Die Störche Oberschwabens

zusammengestellt von Ute Reinhard, Irndorf
(Weißstorchbeauftragte des Regierungspräsidiums, Abt. 56 Naturschutz und Landschaftspflege Tübingen)
und Rainer Deschle, Marbach a.d. Lauter

Impressum



Der Weißstorch (Ciconia ciconia)

Der Weißstorch ist einer unserer schönsten und imposantesten Vögel. Als einziger Großvogel hat er sich freiwillig dem Menschen angeschlossen. Es verwundert daher nicht, dass sich Menschen schon seit langer Zeit für den Storch interessieren und auch geradezu mythologische Beziehungen zum Storch entwickelten. Man denke zum Beispiel an das Märchen vom Kalif Storch oder an die Mär, wonach der Storch die Kinder bringt, die gern von Eltern übernommen wurde, die gewisse Probleme mit der Aufklärung ihrer Kinder hatten.

Das Storchenjahr 2016

Viele werden es schon gemerkt haben: Dieses Jahr ist so richtig was los im Storchenland Oberschwaben. Überall klappert und zischt es, auf mancher Wiese sind ganze Trupps von Störchen unterwegs, an den Horsten wird gekämpft, viele neue Horste werden gebaut. Neueste Mode bei den Störchen: Kamine aller Art. Nicht immer zur Freude des Hauseigentümers. Es ist der Jahrgang 2014 – ein Jahr, in dem viele kleine Störche den Ausflug schafften –, der großteils aus dem Winterquartier zurückgekehrt ist, jetzt eine Bleibe sucht und Oberschwaben samt Allgäu unsicher macht.

Deshalb haben auch die Weißstorch-Betreuer alle Hände (bzw. Augen) voll zu tun, sind ständig unterwegs und gucken durchs Fernrohr, kommen abends spät nach Hause und sind dann so müde, dass sie es nicht mehr schaffen, diese Internet-Seite auf den neuesten Stand zu bringen. Bitte entschuldigen Sie, liebe Leser, dieses Versäumnis. Wir versprechen, unser Möglichstes zu tun.

Mitte Mai: Mittlerweile haben wir in Oberschwaben an die 150 Bruthorste und es bilden sich erste Klein-Kolonien, wie z.B. in Isny, in Langenau, in Göggingen oder in Bad Saulgau. Die ersten Jungstörche sind demnächst im Beringungsalter, manche sind aber noch recht klein und in einigen neuen Nestern wird sogar noch gebrütet.

Viele fragen sich vermutlich, was die Eisheiligen bei den Adebaren angerichtet haben. Da können wir etwas beruhigen. Denn es ist nicht ganz so schlimm wie wir erwartet hatten, denn die Küken waren zu dieser Zeit meist noch klein und konnten gut von den Eltern abgedeckt werden. Zwar gibt es einige Totalverluste (z. B. in Aulendorf, Kißlegg, Blitzenreute oder in Waldbeuren), doch halten sie sich in Grenzen. Und manche dieser Verluste gehen nicht auf das Konto des Wetters, sondern haben andere Ursachen. In einigen Horsten sind bei den Eisheiligen die Nesthäkchen gestorben, in anderen hat es mehr Junge getroffen. In vielen Nestern ist aber noch mindestens einer der Jungstörche am Leben, manche Eltern haben noch drei oder vier Junge zu versorgen.

28.05.2016: Diese beiden aufeinanderfolgenden und regenreichen eisigen Tage, der  23. und 24. Mai, hätten nun wirklich nicht sein müssen! Es war abzusehen, dass sie unter dem Nachwuchs, der die Eisheiligen gerade so einigermaßen überstanden hatte, weitere Opfer fordern würden. Zumal viele der kleinen Störche nun in einem Alter waren, in dem sie von den Eltern wegen ihrer Größe nicht mehr bedeckt werden können. Es gibt erfreulicherweise noch einige Nester, in denen sich drei oder vier Junge tummeln, doch in vielen Horsten starben weitere Nestlinge, oft blieb nur einer übrig. In einigen Horsten ist völlige Stille eingekehrt und das Familienglück zerstört.

Mitte Juli 2016: Die meisten Jungstörche sind jetzt zwar alt genug, so dass ihnen Petrus nichts mehr anhaben kann. Doch sind vom Nachwuchs der Nachzügler auch im Juni noch einige gestorben. Die meiste Zeit war es relativ warm und so überstanden die Jungen im kritischen Alter den Regen Anfang Juni noch ziemlich gut. Dann aber kam zwischen dem 16. und 17. Juni nach einem Tag mit Dauerregen eine kalte windige Nacht, die einige der zum Teil unterernährten Jungstörche einfach nicht mehr durchhielten. Jetzt ist das dauerhaft schlechte Wetter aber wohl hoffentlich erst mal vorbei. Die ersten jungen Adebare dürften sich bald in die Lüfte erheben und dann dauert es auch nur noch ein paar Wochen bis sie sich zu ihrem ersten Zug in den Süden sammeln.

Besucherzähler seit 19. Juni 2008:

Die vergangenen Jahre seit 2004 (Archiv)

Fundmeldungen von Störchen, die in Horsten Oberschwabens geboren wurden (Meldungen 2001-2015)


Karte für 2016

Karte_2016
Grundlage: Reliefkarte 1:600 000 Baden-Württemberg
©Landesvermessungsamt Baden-Württemberg (www.lgl-bw.de), vom 27.05.04, Az.: 2851.3-A/372.

AB Ablach   Fronhofen OM Obermarchtal
AC Achstetten FP Fronreute-Preußenhäusle OS Ostrach
AH Altshausen FR Frickingen OSG Obersulgen
AHE Altheim bei Salem Göggingen OSU Obersulmetingen
ALT Altheim b. Riedlingen GÖG Gögglingen OSW Ostrach-Wangen
AL Algershofen GÖT Göttingen OW Owingen
ALL Alleshausen GR Griesingen OWW Oberwolfertsweiler
AND Andelfingen GRB Grasbeuren REI Reichenbach
AM Amtzell GRS Großschönach RI Riedlingen
AU

Aulendorf

GRT Grosstissen RIH Riedhausen
BA Baltringen GUH Gutenzell-Hürbel   Ringgenweiler
BB Bad Buchau HA Hasenweiler RIT Rißtissen
BC Biberach
HAU Hausen am Andelbach ROA Rottenacker
BE Beizkofen HB Hochberg RU Rulfingen
BET Betzenweiler HE Herbertingen SP Spöck
BI Billafingen HO Horgenzell SAL Salem und Umgebung
BIC Bichtlingen ILL Illmensee SC Scheer
BL Blochingen IN Ingoldingen SCB Schemmerberg
BLI Blitzenreute IS Isny SCH Schemmerhofen
BN Baufnang KA Kanzach SE Seekirch
BSG Bad Saulgau KI Kirchbierlingen SMH Storchenstation am Affenberg Salem – Mendlishauser Hof
BSR Bad Schussenried
KL Kißlegg SSG Salem Schwarzer Graben
BT Baitenhausen KR Krauchenwies ST Staig
BW Bad Waldsee
Kürnbach STH Staig-Harthausen
BWU Bad Wurzach KW Königseggwald
TI Tiefenbach
DA Daisendorf LA Langenau Tüfingen
DAT Datthausen
LH Laupheim UM Ummendorf
DAU Daugendorf LE Levertsweiler
UN Unlingen
  Dellmensingen LK Leutkirch   Ursendorf
DE Denkingen MA Markdorf
US Untersulmetingen
DEI Deisendorf MAI Mailand UT Uttenweiler
DO Donaustetten MAR Marbach UW Unterweiler
Dürmentingen ME Mengen WA Waldbeuren
EB Ebenweiler MEN Menningen WAL Wald
EBB Ebersbach MES

Meßkirch

WAN Wangen
EF Efrizweiler   Michelwinnaden WE Westerstetten
EH Ehingen MIM Mimmenhausen WIB Wiblingen
EI Eimühle MOC Mochenwangen WIL Wilflingen
EIN Einhart MOH Moosheim
WI Wilhelmsdorf
EM Emerkingen MU Munderkingen
WW Wolfegg-Wassers
EN Ennetach MÜL Mühlhofen ZE Zell
ER Ertingen NKW Neukirch-Wildpoltsweiler ZO Zogenweiler
E Ernatsreute   Obereisenbach ZU Zußdorf
ERS Ersingen OSU Obersulmetingen ZW Zwiefaltendorf
ES Esenhausen
OCH Ochsenhausen ZF Zwiefalten
FL Fleischwangen OH Oggelshausen    
Föhrenried OLK Ölkofen    

 

 

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Stand: 17. Juli 2016