Die Störche Oberschwabens



Bichtlingen



2011: Das Ablachtal erfreut sich neuer Beliebtheit bei den Weißstörchen Oberschwabens. Zuerst wurde im Jahr 2008 Meßkirch besiedelt, es folgten 2010 die Neubesetzung von Krauchenwies und Bichtlingen, dieses Jahr bauten sich nun Störche einen neuen Horst in einem Ort zwischen Krauchenwies und Messkirch, in Göggingen.
Nach Bichtlingen, genauer Unterbichtlingen, kamen in den letzten Märztagen 2010 zwei Störche und bauten sich auf einem Niederspannungsmast (das ist seit einigen Jahren geradezu Mode bei unseren Störchen geworden) ein Nest. Es wurde auch gebrütet und drei Junge aufgezogen, die jedoch ihren Ausflug nicht erlebten, weil ihnen die Schafskälte im Juni zum Verhängnis geworden war. Nach dem Tod ihrer Jungen und dem Freiwerden des Meßkircher Horstes durch einen üblen Storchenkampf zogen sie nach Messkirch um, und ich vermutete, dass sie sich im Frühjahr 2011 für den Meßkircher Horst entscheiden würden.
Das Nest in Meßkirch war bei ihrer Ankunft am 11. März allerdings bereits besetzt, und anscheinend hatten die Bichtlinger keine Lust, darum zu kämpfen. Oder aber es hat ihnen tatsächlich in Unterbichtlingen einfach besser gefallen. Die toten Jungen hatte man ja schon im Sommer letzten Jahres vom Mast heruntergeholt, das Nest war sauber.
Bei den Bichtlinger Störchen handelt sich übrigens um ein dreijähriges Männchen aus Tüfingen und eine Störchin, die vor vier Jahren als Einzelkind von den alten Störchen auf dem Riedlinger Rathausdach großgezogen wurde, einer der letzten Nachkommen unseres Greisenpaars.
Hoffen wir, dass das Wetter mitspielt und es den Bichtlingern diesmal gelingt, ihre Jungen durchzubringen. Die Eier sind schon gelegt, und seit Anfang April wird im Bichtlinger Horst gebrütet.

Juni: Etwa um den 7. Mai schlüpften die Storchenküken im Bichtlinger Horst. Wie im letzten Jahr wurden es drei. Dank der Fürsorge der Eltern und des guten Wetters kamen bis jetzt alle Jungstörche gut über die Runden. Ihre Beringung ist am Mittwoch, den 15. Juni, geplant. Das Anfahren des Horstes übernimmt die Messkircher Feuerwehr.

Anfang August: Unsere drei Bichtlinger haben diesmal ihre Nestlingszeit einwandfrei überstanden. Ungefähr vier Wochen nach ihrer Beringung, im Alter von ca. 10 Wochen, wagten sie den Jungfernflug und sahen die Welt erstmals aus einer anderen Perspektive. Nicht mehr lange, dann kehren sie Bichtlingen den Rücken, denn man will schließlich vor dem Herbst noch mehr von Europa sehen und den Winter in Spanien oder in Westafrika verbringen.

2010: Neuer Horst in Bichtlingen.
Ende März/Anfang April kamen in Unterbichtlingen zwei Weißstörche an und beschlossen, sich hier im Ablachtal auf einem Niederspannungsmasten ein Nest zu bauen. Es waren ein zweijähriger Adebar aus Tüfingen am Bodensee und eine dreijährige Oberschwäbin aus Riedlingen, eine Tochter unseres ältesten Storchenpaares in Baden-Württemberg (und wahrscheinlich Deutschlands) .
Mitte Mai schlüpften drei Junge, die jedoch leider alle im Alter von 4-5 Wochen (ein Alter, in dem die Nestlinge gegenüber Nässe und Kälte besonders empfindlich sind) bei der Schafskälte Mitte Juni ums Leben kamen.
Da ich erst spät von dem neuen Horst erfuhr, lagen die schon recht großen toten Jungen eine ganze Weile im Nest, was die Altstörche schließlich dazu veranlasste, den Horst zu wechseln. Als wir, sobald mir das Drama mitgeteilt wurde, schnell reagierten und mit Hilfe der Messkircher Feuerwehr die Kadaver herausholten, war es bereits zu spät: die Bichtlinger waren auf den verwaisten Horst in Messkirch umgezogen.
Ob sie nächstes Jahr in Messkirch brüten werden?





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