Die Störche Oberschwabens



Langenau

Langenau_neu

Der neue Horstplatz oben, der ehemalige unten.

Langenau


2010: Das Langenauer Paar ließ fast den gesamten Winter den Turm der Langenauer Kirche nicht aus den Augen. Kurzfristige Ausflüge führten nicht weiter als bis ins benachbarte Elchingen. Familie Mosers Kamera überspielt inzwischen wieder Bilder vom Satteldach der Friedhofskirche: In der Nacht vom 25.3. auf 26.3. war das erste Ei gelegt. Inzwischen sind es derer fünf.

Juni: Ende April begann der Schlupf der Küken. Anfang Mai waren vier Jungstörche auf dem Friedhof geboren. Einer überlebte die Aufzuchtzeit nicht. Ende Mai wurden drei junge Langenauer Langschnäbler beringt.

August: Bereits am 5. Juli verließ der erste Jungstorch das Nest, es sollte aber noch fast 10 Tage dauern bis das Trio gemeinsame Streifzüge am Langenauer Himmel unternahm.

2009: Im Langenauer Nest auf der Peterskirche ist dasselbe Weibchen wie vergangenes Jahr zugange. Zur Seite steht der Storchendame wieder ein unberingter Storchenmann. Unter strenger Observierung der von Herrn Frölich in Nestnähe installierten Kamera legte die Störchin am 5. April das erste Ei.
Am 8. Mai erschien bei Mosers das erste Küken im Wohnzimmer (dort steht das Empfangsgerät für die Bildübertragung). Am dritten Mai wurde der Schlupf des dritten Jungstorches übertragen. Die übrigen Eier blieben leblos.

Juli: 20 Tage nach dem Schlupf waren nur noch zwei Jungstörche im Nest. Die hielten jetzt aber durch und um den 26. Juli konnten beide das erste Mal im weiß-blauen Himmel nahe der Grenze zu Bayern beobachtet werden.

2008: Nachdem der alte Langenauer Molkereischlot im März den schon aus dem Winterquartier zurückgekehrten Störchen unter den Beinen weggerissen wurde, siedelten sich diese nach kurzem Hin und Her zwischen Schulhausdachnest und Kirchturmnest letztlich auf dem Firsthorst des Kirchturmes am östlichen Ortsrand an. Die beiden Nester wurden in weißer Voraussicht und Kenntnis über den bevorstehenden Abbruch des Schlotes von den Herren Storchologen Frölich und Herrmann installiert. Auf der Friedhofskirche gab es bereits 1944 bis 1947 einen besetzten Horst. 
Als eines von den ersten oberschwäbischen Paaren begaben sich das unberingte Männchen und das 2005 in Illmensee geschlüpfte Weibchen bereits Ende März zur Brut. Große Erwartungen wurden geweckt, als das Weibchen Ende März insgesamt 5 Eier ins neue Nest legte.

Juni: Am 3. Mai sendete die neu installierte Überwachungskamera erste Bilder von einem frisch geschlüpften Küken – und dabei blieb es. Aus den restlichen 4 Eiern wollte kein Leben kommen, sie blieben verschlossen. Der Einzelstorch wurde am 31. Mai unter Mithilfe der Langenauer Feuerwehr beringt.

Juli: Nach einem insgesamt 10-wöchigem Aufenthalt unter den Fittichen seiner Eltern verließ der Jungstorch am 11. Juli zur genaueren Erkundung der Langenauer Umgebung das erste Mal sein Kinderzimmer.

2007: Nach der im letzten Jahr missglückten Brut heißt's jetzt Daumen drücken in Langenau. Hier haben sich auf dem Molkereischornstein zwei unberingte Störche zusammengetan und brüten seit Mitte April. Das letztjährige Schweizer Männchen wollte mit dem alten Molkereikamin nichts mehr zu tun haben und macht wohl irgendwo jetzt seinen eigenen Käs'.

Juni: Mit einem blauen Auge davon gekommen: In der Nacht zum 28. Mai setzte verheerendes Regenwetter mit kühlem und starkem Wind ein und hielt fast den ganzen 29. Mai über an. Mehr als 70% aller oberschwäbischen Storchennestlinge kamen dabei um – in vielen Nestern war Ende Mai kein Leben mehr, in Langenau überlebte immerhin einer von ursprünglich 3 Jungstörchen.

Das Einzelkind verließ putzmunter Mitte Juli sein Nest auf dem Kaminspargel inmitten Langenaus.

2006: Unter Federführung von Herrn Frölich aus Bernstadt wurde auf der Langenauer Schule eine neue Nestunterlage errichtet, weil das Kamin der nahen alten Molke, auf dem die Störche letztes Jahr brüteten, abgerissen werden soll. Im Weiteren wurde das alte Nest auf dem Kamin abgetragen und durch eine Vorrichtung für Störche in der Hoffnung unbesiedelbar gemacht, dass die Störche auf den Trick hereinfallen und dann das neue Schulhausnest besetzen. Nach Ankunft aus dem Winterquartier trug der Einzelstorch und später dann auch der hinzugekommene zweite Storch mit großer Hartnäckigkeit immer wieder Nistmaterial zum Kamin hoch, ein rechtes Nest wollte ihnen allerdings dort oben nicht gelingen. Das angebotene neue Nest wurde von dem Paar nicht angenommen – im Gegenteil, sie bauten es sogar zurück indem sie sich dort Äste für den Schlotstandort  borgten.

Nach längerem Hin und Her waren die Herzen der Langenauer Storchenfreunde butterweich geworden und man konnte nicht länger mit ansehen wie sich das Storchenpaar mühte, den letztjährigen Standort wieder herzurichten. So wurde kurzerhand die Feuerwehr gerufen und  die Vorrichtung auf dem Kamin wieder entfernt. Fazit: Die Störche begannen um den 20. April in ihrem behaglich eingerichteten neuen alten Nest auf dem Molkereikamin mit der Brut.

Juni: Die Freude war dann auch groß als am 26. Mai drei Küken im Langenauer Nest zu beobachten waren. Das Schicksal meinte es jedoch auch dieses Jahr wieder nicht gut mit dem Langenauer Brutpaar. Anfang Juni konnten keine Fütterungsbeobachtungen mehr registriert werden. Wie an vielen anderen Standorten sind auch die Langenauer Nestlinge vermutlich der um die Monatswende vorherrschenden nasskalten Witterung zum Opfer gefallen.






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