Die Störche Oberschwabens


Neubrunn



2018: Nicht zuletzt angesichts des letztjährigen guten Bruterfolgs hat sich die Besiedlung durch ein Weißstorchpaar in Neubrunn offensichtlich etabliert. Der Unberingte und seine Angetraute aus Montlingen (Kanton St. Gallen in der Schweiz) bauten wieder ihr Nest auf dem Mast in der Obstbaumwiese, unbeirrt davon, dass der Energieversorger aufgrund einer Mastauswechslung ihr vorjähriges Nest entfernt hatte. Sie legten sich beim Bau des neuen Nestes tüchtig ins Zeug und so lagen wie in vielen anderen Horsten Oberschwabens pünktlich zu Ostern die ersten Eier im Neubau. Hoffen wir, dass das Wetter mitspielt und die bald schlüpfenden Jungvögel wie im Vorjahr gut von ihren Eltern versorgt werden können. Denn bei schlechtem Wetter können sich die Altvögel nicht weit vom Horst entfernen, und die intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebiete direkt um Neubrunn geben hinsichtlich geeigneter Nahrung für die Kleinen nicht allzuviel her.

Dieses Jahr bestanden wirklich beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Storchenbrut. Das Wetter spielte mit, und die Altvögel konnten auch weiter entfernt liegende Nahrungsgebiete nutzen. Und so wurden auch in Neubrunn zwei wohlgenährte Jungvögel groß. Aufgrund der Unzugänglichkeit des Horstes konnten sie nicht beringt werden, was sich nach ihrem Ausflug allerdings als Ärgernis erweisen sollte, denn es passierte ein Unglück, und wir wissen nicht, hat es einen der Neubrunner Jungstörche erwischt oder womöglich sogar beide. Ein toter Storch wurde Mitte Juli bei Neubrunn in der Nähe der Straße gesichtet, einmal zwischen Neubrunn und Ruschweiler, ein andermal zwischen Neubrunn und Denkingen. Er war offensichtlich durch Kollision mit einem Fahrzeug ums Leben gekommen und trug keinen Ring. Vermutlich handelte es sich jeweils um denselben Storch, der von einem Fuchs verschleppt worden war; bei späteren Sichtungen fehlte ihm nämlich auch der Kopf und als man ihn holen wollte, war er ganz verschwunden. Da er nicht identifiziert werden konnte, wissen wir leider nichts Genaueres und können nur hoffen, dass es sich tatsächlich um denselben Storch handelte.

2017: Fast übersehen wurde die Neubesetzung eines Ortes zwischen Denkingen und Pfullendorf, nämlich Neubronn. Schon in den Jahren zuvor hatten sich kurzzeitig Störche für einen Mast in Neubrunn interessiert, waren dann aber wieder abgezogen. Diesmal jedoch gab es tatsächlich eine Brut, und zwar entschied sich das Silo-Brutpaar von Denkingen dafür, dem man in Denkingen im vorigen Jahr übel mitgespielt hatte: Man hatte den zusammengebrochenen Horst auf dem Silo nicht wieder aufgebaut, das Ersatznest am Ortsrand nahmen die Störche nur widerwillig an und verloren dort auch sogleich ihre noch sehr kleinen Jungen, an allen anderen Plätze, die sie sich daraufhin aussuchten, wurden sie nicht geduldet.

Jetzt haben sie ihren Platz gefunden, und man gönnt es ihnen wirklich! Ihr Futter holen sie offensichtlich bei Illmensee (bei Neubronn sind die Nahrungsgebiete nicht gerade üppig, vielleicht könnte man daran ja noch etwas ändern...), und da weitere Flüge bei dem stabilen Wetter dieses Jahr kein großes Problem darstellten, brachten sie drei Junge durch – die allerdings, da der Horst zu spät entdeckt wurde, unberingt ausgeflogen sind.


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