| 2012: Am letzten Februartag des Schaltjahres 2012 kamen unsere beiden letztjährigen Walder Brutstörche zu ihrem Horst auf dem Mast am Rande des Schulhofs zurück. Letztes Jahr waren sie ja erst im April hier angekommen und mussten sich erst noch ein Nest bauen, weshalb sie mit der Brut ziemlich spät dran waren. Sie bekamen dann auch nur noch ein Junges, das sich zudem nur sehr langsam entwickelte.
Frühere Bruten haben allgemein eine bessere Chance, aufzuwachsen und den Zug in den Süden gut genährt anzutreten. Diesmal haben die Walder Storcheneltern ihre Eier drei Wochen früher gelegt, es werden daher daraus sicherlich mehrere kleine Störche schlüpfen. Auch kennen sich die Altstörche jetzt schon etwas in der Gegend aus und wissen, wo es das beste Futter für ihre Jungen gibt. Allerdings ist das Wetter nicht jedes Jahr so gut wie im Jahr 2011. Mal sehen, was die Saison uns bringt.
2011: Erstmals Weißstörche in Wald!
In letzter Zeit hatten Gemeindeverwaltung und Anwohner verstärkt darüber nachgedacht, wo man Störchen in der Gemeinde Wald ein Nest anbieten könnte. Letzte Planungen hatten einen Mast am Ortsausgang Richtung Sentenhart im Visier, wo sich auch die besten Nahrungsgebiete befinden.
Jetzt haben sich die Störche selbst einen Platz ausgesucht, und zwar ebenfalls einen Mast, jedoch direkt im Ortszentrum bei der Schule (ob da die Absicht dahintersteckt, den Kindern etwas über das Leben der Adebare beizubringen?). Inzwischen wurden die beiden Vögel auch schon anhand ihrer Ringe am Bein identifiziert: Die Storchendame stammt aus Ersingen und ist noch sehr jung, nämlich erst zwei Jahre alt. Ihr Gatte ist ebenso jung und stammt vom Bodensee, er wurde in Riedheim-Hilzingen geboren. Beide geben in Wald sozusagen ihr Debut. Derzeit wird noch eifrig am Nest gebaut und kopuliert, aber lange wird es nicht mehr dauern bis die ersten Eier im Nest liegen.
Recht spät begannen die jungen Walder Störche mit der Brut und waren am 22. April frischgebackene Eltern eines kleinen Jungstorchs. Da er ein Einzelkind ist, hat er trotz dieses späten Bruttermins gute Chancen, seine ersten kritischen Lebenswochen zu überstehen, denn er kann sämtliches Futter, das Vater oder Mutter bringen, für sich allein beanspruchen. Allerdings sollte es in den nächsten beiden Wochen möglichst keine länger anhaltende nasse Kälteperiode geben, denn von den Altstörchen wird der nun ca. vierwöchige Jungstorch nicht mehr geschützt, sein Gefieder hält Nässe und Kälte jedoch noch nicht vollständig ab.

Anfang August: Mit der Versorgung des kleinen Storchs in Wald scheint es, obwohl er ein Einzelkind ist, zu hapern, denn bei der Beringung am 27. Juni erwies er sich nicht nur als sehr leichtgewichtig (1,35 kg!), sondern auch in seiner gesamten Entwicklung als deutlich zurückgeblieben. Übrigens wurde bei diesem Nestbesuch ein zweites, vermutlich unbefruchtetes Ei gefunden, und Kinder der benachbarten Schule berichteten vom Fund der Bruchstücke eines weiteren Eis mit Eigelbresten unterhalb des Nestes., was bedeutet, dass die Störchin mindestens drei Eier gelegt hatte. Die Schüler, die zusammen mit ihren Lehrern während der Beringung unterhalb des Horstes standen, beobachteten interessiert, was denn da oben mit dem kleinen Storch passierte, und bestürmten die Beringerin mit tausend Fragen. Man merkte den Kindern auch die Sorge um ihren kleinen Storch an, von dem sie erfuhren, dass er noch lange nicht außer Gefahr war.
Umso erfreulicher, dass der kleine Adebar von Wald nun doch tatsächlich trotz des teils ganz schön miesen Wetters im Juli seine kritische Nestlingszeit überstanden hat. Er ist allerdings noch immer recht klein für sein Alter, obwohl seine Beine schon langsam eine orangefarbene Tönung annehmen. Auch halten sich seine Flugübungen bisher sehr in Grenzen, so dass er wohl kaum vor Mitte August flügge werden wird. Seine Eltern sollten unbedingt verstärkte Anstrengungen unternehmen und ihn schleunigst gut füttern, damit er kräftiger wird; als sie allerdings neulich bei der Futtersuche im Andelsbachtal bei Zell beobachtet wurden, schienen sie dabei keinen großen Fangerfolg zu haben. Mit den Jungstorchtrupps wird der kleine Walder nicht mehr mitfliegen können, denn selbst wenn er es bis Mitte August vom Nest schafft, muss er ja erst noch besser das Fliegen lernen und auch in der Nahrungsbeschaffung selbständig werden. Seine Eltern werden warten, bis er bereit ist, und vermutlich wird er dann mit seinem Vater oder seiner Mutter (ein Stück weit vielleicht auch mit beiden) zusammen in den Süden ziehen.
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