Die Störche Oberschwabens


Hoßkirch



Hosskirch

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2018: Dank eines Hoßkircher Bürgers, der sich sehr für die Hoßkircher Störche eingesetzt hat, viel Arbeit und Mühe in eine Nistunterlage und ihre Installierung investierte und teilweise mit Unverständnis und weitgehend unangebrachter Skepsis zu kämpfen hatte, konnte den Störchen ein geeignetes Ersatznest angeboten werden, welches sie erfreulicherweise nach einigem Hin und Her auch annahmen. Sie sind ja immer recht stur und hartnäckig, was den Nistplatz anbelangt, und so versuchte das Storchenmännchen (das Weibchen kam letztes Jahr bei einem Autounfall ums Leben) wieder auf dem letztjährigen Brutmast zu bauen. Erst im Wind flatternde Abweiserbänder vergällten ihm schließlich diesen Platz, und so zog er – wie gewünscht – mit seiner diesjährigen Partnerin auf das Rathaus um. Die Nistunterlage wurde einige Meter vom Giebel zurückgesetzt angebracht, damit der Kot auf dem Dach und nicht auf der Straße in Nähe des Kindergartens landet, und Bürger, welche der Kot auf dem Dach stört, werden wohl einsehen, dass eine Dachputzete die Störche zur Brutaufgabe bzw. zum Verlassen ihrer Jungen zwingen würde, und sich sicherlich spätestens nach dem nächsten Abwasch durch den Regen beruhigen.
Die diesjährige Hoßkircher Störchin ist übrigens eine Oberschwäbin und stammt aus Unlingen, wo sie 2014 geboren und beringt wurde. Mit ihrem gleichaltrigen Partner aus Wahlwies brütet sie seit Anfang April.

Dank Herrn Laub, der zur Schlupfzeit der Jungen immer wieder den Kirchturm bestieg und von dort aus ins Nest schaute, wissen wir, dass in Hoßkirch sage und schreibe tatsächlich sechs kleine Störche schlüpften. Eine so große Familie zu ernähren ist nicht einfach, erfolgreiche Sechser-Bruten gibt es daher in freier Wildbahn so gut wie keine. Von der Hoßkircher Jungschar schaffte es dann auch nur die Hälfte. Diese drei erwiesen sich bei der Beringung dafür als gesund und putzmunter. Außerdem wurden sie Fernsehstars. Die Landesschau hatte von den allgemein guten Brutergebnissen dieses Jahr Wind bekommen und meldete sich kurzfristig an. Ob mit oder ohne Fernsehkamera war den Storchenjungs und -mädels dann aber im Endeffekt ziemlich schnurz, man war trotzdem froh, als die Eindringlinge, die einem ungefragt einen Ring verpassten und in den Schnabel guckten, wieder verschwunden waren und man auf dem Nest wieder unter sich war und seine Ruhe hatte.

Nach vielen Luftsprüngen und Übungen wagte sich einige Wochen später Einer nach dem Anderen des Trios vom Nest; und schließlich wurden sie in Hoßkirch irgendwann nicht mehr gesehen. Jetzt sind sie wahrscheinlich schon unterwegs nach Spanien (oder geht's vielleicht bis nach Afrika?).

2017: Neubesiedlung von Hoßkirch!
Zwischen Altshausen und Ostrach und unmittelbar benachbart von Königseggwald gelegen, ist Hoßkirch eigentlich schon lange „Storchenerwartungsort“. Jetzt endlich hat sich ein Paar niedergelassen, allerdings auf einem Mast am Rand einer Garage, wo es den Anwohnern wegen des Kots nicht gerade angenehm ist (man wird versuchen, einen angemessenen Ersatzstandort zu finden).
Das Brutpaar ist ein Elsässer und ein dreijähriger Storch aus Wahlwies (von den Anwohner „Franz“ und „Hilde“ getauft, wer allerdings Männchen und wer Weibchen ist, wissen wir noch nicht). Mit der Brut begannen sie um den 10. April, und ca. 32 Tage später schälten sich die ersten Küken aus den Eiern. Schließlich waren es drei. Das kleinste wurde ungefähr zwei Wochen alt, dann wurde es tot unter dem Nest gefunden. Die beiden älteren wurden jedoch am 22. Juni mit Hilfe der EnBW im Alter von sechs Wochen beringt, wobei sich der kleinere als äußerst schmächtig erwies. Offensichtlich schnappte ihm das größere Geschwister bei der Fütterung die besten Brocken weg, er wog nur eineinhalb Kilogramm. Die Beringerin redete ihm ordentlich ins Gewissen, dass er sich das künftig nicht mehr gefallen lassen dürfe, und siehe da, auch der kleine (die beiden heißen übrigens Max und Moritz) überstand seine kritische Zeit und wird wohl bald das Fliegen lernen. Das war auch insofern nicht unbedingt selbstverständlich, da noch eine Erschwernis dazukam: Am 27. Juni, also nur fünf Tage nach der Beringung, kollidierte nämlich der Elsässer unweit von Hoßkirch tragischerweise mit einem Fahrzeug und wurde mit gelähmten Beinen am Straßenrand gefunden. Er starb beim Tierarzt an seinen inneren Verletzungen. So musste also sein Partner von da an alleine die Jungen großziehen, was in diesem Alter normalerweise kein Problem ist.
Autounfälle, überwiegend wohl Kollisionen mit Lastkraftwagen, häufen sich in den letzten Jahren und forderten auch dieses Jahr wieder viel zuviele Opfer. Besonders schlimm ist es, wenn – so wie dieses Jahr – vor allem Brutstörche von diesen Unfällen betroffen sind.


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