Die Störche Oberschwabens



Bad Wurzach





Foto: Gertrud Hermann 2011.

2011: Letzes Jahr wurde der Horst auf der Schule in Bad Wurzach erstmalig besiedelt, zu einer Brut kam es jedoch nicht mehr. Dieses Jahr scheint es nun zu klappen. Besonders Schweizer Störche scheinen eine Schwäche für das im Altmoränengebiet liegende Bad Wurzach haben. Wiedergekommen ist der dreijährige Schweizer Storch aus Saxerriet mit der Nummer SE 304, er hatte sich schon während der letzten Saison für den Horst interessiert. Er bekam Gesellschaft von einer gleichaltrigen Schweizerin aus Murimoos, die im Jahr 2010 in Wilhelmsdorf brütete und bei der Schafskälte Mitte Juni ihre letzten beiden Jungen verlor.
Seit ungefähr 10. April sitzen die beiden abwechselnd auf einem Gelege. Hoffen wir, dass Petrus dieses Jahr ein Einsehen hat und uns und den Störchen einen besseren Mai und Juni als im letzten Jahr beschert.

Juni: Mitte Mai schlüpften auf der Bad Wurzacher Grundschule drei kleine Störche. Das Nesthäkchen überlebte aber nur etwa eine Woche, es wurde am 25. Mai tot auf dem Schulhof aufgefunden. Den beiden Älteren geht es aber gut, und so wird am Nachmittag des 20. Juni erstmals in Bad Wurzach eine Storchenberingung stattfinden.
Ein Glück für die kleinen Störche, dass wir am 20. Juni zum Horst hochgefahren sind. Im Nest lag ein großes Plastik-Schnurknäuel (Foto: Gertrud Hermann 2011). Einer der beiden Jungstörche war gerade im Begriff, sich in einer der Schnurschlingen zu verstricken. Beide Nestlinge erwiesen sich als etwas untergewichtig und auch, was das Gefieder anbelangt, für ihr Alter unterentwickelt. Hoffen wir, dass sie die nächsten Tage bis zur vollständigen Entwicklung des Deckgefieders gut überstehen.
Noch eine interessante Anmerkung zur Geschichte des Weißstorchs in Bad Wurzach (mitgeteilt von Herrn Ulrich Grösser, Bad Wurzach): Pater Agnellus Schneider schreibt in seiner Ornithologia Wurzachiensis, dass die letzte Brut des Weißstorchs in Bad Wurzach vor ca. 85 Jahren, Mitte der 1920er Jahre stattgefunden hat.

Anfang August: Der Wurzacher Storchennachwuchs hat seine Nestlingszeit gut überstanden. Am 25. Juli hoben sich die beiden erstmals in die Lüfte, noch etwas unsicher zuerst. Nach und nach lernten sie jedoch, ihr neues Element zu beherrschen. Jetzt machen sie zusammen mit ihren Eltern die Wiesen um Bad Wurzach unsicher für Frösche, Würmer und anderes Getier, und bald wird es in den Süden gehen.

2010: Vor zwei Jahren wurde in Bad Wurzach auf einer Schule in Nähe des Naturschutzzentrums eine Storchennest installiert. Seitdem ließ sich ab und zu kurzzeitig ein Storch darauf nieder, geblieben ist aber keiner. Jetzt endlich scheint es aber zu klappen. Am 24. März kam ein Storch in Bad Wurzach an, begutachtete die Gegend und beschloss, erstmal zu bleiben. Dann gegen Anfang April gesellte sich ein Partner zu ihm. Das Paar, ein zweijähriger gebürtiger Rottenackerer und ein junger Schweizer (wer hier Männchen und Weibchen ist, ist noch nicht ganz klar), turtelte ein Weilchen, dann kam ihnen jedoch ein weiterer Schweizer dazwischen.
Der Rottenackerer ist vermutlich wieder abgezogen (möglicherweise von dem zweiten Schweizer verdrängt). Denn bei der letzten Horstkontrolle am 20. April stand der neu hinzugekommene Schweizer auf dem Kamin, während der ursprüngliche schweizerische Horstbesetzer sich im Nest aufhielt. Der Neue wurde nicht aufs Nest gelassen, vom Rottenackerer war weit und breit nichts zu sehen. Wie das wohl weitergeht?

Juni: In Bad Wurzach wurde es dieses Jahr tatsächlich nichts mit einer Brut. Ein Schweizer Storch hält sich immer noch hier auf, doch scheint er alleine zu sein. Vielleicht kommt er ja nächstes Jahr wieder und bringt einen Partner mit.



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