beginn ihrer sechsten Lebenswoche wog, denn immerhin waren vier Schnäbel zu füttern: Sie brachten 3,4, 3,2, 3,0 und 2,7 kg auf die Waage und hatten damit alle weitgehend Optimalgewicht (Männchen 3,5 kg, Weibchen 3 kg)! Dies soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Nahrungsgebiete in unmittelbarer Nähe des Horstes Mangelware sind. Wäre das Wetter schlecht gewesen, hätten ziemlich sicher nicht alle vier überlebt, und die Überlebenden wären in einem wesentlich schlechteren Zustand gewesen. Anfang August: Nur wenige Wochen nach ihrer Beringung starteten die Levertsweiler von ihrem Horst in luftiger Höhe. Es klappte einigermaßen gut, allerdings war man sich bei einem von ihnen nicht ganz sicher, ob seine Flugfähigkeiten für eine Rückkehr zum Nest ausreichen würden, da er sich den ganzen Tag am Ortsrand und in Gärten aufhielt und nur Flüge in niedriger Höhe unternahm. Am Abend waren dann aber wieder alle vier Jungstörche auf dem Horst des Kirchendachs versammelt. Er hatte es geschafft. 2010: Was ist nur
mit den Störchen beim Pfrunger-Burgweiler
Ried los? Einige Störche, überwiegend Männchen hatten
diesmal auffallende Entscheidungsschwierigkeiten bzw. versuchten es erstmal
in einem anderen Horst als ihrem eigenen (siehe auch Illmensee, Ostrach-Wangen,
Hasenweiler). Dabei hatte der Levertsweilerer
Brutstorch doch letztes Jahr in Levertsweiler Bruterfolg. Was hat er
dann auf einmal in Einhart zu suchen? Am letzten Februartag war er in
Einhart erschienen und besetzte dort wie selbstverständlich den
Horst. Abgesehen von einer zweitägigen
Stippvisite zweier Störche Anfang März blieb der Levertsweiler
Kirchturm zunächst leer. Letztes Jahr zur Zeit des ersten Ausflugs der Jungstörche gab es übrigens in Levertsweiler noch ziemliche Aufregung: Einer der Jungstörche trieb sich auf der Straße herum und konnte offensichtlich nicht richtig fliegen. Mit vereinten Kräften wurde der Storch eingefangen und festgestellt, dass an seinen beiden Flügeln die Handschwingen stark verkürzt waren. Über Nacht kam er in den Stall des Hauses Leinß, von wo er am nächsten Tag nach Affenberg-Salem gebracht wurde. Schäden am Gefieder sind eine Folge mangelnder Nahrung zur Zeit der Gefiederentwicklung, in Oberschwaben werden mittlerweile fast jedes Jahr an ein bis zwei Jungstörchen Gefiederdeformationen festgestellt. Der Storch konnte den Herbstzug nicht antreten, nach der Mauser wird das Gefieder jedoch sehr wahrscheinlich in Ordnung sein. Juni: Anfang Mai schlüpften auf dem Levertsweiler Kirchturm die kleinen Störche. Es waren zwei. Zwar ist der Schutz von zwei noch kleinen Storchenküken vor Nässe und Kälte für die Altsstörche kein Problem, doch fanden die Eltern in Horstnähe wohl doch zuwenig Nahrung. Die erste lang anhaltende Kälteperiode im Mai überstanden zwar beide, doch vermutlich bei Beginn des zweiten Kälteeinbruchs mit Regenfällen starb eines der beiden und auch das Überlebende sieht für sein Alter noch recht klein aus. Man hat deshalb auch die Beringung (ursprünglich geplant für den 8. Juni) um eine Woche verschoben. Bis dahin hat der kleine Storch, der ja nun das ganze Futter für sich allein beanspruchen kann, hoffentlich etwas aufgeholt. Die Levertsweiler Bürger werden die Beringung wieder zum Anlass nehmen, sich bei der Kirche zu Kaffee und Kuchen zu treffen, um Neuigkeiten über die Störche Oberschwabens zu erfahren. Juli: Die Levertsweiler Eltern sind sehr um den Kleinen,
der ihnen noch geblieben ist, besorgt. Als am 15. Juni mit der großen
Hebebühne das
Nest in luftiger Höhe angefahren wurde, wollte der Papa das Nest
partout nicht verlassen. Erst nach mehrmaligem Anstupsen mit einem Meterstab
(ein Zimmermann war auch auf der Hebebühne) hüpfte er ein paar
Meter weiter auf den Dachfirst, von wo aus er mit Argusaugen beobachtete,
was mit seinem Nachwuchs geschah. Er konnte sich dann ja auch wenige
Minuten später davon überzeugen, dass sein Junges keinerlei
Schaden genommen hatte und sogar den Dreck an seinem Schnabel losgeworden
war. 2009: Nachdem Anfang März immer wieder mal ein Storch zur Stippvisite
nach Levertsweiler kam, jedoch nicht blieb, kehrte Mitte März schließlich
der letztjährige Horstinhaber aus dem Süden zurück. Auf
seine Gattin musste er allerdings noch ca. eine Woche warten. Sie ist
zwar unberingt, aber weil sich die Beiden gleich gut verstanden, handelt
es sich ziemlich sicher um die Angetraute vom letzten Jahr. Mit dem Brutgeschäft
sind sie diesmal viel früher dran als das Jahr zuvor, denn bereits
seit Ende März sitzen sie auf einem Gelege (letztes Jahr waren sie
Oberschwabens Nachzügler, sie begannen damals ihre Brut erst Mitte
Mai). Juli: Die Levertsweiler Bürger freuten sich sehr, als am 12. Juni
tatsächlich alle drei Jungstörche beringt werden konnten. Sie
feierten das Ereignis mit Kaffee und Kuchen und einem kleinen Umtrunk,
bei dem dann auch viel Wissenswertes über die Bemühungen örtlicher
Naturschützer um den Storch sowie über die Levertsweiler Störche
und das Leben der oberschwäbischen Adebare allgemein zu erfahren
war. 2008: Neuer Storchenhorst
in Levertsweiler. Erstmals gibt es Weißstörche in Levertsweiler
oberhalb von Habsthal am Rande des Ostrachtals. Der Horst auf dem Kirchturm
wurde von einem Unberingten und einem weiteren 2005 in Mühlbach (Rheinland-Pfalz)
beringten Storch spontan besiedelt. Und man schritt auch noch in diesem
Jahr – es
war allerdings bereits Mitte Mai - zur Brut. Juli: Schon im Alter von zwei Wochen ließen die Levertsweiler Eltern ihren Nachwuchs allein im Horst und gingen gemeinsam effektiv auf Futtersuche. Trotz des fehlenden Schutzes durch einen Altstorch bei Hitze und Regen, kam der Jungstorch ganz gut über die Runden. Auch gegen Raubvögel, die gelegentlich den Horst "interessiert" überflogen, gebärdete sich der Kleine recht frech und aufmüpfig. Am 21. Juli wurde der Nachzügler als letzter der oberschwäbischen Jungstörche beringt. Zwar war er etwas mager (2,2 kg im Alter von mehr als 5 Wochen sind schon etwas wenig), sein Gefieder war jedoch schon recht gut entwickelt. Angesichts seines ansonsten ziemlich robusten Wesens – so leicht lässt er sich nicht unterkriegen – hat er wohl gute Chancen, sein Ausflugsalter zu erreichen. Zwar wird er möglicherweise nicht mehr mit den Jungstorch-Trupps wegziehen können (die dieses Jahr auch noch besonders früh dran sind), doch warten im Notfall Vater oder Mutter, bis seine Flugkünste perfekt sind und treten dann zusammen mit ihm den Zug in den Süden an.
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