Die Störche Oberschwabens


Altmannshofen



2019: Obwohl die Störche auf der Kirche in Altmannshofen auch 2018 erfolgreich in der Jungenaufzucht waren – drei Jungstörche flogen aus –, sind die beiden unberingten Brutstörche nicht zurückgekehrt. Oder wurden sie vertrieben? Am 7. März wurde ein zweijähriger Affenberger zusammen mit einem fünfjährigen, in Kißlegg gebürtigen Storch auf dem Nest gesichtet. Der Affenberger verschwand einige Tage darauf nach Isny, der Kißlegger bzw. die Kißleggerin (sie stellte sich später als das Weibchen heraus) blieb und bekam Gesellschaft von einem Storch, welcher im Jahr 2016 in Langenau bei Ulm geboren und beringt wurde. Die beiden verstanden sich anscheinend recht gut, und so machte man sich in den letzten Märztagen daran, ein erstes Ei ins Nest zu legen, und begann kurz darauf mit der Brut.
Das Paar auf der Kirche blieb jedoch nicht allein. Auf einem Mobilfunkmast ganz in der Nähe begann ein zweites Weißstorchpaar, ein Nest zu bauen. Die beiden Störche sind noch nicht endgültig identifiziert, das Männchen stammt sehr wahrscheinlich aus Markdorf und ist drei Jahre alt. Auch dieses Paar hat augenscheinlich – obwohl das Nest noch etwas unfertig aussieht - bereits mit der Brut begonnen.

Mai: Auf der Kirche in Altmannshofen schlüpften um die Monatswende April/Mai  zwei oder drei Storchenküken; so genau konnte man es nicht sehen. Bei der letzten Beobachtung nach der Schlechtwetterperiode lebte immerhin noch mindestens einer der Jungvögel. Das Nest ist immer noch sehr schlecht einsehbar.
Die Störche auf dem Mobilfunkmast verhielten sich ab Mitte Mai recht merkwürdig, ob überhaupt etwas aus dem Gelege geschlüpft war? Vielleicht hatte es hier auch einen Kampf gegeben, denn am 24. Mai waren auf einmal ganz andere Störche auf diesem Nest: ein vierjähriges Storchenmännchen, gebürtig aus der Horst am Preußenhäusle in Fronreute und eine dreijährige Storchendame aus Gutach.

2018: Letztes Jahr hat es ja in Altmannshofen auf der Kirche mit dem Nachwuchs geklappt. Also sind die Störche auch zu einer neuen Brut zurückgekommen. Zwar sind sie unberingt wie im letzten Jahr, also nicht eindeutig identifizierbar, doch ist es sehr wahrscheinlich dasselbe Paar wie im Vorjahr, denn man verstand sich gleich und legte auch Anfang April die ersten Eier ins Nest.

Zwischen Anfang und Mitte Mai schlüpften im Altmannshofer Horst insgesamt vier kleine Störche, von denen es allerdings der kleinste nicht schaffte. Drei Jungstörche flogen aber immerhin erfolgreich aus und werden bald ihre erste Reise in den Süden antreten. Über ihren weiteren Lebensweg werden wir jedoch nur wenig in Erfahrung bringen können, da aus Gründen der schwere Erreichbarkeit des Horstes und der langen Vorlaufzeit wegen der dazu notwendigen Straßensperrung auf ihre Beringung verzichtet wurde.

2017: Die beiden unberingten Störche sind trotz ihres Mißerfolgs im letzten Jahr tatsächlich wieder nach Altmannshofen zurückgekehrt und wollen es noch einmal mit einer Brut versuchen. Einer der beiden, vermutlich das Männchen, erschien schon recht früh, nämlich Ende Februar. Eine Störchin kam ca. eine Woche später, verschwand dann jedoch wieder. Ob es schon seine Angetraute gewesen war? Mitte März jedenfalls stand das Paar schließlich endgültig gemeinsam auf dem Nest, klapperte voller Elan und baute gewissenhaft die Wohnung aus. Man wollte auf jeden Fall dieses Jahr etwas zeitiger mit der Brut dran sein als letztes Jahr, und so waren die ersten Eier auch bereits Anfang April gelegt. Hoffentlich klappt es diesmal besser und Petrus ist ihnen gnädiger gestimmt.

Juli: In den ersten Maitagen wurde es auf dem Kirchendach plötzlich sehr lebendig. Drei kleine Störchlein schlüpften im Storchennest. Zwar war es in ihren ersten Lebenstagen noch recht kalt und zeitweise regnete es, aber da sie noch recht klein waren, konnten die Eltern sie noch gut schützen. Bald wurde das Wetter besser, die Altstörche sammelten auf den umliegenden Wiesen fleißig Futter und die Drei wuchsen prächtig heran. Im Nest wird schon seit geraumer Zeit die Flugmuskulatur trainiert, die Sprünge werden immer höher und bald wird sich wohl der erste mutig vom Kirchturm wagen.

Wie ihre Eltern werden die Altmannshofer Jungstörche allerdings dieses Jahr ohne Personalausweis bleiben, denn das Erreichen des Nestes stellte sich als ziemlich schwierig heraus, und so konnte die Beringung nicht mehr rechtzeitig organisiert werden. Eine Beringung nach der sechsten Lebenswoche wäre in diesem Fall riskant, da das Nest nur direkt von unten angefahren werden kann, und die Jungstörche dann unter Umständen vom Nest springen würden.


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