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Die Störche Oberschwabens |
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Neukirch-Wilpoltsweiler
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Fotos von Luis Ramos 2008:
2011: Das unberingte Weibchen erschien diesmal schon am 11. Februar auf dem Horst am Kreuzweiher. Ca. 3 Wochen später, am 2. März, kam ein zweiter Storch, dem die Dame jedoch nicht wohlgesinnt war, und ließ sich auf dem Nachbarnest ein paar Pappeln weiter nieder. Annäherungsversuche zwischen den beiden Störchen wurden nicht beobachtet. Das Brutmännchen ließ bis zum 8. März auf sich warten. Der Fremdstorch zog nach dessen Ankunft jedoch nicht endgültig ab. Immer wieder flog er in den folgenden Wochen den Kreuzweiher an und näherte sich dabei auch dem Horst des angestammten Paares, das sich darüber jedesmal gehörig aufregte. Am 31. März konnte ich sogar drei Fremdstörche beobachten, die einmal sehr knapp über das Nest flogen, in dem bereits gebrütet wurde. Einer davon ließ sich kurzzeitig auf dem Nachbarhorst nieder, mindestens zwei der Störstörche waren unberingt. Auch hier zeigt sich, wie auch in Aulendorf oder Riedhausen oder an anderen Orten, wo mehrere Horste in unmittelbarer Nähe aufgestellt oder von Störchen nach Brutverlust selbst errichtet wurden, dass unmittelbar benachbarte Horste Unruhe ins Brutgeschäft eines Storchenpaares bringen können. Stress für das angestammte Brutpaar, das die Besiedlung dieses Horstes verhindern möchte, ist oft vorprogrammiert. Hoffen wir, dass am Kreuzweiher bald Ruhe einkehrt. Juni: Sie hatten mal wieder reichen Kindersegen, unsere Neukircher Storcheneltern. Aus dem Gelege schlüpften nämlich ab Ende April fünf Junge. Alle fünf lebten noch bei der Nestbeobachtung am 10. Mai. Zwei Wochen später waren jedoch die beiden Jüngsten tot. Ende Mai/Anfang Juni starb dann ein weiterer der Jungstörche, nur zwei der fünf überlebten. Da die Fremdstorchangriffe nach regelmäßigen Beobachtungen von Anwohnern nachgelassen hatten und während der Jungenaufzucht keine anderen Störche am Nest gesichtet wurden, ist es etwas rätselhaft, warum die Neukircher nur zwei des Quintetts durchbrachten. Denn das Feuchtgebiet um den Kreuzweiher dürfte auch bei trockenem Wetter genügend Futter bieten. Immerhin waren die beiden überlebenden Jungstörche bei ihrer Beringung im Alter von ca. sechs Wochen gut genährt, sie wogen beide über 3 kg. Anfang August: Im Alter von neun Wochen verließen die beiden Wildpoltsweiler Jungstörche ihr Nest und drehten ihre ersten Runden über den Wiesen am Kreuzweiher. Bald hält sie hier jedoch nichts mehr, sie werden sich anderen Jungstörchen anschließen und dem Ruf der Ferne folgen. Ihre Eltern treten den Zug in den Südwesten etwas später an, sie werden wir bestimmt nächstes Frühjahr wiedersehen. 2010: Der Singener und die Unberingte sind aus dem Süden wieder zu ihrem Horst mit Alpenblick am Kreuzweiher zurückgekehrt. Kurz vor ihrer Ankunft wurde das von Wind und Wetter etwas mitgenommene Nest vom BUND Markdorf noch stabilisiert, sodass einer Brut nichts im Wege steht. Die beiden Störche erschienen am Kreuzweiher am 24. Februar bzw. am 4. März und taten sich im Ried erstmal gemeinsam an Fröschen gütlich. Seit Anfang April liegt nun aber stets einer der beiden im Horst, wärmt ein Gelege und genießt die schöne Aussicht. Juni: Ungefähr am 8. Mai schlüpften die ersten beiden Jungen am Kreuzweiher. Zwei weitere folgten in den nächsten Tagen. Bei einer Horstkontrolle vom nahen Hügel aus schienen alle vier Nestlinge trotz der Kälte und des vielen Regens ziemlich fidel, doch zeichnete sich ein beträchtlicher Größenunterschied zwischen den beiden ältesten und den j üngeren ab, vor allem der j üngste war sehr klein geblieben. Auch bei der letzten Beobachtung am 28. Mai fiel der j üngste durch seine äußerst geringe Größe auf. Anscheinend kommt er beim Füttern etwas zu kurz, hoffentlich fällt er in der Entwicklung nicht noch weiter zurück. Immerhin hat er seine ersten beiden Lebenswochen schon überstanden und er machte eigentlich keinen apathischen Eindruck. Jetzt kommt es darauf an, ob die Eltern ihn berücksichtigen und neben großen Beutetieren wie z.B. Mäusen für die älteren Jungen auch noch Kleintiere bringen, die er besser aufnehmen kann. Besonders geeignet wären Käfer, Kaulquappen oder kleine Frösche und Egel, nur mäßig geeignet sind dagegen Regenwürmer, die beim Fressen gewisse Fertigkeiten erfordern und auch hinsichtlich des Nährstoffgehalts nicht optimal sind. Juli: Lang andauernder, teils starker Regen und Kälte
Ende Mai und vor allem in den ersten Junitagen waren für die beiden
Kleinsten im Nest am Kreuzweiher denn doch zuviel, und so überlebten
nur die beiden Ältesten. Die Beiden waren dafür bei Einsetzen
der Schafskälte bereits so gut entwickelt, dass sie diese ohne Probleme überstanden
(der größere wog bei der Beringung am 16. Juni – die
Jungen waren zu diesem Zeitpunkt fast 6 Wochen alt – ca. dreieinhalb
Kilogramm). 2009: Auch der Horst
in Neukirch-Wildpoltsweiler, letztes Jahr neu besiedelt, wurde dieses
Frühjahr wieder besetzt.
Der Storchenmann ist wieder derselbe, doch seine letztjährige Gattin
ist umgezogen, nämlich nach Markdorf-Kluftern. Ob sie damit gute
Karten gezogen hat? Das Nahrungsgebiet am Kreuzweiher erscheint besser
als dasjenige in Kluftern, und das Paar hatte in Wildpoltsweiher auch
erfolgreich zwei Junge großgezogen. Juli: Leider waren zwei der vier Ende Mai noch lebenden Jungen am Kreuzweiher doch zu schwach, um das nasskalte Wetter Anfang Juni zu überstehen. Und so konnten am 19. Juni nur noch zwei kleine Störche mit dem weiß beschrifteten schwarzen ELSA-Ring gekennzeichnet werden. Diese beiden waren aber erfreulicherweise zu diesem Zeitpunkt recht gut beieinander und brachten jeweils um die 3 kg auf die Waage. Im Horst kann ihnen jetzt nicht mehr viel passieren. Gefährlich wird es erst wieder bei ihren ersten Flügen (die sicher bald stattfinden werden), denn Strommasten stellen noch immer ein beträchtliches Risiko dar, und auch der erste Zug in den Süden birgt für die noch unerfahrenen Störche mancherlei Gefahren. 2008: Neuer Horst
bei Neukirch. Zwischen Neukirch und Wildpoltsweiler am Rande des Kreuzweihers
wurde ein auf einer abgesägten Pappel angebrachter Horst dieses
Frühjahr im April
von Weißstörchen besiedelt. Zusammengetan haben sich ein 2006 in Gutmadingen
beringtes Weibchen und ein ebenfalls zweijähriges Männchen aus Singen-Bohlingen. Juli: Am 30. Juni wurden die beiden Jungstörche am Kreuzweiher
mit Hilfe der Tettnanger Feuerwehr beringt und brachten zu dieser Zeit
(also im Alter von 6 Wochen) jeder ca. zweieinhalb Kilogramm auf die
Waage. Das ist zwar in diesem Alter etwas wenig, doch verwundert das
Untergewicht nicht angesichts der auffällig geringen Fütterungsfrequenzen
an diesem Horst: Nahezu vier Stunden ließen sich die Eltern manchmal
nicht am Nest blicken.
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