Die Störche Oberschwabens

zusammengestellt von Ute Reinhard, Irndorf
(Weißstorchbeauftragte des Regierungspräsidiums, Abt. 56 Naturschutz und Landschaftspflege Tübingen)
und Rainer Deschle, Marbach a.d. Lauter

Impressum



Der Weißstorch (Ciconia ciconia)

Der Weißstorch ist einer unserer schönsten und imposantesten Vögel. Als einziger Großvogel hat er sich freiwillig dem Menschen angeschlossen. Es verwundert daher nicht, dass sich Menschen schon seit langer Zeit für den Storch interessieren und auch geradezu mythologische Beziehungen zum Storch entwickelten. Man denke zum Beispiel an das Märchen vom Kalif Storch oder an die Mär, wonach der Storch die Kinder bringt, die gern von Eltern übernommen wurde, die gewisse Probleme mit der Aufklärung ihrer Kinder hatten.

Das Storchenjahr 2011

Auch wenn jetzt Mitte April mancherorts doch noch die eine odere andere Schneeflocke fällt: Keiner wird es bestreiten, der Frühling kommt mit Macht, beglückt uns zuweilen schon mit sommerlichen Temperaturen. Und auf den oberschwäbischen Dächern klappert es wieder. Frau Storch und ihr Gatte bauen wieder eifrig am Nest, man begrüßt sich lautstark bei jeder Ankunft am Nest, vertreibt mit Geklapper und Gezische fremde Adebare, die sich auch für den Horst interessieren. Schon Ende März waren viele Horste besetzt, Anfang April – das Wetter war wunderschön und es herrschten gute Aufwinde – kam dann aber nochmals ein Schwung Weißstörche aus dem Winterquartier zurück, und es herrschte an vielen Horsten Aufregung ob der Kunkurrenten, die da am Himmel schwebten. Zur Freude der Anwohner wurden zu dieser Zeit einige neue Orte besiedelt.
Mittlerweile hat sich die Storchenwelt etwas beruhigt, und in vielen Nestern wird schon gebrütet. Hoffen wir, dass dieses Jahr Petrus ein Einsehen hat und die Störche zur Brutzeit nicht wie im letzten Jahr mit grausligstem Wetter malträtiert.

Juni: Tatsächlich scheint Petrus dieses Jahr den Störchen wohlgesinnt. Es gab bisher nur geringe wetterbedingten Verluste. In vielen Horsten tummeln sich drei, in manchen sogar vier Junge in meist gutem Ernährungszustand. Zwar starben oft die Nesthäkchen (möglicherweise war bei der herrschenden Trockenheit und dem guten Mäuseangebot recht früh auf die Verfütterung von Mäusen umgestellt worden), aber im Großen und Ganzen sieht es bisher recht gut aus.
Trotzdem gab es in einigen Horsten Totalausfälle, bei denen wahrscheinlich mangelnde Fähigkeiten der Altstörche eine Rolle spielen. Es handelt sich nämlich in fast allen Fällen um Horste, die von überwinternden Störchen oder zumindest überwinternden Männchen besetzt sind (bzw. von Störchen besetzt sind, bei denen eine Überwinterung in Mitteleuropa wahrscheinlich ist). Nach bisherigen Beobachtungen nutzen überwinternde Störche bevorzugt niedrige, gemähte Wiesen zur Nahrungssuche. Diese sind aber dieses Jahr stark ausgetrocknet, auf Regenwurmfang spezialisierte Störche haben höchstens auf besprengten Sportplatz-Rasen eine Chance.
Eigentlich ist es also ein gutes Jahr für unsere Adebare. Und die Storchenbetreuer könnten zufrieden sein, wären da nicht die zahlreichen Unfälle, die sich dieses Jahr durch Zufall extrem häufen. So verunglückte von vier oberschwäbischen Horsten, in denen gebrütet wurde bzw. schon Junge zu versorgen waren, jeweils ein Altstorch; ein Junges wurde in seinem Nest mit gebrochenem Flügel aufgefunden; ein Jungstorch war mit Bauch und Beinen in ein Seilknäuel verstrickt und musste regelrecht aus dem Nest freigeschnitten werden; Nesthäkchen fielen lebend aus dem Nest und mussten versorgt werden; Brutmännchen humpeln und müssen im Hinblick auf die Versorgung ihrer Jungen beobachtet werden. Wir haben also alle Hände voll zu tun und sind teilweise bis spät in die Nacht unterwegs. Deshalb möge man uns verzeihen, wenn die zweite Aktualisierung dieser Internet-Seite dieses Jahr nun etwas verzögert erfolgt und auch Bilder erst später ergänzt werden, wir kommen einfach nicht dazu.

Anfang August: Bald ist es soweit! Die Jungstörche sammeln sich schon. Sie verlassen endgültig ihre Eltern und ihre Geburtsnester und erkunden die Umgebung. Es wird nicht mehr lange dauern – die nächste stabile Wetterlage wird noch abgewartet -, dann werden sich die ersten Jungstorchtrupps auf die große Reise begeben.

Paten für Oggelshausener Jungstorch gefunden

Die Liste der Wiederfundmeldungen in Oberschwaben geborener Störche konnte wieder beträchtlich erweitert werden, weil wieder sehr viele Ringe abgelesen wurden. Hier kann sie als pdf-file heruntergeladen werden.

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Die vergangenen Jahre seit 2004 (Archiv)


Karte für 2011

Karte Juli 2011



Grundlage: Reliefkarte 1:600 000 Baden-Württemberg
©Landesvermessungsamt Baden-Württemberg (www.lv-bw.de), vom 27.05.04, Az.: 2851.3-A/372.

AC Achstetten ERS Ersingen OLK Ölkofen
AH Altshausen ES Esenhausen
OM Obermarchtal
AG Algershofen FL Fleischwangen OS Ostrach
AHE Altheim Föhrenried OSG Obersulgen
AL Alleshausen FR Frickingen OSW Ostrach-Wangen
AU

Aulendorf

Göggingen RI Riedlingen
BA Baltringen GÖG Gögglingen RIH Riedhausen
BB Bad Buchau GR Griesingen ROA Rottenacker
BWU Bad Wurzach GRB Grasbeuren RU Rulfingen
  Baitenhausen HA Hasenweiler S Spöck
BC Biberach
HAU Hausen am Andelbach SAL Salem und Umgebung
BIC Bichtlingen HE Herbertingen SC Scheer
BI Billafingen HO Horgenzell SCB Schemmerberg
BE Beizkofen ILL Illmensee SCH Schemmerhofen
BL Blochingen IN Ingoldingen SE Seekirch
BN Baufnang IS Isny ST Staig
BSG Bad Saulgau KA Kanzach SMH Storchenstation am Affenberg Salem – Mendlishauser Hof
BSR Bad Schussenried
KI Kirchbierlingen SSG Salem Schwarzer Graben
BW Bad Waldsee
KW Königseggwald
Tüfingen
DA Daisendorf KR Krauchenwies UM Ummendorf
DAT Datthausen
Kürnbach UN Unlingen
DAU Daugendorf LA Langenau US Untersulmetingen
DE Denkingen LE Levertsweiler
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WI Wilhelmsdorf
EI Eimühle MES

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EIN Einhart MU Munderkingen
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ER Ertingen NKW Neukirch-Wilpoltsweiler ZW Zwiefaltendorf
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Stand: 21. August 2011


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